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learlet

  • 17
  • Rezensionen
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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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  • Bewertungen

Schlechter geht's eigentlich nicht mehr...

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.04.2017

Na wunderbar, hier hat ein Autor eines der entscheidenden Probleme der gegenwärtigen westlichen Welt, den Terror des Islamischen Staates, mal eben und ganz nebenbei erklärt: die Völker da unten sind so streitbar, weil ein – was eigentlich, ein Außerirdischer? – ihre Gedanken und Handlungen aus purer Langeweile beschäftigungstherapeutisch in diese Richtung beeinflusst. Problem erkannt! wunderbar…
Also, sehr viel ungeschickter, sehr viel naiver und letztlich sehr viel schlechter geht’s eigentlich nicht mehr. Ich mag Fantasy-Literatur, deswegen stören mich Unglaublichkeiten überhaupt nicht, aber es muss schon passen, sie müssen aus der Story heraus entwickelt werden, und sie müssen von intern glaubwürdigem und zu der Geschichte passendem Personal erlebt, verarbeitet usw. werden. Nichts davon bekommt Thiemeyer irgendwie geregelt.
Eine Gruppe von MilliardärWissenschaftlerISSoldat (wunderbar modische Personal-Liste, leider fehlt der geläuterte Junkie) fällt in ein tiefes Loch und durchlebt da eine Art Dantesches Inferno, das ein Außerirdischer gebastelt hat, um sich in seiner aus Kommunikationsmangel und Bewegungsarmut entstandenen Langeweile ein bisschen zu amüsieren. Und dabei beeinflusst er – wie eigentlich? der Erklärungsversuch am Ende ist hanebüchen, beinahe amüsant – kontrollierte, überaus rationale Menschen, so dass sie plötzlich nymphoman oder fressgierig oder was-auch-immer werden. Erklärungen aus der Geschichte heraus gibt es keine, und glaubwürdig, nicht im Sinne von realistisch, sondern im Sinne der Geschichte, ist nichts davon. Größenwahn des Autors überdies, mit Andeutungen an Tolkien, King, Rowling, Rollins, Brown usw. zu spielen, Autoren also, die genau das konnten oder können, was Herrn Thiemeyer so völlig abgeht, nämlich Geschichten stimmig zu erzählen. Und er traut ja seiner eigenen Erfindung selber nicht, warum müsste er sonst das „Wesen“ die ganze Hintergrundgeschichte erzählen lassen, unfähig, sie tatsächlich in sein Werk einzubauen? so hanebüchen ist die Story, dass selbst Thiemeyer zum Schluss einsieht, dass er da ziemlich viel Unsinn zusammengeschrieben hat. Leider ist er in seiner Reaktion auf diese Einsicht nicht konsequent - er zerreißt sein Manuskript nicht, sondern dreht einfach alles auf Null zurück und sagt: ätschi-bätschi, gilt alles nicht. Dies ist übrigens die einzige Stelle, die ein wenig Humor versprüht, der dem Roman ansonsten völlig abgeht…
Er liest es auch nicht nochmal, bevor er es zurückdreht, sonst wären ihm vielleicht sogar die vielen Stilbrüche und Fehler (Dante würde sich im Grabe rumdrehen, müsste er erfahren, dass man ihn einen „römischen“ Dichter nennt), vor allem aber hätte ihm auffallen müssen, dass er die Geschichte um ein vierjähriges Mädchen mit viel Tamtam aufbaut und aufbauscht, sie dann aber schließlich im Nichts, im Nirwana, im Inferno vergisst.
Ärgerlich schlecht das Ganze, ganz schrecklich schlecht. Und der vor allem am Ende salbungsvolle Ton des Sprecher macht es leider um nichts besser.

Tatsächlich - eine Zeitmaschine!

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.03.2017

Herrlich – dieses Buch, dessen zentrale Idee das Phänomen von Zeitreisen ist, ist tatsächlich selbst so eine Art Zeitmaschine. Es führt mich zurück in die 60ger und 70ger Jahre, in denen ich mit Freude solche Kinderbuchserien wie „Fünf Freunde“ oder „ Die drei Fragezeichen“ gelesen habe, alle ein bisschen altbacken, alle ein bisschen kindlich-einfach, alle ein bisschen fad, so dass wir lieben Kleinen auch nachts gut schlafen konnten und nicht von aufregenden Gedanken wachgehalten wurden. Die Bösen sind nicht so richtig böse, die Technik ist nicht richtig bedrohlich, die Spannung hält sich in doch recht überschaubaren Grenzen. Und über allem liegt ein grauer Schleier von Langeweile.
Damit das auch wirklich so rüberkommt, hat man einen passenden Sprecher gesucht und leider auch gefunden. Im Stil eines Gerd Westphals, der auf diese Art Goethe und Thomas Mann vorgelesen hat, finden wir den Weg zurück in den großväterlichen Lesestil, sonore Stimme, die alles tut, um bloss ja nicht hektisch oder bedrohlich zu werden – in der Tat, geeignet für Gute-Nacht-Geschichten.
Hinzu kommen unglückliche Ausdrucksweisen, so etwa „das beste Stück des Mannes“ (hmmm… wenn ein Mann sowas über irgendeinen weiblichen Körperteil geschrieben hätte, wär’s sexistisch…) oder diese nicht auszurottende „Jeans-Hose“ (was bitte ist eine Jeans? die ohne „Hose“ dahinter?).
Trotz allem entwickelt das Buch einen gewissen Charme, besonders dann, wenn es einem gelingt, es als Persiflage auf die ganze Thriller- und Historien-Roman-Produktion der letzten Jahre anzusehen. Dann ist es tatsächlich kindlich-nett und man kann an manchen Stellen über die biederen Einfälle schmunzeln. Aber ein ernstzunehmender, spannender Geschichts-Roman wird es nicht. Schade, denn die Grundidee ist eigentlich ganz gut und hätte die Basis für ein spannendes Hörbuch werden können. Aber dafür hätte es einer wirklichen Autorin bedurft, nicht einer Mutti, die ihre romantischen Kinder-Phantasien zu Papier bringt.

"Die Wissenschaftlerin" ist ein Ärgernis...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.02.2017

Zunächst - ich habe mich durch "Heiß" gut unterhalten gefühlt, die Geschichte ist spannend, flüssig erzählt, und die häufigen Ortswechsel sind strategisch gut eingesetzt. So gesehen ein Buch, über das man nicht viel schreiben muß, wäre da nicht ein ganz spezifisches Ärgernis, das mich auch schon in "Falsch" immer wieder ziemlich genervt hat - der häufige Gebrauch der Worte "der Wissenschaftler" oder "die Wissenschaftlerin". Wann immer derartiges Personal auf die Bühne tritt, kann man schnell mitsprechen, denn diese Bezeichnung / Benennung / Namensgebung taucht in beinahe jedem zweiten Satz auf. Also, entweder ist dies der Versuch (missglückt), dem Buch eine intellektuelle Note zu geben, oder aber der Autor leidet unter der Tatsache, dass er nicht selber Wissenschaftler (was immer das ist...) geworden ist, und jetzt versucht er, dies durch die permanente Wiederholung der Worte zu kompensieren. Ach, Herr Schilddorfer, Sie sind erfolgreicher Journalist und ganz guter Thriller-Autor, das ist doch auch was, kein Grund also, einer verpassten Karriere nachzuweinen. Und ich bin mir sicher, wenn Sie mal nachdenken, fallen Ihnen andere Bezeichnungen ein, bessere als das ewige "die Wissenschaftlerin". Und zumindest mir würden die Bücher noch mehr Spaß machen, wenn ich mich nicht immer über diese permanente, inhaltsschwache Wiederholung ärgern müsste.

Wie Menschen zu Zombies mutieren...

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.04.2015

Insgesamt ist das Buch ok, die Geschichte, ein mittelalterlicher Polit-Krimi, ist ganz gut erzählt und leidlich spannend, der Ich-Erzähler ist interessant und hat Potential. Eine Katastrophe ist allerdings die Art des Vorlesens. Ich weiss nicht, ob man sich hier über den Vorleser oder den Regisseur ärgern muss, aber wenn nahezu das gesamte Personal, mal abgesehen vom Ich-Erzählerr, mit Stimmen bedacht wird, die an gerade geweckte Zombies erinnern, dann ist das unzumutbar. Dies gilt vor allem dann, wenn durch die Art der Stimmenvergabe die Charakter des Personals völlig entstellt werden. So wird z.B. aus der sympathischen Nebenfigur eines Apothekers ein leiernder Halbidiot, aus einem (laut Text) unangenehmen polnischen Ritter wird durch die Sprache ein tapsiger, gutmütiger Bär. Das ist unerträglich und geht völlig am eigentlichen Inhalt des Buches, speziell aber an den Redeinhalten vorbei. Interessanterweise gilt diese Kritik tatsächlich nur für die wörtliche Rede, alles andere inklusive der Reden des Ich-Erzählers ist mindestens ok, manchmal sogar gut. Daher ist es mir völlig unverständlich, wie es zu diesen Katastropehn kommen konnte, durch die das Audio-Buch ziemlich verdorben wird.

Geht auch ganz einfach...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.02.2015

Also, inzwischen gibt es ja einige Hörer, die ausführlich über die komplexen Strukturen von Eschbachs Buch geschrieben und tief in den Abgründen literarischer Interpretationen gebuddelt haben, um dem Buch Gesellschaftskritik, physikalische Erkenntnis, Religionskritik, Bibelkunde usw usf zu attestieren - geschenkt! -alles richtig, alles vorhanden. Dennoch geht mir das an dem Buch selbst vorbei, denn so kompliziert, wie es einige Rezensenten machen, scheint es mir gar nicht zu sein. Eschbach schreibt ein spannendes Buch, das durchaus einen leicht fantastischen Blickwinkel hat, aber da es Eschbach gelingt, den Bezug zur Realität stets zu wahren, driftet er nie ins Unglaubliche ab. Sehr gelungen, sehr spannend hält er auch über einen langen Zeitraum den Leser gefangen, ganz egal, ob das, was er schreibt, nun alles richtig und belegbar ist. Zumindest mir ist das völlig gleich, denn das Buch unterhält ganz vorzüglich.

Ich decke Bein mit Bein - und schlafe ein...

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.10.2014

Liest sich wie der Roman einer Deutschlehrerin, die sich immer ärgert, dass niemand ihre ewigen Geschichten vom Mittelhochdeutschen hören will. Ich kann mir richtig vorstellen, wie sie ehrfurchtsvoll vom guten Walter erzählt und ihre Schüler dabei einschlafen. Langweilige, vorhersehbare Story, deren Basis offensichtlich Frau Kinkels Mittelhochdeutschhauptseminararbeit mit dem Thema "Der Einfluss der mittelalterlichen Dichter auf die Politik" war. Allerdings muss ich meine etwas gelangweilte Meinung insofern relativieren, als dass ich nach gut der Hälfte des Buches aufgegeben habe. Möglich, dass gerade ab der letzten Stelle, die ich noch gehört habe, das Buch eine fulminante Wendung ins Spannende, Einfallsreiche, Unterhaltsame nimmt - möglich, aber nicht eben wahrscheinlich...

1 Person fand das hilfreich

Ärgerlich

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.05.2014

Unglaubwürdige, arg konstruierte Geschichte aus einem kinderbilderbuchartigen Mittelalter-Köln, gespickt mit lächerlichen Erotikszenen voller Klischees aus der Fantasiewelt einer Spätpubertierenden. Ärgerlich, dafür einen Guthabenpunkt verschwendet zu haben.

2 Leute fanden das hilfreich

Nicht immer logisch, aber leidlich spannend

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.09.2011

Eigentlich wäre mir Dan Brown bei diesem Hohlbein-Buch überhaupt nicht in den Sinn gekommen, wenn nicht schon einige andere Rezensenten diesen Namen ins Spiel gebracht hätten. Ok, das ist also das Genre, an dem sich Hohlbein hier versucht. Leider ist er damit nur mässig erfolgreich, das Buch ist zwar nach schwachem, klischeebeladenem (aber sicher - in der Wohngemeinschaft kann es nur süßlich riechen!) Beginn leidlich spannend, aber leider verliert Hohlbein bei dem Versuch, diese Spannung zu erzeugen, das eine oder andere Mal den Überblick über seine arg konstruierte Geschichte, so dass die innere Logik auf der Strecke bleibt. Wo Dan Brown konstruierte, aber nachvollziehbare Geschichten erzählt, die in sich stimmig sind, verliert Hohlbein den Boden unter den Füßen und bastelt eine Story, bei der ich mich doch bis zum Schluss gefragt habe, worum es denn nun eigentlich geht. Datenbankoptimierung? Kirchengeschichte? Assassini? Alles drin, alles da, aber die Bausteine finden nicht so recht zueinander...
Zum Sprecher Sascha Rotermund gibt es wenig zu sagen - er ist weder besonders gut noch auffallend schlecht, Mittelklasse eben, und damit passt er auch zu dieser Hohlbein-Geschichte.
Über die Vor- und Nachteile der Musik kann man kaum streiten, der eine mag's, die andere nicht - ich mag Musik in den Hörbüchern.

1 Person fand das hilfreich

Witzig, aber vorhersehbar...

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.04.2011

Zumindest einen Band langt trägt die Basisidee der griechischen Götter, die aktiv die moderne Welt beeinflussen, durchaus, trotzdem ist der erste Teil der Percy-Jackson-Reihe nicht überragend, sondern nur ganz nett. Riordan schreibt mit viel Witz und Ironie, und es gelingt ihm, die Hauptdarsteller mit glaubhafter Sprache auszurüsten. Ausserdem findet er in Jessie Bernstein einen kongenialen Partner, der das Buch zum Leben erwecken kann (ähnlich wie die Kombination Rowling-Fry bei den Potter-Audios). Und wenn man gerade einen Sechstklässler, der sich in der Schule mit griechischer Mythologie beschäftigt, zu Hause hat oder beschenken muss, so ist das Buch natürlich eine witzige Ergänzung trockener Schulstunden und kann durchaus weitergehendes Interesse an der griechischen Mythologie wecken.
Die Story allerdings ist in weiten Teilen vorhersehbar, wann immer Monster auftauchen könnten, da tauchen sie auf, Überraschungseffekte bleiben weitestgehend aus, auch wenn die einzelnen Episoden/Abenteuer häufig ganz witzig sind. Ich bezweifle allerdings, dass ich mir die weiteren Bände auch noch anhöre. Meinem Sohn (der oben erwähnte Sechstklässler) hat das Buch besser gefallen (cool!), und das war ja auch der eigentliche Sinn der Anschaffung. Aber das soll er dann, wenn er will, in seiner eigenen Rezension sagen...

2 Leute fanden das hilfreich

Wenn Klischees Fanatsie ersetzen...

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.04.2011

Natürlich war ich gespannt - Ankündigungen der Reihe wie 'Für Tolkien-Fans ein Muß!' haben mich in eine gewisse Vorfreude versetzt, auch wenn solche Art der Werbung nicht neu, aber selten zutreffend ist. Und tatsächlich, auch diesmal ist der Vergleich zu Tolkien ähnlich wie der zwischen einem Kieselstein und einem Diamanten: wo Tolkien in seinem "schwülstigen Stil " (Zitat aus einer Rezension) Fantasy-Wesen mit Geschichte schafft, Wesen, die ein Leben ausserhalb der Story haben, die Charakter haben, lachen und weinen können und nicht nur innerhalb der erzählten Geschichte leben (irgendwen langweilten die Lieder-aber gerade auch die schaffen Charakter: Ho ho ho to the bottle I go, to heal my heart and drown my woe!), die individuelle Persönlichkeiten mit enormem Entwicklungspotenzial sind und deren Verhalten innerhalb der erzählten Zeit glaubwürdig und nachvollziehbar ist, da setzen Weis und Hickman nichts als Klischees dagegen. Zwerge sind eben stur, Elben edelmütig, Zauberer undurchsichtig, aber woher diese Züge kommen, bleibt ungesagt, und das geschichtslose Personal bleibt oberflächlich. Wenn es Vergangenheit gibt, dann nur als Bericht von Außen, nicht erzählerisch integriert, und die Geschichte passt sich ihrem Personal an, bleibt oberflächlich und ohne über die erzählte Story hinausgehende Logik.
Dabei gibt es neben Tolkien noch andere Beispiele gelungener Individualisierung durch Einbettung der Entwicklung in die erzählte Geschichte: Jordan kann das im 'Wheel of Time', Rowling kann das in 'Potter', auch Funke in der Tintensaga schafft es, ihrem Personal Hintergrund zu geben. Aber Weis, Hickmann, auch Paolini, um einen weiteren Vielgelobten zu nennen, dem überdies jeder Humor fehlt, bleiben oberflächlich und letztlich nichtssagend. War also mal wieder nix mit dem 'Muß' für Tolkien-Fans...

Nachtrag: hatte bei der Szene mit den Gossen-Zwergen (Humor-welch Wunder!)
schon kurz die Hoffnung, es würde besser... war aber leider nur ein kurzes Zwischenspiel..

1 Person fand das hilfreich