PROFIL

Frank Neubüser

  • 26
  • Rezensionen
  • 54
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  • Bewertungen

Hörenswert, wenn auch mit Längen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.03.2019

Die Geschichte eines Deutschen, plus weiterer Personagen, in den Wirren der Opiumkriege und des Taiping-Aufstands zur Mitte des19. Jh. in China. Ein episch angelegter Abenteuerroman mit Längen, aber auch interessanten Wendungen und Einsichten, weshalb ich ihn zu Ende gehört habe. In einer Zeit, in der europäische Beziehungen zu China eine neue Bedeutung gewinnen, ist es lehrreich, die geschichtlichen Ursprünge kennenzulernen. Ich habe bereits einen Roman von Stefan Thome gehört, der zu einer ganz anderen Gattung Roman gehört und mir mehr in sein natürliches Metier zu passen scheint, und ich werde mir wohl noch weitere seiner Romane anhören. Dieser Abenteuerroman macht auf mich ein wenig den Eindruck, als hätte ein Lektor geordert "Schreib doch mal was über China", und das hat Thome durchaus übererfüllt, jedoch ohne sein früheres Herzblut. Hörenswert - auf den Autor darf man weiterhin gespannt sein.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Leben im Krieg

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.08.2018

Erinnert mich ein bisschen an die Fernsehserie"Unsere Mütter, unsere Väter". Zu verstehen, wie sich der Krieg im privaten Leben der Betroffenen ausgewirkt hat, nicht mit im Äußerlichen. Der Ausgang der Geschichte ist vielleicht, diskutablerweise, ein wenig zu positiv aufgebaut; so viele derer, die da durch gegangen sind, konnten sie gar nicht erzählen bzw. haben sie sehr viel schwerer oder ganz anders in Erinnerung. Wenn ich an meine Großmutter denke, die aus Pommern vertrieben wurde... Gut, dass die andere Seite in Form der Geschichte des Juden Oskar Maier aufgenommen wurde, das schafft eine gewisse Balance. Die Geschichte ist lebhaft erzählt und enthält eine sehr schöne Romanze. Einzig für den österreichischen Soldaten - dort spielt die Geschichte ja schließlich weitgehend - hätte ich mir aus Gründen der Authentizität einen ebensolchen Dialekt das Sprechers gewünscht (der seine Sache ansonsten gut macht) - was soll das, traut der Hörverlag etwa seinen Hörern nicht zu, das zu verkraften?

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Dr. Watson jagt Moby Dick auf der "Terror"

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.08.2018

Abenteuerliche, fesselnde Krimigeschichte, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf einem Walfänger im Nordmeer, bei den Inuit und in England spielt. Wer allerdings "Das Zeichen der Vier" von Arthur Conan Doyle, "Moby Dick" von Herman Melville un "Terror" von Dan Brown - alles packende, originelle Abenteuerklassiker - kennt, kann nicht umhin, das inhaltliche Copy & Paste, das hier frech und frei angewendet wurde, zu bemerken. Was der Spannung in der Geschichte keinen Abbruch tut, schließlich sind die Vorlagen ja ausgezeichnete Literatur. Aber der Originalität. Der Sprecher ist etwas hölzern und betont oft überkorrekt.

Was macht die Diktatur mit den Menschen?

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.10.2017

So einfach Swelana Alexijewitschs Interview-Stil ist, so unterschiedliche Lebenswelten und Wahrnehmungen erschließt sie damit dem Leser. Hier zählt die unverstellte individuelle Lebenswirklichkeit und die Erfahrungen der direkt Betroffenen selbst, nicht die Stereotypisierung durch öffentliche Medien und den öffentlichen Geschichtsunterricht, auch nicht die historische Instrumentalisierung durch eigennützige Politiker, die durch Legendenbildung die Sicht der kommenden Generation beeinflussen möchten. Frau Alexijewitsch muss ein sehr vertrauenswürdiger Mensch sein, wenn sie es geschafft hat, durch Zuhören, Strukturieren, eiserne Zurückhaltung und den vollständigen Verzicht auf ihre eigene Meinung solche Einblicke zu schaffen. Anders wäre das auch nicht gelungen, oder als ideologisch einseitig kritisiert worden. Darin liegt die eigentliche Größe dieser wertvollen Einsicht in das Schicksal von Millionen Menschen über Jahrzehnte im Kommen und Gehen einer Diktatur. Darin liegt auch der Sprengstoff – auch heute, fünfundzwanzig Jahre nach dem Ende, zweifellos. Der Nobelpreis für Literatur ist verdient.

Wenn es Alexijewitsch und Solschenyzin nicht gäbe, müsste man an der Fähigkeit und dem Willen der Russen, ihre eigene Geschichte zu verstehen und Konsequenzen daraus zu ziehen, verzweifeln. Ähnlich wie in Deutschland nach dem Krieg, wird zu viel weggeschaut, schöngeredet, ignoriert. Swetlana Alexijewitsch zeigt sehr überzeugend, dass die Saat des Verstehens nicht nur in ihr als Sammlerin von Biografien, sondern in einer breiten, öffentlich unsichtbaren Schicht der russischen Gesellschaft vorhanden ist. Gleichzeit aber auch der Widerspruch und das Klammern an die Legenden der Größe, die von denjenigen Überlebenden getragen werden, die sich auch heute, in Putins politischer Kohorte, wieder für Abenteuer und Experimente instrumentalisieren lassen, die in Nichts anderem als dem Bekannten enden können (und sollen).

An epic of texan history

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.07.2017

...from its (american) beginnings, stretching over several generations of a self-made family of settlers, indian warriors, cattle barons and oil millionaires. I wonder if this is exemplary of Texan society or just the way they wish to be seen?
Anyway the story is gripping and entertaining throughout, interweaving the different perspectives and personal accounts of three family members (Eli, Peter and Jeanie) across 175 years.
The part I found most interesting is that of Eli, abducted by Comanches and growing up to become an Indian warrior. This is a rather new way of handling their Indian heritage, and it is not improbable considering that the last fighting Comanche chief in reality, Quanah Parker, was actually a half-breed.
The stories' characters have an iconic quality and their development may be symptomatic of the societies they lived in, yet there is a stereotypical strain in them, where wish may have been stronger than the actually probable reality. Eli is straightforward, honest, decided, fair and attractive to women, brutal but eventually rational and just; yes such a man must grow to become 100 years old but I suspect that early Texas was rather full of the types depicted in James Carlos Blake's "In the Rogue Blood" (which I recommend for serious comparison).
Reading the different characters is performed by
Will Patton, Kate Mulgrew, Scott Shepherd and Clifton Collins jr. in a truly supportive, congenial way.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Guter Ansatz zur Persönlichkeitsentwicklung

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.11.2016

Die Autorin gliedert verschiedene Kommunikationsmuster in ein Rollen - und Gestenmodell (das eigentlich aus der Schauspielerei stammt) und ermöglicht damit nicht nur ein wenigstens schematisches Verständnis dafür, wie wir selbst kommunizieren (und was das mit unserer Persönlichkeit zu tun hat), sondern auch wohin wir uns entwickeln können und wo ggfs. unsere Defizite liegen. Gut gefällt mir die dynamische Natur des Modells, es wird nicht mehr vorausgesetzt, das jeder Mensch einen unveränderlichen, angeborenen Charakter hat (wie das manchmal in ähnlichen Modellen gelehrt wird). Die Anpassung an neue Kommunikationsmuster ist eine Sache der Lebenserfahrung, oder auch, wie hier angeboten, des Trainings und der persönlichen Entwicklung. Ich sehe auch nicht die Gefahr, das man sich mit solchen Trainings selbst "gehirnwäscht"und seine wahre Natur durch Schauspielern manipuliert - man kann sich letztlich nur selbst spielen, und das reine Handwerkszeug ist noch kein Ersatz für das eigene Ausleben - tiefsinnig z.B. muss man schon selbst sein, die Kommunikation kann einem nur helfen, das andere und man selbst vielleicht verschüttete Facetten in sich entdecken.
Zusammen mit den sehr ausführlichen Trainings (YouTube Links) finde ich das gut gesprochene Hörbuch sehr lohnenswert. Frau Garcia spricht sehr klar und verständlich, was manchmal einen Tick künstlich (gar zu professionell) wirkt.
P.S. Die gesungene Firmenerkennungsmelodie ist das absolute Lowlight, sollte geändert werden.

6 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Herr aller Dinge

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.09.2016

Eine lange Metapher über den Sinn und die Bedeutung wissenschaftlichen Fortschritts, und was er in der Erinnerung und der Zukunft des Menschen ausmacht. Das Neue im Licht des Alten. Ich fand die, wenn auch teilweise etwas übers Ziel hinaus schiessende Geschichte von Hiroshi dem Forscher und Charlotte der Anthropologin bemerkenswert. Einige dramaturgische Sprünge wirken etwas holprig und nicht mit klarem Ziel aneinander gesetzt, aber insgesamt ist die Geschichte, wie von Eschbach gewohnt, gut erzählt. Der Vorleser ist Spitze.

Eine vergangene Epoche wird lebendig

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.07.2016

Mitte des 18. Jahrhunderts in Westfalen - eine Zeit, die schon zu Lebzeiten der Autorin gerade noch in der Erinnerung präsent war. Die Geschichte selbst ist eine von Armut und Anspruch, Verbrechen und Flucht, Sehnsucht und Reue. Den Lokalkolorit dieser Zeit versteht von Droste-Hülshoff ziemlich gut zu transportieren, was die Erzählung kurzweilig macht und die Sorgen und Nöte unserer Vorfahren lebensnah erahnen läßt. Nach meinem Geschmack hätte sie sich mehr Platz und Zeit lassen können, gerade der letzte Teil - 28 Jahre später - ist etwas kurz geraten. Hier überwiegt eine allgemeine Moralisierung, wo man sich heute vielleicht eine stärkere Ausprägung der Motive und Charaktere wünschte, die die Tat begründen helfen. Es mag sein, das man im 18./19. Jahrhundert dafür noch keinen Anlaß sah, wenn die christliche Ethik als selbst erklärend angesehen wurde. Spätestens mit Nietzsche änderte sich das jedoch, im 20./21. Jahrhundert leben wir auf ganz anderen ethischen Grundlagen. Deshalb würde ich die Erzählung nicht gerade für den Schulunterricht empfehlen, für den wissenden Leser ist sie aber ein kleines Juwel.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Empfehlenswerte, zeitgemäße Neuerzählung

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.05.2016

In dem 400 Jahre alten Drama um den schottischen Königsmörder aus dem Mittelalter geht es um Gier, Macht und Gewissen - um universale Antriebe, die es heute wie damals gibt, was sicher dazu beiträgt, das das Stück ungebrochene Popularität geniesst. Shakespeare hat auch gekonnt die kleinen Antriebe der handelnden Menschen beschrieben und sie in die damals möglichen Worte, entlang des damals gültigen Weltbildes, gefasst. Wir können das heute nicht besser, wir haben aber einen ganz veränderten Horizont der Psychologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft, deshalb ist es gerechtfertigt, die Motive der Erzählung nicht nur auseinander zu nehmen, sondern auf unverbindliche Art neu zu erzählen, mit einer zeitgemäßen Sicht auf Grundmotive wie Geburt und Tod, Vertrauen und Verrat, Sex, Machterhalt und Macchiavellismus. Das finde ich in diesem Hörspiel ganz gut gelungen - es ist eine Mischung aus Original, Action und Interpretation. Für jemandem, der das Original schon zigmal gelesen und gesehen hat, ist das Hörspiel immer noch ein Zugewinn, unter dem Vorbehalt, das es gar nicht mit dem Original konkurrieren will. Die Leser finde ich nicht in jedem Fall glaubwürdig, daher ein kleiner Punktabzug.

2 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Etwas vergilbtes Emanzipationsdrama

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.01.2016

Eine Frau, die per Zeitungsanzeige den unbekannten Vater ihres ungeborenen Kindes sucht - das ist auch im 21. Jahrhundert noch originell. Kleist nutzt dieses Vorkommnis als Ausgangspunkt eines romantischen Beziehungsdramas, an dessen Ende natürlich ein sittsames, politisch korrektes Happy End steht. Na ja, heute würde man den Plot anders ausführen... Der Originalität halber hörenswert, die dadurch heute noch zu gewinnenden Einsichten halten sich aber in Grenzen.

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich