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Zeitgenuss

  • 12
  • Rezensionen
  • 105
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 187
  • Bewertungen
  • Pnin

  • Autor: Vladimir Nabokov
  • Sprecher: Ulrich Matthes
  • Spieldauer: 7 Std. und 3 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 97
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 87
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 87

Professor Timofey Pnin ist ein Ritter der traurigen Gestalt. Der Exilrusse lehrt Literatur an einem amerikanischen Provinzcollege und versucht, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Weder versteht er die Feinheiten der englischen Sprache, noch ist er in der Lage, die gesellschaftlichen Codes des American Way of Life zu entschlüsseln. Überängstlich und zwanghaft, in seiner Tapsigkeit dabei anrührend, taumelt Pnin von einem Missgeschick zum nächsten. Doch trotz aller Demütigungen, die er sich nicht zuletzt selbst beifügt, schafft er es, seine Würde durch alle Widernisse zu retten.

  • 5 out of 5 stars
  • Lachen und Weinen. Jetzt! (Besonders wertvoll)

  • Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 08.10.2014

Lachen und Weinen. Jetzt! (Besonders wertvoll)

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.10.2014

Wenn man Pnin nicht gelesen hat,
hat man die Welt verschlafen
.
Pnin - Tragisch, komisch, kompliziert- aber ganz einfach: Ihn erkennt und liebt man sofort.
Jeder kennt einen Pnin in seiner Umgebung- und das macht den Zauber dieses Romans aus:
Nabokovs Metaphern leuchten durch die Nacht-
Was für ein Roman: Zum Schreien komisch, zum Weinen schön und dazu noch voller Weisheit!
Weltliteratur- weltklasse vorgelesen von Ulrich Matthes.
Ein Ausnahmebuch.

Prädikat: besonders wertvoll!


8 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Das Seelenhaus

  • Autor: Hannah Kent
  • Sprecher: Vera Teltz, Tobias Kluckert
  • Spieldauer: 11 Std. und 57 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 663
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 625
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 630

Nordisland 1828. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Angeklagt und zum Tode verurteilt wird Agnes Magnúsdóttir, eine Magd von Mitte 30. Die letzten Monate vor ihrer Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten und seiner Familie verbringen. Entsetzt darüber, eine verurteilte Mörderin in ihrem Haus zu haben, meidet die Familie jeglichen Kontakt. Nur der junge Dekan Tóti, der die Verurteilte auf den Pfad der Wahrheit und der Buße führen soll, spricht mit ihr...

  • 5 out of 5 stars
  • Geht einem unter die Haut

  • Von Ute Am hilfreichsten 05.10.2014

Neeeee....

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.10.2014


Verstehe nincht den Hype um dieses Buch...



... xyz.dottir heißt Tochter von,, und davon erfährt man reichlich zwischen den Wintermonaten, Schafschur und den Schneestürmen auf Island, von dem Drama , das uns Hanna Kent hier erzählt.
Es ist reinste Salamitaktik, man erfährt nur so viel, dass man weiterhören will... über Stundn. das nervt.

Aber: So hat das Hörbuch meiben Isländischen Substantivgebrauch erweitert.
denn:
Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen.

Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören.

Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“:

M1 Singular Plural Singular Plural
nom: hestur hestar hesturinn hestarnir
akk: hest hesta hestinn hestana
dat: hesti hestum hestinum hestunum
gen: hests hesta hestsins hestanna
In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht.

Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse:

M2 Singular Plural Singular Plural
nom: dalur dalir dalurinn dalirnir
akk: dal dali dalinn dalina
dat: dal dölum dalnum dölunum
gen: dals dala dalsins dalanna[...]

der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm
Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht
der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm.
der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna
die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden)
Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“:

N1 Singular Plural Singular Plural
nom: borð borð borðið borðin
akk: borð borð borðið borðin
dat: borði borðum borðinu borðunum
gen: borðs borða borðsins borðanna
Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra:

die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen).
Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen).
u-Umlaut
Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel:

Der Umlaut a > ö tritt ein

im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv
im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra
im Dativ Plural bei allen Genera
Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben):

Singular Plural Singular Plural
nom: vör varir land lönd
akk: vör varir land lönd
dat: vör vörum landi löndum
gen: varar vara lands landa
Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten.


Nicht wirklich spannend, dieses kaugummigleiche Langzeitbeichte in Salamitaktik einer Mörderin, die sich als Sterbehelferin herauskristallisiert.
Und auch nicht empfehlenswert - es sei denn , man übt sich im isländischen "th".
Schade.

Bókin er ekki högg!

0 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Distelfink

  • Autor: Donna Tartt
  • Sprecher: Matthias Koeberlin
  • Spieldauer: 33 Std. und 26 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.696
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 2.534
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 2.519

Die schwere Bürde der Vergangenheit: Exzellente Erzählkunst und atemberaubende Spannung erwarten den Hörer in diesem Hörbuch von Donna Tartt, hervorragend und stimmungsvoll gelesen von Matthias Koeberlin. Ein sprachgewaltiges Werk, das einen sofort in seinen Bann zieht.

  • 5 out of 5 stars
  • Sensationell

  • Von Susanne Am hilfreichsten 25.03.2014

Exzellent!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Donna Tartt schreibt den besten Roman, den ich seit Jahren gelesen habe,
Klug, dramatisch, intelligent und witzig schreibt sie über das untrennbar verbundene Schicksal eines Jungen mit einem berühmten Gemälde, über Freundschaft und Verlust, über das Erwachsen werden und das Vertrauen und Misstrauen.

Der Distelfink ist ein Buch, das den Leser mitreißt und einlädt, sich seine eigene Meinung zu bilden.
Ein Meisterwerk!

  • Sunset Park

  • Autor: Paul Auster
  • Sprecher: Burghart Klaußner
  • Spieldauer: 7 Std. und 2 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 89
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 84
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 85

Seit dem Tod seines Stiefbruders quälen Miles Heller Schuldgefühle, den Kontakt zu seiner New Yorker Familie hat er abgebrochen. In Florida gestrandet, fotografiert er wie besessen in der Wirtschaftskrise zwangsgeräumte Häuser. Als er wegen einer pikanten Liebschaft in Schwierigkeiten gerät, holt ihn sein Freund Bing zurück nach Brooklyn. Dort, in der heruntergekommenen Siedlung Sunset Park, trifft er auf andere strauchelnde Menschen und lernt, seinen Dämonen ins Auge zu sehen.

  • 4 out of 5 stars
  • So schön!

  • Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 07.10.2014

So schön!

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Paul Auster fängt die Stimmung einer ganzen Generation ein!
Man wünscht sich, dass Herr Klaußner niemals mit dem Vorlesen aufhört.
Sunsetpark muss man gehört haben! Die Generation der 60er/70er probt den Aufstand gegen das Establishment.
Kaufen....
jetzt und loshören!

3 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Schneewittchen muss sterben

  • Bodenstein & Kirchhoff 4
  • Autor: Nele Neuhaus
  • Sprecher: Oliver Siebeck
  • Spieldauer: 15 Std. und 22 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.645
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 1.521
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.521

An einem düsteren Novembertag finden Bauarbeiter auf dem stillgelegten Flugplatz der US-Armee in Eschborn ein menschliches Skelett, nur wenig später wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt...

  • 5 out of 5 stars
  • Richtig gut!

  • Von Ed Am hilfreichsten 03.09.2014

Ne. Echt nicht!

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Das ganze ist vollkommen überkonstruiert...unglaubwürdig, trotz der Vorlesekunst von Herrn Siebeck, Wir begegnen Schönheitsköniginnen, Artisten, Mumien, Mördern, Vergewaltigern, Versagern und sexy Fernsehstars.
Frau Nele Neiheus überrascht durch Konstruktion: Deplatzierte meist oppulente Wirrungen und Wendungen, so ist der Leser besser mit dem Ausflug in ein Maiskabyrinth seiner Wahl beraten als mit dem Lesen vom "Sterben Schneewittchens."
Schade. Der Plot wirkt wie ein hoffnunglos verstaubter Antiquitätenladen.

5 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Talk Talk

  • Autor: T. C. Boyle
  • Sprecher: Jan Josef Liefers
  • Spieldauer: 4 Std. und 48 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 20
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 19
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 18

Peck ist ein Identitätsdieb, ein Körperfresser. Mit Hilfe einer gestohlenen Sozialversicherungsnummer und gefälschten Schecks schlüpft er in die Rollen seiner Opfer und lebt auf deren Kosten in Saus und Braus. Von Autodiebstahl über Drogenmissbrauch bis zum Mordversuch. Bis er an Dana Halter gerät. Sie ist gehörlos, aber sie ist eine Kämpferin, und da die Justiz keine Anstalten macht, den Mann zu belangen, heftet sie sich mit ihrem Freund Bridger an seine Fersen.

  • 2 out of 5 stars
  • Na ja...

  • Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 07.10.2014

Na ja...

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Es gibt bessere Bücher von TC Boyle... aber:
Man erlebt hier dennoch Spannung in jeder Beschreibung eines Salatbalattes, Küchentür, Autofahrt. u. Ä. Die taube Protagonistin trägt die Geschichte leidlich,
Man erfährt letzlich wenig Neues über die Welt der Nichthörenden- Der Plot wirkt konstruiert.- trotz der Aktualität des Identitätsdiebstahls.
Boyle erweist sich hier einmal mehr als Meister des Dilemmas:
Wem trauen. Wen gerurteilen?


Trotz Konstruktion:
Ein Roadmovie, das man hören solte.

Allein schon wegen Jan Josef Liefers.

👍

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Großmama packt aus

  • Autor: Irene Dische
  • Sprecher: Hannelore Hoger
  • Spieldauer: 10 Std. und 3 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 321
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 296
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 297

In einer rasant erzählten, ebenso komischen wie furchtlosen Familiensaga verleiht Irene Dische ihrer Großmutter eine ganz eigene Stimme. Die gute Katholikin Elisabeth Rother kennt kein Tabu, ganz egal, ob es sich um ihr Ehebett, um die Juden, um den Lieben Gott oder um die Gestapo handelt. Allerdings gibt es keine Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der Zweite Weltkrieg, die sie so sehr beschäftigt wie ihr weitverzweigter Clan...

  • 5 out of 5 stars
  • Exzellent!

  • Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 07.10.2014

Exzellent!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Unbedingt muss man dieses Hörbuch hören!

Hannelore Hoger liest dieses Buch kongenial.
Die Geschichte: Damatisch, tragisch, komisch, bizarr.
Großmama packt aus ist ein ungeschöntes Stück Literatur über Vertreibung, Flucht, Heimat und Fremde, Freunde und Freude.
Irene Dische gelingt eine oppulente Biographie ohne Schönmalerei, ohne Pathos.

So setzt die Geschichte im 1. Weltkrieg ein. In einem Lazarett lernt die Krankenschwester Elisabeth Gierlich den nachmaligen “Ehrenarier” Carl Rother kennen und lieben. Elisabeth stammt aus mittelrheinischem, gutem, katholischem Haus. Generationen zuvor schien mal wohl sogar niederen Adel verkörpert zu haben, aber tiefer als ins Bürgertum sind sie nie gesunken, dank der Frauen, die dafür sorgten, dass die Männer keinen Unfungnmachten. Man sieht, der Erhalt der Familie ist in dieser Sippschaft die Sache der Frau, diese haben dafür zu sorgen, dass die Männer “… nicht aus der Reihe tanzen, auch nicht aus der Ahnenreihe.“. Die Verbindung mit Carl ist – an diesen Maßtäben gemessen – eine regelrechte Bruchlandung.

Carl verläßt aus Liebe zu Elisabeth- genannt "Mops" seinen jüdischen Glauben und tritt über zum Katholizismus. Der Rest seiner Familie (der nicht klein ist) eifert ihm natürlich nicht nach.

Carl ist ein guter Arzt mit Praxis und Professur, der Stolz auf das neue Röntgengerät und die Tatsache, dass er die Röntgenplatte immer so hält, dass sein Daumen mit abgebildet ist, kostet ihn eine eigene große Familie, denn der Krebs nistet sich im Daumen ein, wandert durch den Körper und erklärt (zumindest teilweise) den Satz des Romans:

“Dass meine Enkeltochter so schwierig ist, hängt vor
allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen.”

So wird und bleibt Renate Maria das einzige Kind des Paares und zusammen mit Liesel, der Haushälterin, hätten sie ein glückliches Leben, aber… “Sie haben ein Gesetz erlassen.” Den Zeiten gemäß wird es schwierig für die Rothers, private Freunde wenden sich ab. Kaum, dass Elisabeth den zögerlichen Carl zur Flucht drängen kann, erst als schon zwei SS-Männer vor der Tür Wache halten, flieht er mit zwei Koffern in die USA.

Die Zeiten werden für Elisabeth und Tochter Renate nicht einfacher: Sie kommen spät nach Amerika . Carl hat gewissen Eingewöhnungsschwierigkeiten, aber auch er schafft es, eröffnet eine Praxis und wird zum erfolgreichen “katholischen Doktor”.

Der letzte Teil des Buches konzentriert sich auf das eigenwillige Enkelkind, Irene, das keine Dankbarkeit kennt, das nur zu nehmen gewohnt ist und nicht zu geben. Sie trampt durch die Welt, nach Asien und Afrika, studiert in Harvard…uns alles nimmt seinen unabwendbaren, wunderbaren Lauf, den Großmama als Ich- Erzählerin in diesem wunderbaren Roman erzählt.

Exzellent!

13 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Das Buch in dem die Welt verschwand

  • Autor: Wolfram Fleischhauer
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 14 Std. und 16 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 701
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 176
  • Geschichte
    3.5 out of 5 stars 175

Man schreibt das Jahr 1780. Revolutionäre Ideen durchziehen das Land. Mystische Zirkel und Geheimbünde bekämpfen sich allerorts...

  • 4 out of 5 stars
  • Trau. Schau. Wem

  • Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 18.04.2011

Trau. Schau. Wem

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.04.2011

Nicolas Röschlaub- ein junger deutscher Arzt gerät ganz ohne Verschulden in den Sog von bestialischen Verbrechen und gegensätzlicher Interessen konkurrierender Machthaber. Der junge Arzt hat ein ausgeprägt deduktives Geschick- seine bestechende Logik und seine übergroße Neugierde bringen ihn in teils ausweglose Situationen, die immer wieder unvorhersehbare Wendepunkte in der Geschichte bilden.
Die Geschichte führt quer durchs Deutsche Reich- und zeichnet ein authentisches Bild des 18. Jahrhunderts.
Meisterlich hat Wolfram Fleischhauer seinen Roman als klassische Kriminalgeschichte angelegt, in die mysteriöse Kräfte eingewoben scheinen. Die philosophischen Hintergründe sind klug in die Handlung eingebettet - und ganz nebenbei bekommt der Hörer anspruchvolles Wissen höchst unterhaltsam präsentiert. Gekonnt beleuchtet Fleischhauer die Sicht auf das deutsche Reich- im Schatten der aufkommenden französischen Revolution. Geheimgesellschaften wie Illuminaten, Rosenkreuzler und ein "Orden des Schweigens" spielen ihr doppelbödiges Spiel um Machtansprüche und Vertuschung.

Der Leser ist von Anfang an gefangen im Bann dieser vielschichtigen Geschichte mit unerwarteten Wendungen- Höhen und Tiefen. Detelf Bierstedts Lesung ist kongenial.

Absolut hörenswert!

58 von 59 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der letzte Weynfeldt

  • Autor: Martin Suter
  • Sprecher: Gert Heidenreich
  • Spieldauer: 8 Std. und 21 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 854
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 421
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 416

Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Junggeselle, großbürgerlicher Herkunft, Kunstexperte bei einem internationalen Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Stadtzentrum. Mit der Liebe hat er abgeschlossen. Bis ihn eines Abends eine jüngere Frau dazu bringt, sie - entgegen seinen Gepflogenheiten - mit nach Hause zu nehmen.

  • 4 out of 5 stars
  • Der Beobachter

  • Von folgren Am hilfreichsten 23.04.2008

Edler Langmut

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.04.2011

Großbürger Adrian Weynfeldt, dinstingiert, Beherrscher des Understatement wird von einer illustren Dame in seinen Bann gezogen, die ganz das Gegenteil der sorglosen - aber auch ereignislosen Welt von Adrian Weynfeldt verkörpert.
So ist das im Leben:
Gegensätze ziehen sich an- und aus.

Und so folgt der Leser der spannungsarmen Handlung, die sich zwischen der hibbligen Femme Fatale und dem letargischen Großbürger und Kunstkenner Adrian Weynfeldt entwickelt.

Mit "der letzte Weynfeldt" kreiert Suter ein Sujet, das es so gar nicht mehr zu geben scheint, da Höflichkeit, Distinguiertheit, Integrität und Understatement eher aussterbende Tugenden sind.
Dieser Anachronismus jedoch macht das Buch auch zu einem feinsinnigen Erlebnis, nicht zuletzt wegen der kenntnisreich geschilderten Ausflüge in die Kunstgeschichte der schweizer Belle Epoque.
Manchmal allerdings gelingen Martin Suter die Protagonisten sehr flach, zu schlicht- eben langweilig, angestaubt. Da täte sowohl Weynfeldt als auch seinen illusteren Freunden etwas mehr Tiefgang statt Understatement gut. Dass Suter sich mit den schönen Weinen und Speisen auskennt, dürfte dennoch so manchen Leser freuen - auch im Hinblick auf Suters Roman: "Der Koch".

Aber was ist das Thema?
Langeweile? Soziale Unterscheide? Kunstfälschungen?
Eher Liebe, Kultur und: Kunst:
Denn ist da ja noch die "Dame vorm Salamander"....,
die leider auch keine schöne Spannung - geschweigedenn - Erotik - versprüht.


Dieses Buch ist kein opulenter Roman mit großen Wendepunkten- aber mit einem punktuell kulturell- kulinarischem Unterhaltungswert, wundervoll gelesen vom genialen Sprecher Gert Heidenreich.

Unterhaltungswert **
Bildungswert ****

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Das stille Mädchen

  • Autor: Peter Høeg
  • Sprecher: Max Volkert Martens
  • Spieldauer: 8 Std.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 20
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 6
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 6

In Kopenhagen wird ein kleines Mädchen entführt. Kasper Krone, Zirkusclown, Musiktherapeut und - notorischer Spieler, wird zurate gezogen...

  • 5 out of 5 stars
  • Da bin ich aber anderer Meinung

  • Von Ichkaufmirwas Am hilfreichsten 25.01.2011

Schall und...?

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.04.2011

Die Idee des Genius mit dem feinen Gehör, der in die verborgenen Töne des Menschen hineinhört und deren "Gestimmtheit" erkennt, die "Gott, die Herrin" gemacht hat, klingt a) irgendwie b) vielversprechend und c) verwirrend.

Was letztlich bleibt ist c).
Und so baut Peter Hoeg mit seiner Kriminalparabel - nicht unangestrengt - einen Plot, der esoterische Aspekte des Seins und Werdens durch ein Labyrinth aus Vor- und Rückblenden jagt. Können Sie dem folgen?

Kaspar Krone, ein Clown aus Kopenhagen, gehetzt vom kopenhagener Finanzamt, ist der Protagonist, dessen sensibelstes Gehör diesen Roman zum Klingen bringen soll.
Thematisch nicht unähnlich dem Faszinosum des "Grenouille" bei Süskind- aber in einer extrem schalen Ausführung.

Da verschwinden Kinder mit einer "natürlichen Stille" und einer "besonderen Art des Klangs", die nur Kaspar zu hören vermag. Und Kaspar soll sie mithilfe seiner feinen Ohren finden.
Zahlen spielen eine wichtige Rolle bei der Suche -wie im Märchen, Weltansichten, religiöse Symbolik und Bilder werden, verdreht , geformt und als "Roman" postuliert. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn plötzlich Pipi Langstrumpf als" Gott, die Herrin" oder Olof Palme als iranischer Bergkäsehersteller aufgetaucht wären.

Hochliteratur, wenn Kaspar Krone sich vor die schwangere Ärztin, vormals Hebamme kniet, sein Ohr auf ihren Bauch hält und sagt:" Ein Junge, um den Johannistag geboren, Aszendent Zwilling, C- Dur" ? Wenig später flieht Kaspar, um sich im nach Kernleder riechenden Jaguar eines beinlosen Verbündeten, der in einem geräumigen Busch parkt, wiederzufinden.

Recht ernst nehmen kann der Leser dieses Konglomerat von Klischees und Brüchen nicht. Aber lachen kann er auch nicht darüber, es entbehrt nämlich jeglicher Komik. Es ist wie "Mutter Theresa" gespielt von Götz George mit Kopfschmerzen.

So zieht "das stille Mädchen" trotz der schönen Lesung von Max Volkert Mertens beim Hören tief in die Senke des Erträglichen.

Aber man höre selbst!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich