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parden

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  • 52
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 138
  • Bewertungen
  • Flocke und Schnurri

  • Flocke und Schnurri 1
  • Autor: Lady Grimoire
  • Sprecher: Andrea Frohn
  • Spieldauer: 1 Std. und 32 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 2
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 2

Der Zauberlehrling Schnurri lebt im Zauberkatzendorf Luna, das durch den magischen Mondkristall vor der bösen Hexe Morbia geschützt wird. Als Schnurri wieder einmal nicht dem Vollmondritual zur Erneuerung der Schutzblase um das Dorf beiwohnen darf, weil er noch nicht gut genug zaubern kann, will er seiner Mutter das Gegenteil beweisen und probiert heimlich in einer Scheune Zaubersprüche aus.

  • 4 out of 5 stars
  • Der Mondkristall...

  • Von parden Am hilfreichsten 26.11.2017

Der Mondkristall...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.11.2017

In dem kleinen Dorf Luna wohnen die magischsten Katzen der Welt. Dort lebt auch der junge Kater Schnurri mit seiner Mutter Farina, die gleichzeitig die Dorfälteste ist und für alle Katzen Lunas eine große Rolle spielt. Schnurri ist derzeit etwas unzufrieden, denn immer noch ist er nur ein Zauberlehrling, der zwar einen schönen Zaubererumhang tragen darf, jedoch noch keinen Zaubererhut. Hätte er doch nur die letzte Prüfung an der Zaubererschule nicht versemmelt!

Und so darf er auch immer noch nicht an dem Ritual teilnehmen, das einmal im Monat stattfindet und so wichtig für das Dorf ist. Durch die Gemeinschaft der fähigsten Zaubererkatzen, zu denen auch Schnurris Mutter gehört, wird bei dem Ritual der mächtige Mondkristall aufgeladen, so dass die Schutzbarriere um das Dorf herum erneuert werden kann. Diese ist unbedingt erforderlich zum Schutz vor der bösen Hexe Morbia, die schon seit langem versucht, den Mondkristall in ihre Hände zu bekommen, um noch mächtiger zu werden.

Unzufrieden wie Schnurri ist, beschließt er, seiner Mutter zu beweisen, dass er trotz der verpatzten Prüfung gut genug ist. Heimlich übt er in einer Scheune einige Zaubertricks, doch plötzlich geschieht ihm ein Missgeschick. Aus Versehen zaubert er eine kleine Sattelrobbe herbei, die sich tüchtig erschreckt. Flocke heißt die kleine Robbe, die Schnurri bittet, sie schnellstmöglich nach Kaltland zurück zu zaubern - denn dort kommt sie eigentlich her. In seiner Not holt Schnurri schließlich den Mondkristall, denn mit dem mächtigen Stein wird es ihm doch wohl gelingen, den versehentlichen Zauber wieder rückgängig zu machen? Doch Schnurri bedenkt dabei nicht, dass er dadurch die Schutzbarriere um das Dorf zerstört. Und Morbia lässt in der Tat nicht lange auf sich warten...

Nachdem ich zu Halloween Band zwei der Reihe gelesen habe - Flocke und Schnurri: Verhextes Halloween - habe ich mich sehr gefreut, als ich die Möglichkeit erhielt, nun auch den ersten Band kennenzulernen. Und das als Hörbuch! Hier fehlen zwar die Bilder, die gerade bei Kinderbüchern eine schöne Untermalung des Textes sind, aber die Stimme von Andrea Frohn macht das allemal wieder wett. Sie haucht der für Kinder wirklich spannenden Geschichte Leben ein, verhilft jeder Figur zu einer eigenen Stimme und lässt durchblicken, mit wieviel Vergnügen sie selbst bei der Sache war. Die piepsigen Mäuse überzeugen da beispielsweise ebenso wie die eher rauere Stimme der kleinen Sattelrobbe Flocke - hier fand ich vor allem das typsiche Robbenheulen (-grunzen?) sehr gelungen.

1 Stunde 32 Minuten dauert das kindgerechte Hörvergnügen. Neben der bebilderten Printausgabe kann das Hörbuch gut bestehen und vermittelt Kindern neben der spannenden Geschichte auch lustige Szenen und die Erkenntnis, wie wichtig Freundschaft und Gemeinschaft gerade auch in schwierigen Zeiten sind.

Ein wirklich nettes Kinderbuch. Empfehlenswert!


© Parden

  • Die Wahlverwandtschaften

  • Autor: Johann Wolfgang von Goethe
  • Sprecher: Udo Wachtveitl
  • Spieldauer: 9 Std. und 9 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 178
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 62
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 62

Eduard, ein reicher Baron im besten Mannesalter, und seine Frau Charlotte sind ein liebendes Paar. In der Jugend von den Eltern getrennt, haben sie sich im reiferen Alter wiedergefunden und geheiratet. Ihr idyllisches Leben auf dem gemeinsamen Landgut wird jedoch unterbrochen durch die Ankunft des Hauptmannes, eines Freundes von Eduard, und Ottilies, Charlottes Pflegetochter, und bald ist nichts mehr so wie es war...

  • 5 out of 5 stars
  • Super!

  • Von willi500 Am hilfreichsten 12.05.2006

Von Naturgesetzen und menschlichen Beziehungen...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.10.2014

Auf diesen 1809 erschienenen Roman von Johann Wolfgang von Goethe bin ich aufmerksam geworden, nachdem ich im vergangenen Jahr "Vogelweide" von Uwe Timm gelesen habe und bei Besprechungen zu diesem Buch immer wieder auf die Parallelen zu Goethes 'Wahlverwandtschaften' gestoßen wurde.
Dieses Hörbuch in vollständiger Lesung mit Udo Wachtveitl erschien mir das geeignetes Medium, mich diesem Werk anzunähern...


Eduard und Charlotte konnten erst über Umwege und in fortgeschrittenem Alter ein Ehepaar werden, nachdem ihre vorherigen Ehepartner beide verstorben waren. Ihre Ehe beruht inzwischen vor allem auf einer tiefen Freundschaft, weniger auf einer großen Leidenschaft. Nun leben sie gutsituiert in einem Schloss mit großem Anwesen und
verbringen viel Zeit mit der sorgfältigen und durchdachten
Landschaftsgestaltung.
Da kommt es geradezu gelegen, als ein befreundeter Hauptmann beschließt, sie bis zu seiner nächsten Anstellung mit seiner Anwesenheit zu beehren, ist er doch sehr versiert darin, Landschaften zu vermessen.

Die Tage vergehen arbeitsreich und zufriedenstellend, und abends sitzt man stets noch lange gemütlich beisammen, bei geistreichen Gesprächen und dem gemeinsamen Lesen von Büchern.
An solch einem Abend kommt das Gespräch auch auf die 'Wahlverwandtschaften.' Als sie zu dritt beisammen sitzen, schneidet der Hauptmann das Thema
Naturwissenschaften an und erläutert, was man in der Chemie als
Wahlverwandtschaften bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf zwei
chemische Verbindungen, die sich auflösen, wenn sie zusammengebracht
werden und sich dann über Kreuz neu verbinden.



"Denken Sie sich ein A, das mit einem B innig verbunden ist, durch viele
Mittel und durch manche Gewalt nicht von ihm zu trennen; denken Sie sich
ein C, das sich eben so zu einem D verhält; bringen Sie nun die beiden
Paare in Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen
kann, wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem andern zuerst
wieder verbunden habe."



Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass diese Naturgesetze nun auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen Anwendung finden sollen. Denn gleich darauf zieht auch Ottilie ins Schloss, ein Mündel Charlottes, die ihr in allerlei Haushaltsdingen zur Hand gehen soll. Es kommt, wie es kommen muss: Eduard nähert sich Ottilie an, und auch der Hauptmann und Charlotte kommen sich zusehends näher.

Vor allem Eduard ist von der Idee der 'Wahlverwandtschaften' überzeugt und glaubt, sie auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen zu können. Dabei bedenkt er jedoch nicht das enge Korsett der gesellschaftlichen Normen, die zu jener Zeit vorherrschten. Natur vs. Normen, Emotionalität vs. Vernunft - der Stoff, aus dem Tragödien geschrieben werden. Und so mutet das Ende denn auch an wie der Tradition einer griechichschen Tragödie verpflichtet...


Obwohl der Roman nun schon über 200 Jahre alt ist, fand ich ihn faszinierend. Die Geschichte an sich verlief sehr ruhig und war doch voller innerer Dramatik, und was Goethe 'nebenher' an Ausgestaltung anmerkt, bietet ein Füllhorn an Informationen, um sich wahrhaftig ein Bild machen zu können. Obgleich Zeit und Raum der Handlung nicht näher bezeichnet werden, ist die Geschichte natürlich im Rahmen der damaligen Zeit anzusiedeln.

Architektur, Literatur, das damalige Verständnis der Naturwissenschaften, Kirche und Obrigkeit, Stände, Kleiderordnung, Speisen und Tränke, Raumschmuck, Landschaftsgestaltung - alles kommt hier zur Sprache und bietet einen umfassenden Einblick in die gesellschaftlichen Zustände zur Zeit Goethes. Interessant fand ich auch die Anmerkung, dass vieles von dem, was Goethe hier an zwischenmenschlichen Verwirrungen skizzierte, ihm durchaus nicht fremd war.


Udo Wachtveitl liest den vollständigen Roman sehr ruhig und getragen, aber keineswegs langweilig, sondern dem langsamen Lesefluss angemessen.

Für mich ein interessanter Ausflug in vergangene Zeiten - und sicher nicht mein letzter!


© Parden

  • The Family

  • Eine Mafia-Komödie
  • Autor: Tonino Benacquista
  • Sprecher: Gordon Piedesack
  • Spieldauer: 9 Std. und 5 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 31
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 28
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 29

Im Schutz der Nacht zieht eine amerikanische Familie in ein Haus im malerischen Cholong-sur-Avre in der Normandie ein. Das Familienoberhaupt, Fred Blake, erzählt allen, er schreibe ein Buch. Seine Frau Maggie engagiert sich karitativ und ihre beiden Kinder gehen auf das örtliche Gymnasium. Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie.

  • 2 out of 5 stars
  • Fade Geschichte

  • Von katharina1112 Am hilfreichsten 20.11.2016

Hielt leider nicht, was ich mir davon versprach...

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.09.2014

Im Schutz der Nacht zieht eine amerikanische Familie in ein Haus im malerischen Cholong-sur-Avre in der Normandie ein. Das Familienoberhaupt, Fred Blake, erzählt allen, er schreibe ein Buch. Seine Frau Maggie engagiert sich karitativ und ihre beiden Kinder gehen auf das örtliche Gymnasium. Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie.
Aber Fred heißt in Wahrheit Giovanni Manzoni und war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA, bis ihn das FBI erst ins Zeugenschutzprogramm, dann nach Frankreich verfrachtete. Doch da er sich nicht gut darauf versteht, sich unauffällig zu verhalten, ist in der neuen Heimat Ärger vorprogrammiert.

Die Geschichte entwickelt sich sehr gemächlich, so dass man nach und nach die einzelnen Familienmitglieder kennenlernen kann und ihre jeweils sehr spezielle Art und Weise, mit der besonderen Situation umzugehen. Dazu gehören irgendwie auch einige FBI-Agenten, die undercover in das Haus gegenüber eingezogen sind und nun alle Aktivitäten der Familie überwachen, und zwar Tag und Nacht. Zu der Familie gehört auch der Hund 'Malavita', der erstaunlicherweise aber kaum in Erscheinung tritt und meist nur als schlafendes Relikt im Heizungskeller sein Dasein fristet. Lediglich am Ende kommt 'Malavita' eine entscheidende Rolle zu, aber mehr wird hier natürlich nicht verraten.
Auch wenn die Blakes sich bemühen, keine Aufmerksamkeit zu erregen, liegt es doch in ihrem Naturell, dass genau dies immer wieder passiert. Tonino Benacquista beschriebt die Charaktere sehr facettenreich, so dass sich der Leser/Hörer wirklich ein gutes Bild machen kann. Allerdings erzählt der Autor zu fast jeder Person, die die Geschichte auch nur ansatzweise streift, zumindest ein wenig an Hintergrund, was für mich bei der Vielzahl doch zeitweise zu Langatmigkeit führte und mich teilweise auch den Überblick verlieren ließ. Durch Auszüge aus Giovanni Manzonis Memoiren erfährt man außerdem so einiges über die Vorgeschichte das Mafia-Bosses.

'Intelligent, witzig, temporeich und voll schwarzen Humors' habe ich in einer Beschreibung zu dem Buch gelesen. Leider ließ der Roman diese Attribute für mich nur wenig erkennen, was ich sehr bedauerlich finde. An Tempo ließ es der Roman in meinen Augen komplett vermissen, und über einzelne Schmunzler hinaus sprach mich der Humor jetzt auch nicht so sehr an.
Vielleicht liegt das in dem Fall tatsächlich auch an der gehörten Version. Der Sprecher (Gordon Piedesack) hat große Ähnlichkeit mit der Stimme von Christian Brückner, der u.a. die Synchronstimme von Robert De Niro darstellt - auch z.B. in dem Film 'Malavita'. Und diese Stimme kann nicht witzig vorlesen, sondern nur getragen und cool, und das hat Piedesack vollkommen verkörpert. Zusammen mit der Gemächlichkeit der Geschichte war mir das eben häufig leider zu langatmig und träge. Schade. Im Filmausschnitt redet de Niro außerdem oft doppelt so schnell und m.E. auch besser betont - etwas mehr Pepp hätte dem Hörbuch im Vortrag einfach gut getan.

Für mich hielt das Hörbuch daher leider nicht, was ich mir davon versprochen hatte. Aber als Verfilmung kann ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen - und werde sie mir sicherlich auch bald einmal anschauen.


© Parden

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Small World

  • Autor: Martin Suter
  • Sprecher: Dietmar Mues
  • Spieldauer: 6 Std. und 27 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 525
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 224
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 227

Erst sind es Kleinigkeiten: Konrad Lang legt aus Versehen seine Brieftasche in den Kühlschrank. Bald vergisst er den Namen der Frau, die er heiraten will. Je mehr Neugedächtnis ihm die Krankheit- Alzheimer - raubt, desto stärker kommen früheste Erinnerungen auf. Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit seiner Kindheit auf die ungewöhnlichste Art verbunden ist.

  • 5 out of 5 stars
  • Die Brieftasche im Kühlschrank

  • Von folgren Am hilfreichsten 12.09.2008

Vielleicht ist dies das wahre Leben...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.05.2014

Konrad Lang lebt nunmehr seit sechzig Jahren von den Zuwendungen und Aufträgen der Schweizer Industriellen-Familie Koch, in Kindheit und Jugend eng verbunden mit dem Sohn der Familie, Thomas, gleich alt wie er. Aber auch als Erwachsener, wenn Thomas nach ihm verlangte, war Konrad stets zur Stelle.
In mittlerweile fortgeschrittenem Alter hütet Konrad eine Villa der Familie im Ausland während deren Abwesenheit - doch durch einen unglücklichen Umstand brennt das Anwesen komplett nieder. Konrad ist sich keiner Schuld bewusst, auch nicht als er der Brandstiftung angeklagt wird. Schließlich verzichtet Familie Koch auf eine Anklage und holt Konrad Lang in die Schweiz zurück.

Dort mehren sich allmählich die Probleme mit Konrads Kurzzeitgedächtnis, doch kann er diese zunächst kaschieren. Als er sie nicht länger verbergen kann, ergeben medizinische Untersuchungen eine klare Diagnose: Alzheimer. Elvira Koch, der betagten Mutter von Thomas, Haupt der Industriellen-Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, kommt der zunehmende geistige Abbau Konrads sehr gelegen - bis sich herausstellt, dass durch den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses seine Erinnerungen an frühere Zeiten immer stärker werden.
Elvira fürchtet, dass durch die zunehmenden Kindheitserinnerungen Korads Dinge aus der Vergangenheit wieder zutage kommen, die sie lieber für immer verschwiegen wissen will. Aus gutem Grund...

In seinem ersten Roman Small World präsentiert Martin Suter eine gelunge Mischung aus verwickeltem Familiendrama, medizinisch einfühlsamer Fallstudie über die Alzheimer-Erkrankung und nicht zuletzt einem Krimi. Kann so ein Buch fesseln?
Für mich ist die Antwort ganz klar: es kann! Zunächst schwebt lange die Frage im Raum: worauf will Suter eigentlich hinaus? Stück für Stück offenbart er Konrads Leben - anfangs spielt es in der Gegenwart, und erst als die Alzheimer-Erkrankung immer schlimmer wird, verschiebt es sich in die Vergangenheit. Die Spannung entsteht nicht so sehr durch die Krimi-Handlung, die ist eher nebensächlich. Es ist die Art, wie Suter schreibt - nüchtern, präzise, sehr gut recherchiert und trotzdem schön und leise, mit Bedacht und einer Prise Melancholie. Es ist die Art, wie sich Suter Gesellschaftsproblemen (medizinkritisch) nähert, immer auf der Suche nach unserer wahren Identität: "Vielleicht ist dies das wahre Leben...", lässt er so auch einen Arzt angesichts des schwer erkrankten Konrad Lang sinnieren.

Wie der Autor das Anschwellen des Vergessens beschreibt und später dann das Aufkeimen alter, längst verschüttet geglaubter Erinnerungen, das ist anrührend tragisch und unwiderstehlich humorvoll gleichzeitig, dabei unglaublich authentsich. Wenn sich das Ende nähert, ahnt man, was geschehen ist, welches das gut gehütete Familiengeheimnis ist, was aber überhaupt nicht stört, weil Suter seine Geschichte mit einem Augenzwinkern serviert. Teilweise lakonisch, teilweise amüsant, vor allem sezierend, wozu Menschen fähig sind.
Einzig das, was am Ende mit Konrad Lang geschieht, führte bei mir zu einem leichten Kopfschütteln. Wunschdenken kann man hier nur attestieren, zumindest derzeit - andererseits setzt Suter damit aber auch ein Hoffnungszeichen.

Obwohl es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Fassung handelt, hat es mir ausgesprochen gut gefallen. Hervorragend wurde es gelesen von Dietmar Mues, gut betont und dem Schreibstil angemessen, m.E. die Idealbesetzung für diesen Roman.
Ein wirklich empfehlenswertes Hörbuch, sprachlich gelungen und mit einem überzeugenden Plot, einfühlsam und spannend und dabei die Untiefen menschlichen Lebens auslotend. Für mich ein wirkliches Hörvergnügen...

  • Die Känguru-Chroniken

  • Live und ungekürzt
  • Autor: Marc-Uwe Kling
  • Sprecher: Marc-Uwe Kling
  • Spieldauer: 4 Std. und 52 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 21.466
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 19.298
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 19.243

Marc-Uwe Kling lebt mit einem Känguru zusammen. Das Känguru ist Kommunist und steht total auf Nirvana. Die Känguru-Chroniken berichten von den Abenteuern und Wortgefechten des Duos. Und so bekommen wir endlich Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit: War das Känguru wirklich beim Vietcong? Und wieso ist es schnapspralinensüchtig? Könnte man die Essenz des Hegelschen Gesamtwerkes in eine SMS packen? Und wer ist besser: Bud Spencer oder Terence Hill?

  • 5 out of 5 stars
  • Deutscher Hörbuchpreis 2013 - Beste Unterhaltung

  • Von Pingu1000 Am hilfreichsten 10.03.2013

DIE WG MIT DEM KOMMUNISTISCHEN KÄNGURU...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.04.2014

Auch ich habe zugegriffen, weil es das Hörbuch nun ungekürzt gibt! Die gekürzte Fassung war schon witzig, aber in voller Länge fand ich es nun noch besser!

Ein Känguru als Mitbewohner klingt etwas bekloppt, und das ist es wohl auch. Doch die Dialoge zwischen Kling und dem ziemlich dreisten Beuteltier, das sich innerhalb weniger Tage in seinem Leben breit macht, sind einfach grandios. Albern, aber durchaus gesellschaftskritisch, vollkommen durchgeknallt, aber zum Schreien komisch.
Marc-Uwe Kling spielt mit einem kommunistischen Känguru Monopoly, schaut einen Blockbuster, entwirft Handytöne, nascht Schnapspralinen, philosophiert, besucht schwindsüchtige Psychiater oder eine Yuppie-Party - da kommt schon mancher Lacher zustande. Skurril auch die Geschichte, als die beiden einen Flug von Berlin Schönefeld nach Berlin Tempelhof nehmen, weil der 1 Euro billiger als die S-Bahn ist...

Gerade weil es sich hier um eine Live-Lesung handelt, kommt der Humor der Story, der Witz des Autors und Vortragenden perfekt rüber. Die Zuhörer, Geräusche und Lachen sind zwar zu hören, übertönen aber nie Klings Vortrag. Vielmehr wird man mitgerissen vom Gelächter und hat mehr Spaß als bei einer Studioaufnahme.
Wer Kabarett und den dementsprechenden Humor mag, liegt hier genau richtig. Und das Hören stelle ich mir in dem Fall durchaus amüsanter vor als das reine Lesen... Zumal es sich hier um eine vollständige Fassung handelt, man also im Vergleich zum Buch nichts verpasst.

Bitte mehr davon!


© Parden

  • Er ist wieder da

  • Autor: Timur Vermes
  • Sprecher: Christoph Maria Herbst
  • Spieldauer: 6 Std. und 51 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 18.947
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 15.195
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 15.120

Adolf Hitler: Mit Charme, Scheitel und Youtube. Er ist wieder da: Adolf Hitler höchstpersönlich. Der Führer ist im globalisierten Deutschland des 21. Jahrhunderts auferstanden und versucht 2011 erneut, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aber wie erobert ein seit 70 Jahren verstorbener Diktator aus Berlin die Welt zurück? Klar, als Medienstar. Der Führer, der vergeblich seinen Bunker, seine Armee und eine Erklärung sucht, startet eine beachtliche Karriere als Adolf-Hitler-Imitator.

  • 5 out of 5 stars
  • ... die 53. Rezension ...

  • Von Fandorin Am hilfreichsten 13.12.2012

Darf man da lachen?

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.12.2013

Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet er in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen.
Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und 'Gefällt mir'-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy?

In der Ich-Perspektive berichtet Hitler über seinen Aufstieg aus der Gosse bis zum Medienstar, immer in dem Wahn, das Deutsche Volk wieder so führen zu wollen wie in der Geschichte. Die Menschen, denen er begegnet, verkennen jedoch seine Absichten und halten ihn für einen begnadeten Comedien - und wittern das große Geschäft...
Dabei hält Hitler teils unwissentlich, teils gewollt und bitterböse der heutigen Gesellschaft einen gnadenlosen Spiegel vor. Sei es die Medienlandschaft, sei es die Politik - jeder bekommt da sein Fett weg. Einschaltquoten und Auflagenzahlen stehen über dem guten Geschmack, ein paar Wählerstimmen mehr rechtfertigen den Versuch der Anwerbung Hitlers in jeder Partei. Popularität zieht - und unter diesem Deckmantel ist offenbar so gut wie alles hinnehmbar.

Selten ist mir eine Rezension derart schwer gefallen. Ich mag Satire. Ich mag schwarzen Humor. Aber Adolf Hitler?
Wie soll ich erklären, dass ich das (Hör-)Buch komisch und erschreckend zugleich fand? Teilweise habe ich laut gelacht - und das nicht nur einmal. Und zwar mit Hitler, und nicht über ihn. Und manchesmal habe ich gedacht: "Da hat er Recht!" und fand ihn z.T. sogar sympathisch. Dann wieder lief es mir eiskalt den Rücken herunter, und das Lachen blieb mir im Halse stecken...

Dazu kommt noch der kongeniale Vortrag des Christoph Maria Herbst, der einen zwischendurch fast vergessen ließ, dass es nicht Hitler selbst ist, der da spricht.
Diese Authentizität erhöhte den Gruselfaktor des Schreckgespenstes Hitler noch, der da so mühelos die eingelullte Gesellschaft in ihren Wohnzimmern erobert.

Als Fazit bleibt jedenfalls ein komisches Gefühl - und glücklicherweise weniger die Ansicht, wie "lustig" doch dieser Hitler ist, sondern wie erschreckend die Erkenntnis scheint, dass das alles so abwegig ja gar nicht ist...


© Parden

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Dunkler Wahn

  • Autor: Wulf Dorn
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 10 Std. und 54 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.050
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 608
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 607

Jan Forstner wird von einer Unbekannten mit Liebesbezeugungen überhäuft. Anfangs glaubt er noch an die Schwärmerei einer ehemaligen Patientin...

  • 5 out of 5 stars
  • spannend

  • Von Anonymer Hörer Am hilfreichsten 16.02.2012

Liebeswahn und Gänsehaut...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.12.2013

Seit der Aufdeckung des Fahlenberger Klinikskandals ist der Psychiater Jan Forstner gegen seinen Willen zu einer lokalen Berühmtheit geworden. Deshalb misst er den Geschenken einer unbekannten Verehrerin zunächst auch keine Bedeutung bei. Doch dann wird ein Journalist ermordet, der Jan um Mithilfe in einem mysteriösen Fall gebeten hatte. Ein Fall, der mit einer rätselhaften Frau in Zusammenhang stand.
Jan erkennt, dass er ins Visier einer Wahnsinnigen geraten ist, die ein perfides Spiel mit ihm treibt. Doch wer ist die Frau mit den zwei Gesichtern? Die Suche nach der Identität der Mörderin führt den Psychiater in einen Alptraum aus Paranoia und seelischer Grausamkeit, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Und die einzige Person, die ihm helfen könnte, ist zum Schweigen verdammt...

Jan Forstner gerät in das Visier einer Frau, die ihn zu lieben meint. Harmlose Geschenke bilden den Auftakt einer Reihe von Zuwendungen, die bald schon das Ausmaß des Liebeswahns erkennen lassen. Der Journalist Volker Nowak nimmt Kontakt zu Forstner auf, um ihm etwas über diese Frau zu verraten, wird aber kurz vor dem Treffen brutal ermordet. Briefe, Anrufe, Geschenke - sehr bald schon ist Jan klar, dass er es mit einer Stalkerin zu tun hat. Er wird ständig von ihr beobachtet, weiß aber nicht, mit wem er es zu tun hat. Als klar wird, dass diese Frau auch über Leichen geht und alle potentiellen Nebenbuhlerinnen aus dem Weg zu räumen bereit ist, gerät Jan zunehmend in Panik.
In ähnlich schwieriger Lage befindet sich Pfarrer Felix Thanner - zu ihm kommt die Psychopathin und beichtet ihm ihre Taten. An das Beichtgeheimnis gebunden, tobt in dem Pfarrer ein schwerer Konflikt. Darf er versuchen herauszufinden, wer die Frau ist und die Todsünde begehen, das Beichtgeheimnis zu brechen, wenn er dafür Menschenleben retten kann?

Meist wird die Geschichte aus der Perspektive Jan Forstners erzählt, doch gelegentlich wechselt sie auch zu der Person der Stalkerin und bietet interessante Einblicke in deren Gedankenwelt. Wulf Dorn gelingt es, die Spannung voranzutreiben und den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu halten - gegen Ende wird es fast unerträglich.
Nichts ist, was es zu sein scheint, immer wieder gibt es gelungene Wendungen, falsche Fährten und auch einige recht gruselige Ereignisse. Immer dringender wird auch das Bedürfnis des Lesers, herauszufinden, wer denn nun diese Stalkerin ist und ob es Jan gelingt, sie zu enttarnen. Das Ende ist dann - beinahe schockierend. Damit hätte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet. Erst einmal und schließlich gar noch ein zweites Mal war ich richtig verblüfft.

Anzumerken ist noch, dass ich diesen wirklich gelungenen Psychothriller nicht gelesen, sondern als ungekürzte Fassung von audible.de gehört habe (654 Minuten). Gelesen wurde diese absolut passend von David Nathan, der durch seine ruhige aber pointiert betonte Lesart den Gänsehauteffekt an der ein oder anderen Stelle noch forcierte.

Ich möchte dringend mehr lesen oder hören von Wulf Dorn!


© Parden

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Analphabetin, die rechnen konnte

  • Autor: Jonas Jonasson
  • Sprecher: Katharina Thalbach
  • Spieldauer: 14 Std. und 10 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.862
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 2.660
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 2.643

Wenn Pippi Langstrumpf Weltpolitik machen würde: Weltpolitische Intrigen, Atomwaffen - und ein Mädchen aus den südafrikanischen Slums. Das kommt nur im Hörbuch "Die Analphabetin, die rechnen konnte" von Jonas Jonasson so vortrefflich zusammen. Gesprochen von Schauspiel-Ikone Katharina Thalbach wird aus der ohnehin urkomischen Geschichte eine Achterbahnfahrt voller Satire und Slapstick.

  • 3 out of 5 stars
  • Der Journalist, der nicht genug bekommen konnte

  • Von Klaus Am hilfreichsten 03.12.2013

Eine Atombombe auf der Flucht...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.12.2013

Die aberwitzige Geschichte der jungen Südafrikanerin Nombeko, die zwar nicht lesen kann, aber ein Rechengenie ist, fast zufällig bei der Konstruktion nuklearer Sprengköpfe mithilft und nebenbei Verhandlungen mit den Mächtigen der Welt führt. Nach einem besonders brisanten Geschäft setzt sie sich nach Schweden ab, wo ihr die große Liebe begegnet. Das bringt nicht nur ihr eigenes Leben, sondern gleich die gesamte Weltpolitik durcheinander...
Spitzzüngig und mit viel schwarzem Humor rechnet Jonasson in seinem neuesten Roman mit dem Fundamentalismus in all seinen Erscheinungsformen ab. Eine grandiose Geschichte, die dem "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand" an überbordenden Einfällen, skurrilen Wendungen und unvergesslichem Charme in nichts nachsteht!

Nombeko Mayeki ist fünf Jahre alt, als sie im Slum von Soweto (Johannesburg) in der Latrinenleerungstruppe zu arbeiten beginnt. Mit 14 Jahren wird sie Chefin dort, weil sich herausstellt, dass sie ungemein gut rechnen kann und auch sonst nicht auf den Kopf gefallen zu sein scheint - für eine Analphabetin aus diesem Armenviertel recht erstaunlich.
Als sie eines Tages auf dem Bürgersteig von einem volltrunkenen weißen Ingenieur über den Haufen gefahren wird und nur durch viel Glück überlebt, wird Nombeko zur Strafe für das verbeulte Auto dazu verurteilt, sieben Jahre lang für eben diesen Ingenieur zu arbeiten. Er, der im Grunde keine Ahnung von seinem Beruf hat, fragt Nombeko, deren Namen er sich nie merken kann - "Wie heißt du noch gleich?" - zunehmend um Rat, als er feststellt, wie intelligent diese junge Frau ist. So kommt Nombeko allmählich dahinter, dass der Ingenieur einen Geheimauftrag zu erfüllen hat - er soll eine Atombombe für Südafrika realisieren. Genauer gesagt: gleich sechs Stück. Durch einen dummen Zufall werden es dann aber sieben, was der Ingenieur jedoch wohlweislich verschweigt und die überzählige Kernwaffe kurzerhand in seinem Haus versteckt.

Was aber geschieht, wenn der Ingenieur plötzlich ums Leben kommt, man jedoch unbedingt verhindern will, dass die überzählige Atombombe, die jahrelang so friedlich hinter verschlossener Tür schlummerte, nun in die falschen Hände gerät? Womöglich in die Hände eines gewissen israelischen Geheimdienstes?
Nun, dann kommt es zu dem, was Jonas Jonasson hier in einer wundervoll witzig-spritzigen Art erzählt: einer Atombombe auf der Flucht. Mitten in Schweden. Über zwanzig Jahre lang. Schweden?! Ja, Schweden. Und mit der Bombe Nombeko, das Latrinenmädchen, die Putzfrau, die Analphabetin, die Asylantin, die gleich nach ihrer Ankunft in Schweden verschwindet. Und in eine Reihe skurriler und skurrilster Ereignisse gezogen wird, aus denen ein Entkommen oft unmöglich scheint...

Jonas Jonasson hat nicht nur die Gabe unglaublicher Einfälle, er bringt sie auch noch in charmanter, schwarzhumoriger, augenzwinkender, unnachahmlicher Art zu Papier. Jeder Charakter ist liebevoll ausgearbeitet, mag er auch noch so verschroben sein, und durch unberechenbare Wendungen bei fast naiver, beiläufiger Erzählweise begleitet eine Art fröhlicher Anarchie die Geschichte bis zum Ende.
Obgleich vom Konzept her ähnlich dem "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand", was andere Rezensenten teilweise massiv störte, hat mich das Buch wirklich überzeugt. Es hat mich überaus gut unterhalten, oftmals habe ich gekichert oder lauthals gelacht und mich einfach gefreut über die skurrilen Einfälle des Jonas Jonasson. Dabei schneidet der Autor durchaus ernste Themen an, jedoch eben nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern er führt sie weit subtiler vor, mit feinem und hintersinnigem Humor.

Was dem Genuss noch das Sahnehäubchen aufsetzte, war die Tatsache, dass ich nicht das Buch gelesen, sondern das Hörbuch (die ungekürzte Version von audible.de) gehört habe. War "Der Hundertjährige" schon genial gelesen von dem kürzlich verstorbenen Otto Sander, finde ich die Besetzung von "Die Analphabetin" mit Katharina Thalbach fast noch besser.
Anfangs tat ich mich mit der Stimmlage der Schauspielerin etwas schwer, aber bald schon merkte ich, wieviel Vergnügen Katharina Thalbach selbst an der Lesung zu haben schien. Die Betonungen, die Ironie, das Augenzwinkern: perfekt!

Also wenn man nicht gerade zu denjenigen gehört, die bei Hörbüchern immer gleich einschlafen, meine dringende Empfehlung in diesem Fall: lieber noch das Hörbuch als das Buch! Man bringt sich sonst um einen echten Genuss!

Absolut empfehlenswert in meinen Augen!!!


© Parden

3 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Marionette

  • Autor: Alex Berg
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 10 Std. und 37 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 415
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 116
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 118

Valerie Weymann soll einen deutschen Rüstungskonzern, der des illegalen Waffenhandels beschuldigt wird, aus den Schlagzeilen bringen...

  • 5 out of 5 stars
  • Großartiger deutscher Politthriller

  • Von Andrea - Buechereule.de Am hilfreichsten 07.11.2011

Bedrückend...

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.12.2012

Die Anwältin Valerie Weymann soll einen deutschen Rüstungskonzern, der des illegalen Waffenhandels beschuldigt wird, aus den Schlagzeilen bringen. Kein Geringerer als BND-Agent Eric Mayer führt die offiziellen Untersuchungen von Regierungsseite. Auf ein Wiedersehen mit dem Agenten, der Valerie einst verhaften ließ, ist die toughe Anwältin nicht vorbereitet.
Zur selben Zeit kehrt die junge Soldatin Katja Rittmer schwer traumatisiert von ihrem Einsatz in Afghanistan zurück. Ihr Konvoi war in einen Hinterhalt geraten, und ihre Kameraden wurden mit deutscher Munition erschossen. Wie konnte das passieren? Doch in der Heimat will niemand ihre brisanten Fragen beantworten. Ein unerträglicher Zustand, der Katja Rittmer in eine tickende Zeitbombe verwandelt und weitere Menschenleben kostet...

Auch in ihren zweiten Thriller greift Alex Berg ein politisches Tabuthema auf und verarbeitet es zu einem spannenden Sachverhalt. Die Traumatisierung von Soldaten durch Kriegserlebnisse bzw. Einsätze in Krisenherden ist ein trauriges, hierzulande totgeschwiegenes Thema. Als Aufhänger für den Thriller macht es diesen recht anspruchsvoll, doch wird einem die politische Botschaft dankenswerterweise nicht ständig eingebläut, sondern ergibt sich einfach aus der Handlung selbst. Das allein ist schon bedrückend genug...
Ohne dirket anzuprangern oder sich in Klischees zu verwickeln, erzählt Alex Berg geschickt von Interessen, die gewahrt werden wollen, egal ob es sich nun um hochrangige Regierungsmitglieder handelt oder um mächtige Großkonzerne, die mit ihren Kontakten und Geschäften ein nicht ungefährliches Spiel inszenieren. Dabei kennen politische Interessen einzelner Länder nur wenig bis gar keine Grenzen, und so spielen auch die Geheimdienste eine ernstzunehmende und wesentliche Rolle in dem vorliegenden Roman.

Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit Valerie Weymann und Eric Mayer, die sich hier zwar näher kommen, dabei aber zu keiner Zeit ihre Rolle(n) aus den Augen verlieren. Beide sind sehr glaubhaft dargestellt, und der Zwiespalt, in dem mal der eine, mal der andere steckt, ist fast körperlich spürbar.
Doch auch die Autorin selbst verriet in einem Interview, dass sie in einem solchen Zwiespalt steckt: "Mich mit den brisanten und aktuellen Themen des Weltgeschehens auseinanderzusetzen und sie in Form eines Thrillers spannend literarisch zu verpacken, macht einen großen Teil meines Lebens aus, auf den ich nicht verzichten möchte. Ich liebe meinen Beruf. Dennoch wünsche ich mir, dass Romane zu diesen Themen nicht nötig wären."

Gelesen wird dieses vollständig Hörbuch wieder von Detlef Bierstedt, der das Ganze professionell vorträgt, für mich allerdings sehr bemüht wirkt, wenn es um die Variation unterschiedlicher Stimmen geht.
Insgesamt jedoch gut zu hören...

Ein topaktueller Thriller, der zweite aus der Feder der Autorin, und sicherlich nicht mein letzter!
Empfehlenswert...

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Im Reich der Königin

  • Alterra 2
  • Autor: Maxime Chattam
  • Sprecher: Timmo Niesner
  • Spieldauer: 10 Std. und 43 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 344
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 120
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 121

Nachdem ein grauenvoller Orkan die Welt in eine andere verwandelt hat - gefährlich und wild, ohne Technik, Zivilisation und vor allem ohne Erwachsene, müssen sich Matt, Tobias und Ambre ungeahnten Gefahren stellen. Die Flucht vor einem unheimlichen Schattenwesen führt sie mitten in den gefährlichen Blinden Wald.

  • 4 out of 5 stars
  • sehr unterhaltsam

  • Von matih2 Am hilfreichsten 30.09.2010

Alterra (2) - die (Hör-)Reise geht weiter...

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 31.10.2012

Nach den Abenteuern im ersten Band macht sich die Gemeinschaft der Drei auf den Weg in den Süden, um nach Antworten auf brennende Fragen zu suchen. Skurrile Landschaften und Begegnungen warten auf Matt, Tobias und Ambre, und nicht immer ist klar, wem sie vertrauen können.
Mit dem unheimlichen Torvaderron dicht auf den Fersen, fliehen die drei schließlich in den Blinden Wald, der undurchdringlich scheint und unermessliche Gefahren birgt. Werden ihre neu entwickelten Fähigkeiten ausreichen, um erneut zu entkommen? Helfen kann eigentlich nur noch ein Wunder...

Das erste Drittel des Buches hat mich diesmal nicht ganz so überzeugt wie beim ersten Band. Die Geschichte plätscherte etwas vor sich hin, dann wiederum gab es recht abrupte Wendungen, die nicht so recht zum Lesefluss passten.
Die letzten zwei Drittel jedoch waren wieder fesselnd und trotz zahlreicher Phantasie-Geschöpfe recht authentisch und glaubwürdig. Chattam sprüht vor Einfallsreichtum und lässt einen auch über so manche technische Erfindung staunen. Natur und Technik scheinen in der Welt nach dem großen Sturm eine mühelose Verbindung eingehen zu können...

Das Thema "verantwortlicher Umgang mit der Natur" setzt sich auch in Band 2 fort, und die Präsentation verschiedenster Gesellschaftsformen und -strukturen bringt den Leser zwangsläufig ins Grübeln.
Neben der kritischen Auseinandersetzung mit den genannten Themen beschäftig sich die Geschichte auch sehr mit dem allmählichen Erwachsenwerden und den damit verbundenen Veränderungen und Verunsicherungen. In einer Welt, in der nichts mehr ist wie früher, gibt es hierzu nicht nur angenehme Erkenntnisse...

Nachdem ich im zu Beginn diesen Jahres das Buch gelesen habe, habe ich das Vergnügen nun mit dem Hörbuch wiederholt.
Gehört habe ich die ungekürzte Version von audible.de, gelesen von Timmo Niesner, der seine Sache recht gut macht, auch wenn er für mich z.T. etwas monoton vorträgt. Insgesamt jedoch ein Hörvergnügen!

Insgesamt eine schöne Fortsetzung und ein tolles Fantasy-Buch auch für Jugendliche, das einen am Ende sehr neugierig zurücklässt...
Ich freue mich schon auf Band 3!