PROFIL

DAS BÜCHEROHR

  • 16
  • Rezensionen
  • 8
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 24
  • Bewertungen

Dickens , aber ungehörig verstümmelt .

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.08.2018

Dickens ist immer eine Reise wert, auch eine weite , hier bekommt man sogar einen ganzen Roman im Wohnzimmer und fast gratis vorgelesen --so dachte ich . Was den Wert des Buches betrifft , stimmt das , sonst aber keineswegs ! Ich hatte , obwohl ich Goße Erwartungen vorher nicht kannte , stark den Eindruck , daß immer an den Stellen , wo man so gerne gleichmäßig weitergehört hätte ,plötzlich eine Art TEUFEL erschien, den erwartungsvollen Leser am Kragen packte und mitten aus dem interessantesten Geschehen heraus und in die Rolle eines 150 Jahre später lebenden Radiohörers hineinsetzte . Die vorliegende Version kommt ja auch vom Rundfunk , und solche Kurz-Versionen sind im Radio-Kontext durchaus verständlich. Nur sehe ich nicht ein, warum man bei Audible, wo ja auch viel längere Texte angeboten werden ,auf solche Rundfunk-Formate zurückgreifen muß.Ich hatte auch den Hinweis"gekürzt" nicht so rabiat ausgelegt.--- Der Vorleser liest informiert und nicht ohne Geist , doch hat er leider die Angewohnheit ,stellenweise so an Tempo zuzulegen, daß man versucht ist , anzunehmen , auch dies diene wiederum dem Einhalten einer Zeitvorgabe. Manchmal klingt sogar ein Tonfall an, als überfliege jemand mal eben einen unwesentlichen Absatz eines Zeitungsartikels. Dazu ist Dickens zu schade !! Die Übersetzung scheint mir eine neuere zu sein , wodurch sich auch die grammatikalischen Schnitzer erklären (z.B. Kap.4 bei 1:21:16 "alle stellten Vermutungen darüber an, wie es in die Speisekammer gelangt sein mag ." Richtig wäre MOCHTE . Dasselbe in Kap.23 ab 8:21:16 "wird ", richtig wäre WERDE ) . Völlig zusammenhanglos taucht zu Beginn des 33. Kapitels plötzlich eine Randerläuterung zu dem Wort "Tickler " auf --vielleicht versehentlich , vielleicht aber auch , weil sich durch das Zusammenstreichen kein anderer Platz ergab. --AUS PROTEST HABE ICH DAS BUCH UMGETAUSCHT .

Der Schwarze Mustang macht das Rennen mit Bestnote

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.05.2018

Das ist wirklich GUTE UNTERHALTUNG ! Obwohl (viele Menschen würden sagen : WEIL) es auch hier um typisch Maysche Sachverhalte geht (große Waffentaten und schräge Umtriebe in der Prärie ) , kann sich jeder fesseln lassen van dieser wirklich packenden , interessanten Geschichte . Voll von überraschenden Einfällen bleibt sie immer spannend und erfreut mit Temperament und witzigen Sprüchen . Durch die eingestreuten Musikpassagen wird der Verlauf erstaunlicherweise nicht gestört, sondern erhält gelegentlich einen fast rezitativartigen , ja balladenartigen Charakter . Da ich das Original übrigens nicht kenne , kann ich nicht beurteilen, inwieweit die Kürzungen in Karl Mays Original­- Text eingegriffen haben ---das Ergebnis ist jedenfalls tadellos. Gelesen ist das Ganze ebenfalls sehr gut --an manchen Stellen vielleicht ein wenig zu abgeklärt ( etwa so wie : Onkelchen liest wieder vor ) -aber das kann man bei der hohen Qualität in Kauf nehmen , und so gibt es auch fürs Vorlesen 5 Sternchen .

Gut geschrieben , aber kein gutes Buch .

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.01.2018

Anfangs freute ich mich : Endlich ein Autor , der ohne die üblichen ermüdenden Anhäufungen von Fäkalausdrücken auskommt , endlich einer , der schreiben kann ! Aber enttäuschend war die Lektüre doch . Was mich dazu brachte, sehr lange durchzuhalten , war weniger die Spannung ( diese ergibt sich ja spätestens seitdem der Erzähler mit Konsequenzen rechnen muß) sondern ein Warten auf ein Motiv für sein Handeln. Da tötet jemand gewissermaßen anonym drei Unbekannte . Rachgier --bräuchte aber ein BESTIMMTES Objekt ,und von einer irgendwie gearteten Genugtuung ist ja auch nicht die Rede . Allgemeine Verbitterung als Motiv--kommt irgendwie auch nicht vor ; der Erzähler scheint innerlich wie äußerlich , obwohl inmitten einer existenziell wirkenden Natur und immerhin mit den ihm vertrauten Werken Shakespeares allein , von allgemeinen Grübeleien und konkreter Sorge um Entdeckung abgesehen , ziemlich entspannt . Jugendliche Verzweiflung scheidet als Motiv auch aus , bei einem nicht mehr unreifen Mann in mittleren Jahren , zu reflektiert , um bei einem Verlust wild wie ein Jüngling zum Gewehr zu greifen . Apropos : Auch die Weltkriegs- Erinnerungen bleiben ohne nachvollziehbaren Sinnzusammenhang . Will man den unbefriedigenden Eindruck nicht dem Autor anlasten , scheint der Roman einfach ein Verfallsdokument unserer Zeit . Auch bei denkbar archaischem Arsenal (Winterlicher Wald , Mann mit Gewehr, die Unbekannte , der Rivale usw) findet sich substantiell wenig mehr als ein Mangel an Zusammenhängen .

Andersen lebt .

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.01.2018

Das wahre Wunder von Andersens Märchen ist mir erst als Erwachsener aufgegangen . Auch bei der vorliegenden Auswahl konnte ich mich wieder davon überzeugen , daß vieles dem vorpubertären Alter noch recht unverständlich bleiben muß. Daher ist Andersen in seiner Sensibilität , seiner genialen Offenheit für das Poetische wie das Naive und seinem philosophischen Scharfsinn eine hervorragende Lektüre für Erwachsene , welche innerlich noch nicht abgestorben sind - ausgenommen vielleicht Menschen , die zur Schwermut neigen ; denn da der Autor wie kein zweiter auch ein Dichter des Mitleids und des Mitleidens ist, kann der Leser bzw. Hörer nicht umhin , nicht nur mitzulieben sondern auch MITZULEIDEN , und das tut immer wieder weh. Mit anderen Worten : Andersen lebt und ist ,wie er in einer Geschichte augenzwinkernd fabuliert, während des Vortrages "unsichtbar anwesend." Übrigens ist die Auswahl schön, hätte aber noch andere Schätze mit aufnehmen sollen , z. B. Die Blumen der kleinen Ida , welche ich als Kind (neben Zwölf mit der Post ) am liebsten hatte . Eine Anregung : Es wäre schön , wenn noch andere Werke Andersens auf Audible zugänglich wären , z. B. der Roman DER IMPROVISATOR .

Mein Lieblingsbuch , daher 5 Sternchen .

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.06.2017

Goethes Reineke ist ,müßte ich mich wirklich entscheiden , doch mein Lieblingsbuch . Reineke Fuchs beinhaltet alle Höhen und Tiefen des Lebens und ist bei aller Philosophie zugleich so volksnah und sprühend , daß es nie langweilig wird. Es hat ein Doppelgesicht wie Musik von Mozart.
Übrigens ist das Buch für mich mit dem Goldrahmen einer
Erinnerung umgeben an eine schöne Osterzeit in der Kindheit .

Natürlich ist man anspruchsvoll bei allem , was einem am Herzen liegt - und so überzeugt mich der hochkarätige Vorleser nicht .
Selten nur findet P. M. zu einigem Elan ( meist nur an den besonders pikanten Stellen) sonst geht er jedem deklamatorischen Eifer aus dem Wege , obwohl die Hexameter und die Theatralik des Stoffes viele Möglichkeiten böten. Man hat zwar nicht das Gefühl als läse jemand Unorientiertes , doch scheint weniger ein Schauspieler als ein empfindsamer Arzt zu lesen , unterrichtet , um Angemessenheit bemüht und stets mit der Apothekerwaage in der Nähe. Das macht sich gut bei Proust , bei Goethes Adaption alten Volksgutes aber weniger. Gegen Ende übrigens geht der Vorleser etwas mehr aus der Reserve , Gott sei Dank.

Ein richtiger Karl May

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.04.2017

Eine richtige dramatische Karl-May -Geschichte ,die beweist , daß echte Karl-May-Fans , wie es sie in den vielen Generationen
männlicher Jugend seit ca. 1890 bis fast heute gab, durch Karl May nicht nur gute Unterhaltung sondern auch wertvolle Ehrenkodices und eine Art alternativen Weltanschauungsunterricht erhielten .
Der Vorleser liest sehr gut ; beim Hören fällt leider immer wieder
die angelsächsische Aussprache des Namens "Von Tresckow"
auf . Diese ist zwar in einem amerikanischen Kontext richtig ( auch wird im Text nicht ausdrücklich auf die historische Bedeutung dieses Namens angespielt ) doch wirkt die verfremdende Aussprache , bei einem deutschsprachigen Autor ( und zumal man die heute übliche kulturelle Devotion gegenüber der angelsächsischen Welt
im Kaiserreich noch nicht gekannt hat) ein wenig komisch...

Das Bücher-Ohr

Test

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.03.2017

Da das nur ein Test ist, erlaube ich mir, 15 Wörter oder mehr ohne Sinn zu schicken.

Boxsport, aber ganz große Literatur

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.02.2017

Ich habe keine Idee vom Faustkampf an sich noch gar Freude an wie auch immer bedingten Gladiatorenkämpfen , aber , wenn ich so sagen darf, Jack London war (wieder) GENIAL und der Vorleser ganz hervorragend . So kann ich nicht anders als dreimal 5 Sterne leuchten lassen.

Andersens Märchen Titelbild

Eine Begeisterungsäußerung zwischendurch...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.02.2017

Ich kann schon jetzt nicht umhin , meine Begeisterung zu äußern, obwohl ich erst bei den Elf Schwänen bin. Bei dem Vortrag dieses wunderbaren Stückes Geschwisterliebe hatte ich irgendwie den Eindruck, es lese der Autor selber, mit so viel Liebe , Elan und gutem Geschmack war der Vorleser am Werk. Vielen Dank .
Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht...

Pu der Bär. Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald Titelbild

Schade ...

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.02.2017

Natürlich wollte ich gerne auf jeden Fall noch mehr über Pu & Co hören ...war aber , bei aller Wertschätzung , enttäuscht . Zwar steckt
viel Liebe zu Milnes` wunderbarem Buch in "Pus Rückkehr" ,und es ist schön, wieviel erfreuliche Muster sich sozusagen unter Verwendung des feinen alten Garnes noch stricken lassen . Dennoch bemerkt
man leider auch die Blässe der gegenwärtigen Lebenswelt . Während Ferkel sich zum Dauer - Star mausert, ist Kaninchen, früher ein wenig wie ein komisch militanter Buchhalter , einfach zu einer ...Haushalts-Kraft geworden , und während Eule sich etwas in Richtung Super - Studienrätin bewegt , scheint Tiger , ein Glanzpunkt in Milnes' Buch , ganz kirre geworden zu sein ; er ist nun richtig "gestüm" , während die Beratung über seine Zähmung merkwürdigerweise weitergeht. Aufgepeppt wird diese Welt durch ein Otter-Girl , was durch die blasierte Mischung aus einer Art Dame, Sportlehrerin und Gouvernante den erwachsenen Leser bald an die sterilen Girls , die sich
gegenwärtig überall in Filmen und Büchern finden ,erinnert . Und dann gründet sie auch noch eine Akademie !! Armer Pu , wo ist das unbeschleunigte pastellfarbige Chaos deiner vormaligen Welt ...