PROFIL

vavischon

  • 3
  • Rezensionen
  • 20
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 4
  • Bewertungen

Klassiker - fast klasse

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.07.2008

Eine im Grunde sehr gelungene Hörbuchfassung. Vor allem Balzacs Oberst Chabert oder auch Gogols Mantel haben es mir sehr angetan. Die Stücke scheinen teils etwas älter zu sein (?), was ihnen aber bestimmt nicht schadet. Einzig Rolf Günthers Faust-Lesung trübt den guten Eindruck. Sicher zeigt er eindrucksvolle Stimmakrobatik, die aber auch in unfreiwillige Komik umschlägt - insbesondere wenn er Gretchen in hochgedrückter Lage intoniert. Üerzogene Soundeffekte tun ihr Übriges. Doch am schlimmsten ist die musikalische Untermalung, die von ultra-banalen Engelschören zu dumpf-stampfenden Technorythmen auf dem Bocksberg reicht. Erst durch letztere ist mit klar geworden, dass diese Inszenierung nicht aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt. Die sich an Faust anschließenden Balladen sind im übrigen auch nicht viel angenehmer. Doch bei der Länge des Hörbuchs insgesamt lassen sich diese paar Stunden ohne Reue überspringen.

7 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

klassisches Vergnügen

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.07.2007

Hervorragend gelesenes Stück klassisch-utopischer Abenteuerliteratur. Bemerkenswert, wie Jules Verne bereits im 19. Jahrhundert ökologische Probleme in seinem Utopia-Entwurf Franceville behandelt. Hellsichtig auch der Blick auf den bösen Germanen mit seinem Rassenwahn, natürlich aus damaliger Sicht satirisch überzogen, doch von der Wirklichkeit längst überholt. Verstärkt wird das noch durch die hitlertypische Diktion in den Reden des 'Herrn Schulzes'. Geniale Lesung. Hat schon was. Überraschend allerdings, dass der Roman eine Stunde vor Schluss der Aufnahme beendet ist. Danach gibts eine Stunde lang Wagner-Ouvertüren. Mir hat es gefallen, sehr sogar. Ist aber bestimmt nicht jedermanns Sache. Wäre also fair gewesen, als Käufer vorher darauf hingewiesen worden zu sein.

6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Sternendschungel Galaxis Titelbild

Fragwürdiges Menschenbild

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.03.2007

Es gab mal eine Zeit, in der der Perry-Rhodan-Serie der aus heutiger Sicht unverständliche Faschismus-Vorwurf gemacht wurde. Doch Kurt Brand war vielleicht der Autor, dem die Serie diese Verunglimpfung am ehesten zu verdanken hatte. Brand hatte wie kaum ein anderer ein Menschenbild verinnerlicht, das Klaus Theweleit mal das 'soldatische Ich' genannt und als psychosoziale Vorstufe einer geistig-moralischen Haltung identifizierte, die tatsächlich in die NS-Katastrophe mündete. Natürlich war Brand weit davon entfernt, Nazi zu sein. Aber seine latente Demokratiefeindlichkeit, die gerade auch im 'Ren Dhark' durchschimmert, sind ziemlich bedenklich. Daher verwundert es, dass es immer noch eine recht ansehnliche Zahl von Fans gibt. Brands Helden sind durch und durch vom militärischen Pflichtgefühl durchseelt. Wer die Massen auf seine Seite bringt - überzeugt - ist ein Aufrührer und Manipulator. Dabei sind die Argumente der Gegenseite zumindest für mich durchaus nachvollziehbar. Ach ja, Blut ist natürlich auch noch immer dicker als Wasser, weshalb der junge Dhark problemlos seinen Vater als Raumschiffskommandanten beerben darf - er hat ja schließlich dessen Gene. Wie gesagt, ein recht merkwürdiges, natürlich in seiner Zeit verwurzeltes Menschenbild, dem man sich heute nur mit größter Skepsis nähern sollte. Ansonsten mäßig spannende Weltraumunterhaltung mit einem leicht gelangweilt wirkenden Vorleser.

7 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich