PROFIL

papercuts1

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Kommt nicht ans Herz

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Obwohl sehr schön geschrieben, fehlt mir bei diesem Roman etwas. Die Figuren kommen mir nicht nah, bieten keine Identifikationsfläche. Gerade die Liebesgeschichte berührt mich irgendwie gar nicht, und an der hängt es doch. Vielleicht ist das alles auch etwas zu mystisch und märchenhaft für meinen Geschmack. Oder die Erwartungen im Vergleich mit dem Oskar-gekrönten Film sind zu hoch gewesen. Der benutzt viel Optik, um Stimmungen hervorzurufen. Das funktioniert im Hörbuch aber nicht - möglicherweise ist die Geschichte einfach nicht auf diesen Sinneskanal übertragbar.

Leider verstümmelt

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Die Story, das Zeitalter, die Hauptfigur - eigentlich alles interessant. Aber leider ist das Hörbuch derartig gekürzt, dass alles in drei Sätzen abgehandelt wird und Atmosphäre, Tiefe, Plot verstümmelt werden. Martin May wirkt beim Lesen auch nicht sonderlich motiviert. Stattdessen lieber die Hörspiele hören - die sind nämlich richtig gut!

Eigentümlicher Thriller/Roman-Mix mit Herzfaktor

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Zum Sprecher:
Wie passend, dass Tony Parsons so auf James Bond steht, und dass seine Hörbücher auf Deutsch von Bond-Synchronsprecher Dietmar Wunder gelesen werden! Er weiß das auch und findet das richtig gut. Ich liebe Dietmar Wunder, finde allerdings, dass er diesmal etwas zu langsam liest. Passend greift er den melancholischen Ton der Vorlage auf, aber ab und an hätte er im Tempo doch mal mehr anziehen können. Ich habe mich dabei erwischt, auf 1,5-fache Geschwindigkeit stellen zu wollen.

Fazit:
Eine solide, eher allmählich getacktete Thrillerstory paart sich mit der herzigen Familiensituation von Detective Max Wolfe. Der kann genauso gut Fäuste schwingen wie verzückt seinen Hund kraulen, sich mit Vorgesetzten anlegen wie seine perfekt süße Tochter in den Schlaf kuscheln. Als Figur widersprüchlich, als Thriller-Roman-Hybrid nicht ganz waschecht, beginnt Tony Parsons diese Reihe mit einem Ermittler, den man durchaus mögen kann und mit einem Plot, der unterhält, aber nichts revolutioniert. Für Freunde unkomplizierter Spannungsliteratur mit integriertem Gefühlsfaktor durchaus zu empfehlen. Da weiß man, was man hat.

J.K. Rowling kann auch Krimi

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Der Auftakt zur erfolgreichen old school Detektivreihe von Harry Potter-Schöpferin J.K. Rowling unter dem Pseudonym "Robert Galbraith". Mit Cormoran Blue Strike erschafft sie eine denkwürdige Figur - einen angenehm retro wirkenden, klassisch ermittelnden Bär von einem Kerl, der auf seiner Beinprothese durch London trottet und mit Geduld und vielen Befragungen seine Fälle löst. Galbraith stellt ihm mit Robin Ellacott eine sonnige, clevere und sympathische Assistentin an die Seite und lässt es zwischen ihnen knistern - aber gaaaanz langsam und umso schöner.
Der Kriminalfall spielt sich im mit scharfer Feder portraitierten Milieu des Model-Business ab, und Galbraith beweist einmal mehr ihr Talent, bis in die Nebenfiguren hinein runde und spannend geschriebene Charaktere zu erschaffen. Die Sache ist hoch komplex, die Auflösung ein diffiziles Puzzlespiel.
Für Freunde unblutiger, geduldiger Whodunits eine wunderbare Serie - und ebenso geeignet für alle, die eine slow burn Romanze und sorgsame Figurenzeichnung mögen. Über ein paar Längen und zu viele Informationen hilft spielend Sprecher Robert Glenister hinweg. Der verpasst Cormoran Strike einen tollen, brummeligen Cornwall-Akzent, Robin eine sanfte Yorkshire-Einfärbung und auch sonst jeder Figur eine eigene Nuance. Dazu perfektes Erzähltempo und ein Feeling für subtile Stimmungen beim Blick in die Köpfe - einer der besten Hörbuchsprecher, die ich bisher erlebt habe!

Melancholisch, mit zu wenig Tiefe

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Zuerst fühlte sich dieser Roman wie Michael Cunningham’s „The Hours“ an: Eine Ehefrau und Mutter, die eigentlich alles hat, betrachtet mit melancholischem Ennui ihr Leben. Statt Depression geht es dann aber bei Anna als auch dem zweiten Erzähler, Alexander, einfach darum, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner scheint, dass man sich etwas vormacht und dass – wenn man hinter die Kulissen schaut – andere das perfekte Glück genauso wenig gepachtet haben wie man selbst. Das Hörbuch entwickelt Längen, die Figuren – vor allem Alexander – sind nicht unbedingt sympathisch, und die Geschichte läuft ohne Konsequenz oder Tiefe aus. Sprecherin Elisabeth Günther liest Anna passend. Für Alexander hätte ich mir aber einen zweiten, männlichen Sprecher gewünscht.

Schwächelnde "Love Story"-Variante

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Julia Whelan ist eine meiner Lieblingssprecherinnen, und natürlich musste ich sofort zugreifen, als ich hörte, dass sie ihr erstes Buch geschrieben hat. Natürlich in der Hörbuchversion, von ihr selbst vorgelesen. Was sich zu Beginn anhört wie eine richtig schöne Liebesgeschichte zwischen einem jungen, englischen Uni-Prof und einer amerikanischen Studentin, entwickelt sich dann aber, nun, leider nicht. Ella wirkt furchtbar naiv für ihr Alter, ihre Freunde sind leicht nervig, und der ach-so-perfekte Jamie wird zum tragischen Liebhaber à la „Lovestory“. Man muss Julia Whelan allerdings zugute halten, dass sie ihn mit einer Stimme versieht, die einem die Knie weich werden lässt, und das will für eine weibliche Sprecherin schon etwas heißen! Mir insgesamt zu seicht. Schade.

Mittelmäßiger King-Grusel

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Ein merkwürdig zweigeteilter Krimi-Grusel-Roman von King. Erst ein etwas langatmiges Police Procedural mit dem Thema, was passiert, wenn jemand - vielleicht zu Unrecht - als Kinderschänder abgestempelt wird. Dann ein Bruch im Roman, und es entwickelt sich ein Mr. Mercedes-Ableger mit übernatürlichem Grusel. Der haben wir so oder sehr ähnlich aber schon von King gehört, und das geht alles nicht so richtig überzeugend zusammen. Pluspunkt: eine geliebte Figur aus Mr. Mercedes taucht wieder auf. Die kann das Hörbuch aber auch nicht über unausgegorenes Mittelmaß heben.
Will Patton liest knarzig-nuschelig wie immer. Wenn man das gut versteht, dann passt das.

Der Funke fehlt

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Ich wollte dieses poetisch angehauchte Hörbuch mit dem hübschen Cover und der melodischen Sprecherin wirklich lieben. Eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, von zwei Mädchen. Eine, die mit ihrer amerikanisch-syrischen Familie aus dem umkriegten Syrien flieht. Eine, die im alten Syrien von zuhause fortläuft und sich als Junge ausgibt, um ihre Träume zu verfolgen. Trotz schöner Sprache, fremdartig-exotischen Settings und anrührender Ereignisse konnte mich das Buch aber emotional nicht erreichen. Die Figuren blieben auf Distanz – vielleicht, weil ihre Reaktionen auf die Ereignisse auch distanziert wirkten. Vielleicht aufgrund der Zweiteilung der Handlungsstränge, die man besser auf zwei verschiedene Bücher aufgeteilt hätte, weil die Verbindung untereinander nicht ausreichte. Es fehlte einfach der Funke.

Griechische Mythologie mit weiblichem Empowerment

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Madeline Miller gibt in diesem mythologischen Roman einer weiblichen Nebenfigur – der Zirze aus der Odysseus-Sage – die Hauptrolle und erzählt das Leben der verstoßenen Göttertochter und „Hexe“ mit der gottlosen Stimme aus ihrer Sicht. Eine kraftvolle Geschichte über das harte Frau- und Mutterdasein einer misshandelten Figur, die zu eigener Stärke findet – und sich rächt. Sprecherin Perdita Weeks liest in fast hypnotischem Singsang. Wer sich für griechische Mythologie und/oder komplexe Frauenfiguren interessiert, ist hier richtig. Eins der bisher besten Hörbücher, die mir 2018 zu Ohren gekommen sind. Jetzt muss ich dringend auch ihr „Song of Achilles“ hören.

Seicht und nur wegen Richard Armitage verdaulich

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.11.2018

Ich gebe es zu: Diese Romanze habe ich mir nur geholt, weil Richard Armitage sie vorliest. Und weil ich dachte, dass seine Schokoladencroissant-Stimme mich mit einer Liebesgeschichte zum Schmelzen bringen würde. Die Hörprobe war auch verheißungsvoll: Ein britischer Dolmetscher stolpert in einer Bäckerei in Paris über eine Amerikanerin, die dringend jemanden brauchen kann, der ihrem Französisch auf die Sprünge hilft. Aber auch wenn ein französische Sätze säuselnder Armitage sehr nett kommt, war die Geschichte dann doch seicht mit gekünstelt reingebasteltem „tiefgründigen“ Drama. Und Erotik ist ja schön, aber mir ging es bei dieser Beziehung zu viel um Sex statt um Liebe. Je suis désolée, Richard, aber das konnte selbst dein sexy Bariton nicht zuckern.