PROFIL

Julia G.

Nürnberg, Bayern
  • 6
  • Rezensionen
  • 19
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 86
  • Bewertungen

Enttäuschend

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.08.2019

Eigentlich mag ich Joy Fielding sehr. Aber mit diesem Roman hat sie sich vertan. Es fehlt an Spannung und Logik, auch die sonst psychologisch interessanten Figuren vermisse ich in "Blind Date" (ganz davon abgesehen, dass der Titel völlig unpassend gewählt ist), hier dominieren Klischees. Das Ende wirkt, als hätte die Autorin keine Lust mehr auf eine logisch nachvollziehbare Auflösung gehabt, einfach 2 Wochen übersprungen und ein Happy End hintangesetzt. Die Thriller-Handlung wirkt lustlos verquickt (oder eher: nebeneinander gesetzt) mit einer Groschenroman-Handlung für gelangweilte Frauen. Leider Enttäuschend.

noch schlechter als das erste Buch

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.10.2017

Aufgrund des Bestseller-Faktors und der positiven Meinung eines Bekannten habe ich Brown nach 'Illuminati' (das mich schon nicht überzeugt hatte) noch eine Chance gegeben. Allerdings gefiel mir 'Sakrileg' tatsächlich noch schlechter. Die Sprache verkommt insbesondere gegen Ende zunehmend zum Schwülstigen und auch in der Handlung kitscht es dann gewaltig. Die raffiniert gemeinten Finten des Autors (z. B. bzgl. der Identität des ominösen "Lehrers") kommen zwar überraschend und faszinieren für den Moment, doch leider muss die Logik zugunsten der Überraschungseffekte teils etwas zurückstecken. Der übertrieben wirkende und eher amerikanisch geratene englische Akzent, den der Sprecher der Figur des Sir Lee verliehenen hat, ging mir nach etwa einer Stunde extrem auf die Nerven, insbesondere weil diese Figur viele umfassende Passagen spricht. Insgesamt leider überhaupt nicht mein Geschmack und ein Verlust an anders besser genutzter Lebenszeit.

enttäuschend

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.10.2017

Viel Action mit teilweise zugegebenermaßen überraschenden und cleveren Wendungen, die allerdings zu oft ins Unglaubwürdige übersteigert werden und leider anhand von sehr flachen und klischeehaften Figuren realisiert werden. Ich kann den einstigen Hype um diesen Roman nicht nachvollziehen.

Grausam, großartig, für Betroffene extrem hart

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.08.2017

Grausam und unaussprechlich schmerzhaft zu hören an vielen Stellen, und gerade deshalb sehr, sehr wichtig. Meinen Dank an Mozhan Marno, Scott Brick und Jon Krakauer, sowie an alle, die an der Produktion des Buches / Hörbuches mitgewirkt haben. Es kann nicht einfach gewesen sein, dieses Buch zu schreiben, zu lektorieren oder einzulesen.
Es ist ebensowenig einfach, es zu hören. Trotzdwm finde ich es sehr wichtig, dass Bücher wie dieses geschrieben, gelesen und immer wieder, wieder gehört werden, von der Gesellschaft als Ganzem und insbesondere von professionell mit der Thematik befassten Personen. Und, und ich sage dies mit Vorbehalt, von Betroffenen.
Als professionell mit Missbrauch und sexualisierter Gewalt konfrontierte Person macht mich das Hörbuch wütend und verzweifelt und froh und ich bereue es absolut nicht, darin Geld investiert zu haben. So schonungslos die Gewalt, die Reaktionen des Umfelds und die der Polizei und Gerichtsbarkeit geschildert werden, es öffnet an vielen Stellen die Augen, bestätigt, macht Mut und lässt darauf hoffen, dass Beamte, Richter, Journalisten, Anwälte, etc. ein besseres Verständnis für sich, die Betroffenen und die Bedeutsamkeit und Zerstörungskraft kleiner, scheinbar harmloser unachtsamer oder schlicht unangebrachter Bemerkungen im Verlauf solcher Vorgänge und Verfahren gewinnen.

Als Betroffene empfinde ich ebenso, aber mit größerer Wut, stärkerer Verzweiflung und tieferem Aufgewühltsein.
Hier kommt der Vorbehalt.
Es wäre töricht, zu glauben, dass alle Betroffenen (Hör-)Bücher wie dieses in PTBS-typischer Vermeidungsmanier weiträumig umgehen. Keine Frage, einige tun das. Aber ich vermute im Gegenteil, dass auf die eine oder andere Art Betroffene einen nicht unerheblichen Teil der Kunden für diese Art Buch ausmachen. Der Wunsch nach Verstandensein, nach dem Nicht-die-Einzige-Gefühl, nach Katharsis mag dahinter stehen; oder schlicht der Wunsch nach mehr Wissen, danach, das Unbegreifliche mithilfe von Expertise, Wissen und Ratio (be)greifbarer zu machen, dem Schrecken auf diese Art zumindest ein Zaumzeug anzulegen, auch, wenn wir aus Erfahrung wissen, dass das Pferd vermutlich trotzdem wieder durchgehen wird. Und manchmal ist es vielleicht tatsächlich nichts anderes, als eine ungesunde innere Themenschleife, die alle anderen Inhalte wegschiebt und unzugänglich macht.
Die meisten Betroffenen, die Bücher oder Hörbücher wie dieses kaufen, hören andauernd, sie sollten sich lieber nicht Medien mit diesem Inhalt zumuten, zumindest aber vorsichtig sein, wenn sie sich so etwas "antun", auf sich achten, die Lektüre unter- oder abbrechen, wenn alles zu nah kommt, mit jemandem darüber sprechen, und so weiter. Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die mal mit einem innerlichen Augenrollen, mal mit einem Gefühl des nicht verstanden Werdens, mal mit Schuldgefühlen und mal mit den besten Intentionen zu Selbstfürsorge und Aufarbeitung auf derart gute Ratschläge reagiert. Und die Bücher dann trotzdem liest, die Filme trotzdem sieht, die Hörbücher und Vorträge trotzdem hört. Mal mit wundervollen Erfolgen, mit dem Gefühl des gestärkt Seins, der Katharsis, des Aha-Moments, der Kraft - und mal mit kleineren oder größeren Blessuren wie Verwirrung, Destabilisierung, Flahbacks oder dem Gefühl überwältigender Hilflosigkeit.
In Bezug auf dieses Buch möchte ich dennoch mit besonderem Nachddruck alle, die sich als Betroffene mit dem Erwerb dieses Titels tragen, und die sich vielleicht in meiner Beschreibung wiederfinden, um Vorsicht bitten. "Missoula" ist wirklich sehr harter Tobak. Bitte schaut gut und mit Bedacht, ob ihr jetzt gerade in der Lage seid, das gut zu verdauen. Und vor allem, nutzt es nicht in selbstzerstörerischer Weise. Die Gefahr einer Retraumatisierung oder des Abgleitens in unguten inneren Treibsand empfinde ich bei diesem Buch als hoch. Ich konnte dem Abgleiten für mich trotz Wachsamkeit nicht immer Einhalt gebieten.
Es kommen sehr detailliert Tatbestände sexueller Gewalt und der Umgang des Rechtssystems damit zur Sprache, mit aller Hässlichkeit, Feindseligkeit, Gleichgültigkeit, allem Hohn und aller Herablassung, die damit verbunden sein können. Wer gerade ohnehin verstärkt mit Scham, Selbstzweifeln oder Kommentaren von außen zu selbst Erlebtem zu kämpfen hat, dem / der würde ich davon abraten, das Hörbuch jetzt zu hören. Es kommt sehr nah und ruft sehr viel wach. Und falls er oder sie es trotzdem hört, bitte bleib nicht ohne Unterstützung damit und versuch, dem Sog immer wieder Unterbrechungen des Hörbuchs entgegenzusetzen, egal, was auch immer in Dir danach schreit, weiterzumachen. Wer wie ich gerade mit dem Rechtssystem in Zusammenhang mit dem Erlebtem konfrontiert ist oder war, bitte ebenfalls besondere Achtsamkeit. Verhöre, Aussagen, Kreuzverhöre und Kommentare aus Sozialen Netzwerken und anderen Medien werden in "Missoula" schonungslos konkret geschildert, und das ist einerseits großartig (mich hat es in Kontakt mit meiner sonst kaum gefühlten Wut gebracht) und immer wieder kathartisch, anderseits rührt es an ohnehin vorhandene Gefühle von Machtlosigkeit, Scham, Zweifel am Erinnerten und Schmutzigsein.

schade

Gesamt
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.07.2017

Ich hatte von Joy Fielding eine psychologisch feinsinnigere und schlüssigere Geschichte erwartet. Leider kommt der Roman an frühere Erfolge Fieldings wie "Lauf, Jane, lauf", "Die Katze" oder "Im Koma" nicht heran. Die Figuren und Handlungsstränge lassen klischeefreie Tiefe vermissen und dies vermag auch die Sprecherin nicht auszugleichen. Natürlich ist die Präferenz für Sprecher sehr individuell und zu einem großen Teil Geschmackssache. Mir gefällt Hansi Jochmann als Sprecherin der Romane von Joy Fielding allerdings deutlich besser als Frau Schmidt-Schaller, die für mein Empfinden häufig etwas zu ambitioniert und in der Konsequenz etwas zu gekünstelt liest.

19 von 23 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

extrem wichtiges Thema, enttäuschende Umsetzung

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.08.2015

Ich empfinde das Thema, das das Buch / die ungekürzte Hörbuchfassung verarbeitet, sehr wichtig und ich finde es sehr positiv, dass ein Hörbuch mit diesem Thema verfügbar ist. Mein Lob und meine Anerkennung dafür!
Was mich etwas enttäuscht hat, ist die Umsetzung. Leider fallen die Figuren und die Entwicklung der Geschichte an vielen Fällen eher mäßig gut, um nicht zu sagen unrealistisch aus. Gefühle wechslen zu rapide, zu schnell, der rote Faden wirkt an vielen Stellen gebrochen, nicht ganz logisch, nicht 100 % psycho-logisch nachvollziehbar. Dialoge wirken gekünstelt, "geschrieben", nicht wie etwas, das gelebt wird. Auch die Entwicklung der Geschichte lässt mit voranschreiten der Hadnlung in dieser Hinsicht zu wünschen übrig. Die Entwicklungen wirken zunehmend unrealistischer, zu glatt, zu schön, zu sehr "happy end"-orientiert und insgesamt vom Zeitverlauf her zu gehetzt.
Schade - ich hätte mir gerade bei diesem ernsten Thema etwas mehr Realismus gewünscht. Ein paar weniger rosig in den Himmel steigende Alles-wird-gut-Seifenblasen hätten in meinen Augen der Geschichte gut getan und der realen Problematik Kinderprostitution mehr des angemessenen Respekts gezollt.
Der Sprecher wirkt auf mich sehr angenehm und hat eine angenehme Art, die Prosodien der einzelnen Figuren real und doch von einander abgegrenzt umzusetzen. Ich habe ihm gern zugehört! Leider sind an ein paar Stellen die Cutter nicht sauber vorgegangen und haben Versprecher / Wortdoppelungen nicht sauber ausgebessert / rausgeschnitten. Das ist schade. Insgesamt würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, die Thematik im Programm zu behalten! Dieses Hörbuch speziell kann ich leider, auch wenn ich gern etwas anderes sagen würde, eher weniger weiterempfehlen.