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PiMi - "pimisbuecher.wordpress.com"

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Asche und Phönix Titelbild

Aktionreicher und spannungsgeladene Fantasy

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

Darum geht's:
Asche und Phönix ist die Story von Parker und Ash, die aus total verschiedenen Welten kommen. Parker ist erst 20 Jahre jung und Star der „Glamour-Filme“ in denen er die Figur Phönix verkörpert. Er ist reich, gut aussehend, erfolgreich und der Teeniestar Nummer eins. Bis zu dem Tag, als er in einer Pressekonferenz der Welt mitteilt, was er wirklich von den Filmen seines Vaters hält, die ihn so berühmt machten, nämlich gar nichts. Parker flieht ins Hotel und trifft auf Ash, die gerade dabei ist seine Suite auszuräumen. Denn Ash ist Anhängerin der „Unsichtbaren“ und eine wahre Meisterdiebin. Bei ihr findet Parker Unterschlupf vor der Presse und den Fans, doch die sollen nicht die Einzigen bleiben, die nach Parker suchen. Ein unheimlicher Pakt, treibt die beiden von London an die Côte d’Azur.

Meine Meinung:
Sehnsüchtig habe ich auf den neuen Kai Meyer Roman gewartet und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Schon nach den ersten Kapiteln habe ich mich wieder heimisch gefühlt und ich kann nicht leugnen, dass ich oft an Rosa und Alessandro aus der Arkadien Trilogie dachte. Dabei haben die Figuren gar nicht soviel gemeinsam und trotzdem war die Stimmung, die die Romane mit sich bringen, sehr ähnlich. Das liegt zum einen daran, dass Parker ebenso reich und gutaussehend ist wie Alessandro und zum anderen, weil der Ort des Geschehens von einer pulsierenden, aufregenden Stadt (New York/ London) in ein sonnige, südliche Gegend (Sizilien/ Côte d’Azur) wechselt. Ansonsten haben die Bücher aber, bis auf die Spannung und das wohlige, ich nenne es mal Kai Meyer Gefühl, nicht viel gemeinsam.

Dieser Roman bringt alles mit, was man sich von einem Urban-Fantasie-Jugendbuch wünscht. Er ist spannend, stellenweise auch sehr brutal und er vereint diverse fantastische Elemente mit der realen Welt. Man trifft viele sonderbare Gestalten, wie Incubus und Succubus und man fiebert mit den beiden Protagonisten, die ständig in Altion sind. Die Liebesgeschichte ist glaubwürdig und im typischen Kai Meyer Stil nicht kitschig, sondern sehr realistisch. Sie drängt sich aber nicht in den Vordergrund, denn da steht eindeutig der Dämon und der Pakt, den Parkers Vater, Royden Cale, vor langer Zeit mit ihm geschlossen hat. Ruhm und Anerkennung sind der Lohn, den Cale dafür bekam, aber was ist der Preis, der dafür bezahlt werden muss?

Die Schauplätze, sind grandios. Von London an die Côte d’Azur, alleine aus diesem Grund, hat sich für mich das Hörbuch schon gelohnt. Denn diese Kulisse schreit ja geradezu danach, bildgewaltig beschrieben zu werden. Meyer entführt den Leser in eine Welt voll mondäner, millionenschwerer Villen, die vor Prunk und Glamour nur so protzen, aber auch in eine Welt, in der das Böse zum greifen nah ist.

Das Hörbuch:
Der Sprecher Sascha Rotermund bringt die Spannung wunderbar rüber. Da das Buch weder aus Parkers, noch aus Ashs Sicht erzählt wird, hat man ein bisschen das Gefühl, der Autor würde sein Werk selbst lesen. Ein bisschen besser, kann man sich aber dann doch in Parker hineinversetzen, da der Sprecher nun einmal männlich ist. Das macht aber bei diesem Roman gar nichts, denn im Prinzip erfährt man über ihn auch mehr als über sie.

Fazit:
Ein aktionreicher und spannungsgeladener Fantasyroman. Die Figuren handeln sehr nachvollziehbar und die Liebe kommt auch nicht zu kurz. Außerdem handelt es sich um ein „Stand-Alone“, was ich, nach den ganzen Trilogien und Reihen die auf dem Markt sind, wirklich zu schätzen weiß.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Fantasy für Jugendlich und Erwachsene

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

Daughter of Smoke and Bone ist ein richtig gut gelungener und absolut mitreißender Auftakt einer Trilogie rund um Engel, Chimären, Wunschhändler und einer anderen Welt. Karou bereist wundervolle Länder und so schafft es die Autorin, dass nicht nur Prag bildgewaltig und märchenhaft mit seinen alten Gassen geheimnisvoll daher kommt, sondern auch, dass das orientalische, bunte und lebhafte Marrakesch vor meinem inneren Auge zum Leben erwacht. Die Figuren im Buch sind glaubhaft und detailliert beschrieben. Nicht nur die Protagonisten Karou und Akiva, sondern auch Zuzanna, Karous beste Freundin und Kaz, ihr Ex Freund sind wunderbar ausgearbeitet und passen als „Normalos“ perfekt zu den fantastischen Wesen aus dem „Anderswo“. Das Buch ist teilweise recht düster angehaucht. Nicht nur, weil Brimstone die Zähne anderer Leute für seine Wünsche benötigt sondern auch weil in der anderen Welt Krieg herrscht.

Laini Taylor schafft die Verstrickung zwischen der realen Welt und realen Schauplätzen mit denen im Anderswo und so wirken auch Engel bzw. Seraphim nicht unecht sondern einfach nur fantastisch.

Die Liebe zwischen Karou und Akiva entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Mich konnte die Autorin zu 100% von ihrem Können überzeugen. Und ich freue mich schon sehr auf Days of Blood and Starlight.

Das Hörbuch:

Gesprochen wird dieses wunderbare Buch von Julia Nachtmann, die mit ihrer sanften Stimme zusätzlich verzaubert. Ich kenne die Sprecherin bereits von Lucian – Isabel Abedi und war auch da schon hin und weg, weil sie es schafft, eine ganz besondere, sanfte und doch geheimnisvolle Atmosphäre zu erzeugen. Sie passt perfekt zu Karou und den alten und zauberhaften Prager Gassen. Es ist wirklich ein Genuss, ihr über 13 Stunden zuzuhören und ich werde sicher noch das ein oder andere Hörbuch mit ihr hören (z.b. die Nele Neuhaus Taunus-Reihe, oder auch die Verratenen von Ursula Poznanski).

Fazit:

Daughter of Smoke and Bone ist der Auftakt einer Fantasytrilogie, die sowohl Jugendliche, als auch Erwachsene gleichermaßen begeistern kann. Fesselnd, spannend, mit einer schönen Lovestory, die aber nicht unbedingt im Vordergrund steht.

TOP! TOP! TOP!

Wohlfühl-Abenteur-Fantasy

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

Genau so muss ein Buch sein! Wenn man so wie ich, „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ vor diesem Buch gelesen hat, dann kann man die vielen negativen Meinungen noch ein wenig mehr nachvollziehen. „Der Schrecksenmeister“ ist genau wie „Rumo“ und die „Stadt der Träumenden Bücher“ ein echtes Meisterwerk. Moers, oh Entschuldigung ich meine natürlich Hildegunst von Mythenmetz, für den Moers ja lediglich die Übersetzung aus dem zamonischen übernommen hat, zieht den Leser/ Hörer in seinen Bann. Er erschafft Figuren, von denen man sich wünscht sie würden aus der Geschichte springen, wie z.B. der einäugige Schuhu Fjodor F. Fjodor. Ein neunmalkluger Geselle, der so seine Probleme mit Fremdwörtern hat, diese aber trotzdem gerne und oft benutzt. Heraus kommen bei ihm Wörter wie Trögadien oder Intersserant. Außerdem trifft man auf die letzte Schreckse von Sledwaya Izanuela Anazazi, die sich ausgerechnet in den Schrecksenmeister Eißpin verliebt hat. Izanuela versuchet Echo zu helfen und ihn aus seinem Vertrag zu befreien. Außerdem treffen wir auf ein gekochtes Gespenst, eine Vielzahl von Ledermäusen, ein goldenes Eichhörnchen und einige weitere skurrile und liebenswerte Geschöpfe. Und dann ist da natürlich Eißpin, eine wirklich gut gelungene, wenn auch böse, Figur, die man als Leser auch in seinen schlimmsten Albträumen nicht antreffen möchte. Eißpin ist grausam und ein Herz scheint dieser Schrecksenmeister nicht zu besitzen. Er verbreitet Unheil und Krankheit und er ist klug. Gerade aus diesem Grund fürchtet ihn jeder und ein Vertrag mit Eißpin ist ein Vertrag, der niemals gebrochen werden kann.

Der Protagonist Echo hat mir sehr gut gefallen, die kleine wenn auch zunächst etwas hilflos und naiv erscheinende Kratze hat sich im Laufe des Romans entwickelt, ist gewachsen und hat kluge Entscheidungen getroffen. Echo ist eine Kratze, keine Katze und dieser feine Unterschied bedeutet nicht nur, dass ihr Fett für Eißpin kostbarer ist, als das einer normalen Katze, sondern auch, dass er wirklich klug ist. Er spricht alle Sprachen aller Lebewesen und er hat ein erstaunliches Gedächtnis.

„Der Schrecksenmeister“ ist eigentlich eine sehr düstere Geschichte. Ein unheimliches Schloss welches in Sledwaya, der ungesundeste Stadt Zamonies steht und in dem der schrecklichste Schrecksenmeister aller Zeiten wohnt. Und dann das arme Krätzchen, das seinem Tod entgegen blickt. Und doch, dank der liebenswerten Figuren die uns begegnen, kann ich sagen, „Der Schrecksenmeister“ ist ein schöner Roman. Und „schön“ meine ich hier wirklich im Sinne von: „Ich habe mich beim zuhören wohlgefühlt“. Ich habe es genossen mit Echo durch das Schloss zu streichen und Eißpin beim kochen „zuzusehen“. Ich konnte abtauchen, in eine Welt fern ab der unseren.

Das Hörbuch:

Mit fast 15 Stunden ist “Der Schrecksenmeister” eins der längeren Hörbücher auf meinem Player. Und doch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendetwas überflüssig ist. An Andreas Fröhlich als Sprecher für die Moers Romane musste ich mich nach der grandiosen Dirk Bach Leistung erst gewöhnen und ja ich gebe zu, ich bin recht voreingenommen an die Sache herangegangen. Allerdings hat Fröhlich es schon nach dem ersten Kapitel geschafft, meine Zweifel zu beseitigen. Er macht seine Sache gut. Und sorgt mit seiner angenehmen Stimme für wundervolle Hörstunden.

Fazit:

Fantastisch, großartig, meisterhaft ! Wenn Worte meine Sprache wären, ich würde wohl Adjektive wie diese verwenden um zu beschreiben wie mir das Buch gefallen hat. Für Moers-Fans sowieso ein Muss, aber auch für alle die richtig gute, ich nenne es mal „Wohlfühl-Abenteuer-Fantasy“ lesen bzw. hören möchten.

Ein wirklich außergewöhnliches Buch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

David Levithan hat mit Letztendlich sind wir dem Universum egal eine ganz andere und sehr besondere Art von Roman geschrieben. Der Leser begleitet A durch ein paar Wochen seines vollkommen unglaublichen Lebens. A ist kein Mensch, also nicht wirklich, er ist eher so etwas wie eine Seele oder ein Geist oder eben nur ein „Sein“. Levithan benutzt kein Wort für das was A ist. A weiß es selbst nicht. A ist einfach A. Er war schon immer so, solange er denken kann. A wacht jeden morgen im Körper eines andern Menschen auf. Lebt einen Tag lang dieses Leben und verlässt den Körper in der Nacht wieder. A ist weder männlich, noch weiblich. Er wacht mal als Junge, mal als Mädchen auf. Er ist mal dick und mal dünn, mal arm, mal reich, mal groß und mal klein. Was allerdings immer gleich ist, ist das alter von A und das des Körpers in dem er steckt. Als Baby, war an in Babykörpern und als Kind in denen von gleichaltrigen Kindern.
A hat sich mit diesem Leben abgefunden, das einzige was A bleibt, sind die Erinnerungen und eine Email Adresse. Er macht das beste aus seinen Tagen und seinem Leben. Und versucht nicht allzu viel durcheinander zu bringen. Da gelingt auch recht gut, bis A eines morgens im Körper von Justin aufwacht und auf dessen Freundin Rhiannon trifft. A verliebt sich in Rhiannon, spürt eine tiefe Verbundenheit und so versucht A mit jedem Tag und jedem neuen Körper Rhiannons Herz zu gewinnen. Diese Mission bringt A und vor allem die Menschen in dessen Körpern er steckt oft in große Schwierigkeiten.

Ich habe es wirklich genossen dem Sprecher des Hörbuches, Adam Nümm zu lauschen. Seine warme, ruhige Stimme passt zum ich Erzähler A. Ich konnte gut mit A und auch mit Rhiannon mitfühlen, die mit der Situation und der Herausforderung zu kämpfen hatte, dass A jeden Tag in eine neue Familie kommt, mit neuen Geschwistern, Eltern und Lebensumständen.

Levithan strickt viele kleine Kurzgeschichten um die Liebesgeschichte von Rhiannon und A. Ich mochte, wie Levithan es schafft die Verbindung zwischen den Beiden aufrecht zu erhalten und dabei gleichzeitig der Welt eine ganz wichtige Botschaft mitgibt. Nämlich, dass es total egal ist, ob wir männlich oder weiblich sind, ob wir dick oder dünn sind. Liebe kennt keine Grenzen und keinen Körper. Liebe ist wie A, nicht greifbar, nur fühlbar. Wir sind zu 98% gleich. Egal welcher Religion wir angehören, ob wir schwarz sind oder weiß. Was uns ausmacht ist nicht das was wir sehen, sondern wie wir uns verhalten, unsere Gedanken und unsere Taten.
Ein wirklich außergewöhnliches Jugendbuch und ein ganz großes Lesevergnügen.

Eins meiner Lesehighlights in diesem Jahr.

4 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Roadtrip mit Oma

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

Das Debüt von Sabine Heinrich, die man sonst eher auf 1Live antrifft als im Buchladen, habe ich mir während meiner Leseflaute einverleibt und ich war gleich ganz hin und weg von der Story, die damit beginnt, das Evas 79 jährige Oma anruft um ihr mitzuteilen, dass sie sich von Opa trennt. Sie hat bereits eine neue Wohnung gemietet und Diskussionen lässt sie keine zu. Die Sache steht also fest und Evas Welt gerät mit dieser Nachricht so ziemlich aus den Fugen. Ihre langjährige Beziehung zu Johannes ist in die Jahre gekommen und dem Alltag zum Opfer gefallen. Was vor 3 Jahren noch cool war, unabhängig sein, viel Reisen, Party mit den Freunden, ist Eva langsam nicht mehr genug. Sie will heiraten, Kinder, eine Familie. Ist Johannes der Richtige? Diese Frage stellt sich Eva dann spätestens, als sie sich betrunken und wild knutschend in den Armen von Tobias wiederfindet.

Kurzerhand rennt Eva dieser Situation, zwischen zwei Männern und nicht zu wissen, was das richtige ist davon. Sie packt Oma ins Auto und die beiden machen sich auf den Weg nach Italien.

Sehnsucht ist ein Notfall ist ein charmanter Roadtrip rund um die Liebe, das Leben und Familie. Wir begleiten die beiden durchaus sympathischen Protagonistinnen bis nach Elba, mit all ihren Sorgen und Ängsten im Gepäck. Beide sind wunderbar echt und man hat das Gefühl mit einer Freundin zu reisen. Ein Buch für den Urlaub obwohl es im tiefsten Winter (Januar) spielt. Ein Buch, dass Herzschmerz und Sehnsucht hervorruft. Sehnsucht nach mehr, nach mehr Leben und danach die richtigen Entscheidungen zu treffen. Mutig zu sein, auch wenn man so wie Evas Oma schon Ende 70 ist. Immer wieder Neuland betreten, sich zu entwickeln und einfach machen.

Das Hörbuch: Sabine Heinrich liest ihren Roman selbst und als Radiomoderatorin passt diese Rolle natürlich auch super zur Autorin. Ich mag es ja sowieso, wenn Autoren in der Lage sind ihre geschriebenen Worte auch zu vertonen.
Sehr gelungen.

Fazit: Für alle die auch Sehnsucht nach Meer (bzw. mehr) haben und Roadtripromane lieben.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Ein super zweiter Teil

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.10.2014

Das erste Buch der Träume war für mich nicht gerade ein Highlight. Nach der Edelstein-Trilogie waren die Erwartungen wahrscheinlich einfach zu hoch. Dennoch war Silber, das erste Buch der Träume kein schlechtes Buch und ich würde es ohne weiteres an Jugendliche empfehlen. So war für mich auch klar, dass ich Teil 2 auf jeden Fall lesen werde. Die Erwartungen an diesen Teil habe ich gleich mal ein paar Stufen herunter geschraubt und siehe da, es hat sich gelohnt. Silber, das 2. Buch der Träume hat mich sehr positiv überrascht. Es ist spannend, aktionreich und sehr niedlich. Liebe und auch Liebeskummer spielen natürlich in einem Jugendbuch eine Rolle und auch der Tittle Tattle Blog fehlt im 2. Teil nicht.

Liv Silber trifft sich mit ihrem Freund Henry hauptsächlich nachts in den Traumkorridoren und in den Träumen ihrer Mitmenschen. Es geht turbulent zu, vor allem als ihre kleine Schwester Mia beginnt zu schlafwandeln. Denn damit bringt sie nicht nur sich in Gefahr. Ist da jemand in Mias Träumen der Einfluss auf ihr Handlen nimmt und wenn ja, wer?

Ich mag Giers Art zu schreiben. Auch in Silber hat sie mich wieder mitreißen können. Die Charaktere rund um Liv und ihre Familie habe ich im 2. Teil deutlich mehr ins Herz geschlossen, allen voran Lotti, die Nanny, die den Mädchen in Notfallsituationen mit ihren ganzjahrestauglichen Vanillekipferln zur Seite steht. Aber auch Grayson und Mia sind super sympathische Figuren, die man einfach gerne um sich hat. Henry bleibt für mich leider ein Buch mit 7 Siegeln, aber da kommt sicher im 3. Teil noch mehr über ihn ans Licht.

Ich habe ja auch schon so eine Ahnung wer Secrecy sein könnte, da ein klitzekleines Geheimnis rund um ihre Quelle gelüftet wurde, aber auch dieses Geheimnis bleibt erst einmal bis zum Teil 3 offen. Gegen Ende flammt dann die größte Gefahr für die Beiden wieder auf und lässt viel Freiraum für Spekulationen auf den finalen Teil. Das 2. Buch der Träume ist eben ein “Sandwichbuch”. Vieles kennt man bereits aus dem ersten Teil und vieles bleibt noch offen für den Dritten. Hoffentlich erscheint dieser ganz schnell!

Das Hörbuch:
Die Sprecherin hat eine angenehme Stimme, was sehr gut zur Atmosphäre passt. Außerdem passt ihre Stimme super zur 15 jährigen Liv aus deren Sicht das Buch erzählt wird.

Fazit: Nach einem eher mäßigen Auftakt, ein echter Ohrenschmaus. Und was lernen wir daraus? Richtig, man sollte eine Reihe nicht nach nur einem Buch abbrechen, denn manchmal, wie in diesem Fall, lohnt es sich am Ball zu bleiben. Ein richtig gutes Jugendbuch.

Nichts für zarte Gemüter

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.12.2012

Lange Zeit habe ich mich geweigert dieses Buch zu lesen. Zu viel habe ich bereits im Vorfeld gehört und gelesen dass mich abgehalten, ja regelrecht verschreckt hat. Doch irgendwann war meine Neugier einfach größer als meine Bedenken.
Dieses Buch liebt man oder man hasst es, dachte ich. Aber ich wurde eines Besseren belehrt, denn ich stehe irgendwo zwischen den Stühlen. Ich liebe den Schreibstil von Antonia Michaelis. Ihre kurzen poetischen Sätze, wie sie es schafft Realität mit Märchen zu verflechten. Ich wurde in die Geschichte gezogen, wie es selten Autoren schaffen. Aber ich mochte nicht was passiert und ich mochte nicht wie blind und blauäugig hier gehandelt wird.

Die Figuren wirken real und ihr Handeln war für mich, auch wenn ich es nicht immer gutheißen konnte, absolut nachvollziehbar.
Da ist zunächst Anne. Das Mädchen ohne Erfahrung was Jungs betrifft. Anna ist sehr naiv und mehr als einmal fand ich ihr Handeln wirklich sehr dumm. Aber es passt zu ihr. Anna ist einfach so. Man möchte sie anschreien: „Mädchen, kapierst du denn gar nichts?“ „Lauf weg!“ Und es ist nicht so als hätte Abel ihr das nicht oft genug gesagt.
Ja und dann ist da Abel. Ach Abel, wie gerne würde man ihm glauben. Wie gerne wäre ich an manchen Stellen des Buches so wie Anna gewesen. Wie gerne hätte ich in dem Märchenerzähler nur die guten Seiten gesehen.
Aber genau da liegt das Problem, dass was mir und vielen anderen Lesern, das Buch madig macht. Denn Abels Taten sind meiner Meinung nach, absolut nicht entschuldbar. Und genau das tut Anna, sie verzeiht Abel und ich frage mich, muss das sein? Muss man wahre Liebe so ausdrücken. Ist das überhaupt noch Liebe? Alles zu verzeihen?
Zumindest ansatzweise kann man auch Abel verstehen und auch hier kann man der Autorin nicht vorwerfen, dass die Figuren nicht realistisch gezeichnet wären, denn Abel handelt eben so, weil er so ist.
Und auch ich muss gestehen, dass ich mich genau wie Anna in den sensiblen Märchenerzähler verliebt habe. In Abel, der Worte benutzt wie kein anderer und der so geheimnisvoll und unnahbar ist. In den Abel, der von seiner Mutter Michelle im Stich gelassen wurde und der sich nun um seine kleine Schwester Mischa kümmert.

Doch spätestens nach dem Vorfall im Bootshaus, war dieser Abel für mich nicht mehr nur noch der, den Anna unbedingt in ihm sehen wollte.

Ich kann, und will diesem Buch keine 5 Sterne geben, aber ich kann es auch unmöglich schlecht bewerten, denn das ist es nicht. Es ist wundervoll und grauenvoll zugleich. Ob es nun in die Jugendbuchabteilung gehört oder nicht, darüber kann man streiten. Für mich sind Anna und Abel einfach keine guten Vorbilder für junge Leser und auch die Story und die Taten, sind eher etwas für die Erwachsenenabteilung. Das empfohlene Alter von 14 Jahren ist für mein Empfinden zu niedrig angesetzt.
Fazit:
Nichts für zarte Gemüter.

6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Auf der Suche nach der Frau im roten Mantel

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.12.2012

Meine Meinung:

Nicolas Barreau (oder wer auch immer dahinter steckt - ist mir aber ehrlich gesagt auch ziemlich egal), schafft es Paris vor meinem geistigen Auge zum Leben zu erwecken.
Man fühlt sich wohl in Alains kleinem Kino und die romantische Stimmung die schon das Cover ausstrahlt zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.

"Wie habe ich diese holprigen Gassen vermisst, die wunderbaren alten Häuser, die Lichter, die sich in der Seine spiegeln. Den Geruch auf den Straßen wenn es geregnet hat. Den Duft der Kastanienbäume in den Tuilerien und all die kleinen Cafés, Bistros und bunten Geschäfte in Saint Germain."

Die Figuren sind durch die Bank, wundervoll gezeichnet. Da ist zunächst die Hauptfigur Alain. Er ist ein Träumer durch und durch. Er ist in sich gekehrt, etwas naiv, charmant und sehr liebenswert. Ein Charakter den man als Leser sofort in sein Herz schließt, weil er einfach eine gute Seele ist. Und dann ist da sein Freund Robert. Er ist, im Gegensatz zu Alain, weniger verträumt, sondern eher der bodenständig, ja geradezu ruppige Typ. Robert ist der Macher, ein Draufgänger und Frauenheld. Aber er ist gerade mit seiner direkten Art sehr witzig und zaubert dem Leser des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht.
Auch der Glamourfaktor in diesem Buch kommt nicht zu kurz. Durch Alan Wood, der mit seiner Hornbrille stark an einen Regisseur mit ganz ähnlichem Namen erinnert und die attraktive Schauspielerin Soléne Avril, die sich von dem zurückhaltenden Alain sofort angezogen fühlt, kommt ein bisschen Hollywoodflair in die verträumten Straßen von Paris.

Wenn man meckern möchte, dann weil sich der Autor hier ein wenig selbst kopiert, denn die Story hat viel Ähnlichkeit mit "Die Frau meines Lebens" und ich habe stellenweise gedacht: "Moment, dass hast du jetzt aber genauso schon mal gehört."

Trotzdem haben mich diese, doch sehr eindeutigen Parallelen nicht wirklich gestört und die Geschichte um Alain und Mélanie war dadurch nicht weniger toll. Ich wurde verzaubert von Sätzen wie diesem:

"Wo wären wir denn, in diesem seelenlosen Universum, wenn es nicht ein paar Menschen gebe, die die Erinnerung bewahren und die Sehnsucht nach den Gefühlen von einst im Herzen tragen."

Fazit:

Eine herrliche Herbst/ Winterlektüre, die man erst wieder aus der Hand legt, wenn sie erzählt ist. Perfekt um sich an kalten Tagen ins liebliche Paris zu träumen. In seine Cafés und seine Gassen. Wer Barreaus Romane bis jetzt mochte, der wird auch diesen lieben. Eine niedliche kleine Liebesgeschichte.

9 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Erschreckend genial!

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.11.2012

Plötzlich ist Adolf Hitler, der “Irre You-Tube Hitler” und ganz Deutschland fragt sich, ist das noch Humor?
Wäre diese Geschichte real und würde wirklich jemand Hitler so darstellen, wie es der “echte” hier im Buch macht, dann wäre der Aufschrei in der Nation mit Sicherheit extrem groß.
Aber genau das macht auch den Reiz dieses Buches aus, denn genau so hätte es passieren können (bis auf die Tatsache, dass niemand nach 66 Jahren einfach so wieder in der Gegenwart erwacht) Aber Millionenklicks auf YouTube, eine stetig wachsende Fangemeinde und eine wetternde Bildzeitung, sind gar nicht so weit hergeholt.

Timur Vermes schafft es, dass man das Buch lustig findet, weil es so schön überspitzt ist und weil er sich lustig macht, über unsere Politiker, unsere Gewohnheiten und unser TV Programm. Es ist erschreckend, wie oft man denkt, da hat er aber recht und dann denkt man, darf ich dieser Figur überhaupt recht geben? Darf ich das lustig finden?

Wenn Hitler, denkt, dass das Brot noch immer knapp ist, weil der Zeitungskrämer ihm zum Frühstück einen Müsliriegel anbietet und wenn er meint der Türke wäre den Deutschen zur Hilfe gekommen, weil er in Berlin überall türkische Mitbürger sieht. Und auch wenn er zu dem Schluss kommt, dass es keinen anständigen Kaffee gibt, weil der Engländer noch immer die Seewege blockiert, dann darf man meiner Meinung nach auf jeden Fall lachen.

Das Witzige an diesem Buch ist, dass die Leute Hitler als Comedian sehen. So kann man getrost schmunzeln, wenn seine Vorzimmerdame ihm das Internet erklärt und ihm eine Emailadresse einrichten möchte. Oder wenn er zum hundertsten Mal nach seinem Namen gefragt wird und er immer verzweifelter wird, weil er logischer Weise ja nicht “Adolf Hitler” heißen kann, dies aber felsenfest behauptet, weil es ja so ist.

Das Hörbuch:

Christoph Maria Herbst ist für mich (und für viele andere) einfach der beste Sprecher, den man für dieses Hörbuch gewinnen konnte. Er liest das Buch genau so, wie Hitler gesprochen hat und das durchgehend und ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Er klingt verstörend “echt”. Und ich habe mich stellenweise richtig erschrocken, vor dieser gelungenen Darbietung. Selbst zu Hause, habe ich mich nicht getraut, das Buch laut zu hören.
Es ist außerdem keine gute Idee, dieses Hörbuch zu hören wenn man nicht schräg angeschaut werden möchte, weil man plötzlich in lautes Gelächter ausbricht.
Buch oder Hörbuch? Ich würde jedem zum Hörbuch raten, weil Herbst dem Roman die Krone aufsetzt.

Fazit:

Ja, der Hörer fragt sich des Öfteren: “Darf ich das lustig finden?” Und ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage, ich fand es lustig! Gerade das Hörbuch gewinnt durch den fantastischen Sprecher und ich habe oft und laut gelacht. Es ist eine Satire vom allerfeinsten und zwar eine erschreckend Gute.

31 von 41 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Ein wundervolles Jugendbuch

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.10.2012

Rezension PiMi:
Anna ist 16 und verbringt den Sommer mit ihren Eltern in Italien, genauer gesagt in Venedig und die Ferien sind nicht ungewöhnlich, bis zur Regate storica die auf dem Canal Grande stattfindet …
Denn dort fällt Anna aus einer roten Gondel ins Wasser und kommt im Jahre 1499 wieder zu sich.
Nichts ungewöhnliches, zumindest nicht für den gutaussehenden Sebastiano, der als Beschützer in der Zeit reist. Aber blöderweise kann Anna sich an die Zukunft aus der sie kommt erinnern und ist somit nur ins 15. Jahrhundert gekommen um eine Aufgabe zu erfüllen. Zurück kann Anna aber erst, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist. Soweit so gut, doch leider kann ihr niemand sagen welche Aufgabe es ist.

Zeitenzauber ist, ein richtig gutes Jugendbuch, welches ich ohne schlechtes Gewissen oder irgendwelcher Bedenken einem Jugendlichen in die Hand drücken würde. Eva Völler entführt den Leser oder in meinem Fall den Hörer in das Venedig des 15. Jahrhunderts. Diese historische Reise ist interessant, lehrreich und macht zudem auch noch Spaß.
Gut gefallen hat mir, dass Anna Wörter aus ihrer Zeit, die es in der Vergangenheit in der sie sich befindet noch nicht gab, auch nicht benutzen kann. Stattdessen kommt ein anderes Wort aus ihrem Mund. Anstatt Film, kann sie z.B. nur Kostümstück sagen.
Anna ist eine sympathische Protagonistin mit der sich junge Mädchen sicher gut identifizieren können und auch Sebastiano, ist gut gelungen, ein bisschen unnahbar zunächst, doch später nicht zu verachten.
Neben der Aufgabe die Anna erfüllen muss, steht auch ein bisschen Romantik auf dem Plan.
Aktion und Spannung kommen auch nicht zu kurz, so dass Zeitenzauber ein wirklich gut gelungener Zeitreiseroman ist.

Was mir nicht gefallen hat, war die Sprecherin des Hörbuchs Hannah Schepmann. Sie hat so lahm gelesen und das mit einer total überheblichen Stimme, dass es überhaupt nicht zum Charakter von Anna passt. Außerdem hatte teilweise das Gefühl, dass sie gleich einschläft. Für ein Hörbuch ein absolutes No Go und so habe ich wirklich lange überlegt ob ich jetzt ganz viele oder ganz wenige Sterne vergebe. Da ich das Hörbuch überhaupt nicht empfehlen kann, selbst wenn ich auf doppelte Geschwindigkeit stelle (was ich eigentlich immer mache) kam einfach kein Schwung in die Sache. Die Geschichte fand ich aber unglaublich gut.

Fazit: Für Zeitreisefans jeden Alters.
Vom Hörbuch würde ich auf Grund der Sprecherin abraten. Mich hat die Geschichte allerdings so überzeugt, dass ich mich entschlossen habe 5 Sterne zu vergeben.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich