PROFIL

horchmal

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  • Rezensionen
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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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  • Bewertungen

Spannend vom Anfang bis zum Ende

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.11.2019

Stephen King habe ich das letzte Mal vor mehreren Jahrzehnten gelesen, das waren Horrorstories. Diese Geschichte nun ist nicht furchtbar gruselig, man kann sie sogar vor dem Einschlafen hören, und doch passieren erschreckende Dinge. Das Ganze beginnt sehr harmlos und zieht den Hörer gleich in den Bann. Ein Flugzeug ist überbucht, was öfters vorkommt, ein Mann nimmt die Entschädigung der Airline in bar und setzt seinen Weg per Anhalter fort. Man freut sich auf ein Road Movie, will den Weg des Mannes weiter verfolgen. Dann fängt urplötzlich eine völlig andere Handlung an. Eine, die teilweise schwer zu ertragen ist, in der es nämlich um Kindesmisshandlung geht. Es ist schon klar, dass irgendwann beide Erzählstränge zusammen geführt werden. Das tut King mit der Routine eines Bestsellerautors. Ganz am Ende gibt es allerdings noch einen etwas sinnlosen Auftritt. Das war dann irgendwie too much, ansonsten eine packende Geschichte. Sie punktet weniger mit Anspruch auf Wahrheit als mit der detaillierten glaubwürdigen Beschreibung der Personen. Interessant finde ich zum Beispiel die Motivation der Institutsmitarbeiter, die sich selbst allesamt noch einreden, für die gute Sache zu handeln. Solche gab es ja auch in den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte mehr als genug.

Geschichten aus dem wahren Leben

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.09.2019

Ich hatte vorher schon das Schakkeline-Buch angehört, bin nun mit diesem hier fertig und höre als nächstes das mit Schanin und den schweren Knochen. Sophie Seebergs Bücher gefallen mir also, auch wenn ich sie selbst schon mangels Zeit nicht lesen würde, aber zum Zuhören sind sie prima geeignet. Zum Glück sind die Geschichten weit weniger reißerisch als es die Buchtitel auf Bild-Zeitungs-Niveau vermuten lassen. (Obwohl es die bescheuerten kindeswohlgefährdenden Namen tatsächlich so falsch geschrieben gibt, das hat mich fast am meisten schockiert). Es wird also kein Prekariat zum Fremdschämen peinlich vorgeführt, sondern auf interessante und unterhaltsame Weise familiäre Probleme aus allen gesellschaftlichen Schichten geschildert, vom Akademiker bis zum Schulabbrecher. Und immer, wenn ein Sorgerechtsstreit vor Gericht geht oder ein Kind bei seinen Eltern gefährdet ist, kommen Gutachter wie Frau Seeberg zum Einsatz. Die Psychologin geht auf jeden Fall individuell, empathisch und verständnisvoll ein, berichtet von mitunter kreativen bis mutigen Lösungsansätzen, wobei stets das Kindeswohl an erster Stelle steht, und verrät meist noch, wie es mit dem Kind und der Familie weiterging und sich oft genug durch ihre Intervention alles zum Guten wendete. So viel Optimismus ist einfach schön!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Wozu in die Ferne schweifen

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.08.2019

Wieder einmal ein sehr unterhaltsamer Tommy Jaud. Auch wenn der Autor selbst sehr gut vorlesen kann, CM Herbst macht es prima, bei der Sprachschülerin aus Stuttgart musste ich jedes Mal lachen. Es ist ja eine sehr banale Weisheit, dass man das Glück nicht unbedingt weit entfernt suchen muss, aber dass es am anderen Ende der Welt fast genau so wie zu Hause sein kann, ist hier amüsant geschildert. Nur die zufälligen Ereignisse am Schluss finde ich ein bisschen unwahrscheinlich. Vorher hatte ich schon Hummeldumm gehört, auch hier speist sich ein Großteil der Handlung aus trotteligem Benehmen vor exotischer Kulisse sowie der Unfähigkeit eines verklemmten Typen, mal ehrlich mit seiner Freundin zu reden. Klar, solche Leute gibt es, man kennt sie, das ist das Erfolgskonzept von Jauds Geschichten. War sicher noch nicht meine letzte.

Wie würden Sie entscheiden?

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.08.2019

Ich habe einige Bücher des Autors gelesen. Dieses Hörspiel hat mich weniger begeistert. Vielleicht, weil man schon so genau weiß, worum es geht und nicht viel Neues erfährt. Man lauscht einer Gerichtsverhandlung, hört ethisch-moralische und pragmatische Argumentationen für und wider und soll sich am Ende sein eigenes Urteil bilden. Gefängnis oder Freispruch, beides ist möglich und begründbar. Es regt zum Nachdenken an und ist daher schon empfehlenswert. Ein bisschen macht es auch Angst vorm Fliegen. Die hatte ich eigentlich nie, zumindest nicht, was die Technik betrifft. Leider wird der menschliche Faktor immer unberechenbarer. Und als es an einer Stelle heißt, wer ein Flugzeug besteigt, ist sich der Gefahren bewusst und nimmt schlimmstenfalls seinen Tod in Kauf, entscheidet das auch noch für mitreisende Kinder, muss ich widersprechen. Es hieß doch immer, dies sei das sicherste aller Verkehrsmittel. Irgendwie zynisch, wenn man sich so selbst zum Abschuss freigibt. Kann man nur hoffen, dass verantwortungsvoll mit solchen Entscheidungen umgegangen wird, wenn so ein Fall bei uns wirklich mal einträte, wäre das Vertrauen nachhaltig beschädigt. Bei mir wäre der Pilot jedenfalls nicht freigesprochen worden, bei meinem Partner dagegen schon. Irgendwie wird zwischen Massenmord und Freispruch auch kein Mittelweg angeboten, den hätte ich favorisiert. Wer Muße hat, kann darüber trefflich diskutieren. Ich hatte sie gerade nicht.

Gurkentruppe

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.08.2019

Habe ich tatsächlich in einem Rutsch gehört. Es war wirklich gut. Unterhaltung klar, aber nicht dumm und schon gar nicht hummeldumm. Macht Lust auf eine Fernreise, aber das Handy würde ich zuhause lassen...

Neue Räuberpistole aus Schweden

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.08.2019

Von Autor des Hundertjährigen. Unterhaltsame und sehr unrealistische Geschichte um ein paar Betrüger, die immer wieder auf die Füße fallen. An manchen Stellen wirkt sie so, als ob der Autor gerade selbst noch nicht weiß, wohin sich das entwickelt und noch überlegt. Schwarzer Humor kommt nicht zu kurz, es wird auch gestorben, aber wen es erwischt, der hat es in den meisten Fällen irgendwie böswillig selbst herbeigeführt, ganz nach dem Motto "Wer anderen eine Grube gräbt..." Es ist viel Ähnlichkeit mit den Geschichten des ebenfalls skandinavischen Autors Paasilinna, nicht ohne Grund ist der Sprecher überall Jürgen von der Lippe, dem man einfach gern zuhört. Wahrscheinlich würde er auch den Busfahrplan noch nett vorlesen. Auf dem Bild hier steht Möder statt Mörder, das könnte man mal ändern. Ansonsten nichts zu meckern.

Philosophie für Arme

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.07.2019

Ich kann die Begeisterung nicht nachvollziehen: Ein Mann verfährt sich und landet in einem Café, wo er von Koch und Kellnerin über den Sinn des Lebens belehrt wird. Und das auf typisch amerikanische Weise, nämlich so, dass sehr wenig Inhalt sehr wortreich unter vielen Wiederholungen vermittelt wird. Küchenphilosophie für Arme also. Von den banalen Weisheiten, die hier umgangssprachlich und simpel zum besten gegeben werden, dürften vielleicht allenfalls noch Grundschüler beeindruckt sein, wer älter ist, wird auf irgendeine Art seine Erfahrungen gemacht haben. Aber die Geschichte richtet sich tatsächlich an Erwachsene. Die Möwe Jonathan, womit hier verglichen wird, ist immerhin ein Klassiker. Dies hier hat nicht das Zeug dazu. Wer den Sinn des Lebens herausfinden will, sollte sich mal besser bei den Philosophen der Antike belesen. Das gute alte Höhlengleichnis ist immer noch aktuell.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Am Puls der Zeit

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.06.2019

Interessant wie alles von Eschbach. Und schön kritisch am Puls der Zeit. Es stimmt ja leider wirklich, dass Zivilcourage, wenn sie mit dem Leben bezahlt wird, keinen mehr hinter dem Ofen vorlockt. Und dass Opfer von Gewalt oft genug wenigstens eine Mitschuld in die Schuhe geschoben bekommen. Man ertappt sich bei dem Gedanken, dass man für allzu brutale Gewalttäter einen Racheengel gar nicht so übel fände. Der Schluss hinterlässt nachdenklich und macht wieder mal Lust auf mehr von Eschbach. Werde mir gleich noch etwas kaufen.

Sex, Drugs und kein Rock 'n' Roll

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.06.2019

Spanne Geschichte, wenn man sich darauf einlässt. Das schillernde und lasterhafte Berlin in den 20er Jahren wird hier mit viel Charme und Herz zum Leben erweckt. Hedi wächst in einem Bordell auf und wird später ein Hollywood -Star. Dann begeht sie einen Mord. Um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, muss man sich die ganze Geschichte anhören. Freilich ist alles erfunden, aber so ähnlich hätte es sich durchaus abspielen können in den wilden Zwanzigern. Reale Berühmtheiten wie Anita Berber, Magnus Hirschfeld und Heinrich Zille tummeln sich zusätzlich unter den leichten Mädchen. Die Sprecher sind wie in den Audible Eigenproduktionen immer gut. Besonders mochte ich die Russin und die resolute Puffmutter. Das macht wirklich Lust auf mehr, sowohl von der Autorin als auch den Sprechern.

Altherrenwitze

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.05.2019

Direkt vorher hatte ich mir das Hörbuch "Der witzigste Vorleseabend der Welt" angehört und hatte hier, da dieselben Sprecher wieder versammelt sind, ähnliches erwartet. Diesmal allerdings wird eher herumgeflachst als vorgelesen, und wenn doch, handelt es sich um eigene Texte. Oft genug strotzen sie voller Altherrenwitz und Fäkalhumor, muss man halt mögen. Mitunter lachen sich die drei zu lange über ihre eigenen Kalauer kaputt. Das Gesamtpaket hat mir lang nicht so gefallen wie der Vorleseabend. Muss man nicht unbedingt haben, ist aber als Geräuschkulisse z. B. beim Saubermachen erträglich und kostete auch nur ein halbes Guthaben.