PROFIL

Thomas Taistra

  • 16
  • Rezensionen
  • 85
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 53
  • Bewertungen
  • Control

  • Autor: Daniel Suarez
  • Sprecher: Uve Teschner
  • Spieldauer: 13 Std. und 50 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 6.100
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 5.774
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 5.777

1969 eroberte der Mensch den Mond. Und was ist die größte Errungenschaft unseres Jahrhunderts? Facebook? Was wurde aus den Visionen der Vergangenheit? Warum gibt es keine großen Erfindungen mehr? Als dem Physiker John Grady die Aufhebung der Schwerkraft gelingt, hofft er auf den Nobelpreis. Doch statt Gratulanten kommen Terroristen. Grady stirbt. Das melden zumindest die Medien.

  • 5 out of 5 stars
  • dunkles Szenario...

  • Von reusch Am hilfreichsten 28.10.2014

Actionreiches Popcorn-Kopfkino

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.05.2015

Der junge Physiker Jon Grady entdeckt die Möglichkeit, Gravitation zu spiegeln – sprich Schwerkraft zu kontrollieren. Doch anstatt einen Nobelpreis dafür zu erhalten, wird er zum Opfer einer streng geheimen Regierungsinstitution namens "Bureau of Technology Control" (BTC). Diese entführt, angeblich zum Schutze der Menschheit, seit vielen Jahren Wissenschaftler und sperrt diese in ein futuristisches Gefängnis, um sie zur Zusammenarbeit zu zwingen. Auch Jon Grady wird vor die Wahl gestellt: entweder Kooperation, oder eine türlose Zelle im Fels, tief unter der Erde. Bald muss der despotische Leiter der BTC jedoch erkennen, dass selbst seine ultramodernen Technologien nicht ausreichen, um die brillanten Wissenschaftler in ihren Gefängnissen zu beherrschen und in ihre Schranken zu weisen.

Was sich im ersten Moment wie ein Wissenschafts-Thriller anhört, ist in Wirklichkeit ein Science Fiction mit wissenschaftlichem Hintergrund, wobei die auftauchenden Technologien dermaßen weit von unserer Vorstellungskraft entfernt sind, dass eine technische Wirklichkeitsnähe (oder Erklärung) nicht erwartet werden kann. "Control" ist also nur bedingt mit einem Marc Elsberg oder einem Andreas Eschbach vergleichbar, deren Technologielevel sich in ihren Romanen eher noch an einem bereits heute vorstellbar Möglichen orientiert.

Nichts desto trotz macht der Roman Spaß, wobei die erste Hälfte durch die geheimnisvollen Vorgänge noch etwas interessanter als die zweite ist, in der uns scheinbar überirdische Technologien nur noch so um die Ohren fliegen. Das ist dann ein bisschen so, als würde man "Iron Man" mir Robert Downey Jr. anschauen, anders gesagt: actionlastiges Popcorn-Kopfkino. Dagegen ist ja aber zunächst einmal nichts einzuwenden, denn der Unterhaltungswert von "Control" ist groß und gelegentlich hatte ich sogar das Gefühl, dass Suarez schon beim Schreiben die Filmrechte im Hinterkopf hatte (nachträglich aus Wikipedia erfahren: Hollywood hat sich die Filmrechte noch vor der Erscheinung des Romans gesichert). So ist "Control" sprachlich unspektakulär, die Handlung auch etwas geradlinig und die Charaktere allesamt leicht durchschaubar, flach und stereotyp. Macht aber nichts, denn die Handlung packt uns dennoch und zieht uns ohne Langeweile oder abfallende Spannungskurven durch eine temporeiche Geschichte mit einem fulminanten Finale.

Empfehlen kann ich "Control" allen Freunden von Superhelden-Filmen wie "Iron Man" oder den "Avengers", denn ähnlich spektakuläre Szenen sind hier auch zu finden. Am Ende liegt die halbe Welt in Trümmern, aber das stört uns gar nicht, so lange der Held seine Angebetete mit einem innigen Kuss bedenkt. Popcorn halt.

Vielleicht mag der ein oder andere sich denken, die Geschichte mit den gefangenen Wissenschaftlern irgendwie schon einmal so ähnlich gehört zu haben. Kleiner Tipp: Suchen Sie mal in Ihren alten Schullektüren nach "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt. Dort geht ein Wissenschaftler freiwillig in eine psychiatrische Anstalt, um die Welt vor seiner Erfindung zu schützen. Meines Wissens küsst dieser aber am Ende nicht die hübsche Frau. Also kein Popcorn.

Uve Teschner liest das Hörbuch hervorragend und bekommt auch die weiblichen Stimmen gut in den Griff. Teschner hat u.a. auch Werke von Greg Iles, John Katzenbach, Jo Nesbo und Carlos Ruiz Zafón gelesen.

Der 1964 geborene Daniel Suarez ist ursprünglich ein Softwareentwickler und Systemberater aus den USA, der seinen ersten Roman "Daemon" noch im Eigenverlag veröffentlichte, aber ziemlich schnell das Interesse großer Verlage weckte. Seither hat er einige recht erfolgreiche SF geschrieben, die sich thematisch immer im Bereich Software und Wissenschaft bewegen.

  • Terror

  • Autor: Dan Simmons
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 28 Std. und 46 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1.767
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 592
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 596

England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit - die "Terror" und die "Erebus" - auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

  • 4 out of 5 stars
  • Englische Ehre, Amputationen und ein Monster

  • Von Jochen Am hilfreichsten 16.01.2009

Eiskalt, düster, detailliert und richtig gut

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.05.2015

England im Jahre 1845. Die beiden Schiffe der Royal Navy Terror und Erebus, benannt nach den beiden höchsten Bergen der Antarktis, verlassen London und segeln Richtung Nordpolarmeer. Das Kommando über die bevorstehende Expedition hat der hochdekorierte Sir John Franklin und sein Ziel ist die Entdeckung der legendären Nordwestpassage, der eisfreien Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifischen Ozean. Es sind die modernsten Schiffe ihrer Zeit, nach ihren Einsätzen als Kriegsschiffe mit mächtigen Eisenplatten gepanzert und für Eisfahrten tauglich, ausgestattet mit Heißwasserheizungen, angetrieben mit zusätzlichen Dampfmaschinen. Mit diesen beiden Schiffen soll es endlich gelingen, den freien Seeweg durch das bisher unüberwindliche Eis zu finden. Sir John Franklin will nach mehreren gescheiterten Anläufen dieses Mal den Erfolg mit aller Macht erzwingen. Er treibt die beiden Schiffe und ihre einhundertdreißig Mann Besatzung immer weiter in die Arktis, bis sie schließlich hoffnungslos im Packeis festsitzen. Gefangen in der alptraumhaften Eiswüste versuchen die Männer, sich gegen die Kälte, den Hunger und die Attacken der Polarbären zu behaupten. Doch nach und nach werden die Schiffe von den gewaltigen Eismassen zerdrückt und der Terror beginnt, denn die Natur siegt letztendlich über die vermeintlich sichere Technik.

Dieses Hörbuch hat meine (Leser-)Herz gespalten. Es ist ein gutes, ein fantastisches Werk mit nur wenig Schwächen, das eigentlich hoch gelobt werden könnte, wäre da nicht die unerträglich schwere und düstere Stimmung, die einen über alle Seiten hinweg begleitet. Naturgemäß bietet die Thematik nicht wirklich Anlass für eine humorvolle Erzählung, aber der teilweise unglaublich düstere Realismus in Simmons Beschreibungen macht es einem schon schwer, die fast 29 Stunden (bzw. 992 Seiten) durchzuhalten.

Beeindruckt haben mich die teilweise äußerst langen Beschreibungen von seemännischen Details und Verwendung von Fachtermini, die so gezielt eingesetzt wurden, dass man sich auf einem der Schiffe wähnt und das ganze Geschehen hautnah mitzuerleben scheint. Figuren werden ausführlichst dargestellt und bekommen durch ihre jeweiligen Eigenarten Character, Persönlichkeit und Leben eingehaucht (welches gelegentlich durch höhere Gewalt auf das Grausamste wieder genommen wird), gleiches gilt für die Schilderungen des alltäglichen Lebens auf den eingefrorenen Schiffen. Dabei dürften Simmons detailierte und langatmige Ausführungen nicht jedem gefallen, denn sie fordert die Geduld des Lesers ungemein heraus. Eigentlich möchte ich es gar nicht so negativ ausdrücken, da mir persönlich die schon minuziöse Erzählweise gefallen hat, aber die Handlung gerät zuweilen durch erschöpfende Personen- und Handlungsbeschreibungen oder Retrospektiven gewissermaßen ins Stocken. Man muss es wirklich mögen, ansonsten hat man wahrlich keine Freude daran.

Dan Simmons, Jahrgang 1948 und seit 1982 Berufsschriftsteller, hat mit Terror einen beeindruckenden epischen Roman abgeliefert, der die gut recherchierten Tatsachen in eine solch’ lebensnahe Fiktion verpackt, dass es zuweilen schwer fällt, zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu trennen. Der Leser begibt sich auf eine eisige Reise, spannend und mitreißend, aber auch düster und langatmig. Der einzig wirklich unschöne Kritikpunkt meinerseits ist das Einweben von unnötigen Horrorelementen in eine Story, die eigentlich an sich schon genügend Elemente des Schreckens beinhaltet. Dennoch hat mir Terror soweit sehr gut gefallen, ich würde es aber nur dem geübten Hörer oder Leser empfehlen, denn es ist – wenn sprachlich auch nicht unbedingt herausfordernd – nicht gerade “leichte Kost” und kein Buch für zwischendurch. Das Hörbuch von audible wurde von Detlef Bierstedt ganz hervorragend gelesen.

Am besten hören oder lesen Sie Dan Simmons Terror an kalten Winterabenden bei Wind und Schneeregen auf dem Balkon, das macht es noch ein kleines Stückchen authentischer.

In Wikipedia habe ich gerade gelesen, dass 2013 der US-Pay-TV-Sender AMC ein Serienprojekt für das Jahr 2014 vorstellte, die Verfilmung von Terror. Allerdings heißt es in einer alten Pressemitteilung, man wolle sich „auf den Horror des Stoffes konzentrieren“. War ja klar, dass ausgerechnet die Amis mal wieder aus literarischem Gold Scheiße machen …

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Extinction

  • Autor: Kazuaki Takano
  • Sprecher: Sascha Rotermund
  • Spieldauer: 19 Std. und 32 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 9.757
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 9.130
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 9.128

Jonathan Yeager wird im Auftrag der amerikanischen Regierung in den Kongo geschickt. Bei einem Pygmäenstamm sei ein tödliches Virus ausgebrochen. Die Verbreitung muss mit allen Mitteln verhindert werden. Doch im Dschungel erkennt Yeager, dass es um etwas ganz anderes geht: Ein kleiner Junge, der über unglaubliche Fähigkeiten und übermenschliche Intelligenz verfügt, ist das eigentliche Ziel der Operation. Kann es sein, dass dieses Geschöpf die Zukunft der Menschheit bedroht?

  • 5 out of 5 stars
  • Sehr cleverer scifi-Action-Thriller

  • Von Blutende Ohren Am hilfreichsten 07.01.2015

Nicht Doktorarbeit, sondern Wissenschafts-Thriller

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.03.2015

In Washington D.C. wird der amerikanische Präsident darüber informiert, dass im kongolesischen Dschungel eine Lebensform mit überragender Intelligenz entdeckt wurde, die zur Gefahr für die Menscheit werden könnte. Sofort beginnt sich das Räderwerk der Geheimdienste zu drehen und ein Team von Elitesoldaten wird in den Kongo gesendet, um die offensichtliche Bedrohung zu eliminieren. Dort finden die Kämpfer den dreijährigen Akili, ein Pygmäenkind, das die nächste Evolutionsstufe der Menschheit repräsentiert und mit seinen geistigen Fähigkeiten schon jetzt allen menschlichen Denkmustern weit überlegen ist. Doch schon während der laufenden Mission versuchen die gegensätzlichen politischen und wissenschaftlichen Lager den Konflikt zu ihren Gunsten zu beeinflussen, so dass der Elitesoldat Jonathan Yeager vor der Entscheidung steht, seinen Auftrag zu erfüllen und das Kind zu töten, oder den Hinweisen zu glauben, die einen größeren Nutzen im Überleben der Mutation sehen.

Hoppla, das ist gar nicht mal so schlecht, was da aus Japan kommt. Der Thriller enthält so ziemlich alles, was man für einen dramatischen Lesegenuss braucht: Helden, Antihelden, dubiose Gestalten, jede Menge Blei und – für mich der wesentliche Punkt – einen interessanten und spannenden wissenschaftlichen Hintergrund. Einige Kritiker ziehen bereits Vergleiche mit Frank Schätzing, Andreas Eschbach oder Marc Elsberg – damit wäre ich aber noch etwas vorsichtig. Von allen drei genannten Schriftstellern gibt es bereits Romane, die bei weitem besser recherchiert und besser umgesetzt sind. Dennoch hat mich das Buch (Hörbuch) gut unterhalten und zugegebenermaßen gefesselt. Wermutstropfen gibt es natürlich auch ein paar: meines Erachtens sind die Protagonisten etwas zu flach und schablonenhaft und sorgen daher kaum für Überraschungen. Zudem sind inhaltlich einige unlogische Schwachstellen vorhanden (meistens Details von technischer oder biologischer Natur), über die man aber durchaus hinweg lesen kann. Es ist ja ein Thriller, der unterhalten soll und keine Doktorarbeit.

Alles in allem ein anständiger Wissenschafts-Thriller, der auch in der Hörbuchversion von Sascha Rotermund sehr gut und packend gelesen wird.

Der japanische Schriftsteller Kazuaki Takano schreibt zwar schon seit 2001 Thriller und “Crime fiction”, ist aber außerhalb Japans noch ziemlich unbekannt. Extinction (in GB: “Genocide of One”, in JAP: “Jenosaido” / ジェノサイド) ist das erste Buch von ihm, welches es auch ins Ausland geschafft hat. Kazuaki hat aber dennoch bereits viele japanische Literaturpreise erhalten und ist Mitglied der “Mystery Writers of Japan”.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • ZERO

  • Sie wissen, was du tust
  • Autor: Marc Elsberg
  • Sprecher: Steffen Groth
  • Spieldauer: 13 Std. und 22 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 4.112
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 3.843
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3.847

Der Tod eines Jungen führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der beliebten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten - und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die es einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten.

  • 3 out of 5 stars
  • Interessant, aber...

  • Von Andrea L. Am hilfreichsten 27.07.2014

Beängstigende Fiktion oder schon Realität?

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.03.2015

Mit Hilfe einer modernen Datenbrille entdeckt eine Gruppe Jugendlicher im öffentlichen Raum einen gesuchten Verbrecher. Bei der Verfolgung desselben kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem einer der Jugendlichen getötet wird. Die Journalistin Cynthia Bonsant, die Mutter eines beteiligten Mädchens, stößt im Verlauf ihrer Nachforschungen über den Vorfall auf das soziale Netzwerk Freeme, welches mit seinen Apps Menschen zu einem besseren Leben verhelfen will. Doch der gut gemeinte Eingriff der sogenannten “ActApps” in die Privatspäre hat offensichtlich nicht immer positive Auswirkungen. Dies kritisiert auch der anonyme Internetaktivist ZERO, der mit allen Mitteln gegen Freeme vorgehen will. Cynthia Bonsant macht sich auf die Suche nach ZERO und gerät bald zwischen die Fronten von Aktivisten und Geheimdiensten.

Marc Elsberg wurde 1967 geboren und war lange Zeit in der Werbebranche tätig. Soviel zu den Parallelen zwischen Herrn Elsberg und mir. Wie ich herausgefunden habe, schrieb er auch einen Kriminalroman über einen Kommissar der den Tod eines Agenturchefs aufklären muss. Ja, Herr Elsberg, da hätte ich echt gerne mitgeschrieben! Aber das nur am Rande. Viel interessanter für uns ist, das auch sein Thriller Zero den Preis als “Wissensbuch des Jahres” (1214) in der Kategorie “Unterhaltung” erhalten hat. Wie schon zuvor Blackout. Für mich als Fan sogenannter “Hardcore SF” gewissermaßen schon fast ein Qualitätssiegel.

Vorausschickend muss ich erwähnen, dass mir das Buch (Hörbuch) sehr gut gefallen hat. Es gibt zwar einige Schwachstellen, deren Aufarbeitung in der Summe vielleicht einen anderen Eindruck erwecken, aber im Großen und Ganzen halte ich Marc Elsberg noch immer für einen würdigen Nachfolger von Michael Crichton.

Blackout war – zugegebenermaßen – eindeutig besser, wobei ich glaube, dass dies auch dem gewählten “virtuellen” Thema zuzuschreiben ist. Ich habe schon einige Romane aus der Cyberpunk-Ecke gelesen (z.B. Pollen von Jeff Noon oder Snow Crash von Neal Stephenson) und muss immer wieder feststellen, wie schwer es doch ist, die virtuelle Realität in Worte zu fassen. Ich würde nicht soweit gehen, ZERO als Cyberpunk zu bezeichnen, aber gewisse literarische Berührungspunkte sehe ich schon, gerade wenn es darum geht, die eigentlich auf einem Monitor oder in Apps stattfindenden Ereignisse so in eine Geschichte einfließen zu lassen, dass sie sich nicht “abgelesen” anhören. Elsberg ist dies bei ZERO wunderbar gelungen.

Begeistert bin ich natürlich von den technischen Ausführungen, die schon bei Blackout viel zum Verständnis der Geschichte beigetragen haben. Zwar wird von vielen bemängelt, diese seien zu ausführlich und würden den Geschichtsfluss stören, dem kann ich mich aber nicht anschließen. Ich empfinde es sogar als äußerst positiv, einen wohlrecherchierten Thriller zu lesen und im Zuge dessen noch entsprechendes Hintergrundwissen zu erlangen. Das macht die Fiktion um so realistischer (und erschreckender). Man kann natürlich nicht erwarten, dass alle Informationen in aller Ausführlichkeit technisch absolut korrekt dargestellt werden, aber vermutlich will uns Herr Elsberg auch keinen Wikipedia-Eintrag, sondern eine Fiktion zum Lesen geben. Diese ist so erschreckend, dass sie wiederum zum Nachdenken anregt und man über den Roman hinaus beginnt, die ein oder andere beängstigente Vision auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Ein Roman mit Nachwirkung, sozusagen.

Nicht so gut finde ich dagegen den etwas flachen Plot ohne großartige Überraschungen und die ein wenig profillosen Protagonisten, die es einem schwer machen, sich um deren persönliches Wohlbefinden zu sorgen. Leider ist Marc Elsberg hier weit unter seinen Möglichkeiten geblieben, weil er in ZERO zuviele Elemente miteinander vermischte. Ich hätte mich entweder auf das Thema “Freeme” oder auf den Aktivisten “ZERO” beschränkt und entsprechend konzentrierter verarbeitet. Fast glaube ich, dass Elsberg aus seinem Material durchaus zwei (bessere) Bücher hätte machen können. Getreu dem Motto “Manchmal ist weniger mehr” hoffe ich als begeisterter Marc Elsberg-Leser, dass seine kommenden Romane wieder die Qualität von Blackout finden.

Steffen Groth liest das Hörbuch ganz anständig (auch wenn viele Hörer das anders sehen). Den von einigen Rezensenten geäußerten Wunsch nach einer Kurzfassung als Hörbuch kommt audible hoffentlich nicht nach. Ein Buch zu kürzen ist ein Frevel und eine peinliche Missachtung der schriftstellerischen Kreativität.

Trotz der Schwächen halte ich das Buch für sehr lesenswert, insbesondere für Smartphone-Nutzer, die den jetzt immer mehr aufkommenden ActApps gedankenlos hinterher rennen.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Passagier 23

  • Autor: Sebastian Fitzek
  • Sprecher: Simon Jäger
  • Spieldauer: 10 Std. und 11 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 11.271
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 10.454
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 10.449

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es passierte während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff Sultan of the Seas - niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der Sultan kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist.

  • 4 out of 5 stars
  • Super Anfang, zum Ende hin etwas verstörend....

  • Von NicoleS Am hilfreichsten 05.11.2014

Eine Seefahrt ist nicht immer lustig ...

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.02.2015

Durchschnittlich 23 Personen verschwinden jährlich sprichwörtlich spurlos auf Kreuzfahrtschiffen, als Ursache wird üblicherweise Selbstmord angenommen. Auch der Polizeipsychologe Martin Schwartz verlor auf diese Weise vor fünf Jahren unter mysteriösen Umständen seine Frau und seinen Sohn. Seither ist er ein gebrochener Mann und übt seinen Beruf als verdeckter Ermittler in nahezu selbstzerstörerischer Weise aus. Eines Tages bekommt er einen Hinweis, dass auf dem selben Kreuzfahrtschiff, auf dem er Frau und Sohn verlor, ein vermisst geglaubter Passagier nach Wochen wieder auftauchte. In der Hoffnung, die Wahrheit über das Schicksal seiner eigenen Familie zu ergründen, nimmt er eine dubiose Einladung zu einer Kreuzfahrt an, um den mysteriösen Vorfällen auf der Sultan auf den Grund zu gehen.

Johannes Fitzek ist seit 2006 als Thrillerautor in aller Munde. Zuvor promovierte der studierte Jurist im Urheberrecht und arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor an diversen Radiostationen. Daneben veröffentlichte er bereits Sachbücher und lieferte die Vorlage für das Fernsehformat Deutschland – deine Namen, welches unter der Moderation von Johannes B. Kerner im Jahre 2006 vom ZDF ausgestrahlt wurde. Inzwischen ist er einer der wenigen deutschen Thrillerautoren, dessen Bücher auch große Erfolge in den USA haben.

Mein erster Fitzek. Nachdem mich letztes Jahr auf der Buchmesse Frankfurt die Masse an Fans bei seinen Signierstunden beeindruckte (bzw. Halle 3.0 hoffnungslos verstopfte), musste ich dem Hype auf den Grund gehen und endlich einen Fitzek lesen. Und ich muss gestehen, dass mir die Handlung von Passagier 23 gut gefallen hat. Überraschend daher, weil ich in den letzten Jahren eigentlich den Eindruck gewonnen habe, dass Thriller sich nur noch durch ihre explizite Darstellung besonders perfider Grausamkeiten auszeichnen, ansonsten aber – mal mehr, mal weniger literarisch ausgefeilt – einer thematisch gleichbleibenden Linie folgen: eins oder zwei Kommissare, die in einer anscheinend idyllischen Umgebung eher zufällig einem krankhaften Massenmörder auf die Spur kommen und dessen aktuelles Opfer in letzter Sekunde vor der Zerstückelung retten. Die Ermittler ihrerseits werden selbst zu Gejagten, schaffen es aber gerade noch so, dem Exitus zu entgehen und dabei das Monster seiner gerechten Strafe zuzuführen (die, so glaube ich, zu 95 % tödlich ist) . Klappe zu, nächstes Monster. Ich möchte das Genre nicht schlecht reden, denn es gibt ja doch einige wirklich gute Geschichten. Den Passagier 23 zähle ich mal dazu, denn gefallen haben mir der ungewöhnliche Ort des Geschehens (Kreuzfahrtschiff), die wirklich spannenden und mysteriösen Tatsachen (?) rund um verschwundene Passagiere, sowie eine Geschichte, deren Verlauf der Erwartungshaltung des Lesers nicht unbedingt entspricht und daher für die ein oder andere Überraschung und Spannung sorgt. Nichts scheint so zu sein, wie der erste Eindruck es uns glauben lässt.

Aber wo viel Licht ist, ist ja bekanntlich auch viel Schatten …

Der Protagonist Martin Schwartz, der meines Erachtens etwas zu fatalistisch durch die Geschichte stolpert, gefällt mir gar nicht. Leider ein etwas sehr blasser Character, von dem weniger das (fehlende) investigative Gespür, als mehr sein Drang zur Selbstzerstörung im Gedächtnis bleibt. Ebenso wenig gefällt mir die vollgepackte und teilweise überfrachtete Handlung. Gut für das kurzweilige Lese- oder Hörvergnügen, schlecht für den Tiefgang, denn eigentlich wirken alle beteiligten Figuren recht flach und konstruiert. Und wie so oft bringen uns auch nicht die investigativen Leistungen eines brillanten Ermittlers weiter, sondern größtenteils actionreiche Zufälle. Ich habe jetzt zwar keinen Sherlock Holmes erwartet, aber ein wenig mehr “Krimi” und etwas weniger “Action” hätte dem Passagier 23 durchaus gut getan.

Ach ja, lieber Herr Fitzek, noch vor dem Epilog eine fast halbstündige “Danksagung” zu bringen, grenzt ja schon an übertriebenem Narzissmus. Das geht ja mal gar nicht.

Nichts desto trotz: für Spannung und Kurzweil ist das Buch sicherlich eine gute Wahl. Wer mehr erwartet, sollte vielleicht die Finger davon lassen. Das Hörbuch wurde von Simon Jäger gut gesprochen und entspricht mit seiner teilweise überzogenen Sprechweise eigentlich voll und ganz dem Stil der Geschichte.

  • Solaris

  • Autor: Stanislaw Lem
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 8 Std. und 42 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 292
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 280
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 281

Auf dem Planeten Solaris scheinen die Gesetze der Physik keine Geltung zu besitzen. Eine geheimnisvolle Kraft beeinflusst die Bewegungen des geheimnisvollen Ozeans, der die gesamte Oberfläche bedeckt. Als der Wissenschaftler Kelvin auf der Raumstation von Solaris eintrifft, stößt er auf seltsame Anzeichen von Chaos und Auflösung. Die zwei Besatzungsmitglieder verhalten sich merkwürdig, als würden sie von einer unaussprechlichen Furcht beherrscht.

  • 5 out of 5 stars
  • Das ist SciFi

  • Von w4 Am hilfreichsten 25.08.2014

Das Scheitern der Kommunikationsfähigkeit

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.02.2015

Solaris ist ein Planet, der fast vollständig von einer Art “intelligentem” Wasser umgeben ist, welches die sonderbarsten und bizarrsten Gebilde hervorbringt. Der Sinn dieser Manifestationen bleibt der Menschheit aber mangels Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit dem fremden Bewußtsein verborgen. Der Psychologe Kris Kevin besucht zwecks Forschungsarbeiten die Station im Orbit des Planeten und findet eine vollkommen desolate Mannschaft vor. Es stellt sich heraus, dass der Ozean begonnen hat, aus den Erinnerungsspuren anwesender Menschen lebensechte Schuldobjekte zu rekonstruieren. Diese sogenannten “Gäste” sorgen für Chaos, Furcht und Auflösung. Bereits in der ersten Nacht auf der Station wird Kris Kevin mit der lebendigen Erscheinung seiner Geliebten Harey konfrontiert, die sich 20 Jahre zuvor das Leben nahm. Kevin, der sich mitschuldig an ihrem Suizid fühlt, versucht sich methodisch der Situation zu stellen.

Solaris ist unbestritten das berühmteste Buch von Stanislaw Lem. Viele kennen das Buch, aber die wenigsten davon haben es wohl wirklich gelesen. Es erschien 1961 (1972 in DE) und ist neben Fahrenheit 451 von Ray Bradbury wohl der SF-Klassiker schlechthin. Ein Klassiker aber, bei dem es auch zwei berühmte Filme nicht geschafft haben, den Kern der Geschichte zu vermitteln (1972 von Andrei Tarkowski, 2002 von Steven Soderbergh mit George Clooney und Natascha McElhone). Das zumindest meint der Schriftsteller selber, der in einem Interview des Magazins Galore (Ausgabe 17/2005) die Filme recht harsch kritisierte:

»Blödsinn! Absoluter Blödsinn. Alles Interessante an meinem Roman bezog sich auf das Verhältnis der Menschen zu diesem Ozean als einer nicht-humanoiden Intelligenz – nicht auf irgendwelche zwischenmenschlichen Liebesgeschichten.«

Da zeigen sich aber schon die Schwierigkeiten von Solaris: So gesehen begegnen wir Leser dem Buch mit dem selben Unverständnis, wie die darin enthaltenen Protagonisten dem mystischen Ozean von Solaris. Auch wir versuchen mit unseren begrenzten, geistigen Fähigkeiten eine Art Kommunikation mit dem Buch aufzubauen und scheitern an dem wahrhaft brillanten Geist von Stanislaw Lem, der vom Leser eine schon metaphysische Art des Verstehens und Begreifens abverlangt. Ein Buch, das viel Geduld für die seitenlangen, detaillierten Beschreibungen der bizarren, ozeanischen Gebilde voraussetzt, aber auch viel Verständnis für philosophische Inhalte, die die Geschichte zu vermitteln versucht. Die Liebesgeschichte von Harey und Kevin erscheint uns da wie der Ariadnefaden, der den “einfachen” Leser mittels trivialer Handlungsstränge mit Momenten des Begreifens erfreut und hilfreich zum Verständnis des gesamten Inhaltes beiträgt.

Nein, das Buch ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil, es ist in jeder Hinsicht ein Juwel der phantastischen Literatur. Allerdings fordert es den Leser ungemein heraus und erfordert ein Höchstmaß an Konzentration. Stanislaw Lem war Philosoph und sein (düsteres) visionäres Potential wird in Solaris auch sehr deutlich.

Hilfreich beim Hörbuch war die hervorragende Lesung von Detlef Bierstedt, seines Zeichens Synchronsprecher von George Clooney. Diese Parallele zum Film von 2002 bindet die Fantasie des Lesers zwar an ein Gesicht, wirkt aber hier ausnahmsweise nicht störend, da Clooneys ruhige Art den Protagonisten Kris Kevin gut verkörpert und dem Leser den Kopf freihält für die Annäherung an die schon recht tiefsinnige Utopie.

Empfehlenswert für alle Leser und Hörer, die gerne über besonders schwer zu erkletternde Telleränder schauen.

11 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Marsianer

  • Autor: Andy Weir
  • Sprecher: Richard Barenberg
  • Spieldauer: 12 Std. und 36 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 9.234
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 8.797
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 8.789

Gestrandet auf dem Mars - Das Science Fiction Ereignis des Jahres! Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Crew. Die spektakulärste Rettungsmission um das Überleben eines einzelnen Menschen beginnt.

  • 5 out of 5 stars
  • Überleben auf dem Mars

  • Von Sunsy Am hilfreichsten 20.10.2014

Chuck Norris auf dem Mars

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.12.2014

Während einer Mars-Mission wird die Besatzung der Hermes von einem gewaltigen Staubsturm überrascht und muss ihre Mission abbrechen. Im Verlauf der Evakuierung wird der Astronaut Mark Watney von Trümmerteilen schwer verletzt und kann im aufgewirbelten Staub nicht mehr gefunden werden. Da die Bio-Monitore seinen Tod vermuten lassen, flüchtet die Besatzung ohne ihn. Doch Mark Watney lebt. Ohne Aussicht auf Hilfe muss er sein Überleben sichern und bedient sich hierfür seines botanischen und technischen Wissens, welches ihm ungeahnte Überlebensstrategien eröffnet.

Über den Autor Andy Weir habe ich erstaunlich wenig Informationen erhalten. Beruflich ist er mit Computerwissenschaften beschäftigt und noch kein Vollzeitautor. Die Arbeiten zu seinem Debutroman begannen im Jahr 2009 mit umfangreichen Hintergrundrecherchen, da er das Buch so realistisch wie möglich gestalten und auf bereits existierende Techniken zurückgreifen wollte. Von mehreren Verlagen abgelehnt, veröffentlichte Weir das Buch kostenlos auf seiner Webseite. Auf Bitten seiner Fans erstellte er eine Version für den Amazon Kindle, die er zum Mindestpreis von 99 Cent anbot.Die Kindle-Edition erreichte die Spitze der Amazon Science-Fiction Bestseller und wurde in drei Monaten 35.000 mal verkauft. 2013 kaufte schließlich der Verlag Podium Publishing die Audiobuch-Rechte. Weir selber verkaufte die Buchrechte 2013 für einen sechsstelligen Betrag an den Verlag Crown.

Beim Hören dachte ich mir noch, dass man daraus einen prima Film machen könnte. Das wird auch recht schnell passieren: Im März 2013 sicherte sich Twentieth Century Fox die Filmrechte, der Drehbuchautor ist Drew Goddard, Regie wird Ridley Scott führen, Mark Watney wird dargestellt von Matt Damon und in weiteren Rollen: Jessica Chastain (vermutlich als Melissa Lewis), Kristen Wiig, Kate Mara, Michael Peña, Mackenzie Davis, Jeff Daniels, Donald Glover, Askel Hennie und Chiwetel Ejiofor. Filmstart in den USA wird vermutlich der 25. November 2015 sein.

“Der Marsianer” ist eindeutig dem Hardcore-SF zuzuordnen, d.h. die Handlungen des Protagonisten und deren Ergebnisse werden von naturwissenschaftlichen Gesetzen bestimmt und entsprechen der Realität. Die Lösung technischer Probleme stehen im Vordergrund, während die eigentliche Handlung mehr einer Verpackung für einen Chemiebaukasten gleicht – das Interessante befindet sich im Inneren. Ich muss sagen, dass mir das wirklich gefallen hat, allerdings lese ich leidenschaftlich gerne wissenschaftliche Hardcore-SF. Der normale SF-Leser mag das Buch wohl eher langweilig, langatmig und überhaupt reichlich unspektakulär finden. Ich dagegen erfreute mich an den Schilderungen der Herstellung von Mutterboden zum Kartoffelanbau aus einer geringen Menge Braunerde (von der Erde), Marsstaub und Astronautenexkrementen, war begeistert von der Aufspaltung von Raketentreibstoff zur Wassergewinnung und fasziniert von unendlich vielen technischen Basteleien, die Watney das Überleben sichern.

Sprachlich ist Der Marsianer nicht anspruchsvoll und die Figur des Mark Watney lässt an Tiefe vermissen. Hier zeigen sich leider deutliche Schwächen im Darstellungsverhältnis zwischen Technik und Mensch. Während ersteres bis ins kleinste Detail korrekt beschrieben wird, wird letzteres eher oberflächlich ausgeführt und vermittelt ein nur unzureichendes (menschliches) Bild des Protagonisten. Dadurch wird aus einem Überlebenskünstler ein eher lebloser Character. Zwar sorgen seine Ironie und Sarkasmus für gelegentliches Schmunzeln, aber dennoch hat man irgendwann die Nase voll davon. Mehr “Mensch” hätte dem Roman durchaus gut getan. Nichts desto trotz ein beeindruckendes Erstlingswerk.

15 von 23 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Silo

  • Silo 1
  • Autor: Hugh Howey
  • Sprecher: Peter Bieringer
  • Spieldauer: 16 Std. und 3 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1.208
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 881
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 898

Die Erde ist unbewohnbar geworden, seit Generationen leben die Menschen in unterirdischen Silos. Was aber, wenn die Verwüstung der Erde nur eine Lüge ist? Als Sheriff Holston sich nach dem Tod seiner Frau entschließt, den Silo zu verlassen, ist das der dramatische Beginn einer neuen Zeitrechnung.

  • 4 out of 5 stars
  • Gute Ansätze, aber Potential nicht ausgeschöpft

  • Von Thomas Taistra Am hilfreichsten 10.10.2014

Gute Ansätze, aber Potential nicht ausgeschöpft

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.10.2014

Bei einer globalen Katastrophe wurde die Erdoberfläche in eine unbewohnbare Ödnis verwandelt. Die letzten Reste der Menschheit überleben seit Generationen in riesigen, unterirdischen Silos und folgen einer strengen und stark reglementierten, gesellschaftlichen Ordnung. Gedanken an die Oberfläche sind tabu. Was aber, wenn die Verwüstung der Erde nur eine Lüge ist? Die für die Sicherheit verantwortliche Juliette Nichols wird nach dem Tod ihres Vorgängers Sheriff Holsten neugierig und macht sich auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was wirklich da draußen ist.

Hugh C. Howey ist ein junger Science-Fiction-Autor, der mit seiner Wool-Serie, die ohne Verleger beim Amazon Kindle Direct Publishing als E-Book veröffentlicht wurde, recht erfolgreich war. In deutscher Übersetzung wurden bisher die Romane Silo und Level beim Piper Verlag veröffentlicht.

Ein wenig erinnerte mich das Hörbuch an SF-Romane aus den siebziger Jahren, die gelegentlich ohne “Saft & Fleisch” daher kamen. Will sagen, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass der Autor eine Geschichte ohne nennenswerte Recherche geschrieben hat und dadurch weit unter den Möglichkeiten blieb. Einigen Kritikern möchte ich recht geben, wenn sie meinen, dass der Roman stilistisch kein Highlight sei und die Personen manchmal recht flach beschrieben werden. Zudem, und das muss ich auch persönlich bemängeln, fehlt ein wenig die technisch-wissenschaftliche Substanz, den man z.B. von Eschbach gewohnt ist. Nichts desto trotz hat mir das Hörbuch recht gut gefallen. Warum? Weil gerade die so oft beschriebene, fehlende Spannungskurve jenes gleichmäßig und teilweise stupide Leben im Slio widerspiegelt. Weil gerade durch flach und farblos beschriebene Personen die mangelnde persönliche Entfaltungsmöglichkeit der Silobewohner verdeutlicht wird. Und weil die fehlende technische Raffinesse davon zeugt, dass die Bewohner zwar vorhandene Technik bedienen können, aber keine Ahnung davon haben, für was manche Dinge sind oder wie sie funktionieren, denn das Wissen ging im Laufe der Zeit verloren. Wer nun also einen Endzeit-Science-Fiction mit Action und einer Spannungskurve wie Emmerichs “2012” erwartet, wird sicherlich sehr enttäuscht sein. Belohnt werden diejenigen, die sich auf die Welt “da unten” einlassen und gedanklich in ihr bewegen können, dann nämlich stellt man sich irgendwann selber die Frage, was “da oben” ist. Mir wurde es nicht langweilig und wirklich enttäuscht war ich auch nicht. Bieringer hat den Roman soweit anständig gelesen und konnte auch die düstere und aussichtslose Atmosphäre vermitteln. Persönliches Fazit: bedingt empfehlenswert, weil im Ansatz gut – aber tatsächlich hätte man daraus mehr machen können.

11 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Level

  • Silo 2
  • Autor: Hugh Howey
  • Sprecher: Peter Bieringer
  • Spieldauer: 10 Std. und 51 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 697
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 653
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 653

Im Jahr 2049 wird der junge amerikanische Architekt Donald Keene von Senator Thurman mit dem Bau einer riesigen unterirdischen Anlage beauftragt. Noch ahnt er nicht, was dahintersteckt: Ein politischer Konflikt zwischen Iran und den USA steht bevor - und eine Katastrophe, die die Erde unbewohnbar machen wird. In fünfzig unterirdischen Silos sollen die Menschen Zuflucht suchen. Aber das streng reglementierte Leben fordert Opfer.

  • 3 out of 5 stars
  • Idee gut - Umsetzung mangelhaft

  • Von Thomas Taistra Am hilfreichsten 10.10.2014

Idee gut - Umsetzung mangelhaft

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.10.2014

Im Jahr 2049 wird der junge amerikanische Abgeordnete Donald Keene von seinem Vorgesetzten Senator Thurman mit dem Bau von 50 riesigen unterirdischen Silos beauftragt. Donald ahnt jedoch nicht, dass seine Kenntnisse als Architekt dafür benutzt werden, um eine als Schutzbunker für ein nahe gelegenes Endlager getarnte Anlage zu bauen, in der jedoch nach der Vernichtung der Welt ein ausgewählter Rest der Menschheit Zuflucht suchen soll. Diese erwartet ein autoritär organisiertes und streng reglementiertes Leben mit vielen Opfern. Fünfzig Jahre später wird in Silo 1 der Wärter “Troy” aus dem Kälteschlaf geweckt, um schwerwiegende Probleme mit anderen Silos zu lösen. Doch Troy erfährt mehr über sich selbst, die anderen Silos und die eigentlichen Ziele der Erbauer, als seinen Vorgesetzten lieb ist.

Level ist die Vorgeschichte zu Silo, ist aber dennoch der zweite Band und sollte auch tatsächlich erst nach Silo gelesen werden.

Zunächst das Positive: Level ist teilweise spannender als der erste Band und begeistert dabei mit Parallelen, in denen geschickt Personen und Handlungen aus dem ersten Band Silo mit diesem Prequel verknüpft werden und zu Überraschungen und Deja-Vue-Erlebnissen führen. Oftmals erlebt man bekannte Handlungsstränge aus der Sicht anderer Personen und Orte und erhält logische Erklärungen und Auflösungen bereits bekannter Ereignisse. Peter Bieringer hat auch diesen Band wunderbar gelesen, auch wenn ich mir selbst ein wenig mehr stimmliche Unterscheidungen einzelner Protagonisten wünschen würde.

Für viele Hörer/Leser mag es vielleicht nicht so wichtig sein, aber Hugh Howey lässt leider auch im zweiten Band jegliche technische oder wissenschaftliche Hintergründe und Logik aus. Da werden 50 kilometertiefe Löcher in den Boden gegraben und mit jeweils 144 Stockwerken gefüllt, aber diese wahrlich gigantische Baustelle erledigt sich nahezu von selbst. Die Entwicklung technischer Lösungen zur Sicherung des Überlebens unter der Erde bleiben uns (wie auch den Überlebenden) weitestgehend verborgen. Da tauchen plötzlich Tiefschlafkammern auf, in denen die Menschen über Jahrhunderte eingefroren werden können, aber allein gelassen werden wir mit der Frage, warum nicht einfach alle Überlebenden die nächsten 500 Jahre auf diese Art und Weise überdauern können. Ebenso geheimnisvoll bleibt für uns “Das Buch der Weisung”, welches mehr oder weniger plötzlich auftaucht und über dessen Entstehung, Planung oder Inhalt wir nur mangelhafte Informationen erhalten. Da stehen in Silo 1 Drohnen, die nur als Kampfmittel, nicht aber zur Aufklärung genutzt werden können. Wäre aber nicht nach 500 Jahren genau diese Aufgabe das Ziel, damit die Umgebung auf die Lebensfähigkeit erforscht werden kann? Letztendlich bekommt der Leser viele Details einfach gedankenlos vorgesetzt und die daraus resultierende fehlende Logik stört massiv. Aber gerade die Episoden in Silo 1 sollten eigentlich diese Lücken schließen, da hier die Planer und Erbauer leben bzw. das Wissen um die Zukunft der Menschheit sitzt. Howey dümpelt auf einer recht seichten Oberfläche und verzichtet gänzlich auf einen Tiefgang, der aus diesem Werk tatsächlich einen inzwischen schon angepriesenen Kultroman machen könnte. Die Ideen und Ansätze sind wirklich fantastisch, aber in der Umsetzung nicht gerade detailiert und mit zu großen logischen Unstimmigkeiten. Es scheint, als ob Howey den Roman aus dem Stegreif und ohne Recherche geschrieben hätte, wodurch das Potential des Romans sehr weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Leider auch hier nur ein “bedingt empfehlenswert”.

5 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Blackout

  • Morgen ist es zu spät
  • Autor: Marc Elsberg
  • Sprecher: Steffen Groth
  • Spieldauer: 22 Std. und 5 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 13.162
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 10.590
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 10.603

Überleben in der Dunkelheit - Marc Elsbergs Thriller "Blackout": Als in ganz Europa die Stromnetze zusammenbrechen, stehen die Menschen vor dem Kampf ums Überleben. Der italienische Informatiker Piero Manzano gerät unter Verdacht. Dabei ist er selbst auf der Suche nach den Verantwortlichen. Auch Europol-Kommissar Bollard kämpft gegen die Hacker, die anscheinend für den Angriff verantwortlich sind.

  • 4 out of 5 stars
  • In Europa geht das Licht aus

  • Von papercuts1 Am hilfreichsten 18.04.2012

Spannend, erschreckend, beängstigend ...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.07.2014

EIn Stromausfall in einer italienischen Stadt. Auf den ersten Blick nichts Besonderes, bis der Informatiker Piero Manzano durch Zufall eine virale Manipulation seines digitalen und vernetzten Stromverbrauchzählers entdeckt. Offensichtlich verursacht durch diesen Computervirus, bricht in gesamt Europa die Stromversorgung zusammen und stürzt die gesellschaftliche Ordnung ins Chaos. Manzano befürchtet eine Form von terroristischem Anschlag, doch nachdem er die Behörden informieren will, gerät er auf Grund seines politischen Engagements in der Vergangenheit selber unter Tatverdacht. Während die Welt um ihn herum immer weiter auseinanderbricht, versucht er, sich der Verfolgung zu entziehen und gleichzeitig den Ursachen der Stromausfälle auf den Grund zu gehen. Ein schwieriges Unterfangen, da Manzano nur in Zusammenarbeit mit eben diesen Behörden die für die ganze Gesellschaft lebensbedrohliche Situation lösen kann.

Dieses Hörbuch hat mich von der ersten bis zur letzen Minute gefesselt, trotz kleinerer Schwächen. Die Geschichte wird so plausibel erzählt, dass man selber beim kleinsten Stromausfall zusammenzuckt. Sicherlich findet gelegentlich eine unnötige Dramatisierung Einzug in die Handlung, doch letztendlich erfüllt dies im Sinne von spannender Unterhaltung seinen Zweck. Etwas erschreckend wird das Buch am Ende durch das Nachwort von Elsberg, durch welches sehr deutlich wird, dass die geschilderte Fiction durchaus zur Realität werden kann.

Manche Hörer bemängeln diverse Längen und sind der Meinung, dass die Hälfte der Zeit auch gereicht hätte. Aber gerade die ausführlich beschriebenen, technischen Details und Vorgänge machen den Thriller so authentisch und ich würde ungerne darauf verzichten wollen.

Der Sprecher ist gewöhnungsbedürftig und musste seitens der Hörerschaft auch sehr viel Kritik einstecken, gerade hinsichtlich der Nachahmung von Stimmen und Dialekten. Dem kann ich zwar tatsächlich zustimmen, habe aber dennoch kein Problem damit, mich trotzdem auf die packende Geschichte einzulassen. Es ist ja letztendlich auch eine sehr persönliche Einstellung, welche Stimme man mag und welche nicht.

3 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich