PROFIL

Werner

Regensburg, Deutschland
  • 3
  • Rezensionen
  • 46
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 67
  • Bewertungen

Eine Offenbarung

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.07.2014

Dieser Roman wird in die Weltliteratur eingehen. Das war meine Meinung, als ich das Hörbuch das erste Mal gehört hatte. Kurz darauf las ich in der ZEIT genau diese Festellung. Gerade höre ich das Buch zum vierten Mal. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Die Saga ist in drei Ebenen aufgebaut. Da ist die alte Frau, die im Sterben liegt und ihr Leben in der Rückschau sieht. Sie ist bereits in Reichtum und Macht aufgewachsen; gleichwohl fühlt sie sich als gescheitert. Als Frau in einer Machtposition nicht wirklich anerkannt, widmet sie sich mehr der Arbeit als ihrer Famlilie und verliert letzendlich die Bindung an sie und insbesondere ihre eigenen Kinder, die als Versager dargestellt werden. Dann ist da Peter, der Sohn der übermächtigen und skrupellosen Eli. Peter leidet unter den Verbrechen seiner Familie an den Mexikanern, die ehedem Texas beherrschten, nachdem sie selbst die Indianer halb ausgerottet hatten. Peter ist von Schuldgefühlen geplagt und er erkennt, dass Korruption, Brutalität und Rassismus die Grundlage auch seines Reichtums ist. Eli, dessen Mutter, Schwester und Bruder von Indianern grausam umgebracht wurden, wächst bei der Indianern auf und lernt auf schwierige Art und Weise deren Leben und Sterben kennen. Zurück in der "Zivilisation" wendet er die erlernte Rücksichtslosigkeit an, um ein Imperium zu schaffen. Eli erzählt seine Geschichte mit eigenen Worten schonungslos und lakonisch. Wie Hans Peter Hallwachs diesen Part liest, ist einfach nur genial. Er konnte gar nicht anders gesprochen werden, sonst könnte man die grausamen Szenen nicht ertragen. Die Saga ist nicht nur die Biografie einer Familie; sie ist die Geschichte Texas`. Sie räumt mit alten Klischees der Planwagenromantik gehörig auf und man erkennt, wie es Eli ausdrückt: Wer nicht stiehlt, wird nicht reich. Für mich ist dieses Buch eine literarische Offenbarung!

11 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Etzel Andergast Titelbild

Gerechtigkeit und Moral

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.11.2012

Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Der Fall Maurizius". Dessen Vorkenntnis scheint mir wichtig, um den zweiten Teil des "Etzel Andergast" besser zu verstehen. Der Titel erscheint zunächst irreführend, weil es doch hauptsächlich um Dr. Kerkhoven geht. Und der hat es in sich. Ich musste immer wieder an Dostojewskis Raskolnikov denken, was aber wohl auch daran lag, dass beide Bücher von Reiner Unglaub gelesen wurden und er beiden Figuren denselben Tonfall verliehen hat. Die Sprache ist sicher nicht mehr zeitgemäß, aber das ist in Ordnung. Moralvorstellungen und Kenntnis der Psychologie vor hundert Jahren waren ja auch anders und so passt das eine zum anderen. Dr. Kerkhoven kommt mit einer ganzen Reihe von Menschen in Verbindung und es wird auch und gerade deren Geschichte erzählt. Diese interessanten und spannenden Geschichten, sowie die sonstigen geschilderten, zeittypischen, Ereignisse machen meines Erachtens den Wert des Buches aus. Ich persönlich kann mich mit den Vorstellungen Wassermanns hinsichtlich Moral und Gerechtigkeit einverstanden erklären, wenn auch nicht mit der Radikalität des Strebens danach. Auf jeden Fall werde ich mir auch die Fortsetzung "Joseph Kerkhovens dritte Existenz" anhören. Vielen Dank an Reiner Unglaub.

6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Kitsch und Schund

Gesamt
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.05.2012

Der Titel hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Die Psychologie der Protagonisten ist nicht nachvollziehbar. Wer die großen Aus- bzw. Einwandererromane kennt muss sich über ein solches Buch ärgern. Ich denke z.B. an Annie Proulx (Das grüne Akordeon) und Upton Sinclair (Der Dschungel) oder Vilhelm Moberg (Die Auswanderer). Der Werke sind wirklich episch. Bei Fulvio ist nichts allgemeingültig, alles ist zufällig und banal. Die detailierte Beschreibung der sexuellen Aktivitäten ist für die Geschichte absolut überflüssig und soll wohl nur dazu dienen, die sehr dünne Geschichte "aufzupeppen" und naturalistisch erscheinen zu lassen. Es wimmelt nur so von Klischees. Es kommt keine Spannung auf, alles ist vorhersehbar. Herr Rotermund hat sich sichtlich bemüht, aus dem Text etwas zu machen, aber erfolglos. Fazit: Ich habe mich sehr geärgert, dass ich auf die hymnischen Rezensionen hereingefallen bin

29 von 37 Hörern fanden diese Rezension hilfreich