PROFIL

Rosa Löffler

  • 7
  • Rezensionen
  • 10
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 11
  • Bewertungen
  • Der Cthulhu Mythos

  • Autor: H. P. Lovecraft
  • Sprecher: David Nathan, Joachim Kerzel
  • Spieldauer: 4 Std. und 27 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 768
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 673
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 669

Howard Phillips Lovecraft zählt neben Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce zu den drei Eckpfeilern der amerikanischen Horror-Literatur. Diese Hörbuch-Reihe ist seinem Leben und Werk gewidmet.

  • 5 out of 5 stars
  • Perfekt!

  • Von alexboehm Am hilfreichsten 02.01.2010

Bestes Hörbuch des Jahres?

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.01.2019

Lovecraft an sich ist schon spezielle Kost. Den Anspruch, ihre Leser in einen Sog des Schreckens zu ziehen, haben manche, aber er inszeniert seine Projekte stets auf dieselbe Weise, und auch inhaltlich kehren immer dieselben Topoi wieder.
Kaum ein Autor ist so fokussiert auf sein Thema. Das zeigt sich auch in der trotz überladener Schilderungen geradezu kargen Form seiner Erzählungen, die weder Nebenhandlungen noch retardierende Momente, weder Dialoge noch verschiedene Erzählebenen kennt, nie auch nur momentweise ins Charmante oder gar Humoristische weist: wir lesen (oder hören) immer Berichte, quasi journalistisch; und sie entfalten ein ums andere Mal die gleiche Entwicklung: das kontinuierliche Eindringen erschreckender kosmischer Geheimnisse in die Erlebniswelt weniger, um dieses Privileg nicht zu beneidender Personen. Wenn das unterhaltende Literatur ist, dann die ernsteste, die ich kenne. Nicht falsch verstehen: Das sind noch gar nicht meine Kritikpunkte am vorliegenden Hörbuch! Das alles, wohl gemerkt, schätze ich an diesem Autor, weil es in seiner akribischen Strenge das eigentliche Faszinosum darstellt. Im Duktus der Wissenschaft wird hier ein einziger haarsträubender Irrsinn zu Tage gefördert: phantastisch!

Was könnte ein guter Zugang zu diesem Werk sein? Wie führt man Leser in Lovecrafts Welt ein?
Das vorliegende Hörbuch bemüht sich, mit launigen biographischen Texten in der Ich-Form (von wem sie verfaßt wurden, erfährt man nicht) und mit Geschichten anderer, die Lovecrafts Universum fortgeschrieben haben, Abwechslung zu schaffen und Hintergründe zu erschließen.
Leider aber bleiben die literarischen Leistungen der anderen Autoren weit hinter dem Original zurück. Insbesondere Christian von Aster sinkt gar auf Dan-Brown-Niveau herab. Daß er mit seiner Geschichte einen „Lovecraft-Wettbewerb“ gewann, erklärt zwar, daß man ihn hier würdigt, bleibt aber selbst unerklärlich. Ebenso unverständlich ist die Auszeichnung des Hörbuchs insgesamt. Die Textauswahl scheint mir – wie gesagt – sehr fragwürdig, und Joachim Kerzel tritt erneut den Beweis an, daß ein guter Synchronsprecher eben noch kein guter Vorleser ist.
Da ihm hier offenbar niemand gesagt (oder in einer anderen Sprache vorgemacht) hat, wie etwas zu sprechen sei, klingt jeder Satz gleich. Rückt der Satzpunkt heran, wechselt er verläßlich vom Bariton in sein durchaus beeindruckend rasselndes Baßregister. Das macht eine Weile Grusellaune, und dann wird es unerträglich öde.

Fazit: Die Leistungen, die zu der des alten Hexenmeisters aus unseren Tagen hinzutreten, dienen der Sache nur sehr oberflächlich. Die Gastautoren setzen auf billige Effekte, und der Sprecher hat nur eine gruselige Stimme zu bieten, die uns an Jack Nicholson denken läßt.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Mind Control

  • Bill Hodges Trilogie 3
  • Autor: Stephen King
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 13 Std. und 55 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 3.609
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 3.453
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3.441

In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker, liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein - und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer zu verlassen.

  • 5 out of 5 stars
  • Grandioses Finale

  • Von Sunsy Am hilfreichsten 23.09.2016

King geht anders

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.11.2016

Also, daß es soweit kommen würde, stand selbst nach den ersten beiden schon recht mauen Teilen der Romanreihe nicht zu befürchten:
Dieser langwierigen Räuberpistole mangelt es so sehr an Spannung und Atmosphäre, daß man kaum glauben mag, wer der Autor ist.
Die wichtigen Personen sind alle bereits aus den anderen Romanen bekannt oder aber so farblos, daß man froh ist, sie endlich, im letzten Drittel des Buches, vollständig durch den in ihrem Kopf raumgreifenden Geist des Bösewichts ersetzt zu finden. Uups, war das ein Spoiler? Nein, hier gibt es nichts zu spoilern, denn Suspense kommt beim besten Willen nicht auf.
Dabei verlangt die Rührseligkeit, mit der die moralisch über jeden Zweifel erhabenen Teamplayer Bill, Holly und Jerome sich ständig gegenseitig ihrer Zuneigung und der Verwerflichkeit des gemeinen Brady versichern, dem leidgeprüften Krimi- oder gar Horrorfan noch nicht einmal die meiste Geduld ab.
Nein, das schlimmste ist: Die Erzählung kommt überhaupt nicht vom Fleck! Kings Zwang, alles wieder und wieder zu erklären, ist hier auf ein kaum noch erträgliches Maß angeschwollen. Zunächst einmal werden die ersten beiden Hodges-Romane auf jeder dritten Seite neu zusammengefaßt. Im weiteren Verlauf jedoch hat es den Anschein, als sollte nicht nur, wer mit Mind Control neu einsteigt, alles verstehen können, sondern auch jeder, der auf einer x-beliebigen Seite zu lesen beginnt. Ist es das fortgeschrittene Alter, das diesen einst so brillanten Autor ständig vergessen läßt, was er uns gerade eben schon erzählt hat? Und wenn ja, traurig genug, wofür um Himmels Willen dankt er dann im Nachwort seiner Lektorin und dem Sohnemann, der das Manuskript angeblich gegengelesen und wichtige Hinweise erteilt hat?
Man könnte hoffen, daß immerhin David Nathan in seiner Eigenschaft als DIE deutsche King-Stimme einiges an Schadensbegrenzung betreibt, aber diesmal nervt er fröhlich mit, indem er wie ein Vertrauenslehrer im Einzelgespräch jeden noch so banalen Senf mit äußerster Wichtigkeit bestreicht.
Schade, denn das zentrale Motiv ist eigentlich gut: EDV-gestützte Hypnose, die die Nutzer einer Videokonsole zu bereitwilligen Selbstmördern umprogrammiert. Das könnte richtig unter die Haut gehen, wenn es nicht gar so redundant breitgetreten und von Nathan, vor allem im Rollen-act-out mit sorgenvoller Stimme beseufzt würde.
So bitter es ist: ich fürchte, die Zeit der großen Stephen-King-Romane dürfte ein für alle Mal vorbei sein. Vielleicht ist vom King der Shortstory noch die eine oder andere Perle zu erwarten, denn gute Einfälle hat der Mann ja ab und zu noch. Hoffen wir nur, daß er keine weiteren Trilogien daraus hervorquetscht.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Tod zu Gast auf Mallory Manor

  • Sherlock Holmes 66.1
  • Autor: Andreas Masuth, Peter Krüger
  • Sprecher: Christian Rode, Peter Gröger, Sabine Bohlmann, und andere
  • Spieldauer: 4 Std. und 34 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 157
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 144
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 145

Als Sir Joseph Mallory leblos auf seinem Landsitz bei Cheltenham aufgefunden wird, glaubt jeder zunächst an das Augenscheinliche: Ein unerwartetes Herzversagen... Nichts weist darauf hin, dass der Patriarch, der erst kürzlich aus Indien zurückgekehrt war, eines gewaltsamen Todes gestorben sein könnte.

  • 5 out of 5 stars
  • Ratlosigkeit zu Gast bei Sherlock Holmes

  • Von Rosa Löffler Am hilfreichsten 01.09.2016

Ratlosigkeit zu Gast bei Sherlock Holmes

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.09.2016

Ich hatte mich auf ein mir noch unbekanntes Hörspiel aus der klassischen Sherlock-Holmes-Reihe gefreut. Und dann auch noch einen Koloß von viereinhalb Stunden! Prima, meine Tagesreise mit der Bahn schien gerettet.

Und tatsächlich tritt das Maritim-Dreamteam Rode und Gröger gewohnt sonor auf den Plan mit seiner typischen genüßlichen Betulichkeit, die zwar jene Mischung aus Ratio und Schauerromantik, die die Vorlage kennzeichnet, allenfalls gelegentlich streift, dafür aber einen ganz eigenen Charme versprüht und uns über 60 liebevoll ausgestaltete Folgen hinweg sehr ans Herz gewachsen ist. Und wieder bescheren der ironische Ton und die distinguierte Eloquenz der Dialoge viel Amüsement ganz unabhängig vom eigentlichen Krimi. Zum Glück! Denn eben dieser Krimi kann in dieser Folge leider gar nicht punkten.

Detektivisch genau zu sein, das hätte sich vor allem für den Käufer beim Blick aufs Cover mal gelohnt: wo sonst nur „Sir Arthur Conan Doyle“ steht, liest man nun „frei nach Motiven von ...“ Welche Motive das auch immer gewesen sein mögen, sie wurden zu einer recht wirren und langatmigen Story verrührt, in der sich Sherlock Holmes ungefähr so nützlich macht wie eine Katze beim Umzug.
Nicht nur, daß Holmes im Grunde ziemlich kläglich an der Aufgabe scheitert, Licht ins Dunkel zu bringen, dafür aber umso mehr Zeit zur selbstgerechten Erläuterung seiner spärlichen Ergebnisse totschlägt (eine Stunde etwa), nein, der Hörer ist auch noch bis zum bitter-launigen Ende schlauer als der Meisterdetektiv: wir haben nämlich bereits im zweiten Akt Intrigen und Mordpläne aus erster Hand erfahren, genauer aus den Dialogen der sie schmiedenden Personen, ohne daß unsere Helden in den betreffenden Szenen zugegen waren – und ohne daß sie zumindest im nachhinein davon Kenntnis erhielten!
Haben wir es denn nicht mehr mit einem personalen Erzähler, nämlich Doktor Watson zu tun? Wie können wir erfahren, was nie enthüllt wurde?
Nur eines von vielen Rätseln, die in Ratlosigkeit münden.
Bei genauerem Hinhören entpuppt sich auch die Hörspiel-Produktion als B-Ware: ebenso wie die sogenannten „neuen Fälle“ reicht das hier Gebotene nicht an die Opulenz der Klassiker heran.
Dies zeigt sich besonders in der Musik: Spielten zuvor noch echte Streicher und Bläser auf, pflügt nun meist ein virtuelles Orchester durch die Partituren. Die Titelmelodie mit Big Ben fehlt ganz, an ihre Stelle tritt ein billiger Abklatsch eines ganz anderen Jingles, des Marschs für eine Marionette von Gounod, den Alfred Hitchcock für seine Fernsehreihe nutzte, allerdings hier in Dur: damit steht und fällt die Freude am Hörspiel nicht, es unterstreicht aber den Eindruck, daß hier mit einem Male Schmalhans Tonmeister ist.
Und schließlich: Nicht alle Sprecher agieren so souverän und überzeugend wie die Hauptdarsteller. Übertriebene und wenig authentische Interpretationen von Akzenten (indisch) und Dialekten (berlinerisch?!), lassen tragende Rollen zu schwer erträglichen Karikaturen verkommen. Hier hätte eine das Schmierenspiel bremsende Regie gut getan.

Fazit: Die alte Garde könnte durchaus zur Hochform auflaufen, wenn sie komplett wäre. Aber das ist sie nun mal nicht, und am schmerzlichsten fehlt Sir Arthur ...

5 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Schweigepflicht

  • Autor: Markus Heitz
  • Sprecher: Uve Teschner
  • Spieldauer: 1 Std. und 25 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1.705
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 1.606
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 1.603

Nach einem langen Arbeitstag reibt Isger sich müde die Augen. Er betritt den Fahrstuhl, der ihn ins Erdgeschoss des Hochhauses bringen soll - und findet sich wenige Augenblicke später in einem Albtraum wieder. Irgendjemand kontrolliert die Kabine. Nein: irgendetwas. So beginnt ein grausames Spiel, dessen Regeln nicht Menschliches haben. Und beim dem der Einsatz Isgars Leben ist.

  • 3 out of 5 stars
  • Was war das??

  • Von E.T. Am hilfreichsten 04.07.2016

Billige Geisterbahn ohne Schwung

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.02.2016

Ab und zu muß man sich maue B-Storys reintun, um wieder wertzuschätzen, was die Meister des Horrorfachs von Poe bis King eigentlich leisten.
Vor allem die Entwicklung von Charakteren, an denen der Leser (Hörer) echten Anteil nimmt, ist für ein intensives Erleben entscheidend. An die Nieren geht der Bericht von Grausamkeiten nur, wenn man sich mit dem Personal in irgendeiner Weise verbunden fühlt. Davon kann hier keine Rede sein.
Aber das liegt vielleicht auch an der lieblosen Erzählweise, die sich auf das Tembre des Sprechers unvorteilhaft überträgt. Geringfügig ändert sich das mit der Figur des bewaffneten Russen, dessen wörtliche Rede den Schauspieler ein wenig fordert und für einen lebendigeren Vortrag sorgt. Aber aufs Ganze gesehen funkt es weder sprachlich-literarisch noch in Punkto Nervenkitzel. Schade.

Der Name "Heitz" wird auf meiner Anzeigetafel wohl nicht mehr aufflackern.

3 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Mr. Mercedes

  • Bill Hodges Trilogie 1
  • Autor: Stephen King
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 16 Std. und 38 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 4.576
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 4.365
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 4.354

Eine wirtschaftlich geplagte Kleinstadt im Mittleren Westen der USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitsuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf...

  • 4 out of 5 stars
  • Ganz leise Töne vom Meister und neuer Realismus

  • Von Bianca Am hilfreichsten 08.09.2014

Der King dankt ab: Mercedes an die Wand gefahren

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.01.2016

Nun ist Stephen King also unter die Krimiautoren gegangen.
Er schickt einen pensionierten Polizisten auf die Jagd nach einem Psychopaten und stellt ihm zwei smarte Außenseiter jüngeren Semesters als Assistenten zur Seite, wobei er deren Eignung als Sympathieträger auf jeder Seite herzerwärmend rühmt.
Mit dem Urheber so großer Würfe wie "Es" oder "The Stand", und erstrecht mit der prägnanten Novellistik eines Richard Bachmann - da kann ich mich den anderen Rezensionen beim besten Willen nicht anschließen - ist das nur schwer in Verbindung zu bringen.
Was der Autor mit seinem alternden Helden gemein hat, ist die Bemühung, sich als einer "vom alten Schlag" in einer IT-Welt zu behaupten. So sind die Rätsel, die es zu lösen gilt, zum Großteil technischer, wenn nicht gar informatischer Natur, und da fuchst er sich mit Hilfe der jungen Leute, die er an der Hand hat (auch das wird bei King nicht anders sein als bei Hodges) hinein, stets mit der omahaften Attitüde der Verwunderung, wie bewundernswert schnell die Finger dieser Generation das iPad bedienen oder welche Fachausdrücke aus der Computerwelt der jugendliche Jerome wie selbstverständlich im Munde führt.
So wie der Zugang zu Computern, Handys und sozialen Netzwerken ist die gesamte Beschreibung der Jetztzeit: anbiedernd, bemüht darum, den Anschluß nicht zu verlieren. Das einundzwanzigste Jahrhundert grüßt auf jeder Seite. "Schaut her, ich habe meine Hausaufgaben gemacht!" Dieser Autor ist wie ein Senioren-Radsportler, der sich im pinkfarbenen Markendress abstrampelt.
Wo ist der brillante Analyst der 70er, 80er und, zuletzt im "Anschlag", der 60er Jahre geblieben?
Ich möchte den King zurück, der unter die triste, aber doch auch rührende Oberfläche des US-Bundesstaates Maine zu blicken wußte wie kein Zweiter und neben Monstern und bösartigen Maschinen so allerhand soziales Grauen zum Vorschein brachte, was ihn in meinen Augen zu einem wirklich bedeutenden Vertreter der amerikanischen Literatur macht.
Dagegen ist "Mr. Mercedes" in der Tat der Schund, für den King landläufig schon immer gehalten wurde.
Den Erzählstil kann man wertneutral als szenisch bezeichnen. Von der ausführlichen Darstellung umständlicher Gedankengänge abgesehen, fehlen zum - freilich zu umfangreichen - Drehbuch nur Angaben bezüglich des Kamerawinkels und des Bildausschnitts. Offenbar soll man das Buch in dem Tempo verschlingen, wie auch ein Film identischen Inhalts ablaufen würde. Aber was wäre das für ein Film? Rasante Unterhaltung gewiß, aber von der Psyhologie der äußerst karikaturhaften Protagonisten würde wohl nicht viel hängenbleiben.

Den einzigen Lichtblick bildet die kurze Erzählung der Vorgeschichte des Bösewichts, die King in der Mitte des Buches liefert. Hier auf diesen wenigen Seiten, in denen es um die traurigen Schicksalsschläge der Familie Heartsfield und die Ermordung des kleinen Frankie geht, läuft er zu alter Meisterschaft auf. Und es wird tatsächlich - Halleluhja! - sogar momentweise richtig gruselig.

Womit wir beim Sprecher David Nathan wären, der ja schon seit vielen Jahren auf King abonniert ist und dieses Amt nach allen Regeln der Kunst versieht, aber kurioser Weise eins wirklich absolut nicht drauf hat: Schrecken.
Nathan betont das Herzliche, Einfühlsame, Humorige, und davon strotzt Mr. Mercedes im Übermaß.

Leider scheint dieser Ausrutscher Auftakt einer ganzen Reihe von Hodges-Krimis zu sein. "Finderlohn" erspart uns den alten Haudegen ebenso wenig und fährt den Mercedes erneut an die Wand.

PS:
Wieso kann man hier eigentlich nur "Sprecher" und "Geschichte" bewerten? Will Amazon literarische Werke tatsächlich auf die Story reduzieren? Im vorliegenden Fall scheint es angemessen, aber wie viel Sterne vergibt man bei "Geschichte" für Musils "Mann ohne Eigenschaften" oder Fontanes "Stechlin"? Einen? Nur so ein Gedanke ...

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gletschergrab

  • Autor: Arnaldur Indriðason
  • Sprecher: Ulrich Pleitgen
  • Spieldauer: 4 Std. und 29 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 39
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 14
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 14

Die Eiskappe des Vatnajökull auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr.

  • 4 out of 5 stars
  • Politthriller,erstaunlich gut

  • Von summer201 Am hilfreichsten 05.05.2012

Gletscherschrott ohne Goldschatz

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.08.2015

Mögen andere Rezensenten den Inhalt der Geschichte zum Anlaß ihrer Bewertung nehmen, ich beziehe mich im Folgenden ausschließlich auf die Gestaltung.
Die ist mir nämlich schon Thriller genug.
Ich frage mich, warum solche Schriftstücke überhaupt als Buch erscheinen, bevor sie verfilmt werden. Man erfährt über die Personen nichts, was eine Kamera nicht genauso gut zeigen könnte.
Für Schnelleser, die die Lektüre in einer Nacht verschlingen, mag es keinen Unterschied machen.
Das gemächliche Hörbuchtempo legt aber leider das Wrack schonungslos frei, und es tritt zu Tage, daß hier kein Gold zu finden ist - und auch keine Bombe.

Wie stereotyp und dröge hier erzählt wird, daran haben sowohl Autor als auch Sprecher ihren Anteil.
Herr Pleitgen mag ein guter Schauspieler sein, aber das macht ihn noch nicht zum guten Vorleser. Bei wörtlicher Rede blüht er darstellerisch auf, durch den Rest quält er sich und den Hörer so durch. Doch für den Anlaß reichts. Im Gletschergrab, wo jeder Geist den Kältetod stirbt, haben sich zwei gefunden, geradezu con-ungenial.
Nun könnte man die Unbeholfenheit der Dialoge, ihren humor- und flußlosen Holpergang schon fast als Qualität werten so nach dem Motto: endlich einmal Realismus in den Redebeiträgen, die nicht so frisiert und rethorisch überragend dahersprudeln, wie nie ein Mensch im wahren Leben redet. Nur leider ist es eben exakt die Unbeholfenheit und Humorlosigkeit des Autors, die er auch als Erzähler an den Tag legt. Und mit wahrem Leben hat das Ganze davon abgesehen auch nicht viel zu tun, aber auf den Inhalt wollte ich ja gar nicht eingehen ...
Da lernt man Stephen King wieder schätzen und möchte ihm den Literaturnobelpreis verleihen nach einer Stunde Indridings ... egal. Den Namen werde ich mir eh nicht merken.
Zu loben ist der Redakteur der Hörbuchfassung fürs Kürzen. Das Problem ist, daß er noch Sätze übriggelassen hat. Sie sind alle verzichtbar.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Dreibeinige Monster auf Erdkurs Titelbild
  • Dreibeinige Monster auf Erdkurs

  • Tripods 1
  • Autor: John Christopher
  • Sprecher: Torsten Michaelis
  • Spieldauer: 4 Std. und 30 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 78
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 59
  • Geschichte
    5 out of 5 stars 58

England irgendwann nach unserer Zeit. Große Städte gibt es nicht mehr, die Menschen leben in einfachen Verhältnissen...

  • 4 out of 5 stars
  • Super Story, toller Leser!

  • Von Aliya Am hilfreichsten 20.02.2014

blaß und oberflächlich, wohl zu stark gekürzt

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.04.2014

Der Vermerk "gekürzt" hätte mich wahrscheinlich warnen sollen.
Keine Ahnung wie ausführlich, tiefgründig, und detailreich die Originalfassung ist, denn die habe ich nicht gelesen - dieses Hörbuch jedenfalls reicht an Komplexität nicht einmal annähernd an die Fernsehserie heran. Es wirkt wie eine lieblose Skizze zu der Geschichte, die auf dem Bildschirm nicht nur reicher an Action und Dialogen, sondern auch an Charakteren, Psychologie, Schauplätzen, Einfällen, Handlungssträngen ist.
Der Sprecher tut sein Bestes, aber der Roman, der Generationen in Atem hielt und zu einer der düstersten und spannendsten Jugendserien inspirierte, die es im Fernsehen je gegeben hat, wird hier nicht erkennbar. Alles bleibt blaß und oberflächlich.