PROFIL

Junovis

  • 26
  • Rezensionen
  • 60
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 72
  • Bewertungen

Lesung im Singsang

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.02.2018

Die Geschichten sind meistens großartig, leider ist es die Lesung nicht. Der Sprecher fällt oft in einen Singsang, wohl um den teilweise (alp-) traumhaften Thema der Geschichten zu entsprechen. Bei der letzten großen Geschichte "The silver key" (die tatsächlich in der Traumwelt spielt) konnte ich der Geschichte einfach nicht mehr folgen: die Art und Weise der Lesung lullte mich zuverlässig ein...

4 Leute fanden das hilfreich

The Martian Chronicles Titelbild

Schwülstiges Melodram nervtötend präsentiert

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.08.2016

Ray Bradbury erzählt in einer Reihe chronologisch angeordneter Kurzgeschichten die Erforschung und Besiedlung des Mars, den Untergang der Marsianer und letztlich den Untergang der Menschheit.

Das klingt nach einem tragischen Epos, ist aber ein nur ein Test der eigenen Leidensfähigkeit, wenn man es sich anhören muss. Vor allem quält die unsagbare Dummheit der Figuren, egal ob von Mensch oder Marsianer. Da sind zum Beispiel die ersten Erforscher, die naiver als Rotkäppchen in ihr Verderben laufen. Nur die Expeditionsleitung auf der Erde scheint noch blauäugiger zu sein, wenn sie immer neue Forscher nachschickt, ohne jemals zu fragen, was wohl mit den vorherigen passiert sein könnte. Und so geht es weiter: wenn es eine dümmstmögliche Weise gibt, sich zu verhalten, so werden die Figuren sich meist dafür entscheiden. Es ist zum schreien! Richtiggehend anstößig wird es, wenn der letzte Mann auf dem Mars die letzte Frau des Mars' aufspürt, die, wie er scharfsinnig schließt, in einer Schönheitsfarm sein muss; typisch Frau halt.

Die Marsianer selbst sind im wesentlichen geifernde Irre: hysterisch und explosiv-gewalttätig (bei Ankunft der ersten Erdlinge), schizophren-halluzinierend (beim zweiten Schub Erden-Forscher), psychopathisch-gewaltig (noch mehr Forscher), und depressiv-melancholisch (OK, da sterben sie gerade aus. Es sei ihnen verziehen.)

Letztlich stört mich eine wiederkehrende stilistische Schwäche des Autors, nämlich dass seine Figuren in Dialogen dauernd Hintergründe für den Leser erklären, die den Figuren selbst bekannt sein sollten.

Scott Brick liest mit seiner gewohnt weinerlichen, theatralischen Stimme. Das gibt diesem dümmlich melodramatischen Buch den Rest. Mit unerbittlicher Ernsthaftigkeit schluchzt er die schwülstigen Passagen, dass es wehtut. Hier wäre eine augenzwinkernde Präsentation viel angebrachter gewesen. Die einzige Lesung, die ich kenne, in der Scott Bricks Tonfall einigermaßen gut zum Buch passt, ist Philip K. Dicks "Bladerunner".

Finger weg von diesem Buch, besonders in dieser Lesung! Wer ein wirklich gutes Epos zum Thema Weltuntergang hören möchte, sollte zu "A Canticle for Leibowitz" von Walter M. Miller greifen. Das gibt es auch hier.

1 Person fand das hilfreich

Anstrengend

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.02.2015

Leider macht Kurt Vonnegut in diesem Buch einiges falsch, wohl absichtlich. Da sind zunächst die Hauptfiguren, die durch die Bank weg Unsympathen sind und sich auch im Verlauf der Handlung nur zu anderen Unsympathen entwickeln. Zwei kriegen mitten in der Handlung eine Gehirnwäsche, was effektiv bedeutet, dass diese Figuren komplett ausgetauscht werden. Bestimmte Handlungsstränge sind einfach nur hanebüchen: Stichwort "Army of Mars". Dann ist das Ganze viel zu lang. Dauernd schweift der Autor ab und erklärt dies und das, was aber für die Handlung keinerlei Bedeutung hat.
Ich hege den Verdacht, dass Kurt Vonnegut in diesem Buch gezielt mit Stereotypen der Scifi-Literatur brechen und die die Lesern in ihrer Erwartungenshaltung vorführen will. Das ist eine nette intellektuelle Spielerei auf der Meta-Ebene, ein bisschen wie Haneke's "Funny Games" und leider auch genauso anstrengend. Besonders wenn es sich über mehr als 9 Stunde hinzieht.

2 Leute fanden das hilfreich

Leichte Unterhaltung

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.02.2015

Das Buch besteht aus heiteren Episoden: für jeden der wichtigen Gefährten eine, dann das Bogenschießen usw. Heiter heißt dabei, dass meist Raufen, Saufen, Schmaus und Sang die Haupttätigkeiten sind. Leider fehlt eine überspannende Handlung. Dass es keine romantischen Verwicklungen gab, wunderte mich, hätte das doch gut in die Grundstimmung gepasst. Nur der Epilog ist tragisch und ironischerweise einer der besten Teile des Buches. Das Fehlen jeglichen Risikos schadet im Hauptteil eher.

David Thorn spricht und singt (sic!) überzeugend. Seine schrulligen Stimmen und der Akzent passen hervorragend zum Buch.

Ich fühlte mich beim Hören des öfteren an Stevenson's "Black Arrow" erinnert. Vielleicht auch nur wegen der gekünstelten altertümlichen Sprache in beiden Werken. "Black Arrow" ist meiner Meinung nach das bessere Buch, auch wenn es nichts mit Robin Hood zu tun hat.

Bloß normaler SciFi

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.06.2013

Einer von PKD's konventionellen SciFi-Romanen ohne die für ihn typischen Elemente. Besonders vermisst habe ich Dick's verstörte und verstörende, ambivalente Figuren.

Ja, es geht um Zeitreisen, aber in sehr biederen Rahmen, kein Vergleich zu Werken wie A Marsian Timeslip oder auch nur Time out of Joints.Die letzten beiden Kapitel waren regelrecht langweilig, gemischt mit Fremdscham über die peinliche Auflösung der Geschichte.

Die Lesung selbst geht in Ordnung.

Ich kann dieses Buch definitiv nur für Dick-Fans zur Vervollständigung empfehlen. Andere Leser sollten sich an seine bekannteren und besseren Werke halten.

Gutes Buch, gute Lesung

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.07.2012

«The Penultimate Truth» zählt zu meinen Favoriten aus Dick's Werk. Die Endzeitwelt ist bizarr und die Figuren vielschichtig und glaubhaft.
Nick Podehl's Stimme fand ich am Anfang etwas zu dünn und jugendlich für dieses Buch. Er ist jedoch sehr wandlungsfähig und verleiht jeder Figur eigene, unterscheidbare Stimme.

Chaotisch

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.03.2012

Man merkt diesem posthum veröffentlichtem Roman leider an, dass er mit Dick's Tod noch nicht abgeschlossen war. Der erste Teil erzählt, wie sich der Held der Handlung auf den 18-jährigen Flug zu einer Kolonie aufmacht, die mit der Teleportationstechnik seiner Konkurrenten in 15 Minuten erreichbar ist (aber nur als Einbahnstraße). Dann kommt unvermittelt eine Wende mit einer wilden Drogenhalluzination von Parallelwelten. Leider schafft es Dick nicht die beiden losen Enden zusammenzuführen und der zweite Teil wirkt damit völlig belanglos (war eben eine Halluzination). Man bekommt hier viele für Dick typische Elemente geboten, sie machen nur leider wenig Sinn. Echte Dick Fans können das verschmerzen. Wer Dick kennenlernen will, greift besser zu einem anderen Werk; ich empfehle "A martian time-slip".

Die Lesung selbst geht in Ordnung.

Effektive Science Fiction

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.02.2012

Bei der ersten Szene des Buches dachte ich, oje, wird das ganze Buch wohl ein käsiger Actionschinken im Stile der Monsterfilm der 1950er Jahre werden? Wurde es aber nicht. Matheson gelingt es, großartige Science Fiction zu schreiben. Großartige Science Fiction unterscheidet sich von durchschnittlichen fantastische Geschichten, dadurch, dass das fantastische Element nur ein Mittel ist, bedeutsame Probleme klar heraus zu stellen oder für den Leser zugänglich zu machen. Im Fall des Shrinking Man ist dieses bedeutsame Problem, das langsame, unaufhaltsame Schrumpfen des Helden. Es ist nichts anderes als eine schleichende, tödliche Krankheit, die ihn langsam und unbarmherzig aus seiner Welt herausreißt. In einem realistischem Szenario wäre das nur schwer verdauliche literarische Kost. Matheson flechtet zwei Handlungsstänge zusammen; im ersten, einem meist leicht verdaulichen Abenteuer, ist der Held bereits aus seiner Welt heraus geschrumpft und kämpft ums nackte Überleben, während der zweiten Strang das Schrumpfen tragisch schildert.
Yuri Rasovsky liest sehr emotionsgeladen; eine eher schauspielerische Interpretation des Buches. Hörer, die einen neutralen Lesestil schätzen, werden mit ihm sicherlich nicht glücklich. Ich mag diese Art und Weise zu lesen und auch die Stimme Rasovskys sehr. Um ehrlich zu sein, habe ich bis zum Abspann geglaubt der großartige Harlan Ellison würde lesen, so sehr ähnelt ihm Rasovsky.

1 Person fand das hilfreich

Ermüdend

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.02.2012

Dieses Hörbuch weckte kaum Lust in mir, es weiter zu hören. Zu viele Makel haben Buch und Lesung.
Die Handlung des Romans entwickelt sich sehr schleppend. Man folgt dem Unsterblichen, der einen Außerirdischen Besucher als Tour-Guide über die zerstörte Erde führt. Bis zum Ende bleibt unklar worum es geht und was die Akteure antreibt. Das ist insbesondere für den Unsterblichen ein ziemlich billiger Trick, Spannung zu erzeugen, da die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt wird. Als ich dachte, ah jetzt fängt die Geschichte endlich an, kam plötzlich die Auflösung und dann war ruck-zuck Schluss.
Die Lesung von Victor Bevine strengt sehr an. Sie erweckt den Eindruck auf allen Figuren würde eine ungeheurere Last liegen. Alle wirken wie betäubt oder depressiv. Ok, die Erde ist nur noch eine Ruine, aber der Roman erweckt nicht den Eindruck, dass diese, scheinbar schon lange zurückliegende, Katastrophe die Akteure sehr belastet. Tatsächlich enthält er einige sehr grotesk-komische Szenen, bspw. wenn der Unsterbliche dem völlig verdatterten Besucher zeigt, wie die ägyptischen Pyramiden zerlegt werden. Die Vortragsweise Bevines zieht den Hörer, meiner Meinung nach zu Unrecht, herunter.
Wie schwach Roman und Lesung sind, erkannte ich auch daran, dass ich parallel Richard Mathesons "The incredible shrinking man" hörte. Die Lesung Mathesons Roman demonstriert, wie man effektive Science Fiction schreibt und liest: das fantastische Moment dient als Fokus für menschlich bedeutsame Probleme. Zelazny gelingt das in seiner Geschichte nicht. Und auch der Leser Yuri Rasovsky's versteht es den Roman packend zu inszenieren.

Mit leichten Schauern ist zu rechnen

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.11.2011

Die Geschichte ist auf verrückte Art schauerlich, wie von H.P.L. gewohnt, wenn auch nicht so effektiv wie beispielsweise "Re-aninmator". Das mag an der Erzählform als Bericht liegen. Der Leser hat ein zu dünnes Stimmchen, um Grauen entfachen zu können. Begleitend zum Hörbuch empfehle ich die Verfilmung "The Resurrected" (1992), die das Buch recht gut umsetzt.