PROFIL

Wolfgang Otto

  • 9
  • Rezensionen
  • 39
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 11
  • Bewertungen

sehr gut und auch traurig

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.11.2018

Das Gespann Hansen/Hoger ist -mal wieder- unschlagbar. Ein großes Vergnügen dieses Kaleidoskop aus Generationen eines der vielen Kuhdörfer ...büll in Nordfriesland vom Kriegsende bis heute; man hat den Geruch der Gaststätte mit Festsaal förmlich in der Nase. Aber dran bleiben ist wichtig sonst verliert man den Faden, wer, wann, wo in der Handlung herumspringt. Hannelore Hoger jedoch sorgt mit ihrer unaufgeregten Vorleseart immer wieder für Spannung; man versteht eigentlich nicht, wie sie das schafft; bei Christian Brückner, dem anderen großen norddeutschen Vorleser schlafe ich immer ein. Während die friesisch-platten Textstellen in der Druckausgabe für Nichtnordlichter schwierig zu verstehen sind, werden sie von Hoger flüssig und integriert interpretiert. Einmal angefangen vergehen die 11,5 Stunden Vorlesezeit wie im Fluge. Wer heute durch Nordfriesland (oder Franken oder das hessische Bergland) fährt sieht nur noch die Reste einer untergegangene Welt mit geschlossenen Läden und Gastwirtschaften, durchschnitten von ausgebauten Straßen auf denen 80 statt 50km/h gefahren wird. Ein hinüber und herüber gibt es nicht mehr, Kinder spielen nicht mehr in Gärten oder auf Feldern sondern werden aufbewahrt und kaserniert; wohnt da überhaupt noch jemand?. Die Menschen gondeln im Zeitstress mit ihren Blechkisten in die Supermärkte auf der Wiese und kaufen verpackte, vorverdaute Lebensmittel. Schön, dass dieses Buch wehmütig daran erinnert, wie spannend es einmal "auf dem Lande" war bevor alle am Wochenende nach Mallorca flogen.

Eigentlich ganz spannend wenn nur nicht

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 19.10.2018

Manchem dörflichen Franken wird es grausen hört (liest) er die Beschreibung seiner Heimat aus Sicht einer Hamburger Staatsanwältin mitsamt -vergangenheitsbewältigend- einem Jungeninternat der 80er Jahre mit all seinen menschenverachtenden Brutalitäten ins heutige erfolgreiche Managerleben verfrachtet. Dennoch genau getroffen! Halbleere Dörfer mit unbenutzten Kinderspielplätzen und Parkbänken, die pöbelnden Jugendlichen, die jeden Fremden ausgrenzen, dienen, ansonsten aber unbenutzt sind. Die Vorhänge der Fenster bewegen sich; man sieht aber niemanden. Das alles geschildert mit dem typischen Hamburger Hochmut, den man erst einmal ertragen können muss, jedoch mit witzigen Einfällen. Gelesen überdies von tollen SprecherInnen.
Mehr soll zur Handlung nicht verraten werden, wie gesagt eigentlich spannend und unterhaltend geschrieben.

Was aber gar nicht geht ist die ständige und übermächtig betonte Anwesenheit von Zigaretten, Alkohol und diversen anderen Aufputschern als Volksdrogen selbst bei einer Staatsanwältin, die ja eigentlich positives Vorbild sein sollte. Leben die heutigen Mittvierziger tatsächlich so? Total bindungs- und beziehungsunfähig nur sich selbst bespiegelnd, alles auf Abruf und im täglichen abendlichen Dauerrausch allein oder in Gruppen oder zahlt die Alkohol- und Zigarettenindustrie Erfolgsprämien an AutorInnen für wohlfeile Werbedienste? Was für ein trauriges, inhaltsleeres Leben, in dem es hoffentlich noch ein paar Gesetzesbrecher gibt an denen man sich abarbeiten kann. Es ist wohl ein Zeichen der Zeit: Deutschland ein Land von Alkoholabhängigen; kein Film, kein Buch, kein Theaterstück in dem nicht offen oder unterschwellig die belebende Wirkung von Alkohol und Zigaretten verherrlicht wird. Auch die Autorin Simone Buchholz kann und will sich -anscheinend für ihr Buch absatzfördernd- dem nicht verweigern. Schade.

konstruierte Familiengeschichte

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.12.2017

Die vier Vorleser bürgen für Qualität und veranlassen sicher viele Hörer das Buch zu Ende zu hören. Die Geschichte ist eher lau und wirkt konstruiert, man fühlt regelrecht wie sich die Autorin in ihrem Mallorca-Loft, neben sich das Rotweinglas, die Story aus den Fingern tippt. Überhaupt spielen wieder einmal Alkohol (in jeder Form) und Raucherei eine wichtige Rolle in dem wahrscheinlich durchaus realistischen Gesellschaftsbild mit der ebenfalls unvermeidlichen doppelnamigen Psychotherapeutin. Auch bei diesem "Werk" fragt man sich wie das egomanische Erwachsenenverhalten auf die eigenen Kinder wirkt und ob der Nachwuchs nicht auf wirkliche Vorbilder, die nicht immer nur die eigene Nabelschau betreiben, Anspruch hat. Mehr bleibt inhaltlich eigentlich nicht hängen; um es ironisch/humoristisch zu nehmen ist es einfach zu platt.

Hervorragendes Arzneimittel gegen Depression

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.01.2017

Wenn sich der Zuhörer auf die etwas manirierte Vorleseart des Verfassers und gleichzeitig Vorlesers einlässt, ist dieses Buch ein therapeutischer Gewinn für alle, die es nicht gewohnt sind, immer zu siegen und ganz vorne zu stehen...also für uns alle. Ein hervorragendes Lach- und Schmunzelmuskeltrainig, das Psychopharmaka verhindern hilft (da rauft sich der Apotheker die Haare). In seiner Aneinandereihung banalster Lebenssituationen (die Großeltern entschweben volltrunken mit dem Treppenlift in ihre Schlafzimmer) erkennt sich eigentlich jeder selbst wieder und erinnert daran, dass es die täglichen kleinen Dinge sind, die unser Leben ausmachen und nicht das Warten auf irgendwelche Hypes, die ohnehin nie kommen.
Rundherum ein maximaler Gewinn.

dramatischer Leistungsabfall

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.01.2017

Der erste Band war anrührend und spannend geschrieben...und weckte Neugier, vielleicht auch weil so ein Geheimnis um die Verfasserin/Verfasser gemacht wurde.
Dagegen wirkt der zweite Band wie ein Aufguss alter Teebeutel. Es kommen im wesentlichen keine neuen Personen und Perspektiven hinzu. Der Roman versandet regelrecht in Spießigkeit und Beschreibung der immer selben Personen...die nur etwas älter geworden sind. Muss es denn immer sein, eine Geschichte durch Fortsetzung unbedingt so totzutreten. Man spürt regelrecht die Lustlosigkeit; wahrscheinlich denken Schreiber, Verleger und Herausgeber nur noch an ihre Umsätze. Selbst eine Starvorleserin wie Eva Mattes reisst es nicht heraus, im Gegenteil kam mir der Gedanke, warum sie sich für so etwas hergibt.
Schade.

So etwas gibt es noch?!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.11.2016

Auf welchen Platz würden Sie Meine geniale Freundin (Die Neapolitanische Saga 1) auf Ihrer Hörbuch-Bestenliste setzen?

Toll und spannend geschrieben, hervorragend -wie stets- gelesen von Eva Mattes. Ein unvergessliches Erlebnis in die neapolitanische Lebenswelt der unteren Stufe einzutauchen.
Die, die wir Süditalien nur als Vesuv und Strand wahr haben wollen, lernen eine ganz andere Seite kennen. Kindheit und Heranwachsen als ständiger Kampf mit Kohlsuppe und muffigen Hinterhöfen. Wann erscheint die Fortsetzung?

Fünf Sterne für Jane Gardams drittes Buch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.11.2016

Was hat Ihnen am allerbesten an Letzte Freunde gefallen?

Zugegeben, man muss die beiden "Vorwerke" Jane Gardams über Feathers (FILTH) und seine Betty gelesen-gehört-genossen haben um überhaupt durchzublicken, wovon hier die Rede ist. Dies vorausgesetzt ist der dritte Teil der Trilogie über das Schlitzohr Terry Veneering ein absoluter Höhepunkt, der nicht nur die Lachmuskeln strapaziert sondern auch dem Ende, dem wir alle ja ungebremst entgegen gehen, etwas sympathisches, lebenswertes verleiht. So ist eben der Lauf der Dinge selbst wenn man in einer Kirche eingesperrt wurde und nur die Tür nach außen hätte öffnen müssen. Von den drei Hauptfiguren ist Terry Veneering die spannendste, bleibt aber irgendwie einsam und mit seinen Schicksalsschlägen allein. Aber sind wir am Ende unserer Tage nicht alle mit unserer Biografie irgendwie allein?Jedenfalls hinterlässt die Reihe von Jane Gardam ein positives (Weiter-) Lebensgefühl auch wenn es immer dunkler wird. Ihr Antipode ist Philipp Roth, der beim lesen nur schlechte Gefühle und Nihilismus hinterlässt.

Alkohol und Zigaretten

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.11.2016

Was hätte William Boyd anders machen müssen, damit Sie das Hörbuch mehr genossen hätten?

Die Ich-Form suggeriert eine Autobiografie. Weit gefehlt. Der Roman wirkt reichlich konstruiert mit den bekannten Versatzstücken: Berliner Lasterhöhle der 20er Jahre, siegreiches England über Nazi-Deutschland nach 45 dazu die etwas unbedarften USA aus britischer Sicht. Und plötzlich kommen Zwillinge zur Welt, die aber schnellstmöglich zur Nurse bzw. ins Internat verfrachtet werden. Das kennt man alles zur Genüge und schlimm ist wirklich, wie ausschließlich Ich-bezogene Schicksale in täglichen Alkohol- und Nikotinexzessen ertränkt werden. Man fragt sich ständig, wann war die Protagonistin überhaupt einmal nüchtern? Was für ein armseliges Leben?

Hat Ihnen Elisabeth Günther an der Geschichte etwas vermittelt, was Sie vielleicht beim Selberlesen gar nicht bemerkt hätten?

Die Sprecherin hat mich veranlasst, das Buch zu Ende zu hören (was mir bei der Druckausgabe lesend sicher nicht gelungen wäre), wenngleich ich zugeben muss, dass die 30minütige Einschlaffunktion des öfteren dem weiteren "Genuss" ein friedliches Ende resp. Zigarettenpause bereitet hat.

Lieber mal pausieren

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.11.2016

...sollten die Kluftinger-Autoren. Vor allem die ewigen spießigen Familienklamotten mit der schwangeren, japanischen Schwiegertochter nerven gehörig und dienen lediglich eine dazu, Seiten zu füllen. Wenn dann wenigstens die Krimistory spannend wäre...ist sie aber nicht🙀