PROFIL

Jens

  • 11
  • Rezensionen
  • 43
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 36
  • Bewertungen

Toller Roman, überzeugend umgesetzt

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.02.2019

Vielleicht ist das hier nicht das absolute Höchstniveau, das Nesser mit seinen Klassikern "Kim Novak badete nie im See Genezareth" und "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" erreicht hat. Jedenfalls aber knapp dahinter. Spannende Geschichte, sehr originell aus verschiedenen Perspektiven erzählt!

Ich kann nachvollziehen, wenn einige Rezensenten hier Wiederholungen beklagen, und dass die Handlung nicht schnell genug vorankomme. Das ist dann aber ein anderer Anspruch. Dieser Nesser ist kein Suspense-Krimi, sondern ein vielschichtiges literarisches Sozio- und Psychogramm, in dem verschiedene spannende Charaktere dargestellt und entwickelt werden, mit deutlichem - auch sprachlichem - Mehrwert über die Handlung hinaus.
Ich habe die Geschichte aufgrund verschiedener unglücklicher Umstände über Monate hinweg gehört - und trotzdem nie den Faden verloren, weil ich sie so fesselnd fand.

Vermutlich bringt die Umsetzung als Hörbuch mit verschiedenen - durchgängig überzeugenden - Sprechern hier nochmal einen Mehrwert.
Einziger kleiner Minuspunkt, der jedoch keinen Abzug rechtfertigt: es wäre schön, wenn der Verlag einigen der Sprechern vorab mal eine Stunde Training in schwedischer Aussprache verpasst hätte.

Bewegend - aber ...

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.07.2013

Eine bewegende Geschichte, bedrückend, grandios erzählt.

Eigentlich hätte das Hörbuch aber sogar zwei Sterne Abzug verdient:
- einen dafür, dass bei diesem Autor, der kein Wort zuviel schreibt und bei dem jeder Satz sitzt, trotzdem noch gekürzt wird;
- einen für Sprecher Matthias Brandt, der die traurige Grundstimmung durch seinen an der Erträglichkeitsgrenze entlangwandelnden melancholisch-schleppenden Lesestil derart (über)betont, dass es zeitweise wie eine Karikatur wirkt.

Großartige Fortsetzung eines großartigen Romans

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.03.2013

Beim ersten Lesen haben mich einige der enttäuschten Rezensionen zu Buch 3 von 1Q84 doch etwas überrascht. Nach dem zweiten Lesen und etwas Nachdenken muss ich zugeben:
Jedenfalls die Kritik, dass viele Rätsel unaufgelöst bleiben, manche Handlungsstränge keine Fortsetzung finden und die Geschichte recht klischeehaft endet, empfinde ich als berechtigt.

ABER (um es mal etwas zu überspitzen):
Wer erwartet, auf jede Frage eine explizite Antwort und für jedes Rätsel eine schlüssige Erklärung zu erhalten, der sollte vielleicht nicht diesen Autor und ein derart komplexes Buch, sondern einen herkömmlichen Krimi oder Science Fiction-Roman lesen.
Es mag eine Frage der Erwartungshaltung sein - ich jedenfalls habe nicht angenommen, für all die unerklärlich erscheinenden Phänomene, die einem im Laufe der Bücher 1 und 2 präsentiert werden, nun in Buch 3 (oder einem weiteren Band) die alles umfassende und verdeutlichende Erklärung zu erhalten, und bin dementsprechend auch nicht enttäuscht worden. Manches musste in meinen Augen auch nicht näher erklärt werden: wofür beispielsweise die "Stadt der Katzen" steht (oder stehen könnte), ist für meinen Geschmack deutlich genug geworden.
Der Reiz des Romans liegt für mich nicht zuletzt auch darin, dass nicht alles erläutert, sondern dem Leser/Hörer Raum für eigene Ideen, Gedanken und Erklärungsversuche gelassen wird (wobei ich zugeben muss, dass mich so etwas bei anderen Büchern auch schon geärgert hat).

Die Kritik, dass das Ende wenig überzeugend daherkommt, kann ich aber - wie schon angedeutet - durchaus teilen. Nicht dagegen das mit den Redundanzen: gerade die Wiederholungen aus unterschiedlichen Perspektiven und mit anderen Nuancen empfinde ich als ein besonders gelungenes, besonders virtuos eingesetztes Stilmittel.

Schließlich ist auch Band 3 ein sprachlich großartiges Buch, gelesen von einem hervorragenden Sprecher. 5 Sterne, ohne Frage!

Netter Thriller - mehr aber auch nicht

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.07.2012

Ein durchaus spannender Thriller mit nur kleineren Längen und einer für meinen Geschmack arg zufällig daherkommenden Auflösung - wohl auch dem Umstand geschuldet, dass die als Erzähler auftretende Hauptfigur Gerichtsmediziner ist und nicht in leitender Funktion an den Ermittlungen beteiligt, also schon mal in diese "hineinstolpern" muss.
Die Wendung zum Schluss finde ich auch nicht sooo überraschend: es gibt doch einige mehr oder weniger versteckte Hinweise, und die vom Autor ausgelegte Hauptfährte - damit wird an dieser Stelle nichts verraten, was nicht jede/r Hörer/in selbst bemerken wird - ist einfach zu deutlich und tief, als dass sie letztlich ans Ziel führen könnte.

Anders als z.B. bei vielen der skandinavischen (Sjöwall/Wahlöö, Nesser, Larsson ...), aber auch anderen Krimis fehlt mir etwas Tiefgang, ein Mehrwert über die Kernhandlung hinaus ... Auch sprachlich überzeugt mich das Buch nicht wirklich. Gerade die Liebesgeschichte, die die Hauptfigur weiter in die Handlung verwickelt, finde ich recht fad erzählt.

Schließlich zum Sprecher Johannes Steck:
Ein engagierter Lesestil ist schön und gut, aber dieses Hörbuch wird mir zu sehr zum Ein-Mann-Hörspiel. Mehrere Dialoge werden fast schon geschrieen. Weniger wäre mehr gewesen, obwohl er die einzelnen Personen stimmlich sehr schön unterscheidet und damit für den Hörer wiedererkennbar macht.

Feuilletonistische Verklemmung?!

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 09.03.2012

Habe dieses Hörbuch vor allem deshalb vollständig durchlitten, weil ich unbedingt wissen wollte, wieso derart viele Feuilletonisten auch seriöser Zeitungen und sonst von mir durchaus geschätzte Rezensenten sich so lobend über die "Schoßgebete" geäußert haben, nachdem die "Feuchtgebiete" (die ich nicht gelesen oder gehört habe) doch im allgemeinen eher für Schund gehalten wurden.

Meine Theorie ist folgende (doppelte):

Zum einen empfinden wahrscheinlich gerade seriöse Journalisten, die die Macht und Praktiken der BILD-Zeitung kennen und durchschauen, es toll, wenn der große Schmuddelbruder mal so richtig sein Fett weg bekommt.
Wie die Autorin bzw. ihre Hauptfigur die ihr widerfahrenen tragischen Erlebnisse verarbeitet und beschreibt, ist zunächst auch durchaus interessant, nicht zuletzt psychologisch. Das beschriebene Verhalten der BILD-Zeitungs-Redakteure ist schlicht widerlich. Allerdings wird all das - wie auch sonst nahezu jedes in dem Buch angeschnittene Thema - solange und immer wieder wiederholt, bis es den Leser/Hörer nur noch ermüdet.

Zum anderen vermute ich, dass die Begeisterung einiger Rezensenten über die Schilderungen sexueller Sachverhalte in erster Linie Zeichen ihrer eigenen Verklemmung(en) ist. So nach dem Motto: Als Feuilletonist bekommt man sowas ja sonst nicht zu lesen, jetzt darf ich mal. Ui, wie versaut!
Gerade die vielfach gerühmte Sex-Szene zu Beginn des Buches ist aus meiner Sicht nicht sonderlich spektakulär - und das schreibe ich keineswegs, weil ich selbst so ein aufregendes Sexualleben oder schon viele solcher Beschreibungen gelesen hätte, eher im Gegenteil.
Die von der Autorin durch das gesamte Buch hindurch gezogene Verbindung zwischen den tragischen Ereignissen und ihrem Sexualleben (nur beim und durch Sex kann sie verdrängen) mag ja als Idee noch irgendwie originell sein. Auch hier gilt aber: die stete Wiederholung tötet irgendwann jeden Reiz.

Welchen Mehrwert die seiten-/minutenlangen Ausführungen zu irgendwelchen Tierchen im Darm und anderen Themen aus dem Fäkalbereich bringen sollen - außer vielleicht die "Feuchtgebiete"-Leser bei der Stange zu halten -, erschließt sich mir nicht. Da fand ich das Buch häufig nur langweilig.

Völlig unverständlich ist für mich, dass einige professionelle Rezensenten die "Schoßgebete" sogar sprachlich ansprechend fanden.

Fazit:
Nicht gänzlich uninteressant, aber mit jeder Menge überflüssigem Text.
Alles in allem maßlos überschätzt.
Zur Stimme der Autorin ist hier schon genug gesagt ...

Zwischen Licht und Schatten Titelbild

Mehr Licht ins Dunkel ...

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.09.2011

... bringt dieses (Hör-)Buch - bei dem es sich angesichts des angegebenen Veröffentlichungsjahrs 2005 um die Erstauflage handeln dürfte (mittlerweile gibt es eine vierte, aktualisierte) - auf jeden Fall.

Wenn man sich ein genaueres Bild davon verschaffen will, was vor über 40 Jahren nach der Erstbesteigung der Rupal-Wand am Nanga Parbat durch die Messner-Brüder geschehen sein KÖNNTE, kommt man an diesem Buch nicht vorbei. Dass kein Verlass auf Reinhold Messners Version ist, ergibt sich schon daraus, dass gar nicht EINE Messner-Version existiert, sondern verschiedene, zum Teil in wesentlichen Punkten voneinander abweichende. Dies hat nicht nur Saler in "Licht und Schatten" dargelegt, sondern auch Max von Kienlin (in zwei leider nicht als Hörbuch verfügbaren Werken), der ebenfalls bei der Expedition dabei war, wenn auch nicht so weit oben am Berg wie Saler.

Der Sprecher Höppner liest sehr eindringlich. Die (wenigen) von dem Autor selbst gelesenen Abschnitte sind etwas gewöhnungsbedürftig, geben dem Hörbuch aber eine zusätzliche persönliche Note.

Die ansonsten vollauf verdienten fünf Sterne kann ich wegen der erfolgten Kürzung nicht vergeben - das ist einfach nur ärgerlich.

Über dieses Hörbuch hinaus sei noch angemerkt, dass die gesamte Kontroverse äußerst interessant ist, nicht zuletzt auch, dass und wie es Reinhold Messner gelungen ist, die öffentliche Meinung zu beeinflussen (für sich zu gewinnen?!), obwohl zahlreiche Fakten gegen seine Darstellungen und vor allem gegen die von ihm nach über 30 Jahren erstmals erhobenen Vorwürfe sprechen.
Wer sich ein eigenes Bild verschaffen will, sollte sowohl Messners Bücher zu dem Thema als auch die von Saler und von Kienlin und das 2010 erschienene "Nanga Parbat. Das Drama 1970 und die Kontroverse ..." von Jochen Hemmleb lesen.

Schade um den schönen Sex Titelbild

Schade um die schöne Zeit

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.08.2011

Naja, die Überschrift ist etwas übertrieben - dennoch bleibt das Buch deutlich hinter "Wer Wem Wen" vom selben Autor (meiner Meinung nach mindestens vier Sterne wert) zurück.
Die besonders originellen, gegen den Strich gebürsteten (Alltags-)Beobachtungen und der Wortwitz, die einen durch den Vorgängerroman getragen haben, verlieren sich hier, stattdessen wirken viele sprachlichen Bilder konstruiert und versprühen nicht mehr die gleiche Leichtigkeit. Auch die Handlung reißt einen nicht wirklich mit, stattdessen klingt ein reichlich irritierendes Thema an, ohne dass der Autor, frühere Titanic-Redakteurin, so recht Stellung dazu nimmt.

Wieso ein Hörbuch auf unter vier Stunden gekürzt werden muss, erschließt sich mir nicht. Dass das Buch dadurch schlechter geworden ist, kann ich mir aber auch nicht vorstellen.
Alles in allem leider eine Enttäuschung, gemessen an meinen recht hohen, durch "Wer Wem Wen" geweckten Erwartungen.

Reinhold Messner und Stefan Dech (Das blaue Sofa) Titelbild

Werbeveranstaltung

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.04.2010

Kostet nichts, bietet aber auch nicht viel mehr als nichts.
Im wesentlichen handelt es sich um eine Werbeaktion für das 2005 unter Messners Beteiligung erschienene Buch "Berge aus dem All". Der große Guru nutzt dabei mehr oder weniger ungefragt die Gelegenheit, nebenbei auch wieder einmal seine Mitstreiter bei der tragischen Nanga Parbat-Expedition 1970 abzuwatschen und die Behauptung wiederzukäuen, die Begleiter von damals würden ihm bis heute vorwerfen, dass er seinen Bruder über die Rupalwand in den Tod geschickt habe. Der Unsinn wird durch ständige Wiederholung nicht richtiger - aber das interessiert Messner und die von ihm dominierte Medien-Öffentlichkeit ja nur am Rande.
Ansonsten hat das Gespräch wenig Substanz, auch wenn der Meister einige nette Bonmots liefert. Reden kann er, keine Frage.

Wer sich ernsthaft mit dem Geschehen am Nanga Parbat und dem tragischen Tod von Günter Messner auseinander setzen will, sollte Saler (in einer Version aus 2005 als audible-Hörbuch erhältlich) und von Kienlin hören und lesen - und vor allem die widersprüchlichen Darstellungen, die Reinhold Messner über die Jahre so abgeliefert hat.

Solider Krimi mit plötzlichem Ende

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.04.2010

"Das grobmaschige Netz" hat einiges von dem, was Nesser und seine van Veeteren-Reihe ganz allgemein auszeichnet: einen interessanten Plot, eine Handlung, die aus verschiedenen Perspektiven entwickelt und spannend aufgebaut wird, das Ermittlerteam um den charismatischen Kommissar, das in diesem ersten Band eingeführt wird.
Was mir aber nicht gefällt, ist die Auflösung, die so hopplahopp daherkommt, dass man - wäre es keine ungekürzte Version - annehmen müsste, dass der dritte und letzte Teil des Romans gewaltig zusammengestrichen wurde oder Nesser am Schluss keine rechte Lust mehr hatte.
Insgesamt bleiben die drei Hauptpersonen und ihre Motive doch etwas unscharf und für meinen Geschmack zu sehr den intuitiv-psychologisierenden Bewertungen van Veeterens überlassen ...

Kein Klassiker, aber ein guter Krimi

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.04.2010

Kein Klassiker wie "Kim Novak badete nie im See von Genezareth", aber eine interessante Variation des Themas "Unbescholtener Bürger verursacht einen Unfall, verstrickt sich bei dem Versuch, ungeschoren aus der Sache herauszukommen, immer weiter ins Unrecht und wird so zum mehrfachen Mörder".
Der Plot ist nicht überragend spannend, die Schlusspointe auch keine große Überraschung - Nesser baut den Roman mit verschiedenen Handlungssträngen und Erzählperspektiven jedoch sehr schön auf und fesselt den Hörer/Leser bis zum Schluss. Gut gefallen haben mir auch die Darstellung der Polizeiarbeit und der oft etwas lakonische Ton zwischen den Mitgliedern des Ermittlerteams.

An Dieter Moor als Vorleser habe ich - anders als manche Vorrezensenten - nur auszusetzen, dass etwas mehr Kenntnis des Niederländischen bzw. seiner Aussprache nicht schaden könnte.

Ein kleiner Minuspunkt ist die technische Umsetzung als Hörbuch: die über neun Stunden sind in lediglich acht Kapitel aufgeteilt - wenn man da einmal an ein Kapitelende oder einen -anfang rutscht, geht das große Suchen los. Ohnehin hatte ich bei diesem Hörbuch erstmals Probleme mit der "Navigation" im Text.