PROFIL

Der Leser

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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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Naja, zu viel Fantasy und ein nerviger Sprecher

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.11.2019

Achtung, Spoiler.

Fand ich im ersten Teil die Story noch spannend, nerven die zunehmenden Fantasy-Anteile im zweiten Teil. Ritter und Piraten, wiedergeborene Seelen, die ohne jegliche Erklärung Materie nach Belieben formen können – das beißt sich mit den vielen technischen Details, die das Werk zumindest zu 50% noch als SciFi durchgehen lassen.

Schriftstellerisch nerven die ständigen Wiederholungen. Alles wird immer "per Dataviz" übermittel (Schreibweise kann abweichen). Ja, verdammt, wir haben es begriffen: die Menschen in der Zukunft können direkt zwischen ihren Köpfen und mit Maschinen kommunizieren. Und dass das eine blöde Viech in dem Teich da "traktamorphe Arme" hat: ja, ja, ich hab's verstanden! Kein Grund, das alles ständig zu wiederholen.

Joshua, dieser Überheld, dieser Supermann, der alles wegknallt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, geht mir nur noch auf den Sack. Zu gnädig, wie die feige Sau seinen zurückgelassenen Kameraden auf LaLonde anbietet "genau ein einziges Mal vorbeizufliegen", um sie zu retten, sonst hätten sie halt Pech gehabt. Seine Ex-Alte feiert ihn dafür, weil er so ein toller Hecht ist. Vol bescheuert. Spannender finde ich da, wie es bei Syrings (gesprochen "Süüührings") weitergeht, die hat nämlich auf die Fresse bekommen. Evtl. findet da jetzt eine Charakterentwicklung statt.

Der Sprecher nervt ungemein. Vor allem die ständige Flüsterei. Jedesmal, wenn jemand schreit oder aufgeregt ist, dann schreit der Trottel flüsternd. Kann man sich nicht ausdenken. Und schreckliche Details aus Kämpfen und Folterszenen mit der Belanglosigkeit eines Christoph Waltz runterzubeten, trägt auch nicht gerade zur Stimmung bei.

Einzig die Story an sich ist gut und ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Wörter, die ich nie wieder in einem Buch lesen möchte: per Dataviz, seine neurale Nanonik, traktamorphe Arme

Insgesamt zu lang, Sprecher gefällt mir nicht

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.10.2019

Diese Rezension bezieht sich auf alle 4 Bände der Shadowmarch-Reihe. Achtung, enthält SPOILER!

Tad Williams‘ vierteilige Fantasy-Reihe „Shadowmarch“ ist vor allem eines: lang. Im Gegensatz zu seinem Kollegen George RR Martin hat er seine Bücher aber beendet, was ihm zu Gute zu halten ist. Letztendlich hinterlässt das Werk aber aufgrund Länge, Sprachstil und Logikproblemen einen eher zwiespältigen Eindruck.

An Büchern, gerade an Hörbüchern, habe ich häufig viel auszusetzen. Die Negativpunkte erschlagen oft das Positive in meinen Rezensionen, weshalb ich diesmal mit dem Schlechten beginnen und mit dem Guten enden möchte, um einen versöhnlichen Gesamteindruck zu erzeugen.

Auf Spoiler habe ich dabei keine Rücksicht genommen. Diese Rezension richtet sich eher an Personen, die die Bücher bereits gelesen haben.


[Story]

Tad Williams versucht, eine epische Geschichte zu erzählen, verzettelt sich dabei aber zu sehr in Handlungsstränge, die für die eigentliche Story nicht relevant sind. In kleinen Dosen können solche Ausflüge in die geschaffene Fantasy-Welt ja angenehm sein, in diesem Fall aber übertreibt der Autor.

Um jeden Winkel seiner Welt zu beschreiben, bedient er sich – ganz wie sein Vorbild George RR Martin – einer Reihe von Reflektoren, die nur existieren, um das Geschehen um sie herum zu beleuchten. Die Handlungsstränge von Kettlesmit, Briony, Quinitan oder Utter tragen nämlich überhaupt nichts zur epischen Haupthandlung bei. Bei Briony bin ich sogar geneigt zu behaupten, dass der Autor sie nur aus Gründen des Zeitgeists hinzugefügt hat („starke Frau“, deren Hauptproblem es aber zu sein scheint, dass sie keine Hosen tragen darf).


[Logikfehler]

Eine Reihe von Logikfehlern waren ärgerlich. Ich möchte wetten, dass der Autor am Anfang noch keine Ahnung hatte, wohin sich die Story entwickeln wird und deshalb einfach mal drauflosgeschrieben hat. Das Problem einer solchen Arbeitsweise ist häufig, dass Dinge, die am Anfang erwähnt werden, nicht zum Ende passen. Mein liebstes Beispiel dafür ist übrigens die Fernsehserie „Lost“.

Einige Beispiele:

Yasamez erklärt am Anfang der Belagerung von Südmark, dass so oder so alle sterben. Entweder gelangt der Spiegel nach Kulnaqar und dann sterben alle oder er gelangt nicht dorthin und dann wachen die Götter auf und alle sterben. Später stellt sich heraus, dass das Erwachen der Götter überhaupt nicht mit diesem blöden Spiegel zusammenhängt, denn der Autarch weckt die Götter vollkommen unabhängig davon.
Feuerblume: wenn die zwei einzigen Nachkommen, an die man die Feuerblume hätte weitergeben können, tot sind, warum zeugen die wehleidigen Qar dann nicht einfach neue, anstatt sich jahrhundertelang in ihrem Leid zu suhlen?
Flint: es gibt keinen logischen Grund, warum das Kind bei den Qar nicht gealtert ist.
Schattengrenze: es gibt keinen logischen Grund und es hat auch keine Bedeutung für die spätere Handlung, dass sich die Schattengrenze zu Anfang bewegt.

Um dennoch zu einem Ende zu gelangen, opfert der Autor etwas, das man niemals opfern sollte: die Informationshygiene. Gegen Ende weiß jeder alles. Die Qar, die Funderlinge, einfach jeder weiß, was der Autarch plant. Das hängt aber auch mit Williams‘ Schreibstil zusammen, denn seine Figuren müssen immer alles „erleben“. Er ist ein Opfer des modernen „Show, don’t tell„-Dogmas. Hätten die ganzen Informationen, über die einige Figuren am Ende verfügen, obwohl sie das nicht dürften, ihnen per Handlung zugetragen werden müssen, dann hätte der Autor sicher zwei weitere Bücher gebraucht. Da er darauf – zum Glück – wohl keine Lust hatte, hat er einfach mal Fünfe gerade sein lassen und die Informationshygiene vernachlässigt.


[Sprachstil – Wie, wie, wie, wie …]

Tad Williams scheint Schreibratgeber geradezu verschlungen zu haben. In diesen wird häufig empfohlen, das Beschriebene durch Vergleiche möglichst lebendig erscheinen zu lassen. So weit so gut. Nur vergleicht sich der gute Tad hier zu Tode. Jeder Aktion, jedem Gedanken, jedem Sinneseindruck folgt ein mit „wie“ eingeleiteter Vergleich. Ich bin mir sicher, würde man alle Wörter im Text anhand deren Häufigkeit sortieren, das Wort „wie“ würde an einer deutlich höheren Position rangieren als in vergleichbaren Genrewerken. Wie, wie, wie, wie, wie. Aus schriftstellerischer Sicht ist das lachhaft eitel. „Schau mal, wie viele Vergleiche ich kenne!“

Ein weiteres Problem ist die Erkläritis. Der Autor nimmt den Leser ständig an die Hand. Nach jedem gesprochenem Satz, nach jedem Ereignis, nach jedem Sinneseindruck wird erklärt, was die Figur nun fühlt, bzw. was das Gesagte oder das Gesehene für sie bedeutet. Das mag am Anfang, wenn eine Figur noch charakterisiert wird, sinnvoll sein. Aber wenn man bereits weiß, dass es sich um einen ängstlichen Charakter handelt, muss man nicht bis zum Ende einer vierteiligen Reihe jedesmal beschreiben, dass die Figur Angst hat. Oder, konkretes Beispiel: Barricks verkrüppelter Arm. Himmel, ja, wir haben verstanden, dass der Arm verkrüppelt ist und Barrick sich darüber ärgert! Und ja, wir haben auch verstanden, dass er irgendwann wieder geheilt ist! Kein Grund, das wirklich JEDESMAL zu erwähnen.


[Unsympathische Figuren]

Dann haben wir eine Reihe unsympathischer Figuren in den Büchern. Ob das dem Autor anzulasten ist, weiß ich nicht. Wenn er sie als „unsympathische Nerver“ angelegt hat, dann ist ihm dazu eher zu gratulieren, denn es ist ihm gelungen.

Briony nervt. Ihr größtes Problem scheint zu sein, dass sie keine Hosen tragen darf. Dazwischen behandelt sie ihre Freunde richtig mies, indem sie ständig ihren Herrschaftsanspruch klarmachen muss. Sie leistet nichts, flieht nur, lässt sich von anderen helfen, hält sich aber für die Größte und gibt sich die ganze Zeit herrisch.

Kettlesmit ist da nicht besser, der langweilt nur. Und „das Kind“ … ach, ich hör ja schon auf.


[Unglaubwürdige Liebesgeschichte]

Die Liebesgeschichte zwischen Ferras Vansen und Briony ist vollkommen unglaubwürdig. Sie treffen sich zu Anfang kurz einmal und später denken sie immer dann aneinander, wenn sie gerade Zeit dafür haben. Später gestehen sie sich ihre Liebe. Und was dann folgt … ich möchte kotzen. Wir erleben tatsächlich ihre erste Beziehungskrise. Nach vier Büchern und einer ätzend unglaubwürdigen Liebesgeschichte schleppt uns der Autor auch noch durch das.


[Hörbuch]

Hörbuchsprecher David Nathan hat mich furchtbar genervt. Ständig geht er mit der Stimme am Ende des Satzes nach oben, sodass die Figuren klingen wie grenzdebile Idioten. Kann man sich nicht ausdenken.

Aber vielleicht Geschmackssache, wogegen der Umstand, dass er markante Stimmen mehrmals einsetzt, ein echtes Problem darstellt. Häufig ist man ist verwirrt, wie nun diese oder jene Figur an einen Ort gekommen ist. Auf einmal hören wir z.B. Chert sprechen, aber in Wahrheit spricht eine ganz andere Figur.

Dass idiotische Stimmen wie die Death-Metal-Stimme, die Piepsstimme, oder die Stimme, die klingt wie der tschechische Sänger von Rammstein, zum Fremdschämen zwingen: egal. Bin eh schon fertig mit diesem Sprecher, der wirkt, als lese er einem Kind etwas vor.

Doch so sehr ich vom Sprecher auch genervt war, gibt es mir Genugtuung, dass er ebenfalls gelitten hat. Am Anfang jedes Kapitels hat Tad Williams ein Zitat eines fiktiven Buches seiner Welt gepackt. Waren dies bei Band 1-3 noch unterschiedliche Werke, gab es in Band 4 nur noch ein einziges, nämlich: „Der Waisenkabe“. Und es bereitete mir diebisches Vergnügen, mitzuerleben, wie angeekelt der Sprecher war, immer wieder den gleichen Satz sagen zu müssen. Manchmal zögerte er, bevor er begann zu lesen, manchmal klang seine Stimme genervt, wenn er immer und immer wieder sagen musste: „Der Waisenknabe: Sein Leben und Sterben und himmlicher Lohn – Ein Buch für Kinder“. Am Ende hat er es mehr gehasst als ich 🙂


[Die guten Punkte]

Wie eingangs erwähnt, ende ich mit den Dingen, die mir gefallen haben.


[Sprachstil]

Tad Williams ist äußerst wortgewandt. Er verwendet viele Begriffe, die einem ersteinmal nicht so geläufig sind, dafür aber passgenau. Auch webt er zu den Figuren passende Sprichwörter ein, wie z.B. „Felsriss und Firstenbruch“. Dazu kommt eine hervorragende Übersetzung ins Deutsche.


[Gute Figuren]

Mit einigen Figuren kann man mitfiebern, z.B. Ferras Vansen, augenscheinlich dem Einzigen, der bereit ist etwas zu leisten, und der allen am Ende zusammen mit den Funderlingen den Arsch rettet.

Oder Barrick, dem man irgendwann gerne folgt, nachdem er endlich kein zynisches, weinerliches Gör mehr ist. Diese Figur macht eine echte Entwicklung durch: vom kleinen Meckerbalg mit dem verkrüppelten Arm zum Anführer der Qar, der das große Ganze sieht und mit seinem früheren Leben abgeschlossen hat.

Der Autarch war meine Lieblingsfigur. Neben Ferras Vansen jemand, der weiß, was er will und auch weiß, was er tun muss, um es zu bekommen. Er hat gelesen, studiert und geforscht um noch mächtiger zu werden als er bereits ist. Natürlich ist er ein brutaler Schlächter, aber trotzdem ist das eine interessante Figur.


[Epische Geschichte]

Die Kerngeschichte an sich ist episch, sie zieht sich über ein Jahr hin und am Ende geht es um alles. Häufig hat man das Gefühl, dass sich aus den verschiedenen Handlungssträngen ein großes Ganzes ergibt (was am Ende aber nur teilweise zutrifft). Dieser Umstand hat mich weiterlesen lassen.

Wörter, die ich nie wieder in einem Roman lesen möchte: unserrrrreins, barmherzige Soria, wer ist dieser Kettenjack?

Lieblose Fortsetzung

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.04.2019

Ich habe das Hörbuch ausführlich auf meinem Blog redustrial.de besprochen. Hier die Rezension:

So gut, wie mir der erste Teil der Rabenschatten-Trilogie gefallen hat, so enttäuscht bin ich vom zweiten Teil „Der Herr des Turmes“. Geänderte Erzählperspektive, langweiliges Vorgeplänkel und endlos viele Kampfszenen nerven ungemein.

[Um was geht es?]
Folgten wir im ersten Band noch Vaelin al Sornas Aufstieg zum größten Krieger aller Zeiten und seiner Niederlage am Ende, knüpft Band 2 nahtlos an Vaelins Kriegsgefangenschaft an. Er kehrt in die Königslande zurück und könnte nun – des Kämpfens müde – so einige Konflikte durchleben.

Leider entschied sich der Autor dazu, Vaelin aus dem Fokus zu nehmen und stattdessen zusätzliche Perspektivträger einzuführen. So folgen wir nun auch den Erlebnissen des Chronisten (wie im ersten Band, aber mit mehr Handlung), Lyrna, Reva und einer fünften Person, die erstmal ungenannt bleiben soll (Spoiler). Das Ganze zieht die Handlung in die Breite und sorgt für einige Langeweile.

Vaelin wird „Herr des Turmes“ im Norden, wo er nicht viel macht, außer sich schamanistischen Zeremonien und Visionen hinzugeben und damit erstmal raus ist aus der Haupthandlung.

Lyrna zieht in diplomatischer Mission in den Norden, was für den weiteren Verlauf der Handlung vollkommen irrelevant ist, denn ihre Handlung beginnt eigentlich erst, nachdem sie zum Palast zurückkehrt.

Reva, eine neue Figur, zieht in den Süden und ist eine ziemliche Mary Sue, die auch ohne viel Training zur Meisterbogenschützin, Herrscherin und Heerführerin wird.

Der Chronist wird entführt und folgt den Volorianern in den Krieg.

Der fünfte Handlungsstrang (der der ungenannten Figur) ist eigentlich der interessanteste.

Das „Finale“ des Buches stellt die wohl entspannteste Stadtbelagerung der Fantasy-Geschichte dar. Die Volorianer – die gefährlichsten bösartigsten Krieger aller Zeiten (gähn) –, die bereits die ganzen Königslande unterworfen haben, kommen mit einem unvorstellbaren großen Heer (gähn) zur Stadt und lassen sich dort über Wochen einfach niedermetzeln. Sie greifen immer mit gerade so wenig Soldaten, dass die Bogenschützen der Stadt alle abschießen können. Pfeile gehen natürlich nie aus und das gerade vor kurzem aus Amateuren gebildete Bogenschützenheer ist ja so gut. Der Himmel verdunkelt sich sogar, wenn sie schießen, weil sie so viele Pfeile so schnell hintereinander abschießen. Gähn.

Die Angreifer verwenden scheinbar nutzlose Wurfmaschinen, die so ungefährlich sind, dass die Mary-Sue-Heerführerin Reva eben mal entspannt im Schneidersitz auf den Zinnen der Stadtmauer sitzt und zuschaut, wie die Felsbrocken in die Wand krachen. Zeit für Sex mit der Frau ihres Onkels bleibt während der Belagerung auch noch und generell hat man nie das Gefühl, dass da wirklich eine Bedrohung vor der Stadt stünde.

Am Ende gibt es einen Cliffhanger, der Lust auf den dritten Teil machen soll, aber Fehlanzeige. Ich lese doch nicht noch einmal ein halbes Buch, in dem nichts geschieht, nur um zu wissen, wie eine Geschichte ausgeht, die mich nicht interessiert. Vaelins Geschichte wurde bereits in Band 1 erzählt.

[Unmotivierte Langeweile]
Ich bin der Meinung, dass es sich hier um ein Produktbuch handelt. Kein Leidenschaftsbuch. Der Autor hat wahrscheinlich ein alleinstehendes Buch geschrieben (Band 1 – Das Lied des Blutes) und dann hat der Verlag gesagt: „Verlegen wir. Aber du musst drei Bücher draus machen.“

So kam es zur in der Fantasy üblichen Pflichttrilogie. Band 1 ist in sich abgeschlossen. Band 2 wirkt wie eine Portion Mörtel, die vollkommen unmotiviert an eine Mauer geklatscht wurde. Man merkt einfach, wie hier gestreckt wurde, was das Zeug hält. Drei(!) zusätzliche Perspektivträger und vierhundert Seiten Anlauf, bis es losgeht – wohlgemerkt im zweiten Band einer Trilogie, deren Welt bereits vollumfänglich im ersten Teil eingeführt wurde.

Ständig wiederholt sich alles. Alle paar Seiten wird gekämpft. Und zwar immer im Detail. Wie jemand den Arm hebt, wie jemand ausweicht, wie sich jemand dreht, bla, bla, bla. Wie oft musste ich lesen, wie eine Kehle aufgeschlitzt wurde, wie Blut oder Gehirnmasse irgendwo hinspritzte – mal im Ernst: wen interessiert sowas? Und dann kommt das ständig. Das ist nichts als Seitenschinderei und der plumpe Versuch, die Story irgendwie „erwachsen“ wirken zu lassen.

Und übrigens: Ein Schwert auf dem Rücken zu tragen ist so ziemlich die blödeste Idee, die man sich denken kann. Meine Stirn schmerzt vom vielen facepalmen immer noch.

[Ein liebloses Produkt]
Das Buch wirkt lieblos. Es wirkt erzwungen. Es ist kein Leidenschaftsbuch. Es ist ein Produkt. Das zeigt sich vor allem in der unmotivierten Namensgebung für Personen und Tiere wie Flamme, Schneetanz, Flechter, Schlepper oder Weisheit. Eine wichtige Figur wird das ganze verdammte Buch lang nur als „die Frau“ bezeichnet. Wie einfallslos ist das denn bitte? Selbst wenn ihr Name unbekannt bleibt, könnten andere ihr Eigennamen geben wie „dreckige Hexe“ oder „blutgierige Teufelin“ (die Dame ist äußert skrupellos), etc. Aber nein, es bleibt die ganze Zeit bei „die Frau“. „Die Frau“ macht dies, „die Frau“ macht das. Und wo ist eigentlich „der Priester“?

[Wieder viel ausgeliehen]
Wie im ersten Band hat der Autor sich wieder munter bei den Werken der Szenegrößen bedient.
Man nehme:

Von „Das Lied von Eis und Feuer“
• Wechselnde Perspektivträger mit den Namen als Kapiteltitel – CHECK
• Irgendwas mit einem Sklavenheer – CHECK
Von „Elantris“
• Ein Volk dessen Name auf „-sil“ endet – CHECK
• Religionsfanatiker – CHECK
Von „Der Herr der Ringe“
• Einen zweiten Band mit „Turm“ im Namen – CHECK

[Ab hier kommen die Spoiler]
Gibt es auch Gutes? Wenig. Nachdem Lyrnas Handlungsstrang mit ihrer Entführung endlich richtig losgeht, ist er ziemlich gut. Die Idee, die hübsche Prinzessin zu verbrennen und sie Piraten in die Hände zu geben, ist sehr gut und Lyrna macht einiges daraus.

Frentis ist wieder da. Dies war eine angenehme Überraschung. Und er überragt Vaelin (die angebliche Hauptfigur) um Längen, wenn es um Charisma geht. Der Autor hat Vaelin dermaßen in die Ecke geschrieben, dass es echt traurig ist. Frentis dagegen leuchtet und hat mit Abstand den interessantesten Handlungsstrang (den mit „der Frau“ …)

[Hörbuch]
Wer ein Hörbuch mit Detlef Bierstedt hören muss, ist gestraft. Diesmal nervten nicht nur seine albernen tiefen Krokodil-aus-dem-Kasperle-Theater- sowie gehauchte, devote Frauenstimmen, sondern auch eine gehörige Portion Diskontinuität. Prinz Malcius, ehedem ausgesprochen als „Malkius“, ist nun „Malzius“. Vaelin, früher charakterisiert durch eine raue, heisere Stimme, hat nun eine völlig normale Stimme. Und überhaupt nervt mich dieser Sprecher ungemein.

[Fazit]
Finger weg von diesem „Produktbuch„. Es ist vollkommen lieblos, reine Seitenschinderei, um ein bereits abgeschlossenes Buch auf drei Bände auszudehnen. Die Pflichttrilogie ist der Fluch der Fantasy-Literatur.

Dinge, die ich nie wieder in einem Buch lesen möchte: Waritai, Kuritai, Freie Schwerter.

Endlich mal wieder ein gutes Fantasy-Buch!

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.03.2019

Endlich mal wieder ein Fantasy-Buch, das mir Spaß gemacht hat. Ich habe es auf redustrial.de ausgiebig besprochen. Hier meine Rezension:

Nach langer Zeit und vielen Nörgel-Tweets habe ich endlich wieder ein Buch gefunden, das mir gut gefallen hat. »Das Lied des Blutes«, Teil 1 der Rabenschatten-Trilogie, war spannend und unterhaltsam.

[Um was es geht]
»Das Lied des Blutes« ist ein Low Fantasy-Buch. In einer Art »Military Fantasy« verfolgen wir den Weg der Hauptfigur Vaelin, der als Kind in einen militärischen Orden gegeben wird, wo man ihn zum Krieger ausbildet. Das Ordensleben ist hart und viele von Vaelins Kameraden segnen das Zeitliche frühzeitig.

Es stellt sich schnell heraus, dass Vaelin ein Anführer ist und er erhält ständig neue Kommandos, in denen er sich den Ruf als »Größter Krieger des Reiches« erarbeitet und durch die er an Erfahrung gewinnt. Nach und nach baut sich so die Geschichte auf, in der immer wieder ein magischer Feind auftritt, der Besitz von Menschen ergreifen kann und Vaelin heimsucht.

Den Höhepunkt der Geschichte bildet ein nicht gerechtfertigter Feldzug gegen ein Nachbarland, dem Vaelin sich aber aufgrund seiner Stellung und diverser politischer Verstrickungen nicht entziehen kann.

[Was mir gut gefallen hat]
Endlich mal ein Entwicklungsroman, in dem auch eine Entwicklung stattfindet. Im Gegensatz zu dem ganzen Jugend-Fantasy-Rotz, in dem Kinder die Größten sind, altert Vaelin tatsächlich und gewinnt durch Erfahrung an Reife. Generell hat der Autor hier eine glaubwürdige Figur geschaffen, die viele Ecken und Kanten hat und auch schon einmal Dinge macht, die falsch sind, denen sie sich aber nicht widersetzen kann. Hier zeigt sich eine andere Stärke des Buches: die Motivationen der handelnden Figuren sind glaubwürdig.

Auch wenn Vaelin sich manchmal nicht widersetzen kann, findet er aber Lösungen, die das Schlimmste verhindern. Er ist der geborene Anführer, der weiß, was er will und das auch klar macht. Während seine Kameraden bessere Bogenschützen, Reiter oder Messerwerfer sind, ist Vaelin eben der beste Anführer und nicht der absolute Superheld, der einfach alles kann. Das empfand ich als schlüssig.

Bereits zu Anfang verrät der Erzähler, dass Vaelin am Ende geschnappt wird und einem Kampf gegenübersteht, den er nicht gewinnen kann. Bis dahin erzählt er seine Geschichte. Dieser den »Königsmörder Chroniken« entliehene Kniff schafft zusätzliche Spannung, denn man will ja wissen, was letztendlich schief läuft. Allerdings sei verraten, dass sich diese Vorwegnahme nur auf Band 1 bezieht und was in Band 2 geschieht ist noch vollkommen offen.

[Was mir nicht gefallen hat]
Es gibt natürlich auch etwas zu meckern, sonst wären wir ja nicht bei redustrial.de. Vaelin und sein Orden dienen »dem Glauben«, der ihre kriegerischen Handlungen rechtfertigt. Allerdings wirkt dies aufgesetzt, denn Einblicke in diese Religion erhalten wir keine. Nie wird gebetet, der Name der Götter/des Gottes ist mir nicht klar und es wird einfach immer nur von »dem Glauben« geredet. Das ist etwas dünn.

Und dann ist da noch die Nummer mit den Leihgaben, deren sich der Autor bedient hat. Manchmal liest sich das Buch wie ein Mashup aus den bekannteren aktuellen Fantasy-Werken.

Man nehme:
*** Aus »Das Lied von Eis und Feuer« ***
Einen »XY«-Mörder – CHECK
Etwas mit Nordmännern – CHECK
Etwas mit Wölfen – CHECK


*** Aus »Die Königsmörder Chroniken« ***
Ein Chronist, dem die Hauptfigur seine Geschichte erzählt – CHECK

*** Aus »Elantris« ***
Etwas mit Religionsfanatikern und Orden – CHECK

Alles in allem nicht so schlimm, ist mir aber aufgefallen und ich musste schmunzeln.

[Zum Hörbuch]
Ich beziehe mich bei dieser Rezension auf die Hörbuch-Version. Über Detlef Bierstedt und seine albernen Stimmen äußere ich mich gar nicht mehr – leider wird er ja ständig besetzt. Mein Sprecher ist das nicht. Davon abgesehen ist das Hörbuch ordentlich umgesetzt und hat eine Spieldauer von etwa 30 Stunden.

[Fazit]
»Das Lied des Blutes« konnte nach vielen Enttäuschungen auf dem Fantasy-Buchmarkt endlich mal wieder überzeugen und ich freue mich auf den zweiten Teil. Einen Punkt Abzug gibt es für das traurige Ende, so etwas nimmt mich einfach immer zu sehr mit.

Spannend bis zum Schluss

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.12.2018

Seit langem Mal wieder ein Buch, das mich richtig gefesselt hat. Konnte es gar nicht erwarten, weiterzuhören. Die Story steckt voller Überraschungen, vor allem nachdem der Hauptkonflikt bereits nach einem Drittel aufgelöst zu sein schien – aber dann geht es erst richtig los! Manchmal dachte ich, einen Logikfehler gefunden zu haben, aber am Ende wird alles zufriedenstellend aufgelöst, z.B. warum wer wie gehandelt hat. Am Ende ergibt alles Sinn.

Grishams Schreibstil gleicht eher dem eines gut recherchierten Spiegel-Artikels. Es wird häufig einfach erzählt, was geschieht, bzw. geschehen ist und man erlebt nicht viel mit, z.B. durch Dialoge. Aber das stört mich überhaupt nicht, ich will Handlung, Handlung, Handlung – und die habe ich bekommen.

Der Autor verwendet drei verschiedene Erzähler: einen Ich-Erzähler im Präsens, einen Erzähler in der dritten Person Präteritum und gegen Ende kommt noch ein Erzähler in der dritten Person Präsens hinzu. Das Ganze greift häufig flüssig ineinander über und ich finde es handwerklich sehr gelungen.

Sprecher Charles Brauer hat mir sehr gut gefallen. Ich erwarte von einem Hörbuchsprecher, dass er mir das Buch vorliest und nur hin und wieder die Stimme in Dialogen verändert. Ich HASSE Sprecher, die versuchen, jeder Figur eine eigene Stimme zu geben und ein aus dem Hörbuch ein Ein-Mann-Hörspiel zu machen.

Ich bin wirklich mäkelig was Bücher und Hörbücher angeht, diesmal aber sehr zufrieden.

Konstruiert und langatmig - John Finch ist Pilot

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.10.2018

Es gibt Romane, die die Figuren in den Mittelpunkt stellen. Und es gibt Romane, die die Geschichte in den Mittelpunkt stellen. Und es gibt diesen Roman hier, der die Recherche in den Mittelpunkt stellt. Ich fordere hiermit, dass man einen Autor nie wieder mit „schön recherchiert“ loben darf, denn was Schilddorfer hier macht ist einfach nur noch nervig. Zu allem und jedem wird die Geschichte rezitiert. Und das auf ziemlich langweilige Art und Weise. Man stelle sich das vor wie ein Computer-Rollenspiel. „Held“ John Finch kommt an einen neuen Ort, trifft eine Person, die dann sofort ungefragt einen seitenlangen Monolog über irgendein Faktum aufsagt. „Das Buch XY wurde im Jahr X geschrieben, im Jahr Y von den Mongolen nach Babylon entführt, wo es von Figur Z im Jahr W zerfleddert wurde. Die Schnipsel gelangten in Jahr G nach Ort K, wo es von … bla bla bla“. Das geht die ganze Zeit so. Und jede Figur weiß immer alle Jahreszahlen und Namen ganz genau. Dieser ewige Info-Dump wirkt einfach nur noch eitel. Der Autor wollte einfach zeigen was er alles weiß. Natürliche Dialoge entstehen so nicht.

Dann zu „Held“ John Finch, der laut Untertitel „John Finch 3“ ja die Hauptfigur sein soll. Ist er aber nicht. Er ist nur Stichwortgeber für die Anderen, reist von A nach B und hört sich dort die oben genannten Monologe an. Aber er treibt die Handlung selbst nicht voran. Warum auch? Er hat ja ÜBERHAUPT KEINEN GRUND, die Schnitzeljagd durch die Kunstgeschichte mitzumachen. Man stelle sich vor, er findet ein Notizbuch und ein Foto mit geheimnisvollen Hinweisen und schon schnitzeljagt er los. Aber warum? Um was geht es? Welche Motivation hat die Hauptfigur? Keine. Aber man schnitzeljagt halt, weil der Autor es so will. Am Anfang weiß John Finch ja noch gar nicht, dass es um einen Schatz geht. Er will einfach nur schnell mal das Rätsel lösen, wegen dem reihenweise Leute abgeschlachtet werden. Ach ja, apropos Schatz: am Ende findet man tatsächlich einen und – fertig. Es wird nicht erklärt, woraus der Schatz besteht. Was wird dort gefunden?

Schön auch die glaubwürdige Darstellung der Beziehung von John Finch zu Fiona. Anscheinend seine Lebensgefährtin. Als sie entführt wird und man von ihm fordert, mit der Schnitzeljagd aufzuhören, was sagt er da? Na was? Richtig, er sagt: „Da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen.“ Besorgt sein ist anders. Als die Entführer dann später einen abgeschnittenen Finger schicken und sich herausstellt, dass dieser nicht von seiner Fiona ist, sagt er allen Ernstes: „Wir können Entwarnung geben, der Finger ist nicht von Fiona“. Naja, sie ist ja nur noch in den Händen der Entführer, also ist Entwarnung schon ganz OK …

Und nicht vergessen: John Finch ist Pilot. Pilot! Das erwähnt er an jeder Stelle. „Hallo, mein Name ist John Finch. Ich bin Pilot.“ Hatte ich schon erwähnt, dass er Pilot ist? Das ist in etwa so wichtig, als wäre er Busfahrer. „Hallo, mein Name ist John Finch. Ich bin Busfahrer.“

Schilddorfers Schreibstil ist wenig elegant. Hauptsächlich deshalb, weil er überladen ist. Jedes Nomen wird mit einem (unnötigen) Adjektiv präzisiert. Jedes Verb erhält ein Adverb. Kein Wunder, dass er auf 800 Seiten kommt (naja der Info-Dump trägt auch ganz schön auf).

Der Sprecher ist sehr gut, was das Hörbuch aufwertet.

Dinge, die ich nie wieder in einem Buch lesen will: „Der Lynx“, DC3, „Ich bin Pilot“

Tolles Buch, schlechtes Hörbuch

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.06.2018

Ich habe das Hörbuch auch auf meinem Blog redustrial.de besprochen.

Der zweite Teil der Prometheus-Trilogie aus deutschem Hause hält qualitativ, was das erste Buch versprochen hat. Hier wird gutes Star Trek geboten.

[Um was geht es?]
Die Prometheus nimmt gemeinsam mit ihren klingonischen Zwangsverbündeten die Verfolgung der flüchtigen Terroristen aus dem ersten Band auf. Dabei stoßen sie auf den titelgebenden „Ursprung allen Zorns“, der jedes Lebewesen im Lembatta-Cluster erfasst und dessen Herkunft ein Geheimnis birgt, das es zu erforschen gilt.

Gut gefällt dabei die Referenz an ein vor langer Zeit verschollenes Schiff, der Valiant. Überhaupt wissen die vielen Referenzen an bekannte Ereignisse und Figuren des Star-Trek-Kanons zu gefallen. Gastspiele von Captain Picard und Worf mit inbegriffen.

[Schreibstil]
Die Autoren Bernd Perplies und Christian Humberg schreiben unauffällig – und das ist als Kompliment zu verstehen. Man wundert sich nicht über affektiert wirkende Bilder, sondern fließt als Leser mit der Geschichte mit. Genau hier spielen die Autoren ihre Stärke aus, denn sie verstehen es, einen weitläufigen Handlungsbogen zu spannen und den Leser dennoch immer im klaren darüber zu lassen, um was es gerade geht. Zu jeder Zeit ist die Motivation der handelnden Figuren klar und niemand macht etwas, nur „weil man es eben macht.“

Wieder gut gefallen hat mir hier Captain Kromm, dem klingonischen Captain, der im Spannungsfeld seines Strebens nach Ruhm und seiner eigenen Unfähigkeit einen Konflikt nach dem anderen provoziert. Als Hobbyschriftsteller würde ich mir den gerne einmal ausleihen 🙂

[Bewertung]
Der CrossCult Verlag hat viele Dinge richtig gemacht und eine Reihe starker Star-Trek-Bücher im Programm. Die Prometheus-Trilogie zählt definitiv dazu, auch wenn ich den dritten Band noch nicht gelesen habe. Aber ich rechne nicht mit einer Enttäuschung und bin schon gespannt, wie die Bücher im Vergleich zu meinem persönlichen Benchmark, der Vanguard-Reihe, abschneiden werden.

[Hörbuchumsetzung]
Leider habe ich mich bei diesem Buch für das Hörbuch entschieden – ein übriges Guthaben war schuld. Und ich überlege bereits, ob man Hörbuchproduzenten dafür verklagen kann, ihren offensichtlich Star-Trek-unkundigen Sprechern keine vernünftigen Regieanweisungen zu geben. Reinhard Kuhnert hat in seinem Leben sicher nie TNG gesehen. Noch nicht einmal TOS, da bin ich mir sicher. Aus dem klingonischen petaQ macht er eine „Peta-Kuh“. Das MHN lässt er abgehakt wie einen Roboter sprechen. Das MHN! Captain Adams – für mich der Inbegriff des dynamischen Mitt-/Endvierzigers, eines echten Leaders mit breiten Schultern – verleiht er eine Greisenstimme mit viel Speichel im Rachen, die er unnötigerweise auch gleich noch Admiral Akaar verpasst, der hin und wieder an einem völlig anderen Handlungsort auftritt, worauf man sich immer fragt, wie zur Hölle nun Captain Adams dorthin gekommen ist … Frauenstimmen werden weinerlich bis debil gesprochen und die Krönung sind grobschlächtige Typen, die einen berliner Akzent bekommen.

Mit einem Wort: unzufrieden.

[Fazit]
Lassen wir die Hörbuchumsetzung außen vor, lest das Buch. Dann bekommt ihr gutes, ja sehr gutes Star Trek. Unterhaltsam, spannend, mit liebevollen Referenzen an Bekanntes, sowie einer guten Balance zwischen Technik und Action. Klare Kaufempfehlung!

1 Person fand das hilfreich

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Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.05.2018

Das Hörspiel hat mir gut gefallen. War spannend und ist technisch gut gemacht. Das einzige was vielleicht nicht ganz so gut ist, ist die Anbindung an die Original-Alien-Geschichte, die ich ohne Spoiler natürlich nicht verraten kann. Aber alles in allem gut.

Riesiger Mist

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.03.2017

Ich habe noch nie sowas Langweiliges gehört. Ständig wird beschrieben, was die Figuren machen, was sie dabei fühlen und denken. Aber es passiert so gut wie nichts.
Und häufig ist nicht klar, wer gerade spricht, denn nach seitenlangen Beschreibungen darüber, wie sich alle fühlen, kommt etwas wie "sagte er". Aha. Nur wer "er" ist, hat man da schon wieder vergessen.
Ich habe mir den zweiten Teil angetan, weil ich dachte, dass die Handlung ja mal Fahrt aufnehmen müsste, aber es blieb bei langweiligen Beschreibungen. Was macht die Figur? Was denkt sie dabei? Ist schon beschrieben worden, wie sie sich dabei fühlt? Nein! Sofort beschreiben!
Und die Story "Junger Mann aus dem Dorf entdeckt, dass er der Auserwählte ist" ist auch furchtbar langweilig.
Das Ganze ist auch noch ein schamloser Herr-Der-Ringe-Abklatsch. Gandalf ist zwar ne Frau, aber Aragorn ist mit dabei. Die Hobbits sind Hirtenjungen. Sauron und Mordor gibt's auch, halt mit anderen Namen.
Ich fand's grauenhaft.

Beginnt spannend, wird aber schnell blödsinnig

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.12.2016

Mir hat das Hörbuch nicht gefallen. Einzig die übersichtliche Länge ist OK, denn länger hätte ich das Geschwurbel nicht ausgehalten.

Was zunächst spannend beginnt, wird schnell hanebüchen und abgegriffen. Es gibt die übliche Schnitzeljagd, um einen ultrageheimen Geheimbund daran zu hindern, etwas unsagbar Böses zu tun. Das ist das althergebrachte, hundert mal durchgekaute Thriller-Rezept, das mir mittlerweile zum Hals raushängt.

Die Motivation der Charaktere ist einfach nur hanebüchen. Eben noch von einer Horde Terroristen auf dem grönländischen Eis verfolgt, stürzt man sich sofort in die erwähnte Schnitzeljagd um, nun ja, um was eigentlich? Warum bleiben die Protagonisten eigentlich nicht zuhause nachdem sie es nach Amerika geschafft haben? Man hat das Gefühl, sie machen das alles nur, "weil man es eben in Thrillern so macht." Irgendwer muss halt sinnbefreit durch die Welt laufen.

Dem Autor gelingt es auch nicht, Stimmung und Atmosphäre zu erzeugen. Wie es irgendwo aussieht, riecht oder was die Leute fühlen, bleibt auf der Strecke. Die sensationelle Entdeckung am Anfang des Buches wird im Hörbuch in zehn Minuten abgehandelt. Dafür wird immer explizit erwähnt, welches Waffenmodell gerade zum Einsatz kommt. Amis halt.

Dann gibt es da noch eine blödsinnige Romanze. Plötzlich knutschen Lexi und McAulley. Aber warum eigentlich? Da hat sich vorher nichts angebahnt. Kein Knistern, keine Entwicklung. Wie aus dem nichts meint er (sinngemäß): "Ich will dich." Und sie "Ich dich auch." Sie kennen sich seit drei Tagen und führen sich plötzlich auf, wie ein jahrelang verheiratetes Ehepaar.

Der Sprecher krönt diese schlechte Leistung. Er nuschelt sich durch das Buch und klingt wahlweise wie jemand, dessen Gebiss zu locker sitzt, oder der zu viel Speichel im Mund hat, was vor allem bei "Sch"-Lauten ekelhaft klingt. Dabei sitzt er gaaaanz naaaah am Mikrofon und spricht stellenweise so langsam und unbeteiligt, dass der langweilige Stoff noch viel langweiliger klingt.

Sorry, das hier ist ein billiger Abklatsch von Dan Brown und als Hörbuch dazu noch schlecht umgesetzt.

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