PROFIL

Anonymer Hörer

  • 29
  • Rezensionen
  • 54
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 31
  • Bewertungen

es gibt noch mehr Bücher von F + L

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.04.2020

Sehr geehrte Damen und Herren, wie schnell sich die Zeiten ändern. Die Geschichte spielt in einem Venedig, das damals schon von Touristen überschwemmt worden ist. Aber es gab noch Freiräume. Die Geschichte ist geschrieben um sich jeden Satz auf der Zunge zergehen zu lassen, mit äußerster Sorgfalt, welch ein Wortschatz, welch ein Genuß. Es ist kein Krimi, es ist wirklich eine Geschichte. Spannend - und mehr. Sophie Rois wird all dem gerecht.. Sie liest nicht, sie spielt, und die Stimme …. Ich hoffe audible kann sich entschließen noch weitere Bücher von Fruttero und Lucentini einzuspielen - bitte!

Ehret die Tiere

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.02.2020

Oh, was für eine schöne Geschichte. Ich verrate nichts. Endlich mal wird der Regisseur genannt und die/derjenige der alles geschnitten hat. Die Sprecherin ist jeden Aufwand wert.

Wichtig bis zur letzten Minute

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.01.2020

Was für ein Thema. Allen Respekt vor Richard Brox und meinen Dank für seine Offenheit und Schonungslosigkeit. Es ist ja nicht nur ein Thema, es sind viele Themen, die alle ineinandergreifen. Keine Übertreibungen, kein Selbstmitleid. Das ganze Buch hat ein beachtliches Tempo, keine Längen - und er nennt Namen, Roß und Reiter! Vielleicht klingt das naiv, das Buch bringt mich dazu, mich zu schämen. Ich habe jetzt gar keine Lust an dem Text rum zu kritteln. Ich glaube ich habe nicht nur was verstanden, sondern wirklich gelernt. Überraschenderweise wird der Text zum Ende hin immer noch dichter und überzeugender, obwohl es einen schon ganz am Anfang in seinen Bann zieht. Ich wünsche Richard Brox alles Gute. Dieses Buch bringt einiges in Bewegung, direkt und indirekt, langfristig und kurzfristig. In dem Buch selbst ist ja schon einiges sichtbar, wo sich Packeis langsam in Bewegung setzt. Was mich sehr gefreut hat von Günter Wallraff zu hören und wie umtriebig er immer noch ist. Ich bin medienmäßig nicht flächendeckend informiert und habe mich tatsächlich in der letzten Zeit gefragt, was aus Günter Wallraff geworden ist. Und ich bin froh, daß Herr Brox nicht selber gelesen hat, obwohl ich neugierig auf seine wirkliche Stimme wäre. Rainer Buck ist eine Spitzenbesetzung. Ich glaube zu hören, daß Herr Brox seine ganze Sympathie hat. Er spricht makellos und mit Engagement, ohne daß ich ein einziges Mal vom Inhalt abgelenkt worden wäre. Er spricht stundenlang einen Ich-Erzähler, das ist sehr schwer. Ich höre viel und schreibe selten eine Meinung, aber in diesem Fall ist es mir wichtig.

mit Vorsicht zu genießen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.09.2019

Die Geschichte ist halt, wie vor über hundert Jahren kaum zu vermeiden, langatmig und sehr durchschaubar, sehr moralisch, sehr spießig und unwürdig, wenn es um die Meinung über und um die Behandlung von 'Eingeborenen' geht. Nicht das geringste Problembewußtsein für den Kolonialdünkel der Europäer, daß es einem heute noch kalt den Buckel hinunterläuft. Ich habe mir die mehr als 20 Stunden angetan und mich dem damaligen Weltbild ausgesetzt. Es war interessant, aber nicht unbedingt ein Vergnügen. Was fanden die Leser damals spannend? Was weiß ich, was unsere Nachkommen in hundert Jahren über unsere blinden Flecken sagen. Kein Buch für Zeitgenossen, denen es nie schnell genug gehen kann.

Alle Achtung

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.09.2019

Für damalige Zeiten sicherlich sehr spannend. Für 2019 eine ziemlich durchschaubare naive Story. Es ist die Geschichte von Dracula ohne Hollywood. Brav und ohne Überraschungen. (Was sind wir doch heute abgebrüht). Trotzdem hörte ich aus historischem Interesse die ganzen Klischees rauf und runter, die in unserer Zeit allesamt nicht mehr political correct sind, gottseidank. In keinster Weise fand ich aber die Parodie vor, welche audible ankündigt. Wie Verne den Leuten vom Land aufs Maul schaut ist ernst gemeint, die Dialoge sind durchaus echt, weder ironisch noch überheblich. Er macht sich über nichts und niemand lustig. Für die Beschreibung der Typen hat er sich Zeit genommen, um so erstaunlicher, da es für die Story selbst kaum eine Rolle spielt. Die Geschichte an sich zieht sich, zumal klar ist, worauf alles hinaus läuft. Der Sprecher läßt diese Gemächlichkeit leider nicht gelten, sondern ist viel zu schnell für mein Gefühl. Die Schnelligkeit macht die Geschichte kein bißchen spannender. Wer sich das Karpathenschloss antut hat Zeit. Vielleicht entwickelte die Geschichte ganz andere Qualitäten mit einer alten Stimme z.B. von Georg Tabori. Er hätte beim Lesen mehr Gewicht in die Geschichte legen können als Jules Verne reinschreiben konnte.

Futter für jeden denken Menschen

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.09.2019

Ein Vergnügen von der ersten bis zur letzten Zeile, obwohl ich nicht studiert habe und Philosophie schon gleich gar nicht. Sarah Bakewell hat ein überzeugendes Konzept, das Mobile ist ausgewogen und fein, die Sprache ein Genuß, kongenial gelesen von Peter Weiß. Ich könnte hier schreiben und schreiben, aber bitte hören sie selber. Sarah Bakewell hat einen guten Grund dieses Buch zu schreiben, die Aktualität der Existenzialisten! Ein dringendes Anliegen. Sie überzeugt - und Sartre und Beauvoir und alle anderen. Ziemlich unauffällig bringt sie die Frauen ins Blickfeld. So wie Simone de Beauvoir keine Minute ihres Lebens vergißt, daß sie eine Frau ist, tut das auch Sarah Bakewell. Ohne Simone de Beauvoir würde ich vermutlich hier nicht meine Meinung kundtun. Das stimmt. Das sind ihre großen Bögen, die sich direkt und indirekt auf unsere Zeit beziehen, im allgemeinen und im persönlichen. Das Buch hat den erforderlichen Tiefgang, als Leserin oder Hörerin läßt mich Sarah Bakeweill im Café sitzen und Aprikostencocktails schlürfen. Das finde ich sehr nett. Ich habe schon lange keine Rezension mehr geschrieben, in dem Fall ist es mir ein Bedürfnis.

ein Meditation

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.01.2019

Dieser Text ist ein Fixpunkt, an dem sich messen läßt wie Kinder sind, wenn man sie ließe, wenn … es kein Fernsehen und keine Computer gäbe und sonst so mancherlei. Unsere aktuelle Welt ist sehr viel kälter und härter geworden. Damals gab es ja auch keine heile Welt, das ist präsent. Ein wichtiges Buch, so geht die Welt von Tove Jannson nicht verloren, Sofies Welt. Ich finde das Lebenstempo der Erzählungen so wohltuend, Katharina Thalbach vermittelt das mit ihrer herrlichen Stimme und sie spielt den Text so herzlich und menschenfreundlich wie er gemeint ist. Das Sommerbuch läßt sich lesen und hören wie eine Meditation. Tove Jannson, also die Großmutter, schreibt sehr authentisch. Unser 'Fortschritt' hat seine Vorteile - und wie und wie lange könnte man Kinder unsere moderne Welt vorenthalten. Ich bin in einem Alter, in dem ich beide Welten ausgekostet habe. Die 'Jungen' denken heute, es hätte schon immer Handys gegeben zum Beispiel …. ich finde es bedenklich, daß sie nicht mal drüber nachdenken. Ich lebe nicht ewig, aber ich hoffe, solche Bücher bleiben und setzen Maßstäbe für moderne Tove Jannsons., selbst wenn sie altmodisch werden, wie Adalbert Stifter.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.01.2019

Irgendwie ist mir dieser erste 'Adamsberg' bisher durch die Lappen gegangen. Wahrscheinlich bin ich zurückgeschreckt vor einer gekürzten Fassung. Ich schreibe längst nicht immer, wenn ich ein Hörbuch bestelle. Diesmal habe ich einige unzufriedene Kommentare zu Hannelore Hoger gelesen. Die Frau ist so Klasse, daß ich das gar nicht begründen muß. Ich frage mich, wie es zu so ausgesprochen kritischen Stimmen kommt. Ich schreibe um audible zu bitten diesen 'Dränglern' nicht auf den Leim zu gehen, auch nicht bei anderen Produktionen. Hörbuch-Hörer sind aus einem anderen Holz geschnitzt als Fernseher (die meistens eine Aufmerksamkeitsspanne von 10 Sekunden haben). Für Adrenalin-Süchtige sind Hörbücher nichts. Die sind auch hoffentlich nicht ihre Zielgruppe. Frau Hogers Sprache ist so klar und so wohltuend langsam, ohne schleppend zu sein. Wie sie das macht ist mir ein Rätsel. Dazu kommt, daß Frau Hoger den Text gerne liest, was wiederum mit der Qualität der Bücher von Fred Vargas zusammenhängt. Wie Frau Hoger die verschiedenen Rollen spielt, ohne dabei ihre eigene Stimme zu verraten, auch die männlichen Rollen, daran könnten sich andere Sprecher ein Beispiel nehmen. Ich bin eine sehr aufmerksame Hörerin und habe mich die fünf Stunden sehr wohl gefühlt. Ich bin in der Geschichte versunken - besser wie diese Produktion geht es nicht, außer vielleicht irgendwann eine ungekürzte Version.

Nett, einfach nett

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.12.2018

Ohne Harry Rowohlt kann ich mir den Text nicht mehr vorstellen. Das Buch ist sicherlich geschrieben worden, um vorgelesen zu werden. Das Hören macht mich vergnügt und leicht. Der Text ist wirklich nett, very british, aber nicht harmlos. Er wirkt nicht altmodisch - und Hollywood ist weit weg. Ich bin sicherlich nicht immer in der Stimmung, den Wind in den Weiden zu hören, aber wenn, glaube ich wieder an die Menschheit - und an die Tiere.

wohltemperiertes Klavier

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.10.2018

Ich höre Hörbücher weil ich nebenbei Webe, viel webe. Dieser Krimi ist ein fein gesponnenes Netz, so fein aber auch wieder nicht, daß ich nicht nebenbei arbeiten könnte. Ich bin sehr empfindlich was Stimmen betrifft. Die Stimme von Richard Barenberg ist ein wohltemperiertes Klavier. Seine Stimme trug mich nach Portugal, so spare ich die Reiselkosten. Die Portugiesen sind ein stilles Volk, keine Marktschreier. Die Geschichte ist eine stille Geschichte. Obwohl man aus ihr einen lauten Action-Krimi machen könnte, ich würde ihn sowieso nicht sehen. Sollte die Zunft der Krimischreiber irgendwann subtiler werden, so würden ganz normale Psychogramme auch ohne Mord und Totschlag sehr spannend sein. So gesehen könnte dann jeder sein eigenes Psychogramm schreiben und seine eigene Autorin sein. Das führt jetzt zu weit. Mit dem Krimi von Luis Sellano habe ich jedenfalls neun unterhaltsame Stunden gehabt.