PROFIL

emb

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  • Rezensionen
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  • 3
  • Bewertungen

Erstklassige Vorlage / Kürzung problematisch

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.08.2017

Für alle gekürzten Teile der Uthred Saga schreibe ich die selbe Rezension.

Ich habe alle Bücher gelesen und war schockiert von den gekürzten Hörbuch-Fassungen. Man bekommt hier eine um fast alles, was die Bücher vom Bernard Cornwell zum Leben erweckt, abgespeckte Fassung. Teilweise ist es nur noch eine Aneinanderreihung von Schlachten und einfachen Erzählbausteinen, ohne überhaupt auch nur einmal auf Nebenfiguren, steuernde Motive etc. einzugehen. Der Tiefgang ist leider nur mäßig.

Hierbei wird der Detailgrad von Teil 1 bis Teil 5 auch immer weiter heruntergefahren, sodass viele spätere Elemente in den Teilen 6 und folgend gar nicht richtig eingeführt werden. Wie enorm der Unterschied der gekürzten Teile zur Originalvorlage ist, erfährt man bei Teil 6, der als einziger ungekürzt vorliegt und ein Genuss ist. Man hat beinahe das Gefühl eine ganz neue Geschichte zu hören.

Insofern eigentlich eine tolle Geschichte und tolle Bücher, die unter den Kürzungen leiden. Der Sprecher müht sich sichtlich, dennoch unterschiedliche Stimmen und Tonlagen zu finden, das kann aber in Summe das Hörbuch nicht retten. Leider nur 3 Sterne für diese Produktion.

4 Leute fanden das hilfreich

Enttäuschend: Der schwächste Teil der Trilogie

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.10.2014

Als großer Ken Follett Fan, der alle seine Bücher gelesen hat, lässt mich dieses Buch enttäuscht, fast wütend, zurück. Das gesamte Buch über hatte ich das Gefühl, dass er so gar keine richtige Lust hatte, dieses Buch zu schreiben und viele Chancen vergeben wurden. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Follett mittlerweile ein ganze Reihe Mitarbeiter in seiner "Werkstatt" beschäftigt, die viel Recherche und Schreibarbeit für ihn übernehmen. Zum ersten Mal stelle ich mir die Frage, wie viel Follett eigentlich noch in diesem Buch steckt.

Einige Punkte:

- Charaktere werden nicht mehr richtig entwickelt sondern dienen nur als Beobachter oder Teilnehmer historischer Ereignisse. Steuernde Motive werden nur sehr oberflächlich angeschnitten. Bis zuletzt fragt man sich, warum der eine eigentlich das tut, was er tut.

- Die gesamte Story ist anders als in den vorigen Werken eine schlichte Aneinanderreihung historischer Ereignisse die ohne Tiefgang abgebildet werden.

- Keine Plot-Twists oder überraschende Ereignisse. Alles, wirklich alles ist vorhersehbar. Das ist furchtbar ermüdend.

- Zu häufige und vollkommen unpassende Sex-Kapitel, die in ihrer Intimität im krassen Gegensatz zur sonstigen Darstellung der Charaktere stehen.

- Einseitige Fokussierung auf drei Themen: Kalter Krieg (West vs. Ost), Racial Riots (USA), Leben im Sozialismus (DDR & UDSSR). Die beiden vorigen Teile waren vielfältiger mit mehreren Nebenplots. Hier werden diese zwar aufgebaut (Rolle der Frau, Musik, Rolle der Kirche, 68er, etc.) aber leider nicht entwickelt.

- Teilweise zweifelhafte Übersetzung bzw. Vertonung. Ich habe das Buch im englischen gelesen und als audiobook in deutsch gehört. Viele Nuancen gehen hier leider verloren. Philipp Schepmann gelingt es nicht einmal den Ton pointierter Personen zu treffen (Beispiel: Redneck-Slang vs. Black-Slang in Birmingham). Das ist sehr schade.

Fazit: Gutes Geschichtsbuch zur neueren Geschichte in den USA. Literarisch aber nur Durchschnitt. Kein "echter" Follett. Übersetzung und Vertonung nehmen dem Werk die Tiefe. Das beste Erlebnis hat man vermutlich mit dem englischen(!) audiobook.

52 Leute fanden das hilfreich