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Amazon Kunde

  • 12
  • Rezensionen
  • 54
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 20
  • Bewertungen
  • Kalter Strand

  • Tom Skagen 1
  • Autor: Anne Nørdby
  • Sprecher: Jürgen Holdorf
  • Spieldauer: 14 Std. und 27 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 90
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 84
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 84

Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in deiner Nachbarschaft - aber eines, in dem auch Menschen sind! - und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt. Du hast nur heute Nacht Zeit! Und vergiss nicht: Ich sehe alles. DAS AUGE.

  • 5 out of 5 stars
  • 110 % Hörempfehlung

  • Von Maria S Am hilfreichsten 20.06.2019

Spoiler im Klappentext

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.06.2019

Ich weiß, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass jemand diese Rezension vor dem Klappentext liest. Aber falls das der Fall sein sollte: Lesen Sie ihn nicht! Meiner Ansicht nach ist das ein gewaltiger Spoiler und im Grunde bereits die Auflösung des Falls. Gleich zu Anfang wird im Buch zwar beschrieben, wie jemand im Begriff ist, ein Haus anzuzünden, es bleibt aber vollkommen unklar, warum er das tut.

Darüber hinaus wird im Klappentext der Vorname einer entführten Person erwähnt, die in den ersten fünf Stunden des Hörbuchs noch nicht entführt ist. Und danach dauert es noch einmal mehrere Stunden, bis man als Hörer die erwähnte Information bekommt. Die Autorin hatte ganz offensichtlich nicht die Absicht, dieses Wissen ihren Lesern während der ersten Hälfte des Buchs zugänglich zu machen. Und vielleicht hätte ich die Geschichte ein bisschen besser gefunden, wenn ich den Klappentext nicht gelesen hätte.

Etwas zum Inhalt (ohne Spoiler!): In einem dänischen Ferienstädtchen wird eine zunächst unbekannte tote Frau am Strand gefunden. Es ist unklar, ob es sich um Mord, Selbstmord oder Unfall handelt. Die örtliche Polizei bittet Skanpol um Hilfe, dabei handelt es sich um eine fiktive Interpol-Einheit für Skandinavien, die ihren Sitz – aus unerfindlichen Gründen – in Hamburg hat. Die Beamten, die den Fall übernehmen, sind der Protagonist Tom Skagen und seine Vorgesetzte Jette, eine typische Quotenfrau, die gleichermaßen feministisch wie unfähig ist. Tom hingegen ist sympathisch und hat natürlich wie jeder Krimipolizist eine Macke, deren Ursache im Verlauf der Geschichte aufgeklärt wird. Auch die dänischen Polizisten kann man schnell auseinanderhalten.

Dann beginnt die Beschreibung ganz normaler polizeilicher Ermittlungsarbeit aus der Sicht von Tom und das ist gut und spannend beschrieben. Ich bin gern drangeblieben. Parallel dazu wechselt die Sicht immer wieder zu dem zweiten Protagonisten Markus, der mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern Urlaub in einem Ferienhäuschen macht. Die Familie ist sympathisch und auch dieser Teil ist spannend genug, dass ich immer dranbleiben wollte, wenn auch kein so genannter Pageturner. Natürlich bleibt das Urlaubsidyll nicht idyllisch.

Die Teile der Auflösung, die nicht im Klappentext vorweggenommen werden, empfand ich leider als unglaubwürdig. Das Motiv ist absolut nicht nachvollziehbar, eigentlich gar nicht vorhanden, die Person des Täters kam mir buchstäblich an den Haaren herbeigezogen vor. Mehr dazu wäre aber auch noch den Rest gespoilert. Es werden auch keineswegs alle Handlungsstränge zusammengeführt. Offene Fragen bleiben zwar nicht, aber manches hat einfach nichts miteinander zu tun. So ist das vermutlich oft im richtigen Leben, bei einem Krimi/Thriller fühle ich mich dabei ein bisschen reingelegt und enttäuscht.

Der Sprecher hat mir sehr gut gefallen. Ein lustiges und sympathisches Mini-Detail ist, wie er den Namen der Ferienhausvermietung „Westküst-Strand“ liest. Ich vermute, es ist die korrekte dänische Aussprache, ein wahrer Zungenbrecher für Deutsche, und man merkt, dass es auch für ihn nicht ganz einfach ist.

Fazit: Drei Sterne sind genau in der Mitte. Das Positive sind gut beschriebene Charaktere und ein Handlungsaufbau, der den Leser/Hörer bei der Stange hält. Das Negative ist der eigentliche Plot und die Auflösung.

  • So schöne Lügen

  • Autor: Tara Isabella Burton
  • Sprecher: Britta Steffenhagen
  • Spieldauer: 9 Std. und 39 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 28
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 26
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 26

Louise ist Ende zwanzig und kann sich gerade so in New York durchschlagen. Eines Tages begegnet sie Lavinia, die wirklich alles hat, wovon Louise nur träumen kann. Ihr glamouröses Leben teilt sie gern - auf sämtlichen sozialen Netzwerken, aber auch mit Louise. Die beiden Frauen werden unzertrennlich. Louise wird auf Partys herumgereicht, lässt sich von Lavinia einkleiden, zieht bei ihr ein - sie verfällt Lavinia und ihrer Welt. Auch wenn sie eigentlich nicht die Mittel hat, um in ihr zu bestehen. Irgendwann beginnt sie, ihre Freundin zu bestehlen.

  • 5 out of 5 stars
  • Brilliant gelesen!

  • Von Angelika Kuttkat Am hilfreichsten 11.06.2019

Sehr eigenartiger Schreibstil

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.06.2019

Zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, weil ich das Hörbuch nach kurzer Zeit abgebrochen und zurückgegeben habe. Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich mit kurzen abgehackten Sätzen und dann immer "sagt Louise" und "sagt Lavinia". Das wirkt kalt und zerstört jeden Aufbau von Kopfkino. Möglicherweise ist diese Art von Buch das Pendant zu moderner Kunst oder Avantgardetheater und das finde ich auch unerträglich.

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Lügen der Anderen

  • Autor: Mark Billingham
  • Sprecher: Stefan Kaminski
  • Spieldauer: 5 Std. und 10 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 86
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 85
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 85

In einem Hotel in Florida treffen drei Pärchen aus England aufeinander. Sie freunden sich an und verbringen die Ferien gemeinsam unter der glühenden Sonne mit Drinks am Pool. Es scheint ein perfekter Urlaub zu werden. Doch in der letzten Nacht vor der Abreise verschwindet ein Mädchen aus dem Hotel, das später tot in den Sümpfen gefunden wird. Zurück in England laden die Paare sich reihum nach Hause zum Abendessen ein, um das Erlebte zu verarbeiten...

  • 5 out of 5 stars
  • Spannend und hintergründig

  • Von Ophelia Am hilfreichsten 24.10.2016

Sehr guter, spannender kleiner Psychokrimi

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.06.2019

Die drei englischen Paare Angela und Barry, Marina und Dave sowie Sue und Ed lernen sich bei einem Urlaub in Florida im Resort kennen und freunden sich an. Am Tag vor ihrer Heimreise verschwindet ein leicht geistig behindertes junges Mädchen, das mit seiner Mutter ebenfalls im Resort Urlaub macht. Die drei Paare werden routinemäßig von der Polizei befragt, können aber unbehelligt abreisen. In England bleiben sie weiter in losem Kontakt, und natürlich vermutet man als Leser/Hörer, dass einer von ihnen etwas mit dem Verschwinden zu tun hat.

Sie verdächtigen sich gegenseitig nicht, aber die neu geknüpfte Freundschaft ist nur vordergründig ungetrübt, sie ziehen schon hin und wieder leicht übereinander her, und es kommt vor allem zwischen den Männern auch zu unterschwelligen Feindseligkeiten. Erzählt wird in der dritten Person aus verschiedenen Perspektiven der Ehepaare, zeitweise auch aus Sicht einer ermittelnden Polizistin und zwischendurch immer wieder in Ich-Form aus Tätersicht, wobei natürlich nicht klar ist, um wen es sich dabei handelt. Brutal ist es aber ganz und gar nicht - auch nicht die Passagen aus Tätersicht - nur sehr spannend.

Mir gefällt die Beschreibung der überschaubaren Sechs-Personen-Gruppe, innerhalb der jeder schnell eine eigene Persönlichkeit entwickelt – nicht unbedingt alle sympathisch, aber auch nicht übermäßig unsympathisch, einfach sehr echt wirkende Menschen. Ich habe wirklich gern mitgerätselt.

Fazit: Ein sehr gelungener Krimi mit einem hervorragenden Sprecher.

  • Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

  • Autor: Joël Dicker
  • Sprecher: Torben Kessler
  • Spieldauer: 20 Std. und 22 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.089
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 1.963
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.965

Ein Skandal erschüttert das friedliche Städtchen Aurora an der amerikanischen Ostküste: 33 Jahre nachdem die zauberhafte Nola dort spurlos verschwand, taucht sie wieder auf. Als Skelett im Garten ihres einstigen Geliebten, des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert. Als er verhaftet wird, ist der Einzige, der noch zu ihm hält, sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Autor.

  • 5 out of 5 stars
  • positive Überraschung!

  • Von Jon Snow Am hilfreichsten 21.10.2013

Vielleicht spannend, aber Schund. Guter Sprecher.

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.06.2019

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, das Hörbuch zurückzugeben, als ich es nach 6 Stunden angewidert abgebrochen habe. Weil ich aber dann doch noch die zwei letzten Kapitel angehört habe, um zu erfahren, wer der Mörder ist, hätte ich das unredlich gefunden. Und dass ich das getan habe, war auch der Grund für den zweiten Stern.

Der Krimi-Anteil ist vielleicht wirklich nicht total schlecht, natürlich nicht realitätsnah, aber das muss auch nicht unbedingt sein, wenn alles andere stimmt. Es ist nur so, dass alles andere hier nicht stimmt..Am Schluss wird der Hergang der Ereignisse, die zum Tod von Nola führten, ausführlich erzählt. Man kapiert es auch, wenn man gut 12 Stunden übersprungen hat, und die letzten zwei Kapitel lassen auch erahnen, dass in diesem Teil zahlreiche falsche Fährten gelegt wurden.

Eigentlich mag ich so etwas sehr, in diesem Fall wollte ich es aber wirklich nicht wissen. Die Figuren sind unecht und unsympathisch, die beschriebenen Gefühle bestenfalls oberflächlicher Kitsch und der Stil infantil, vor allem in den Dialogen.

Der Gipfel des Abstoßenden ist die „Liebe“ zwischen der 15-jährigen Nola und dem 34-jährigen Henry, die – der Handlung zufolge - zur Grundlage eines literarischen Meisterwerks wurde. Dialoge der Art „Bitte nennen Sie mich noch einmal allerliebste Nola, allerliebster Henry“ sind vermutlich der Grund, aus dem Groschenromane als
Schund bezeichnet werden. Währenddessen bringt der große Literat, nachdem er gesehen hat, wie das dumme Gör im Regen rumgehopst ist, und ein paar hohle Phrasen mit ihr gewechselt hat, die vielleicht tiefgründig sein sollten, aus lauter Liebe nur noch N.O.L.A. zu Papier – die Szene, wie er dasitzt und ganze Papierseiten mit diesen vier Buchstaben vollschmiert, wird mindestens zehnmal wiederholt. Noch deutlich häufiger wird in Klartext wiederholt, wie sehr er diese Nola liebt und sie ihn, damit es auch wirklich niemandem entgeht, dass man es hier mit einer ganz großen Liebe zu tun hat, die das Zeug hat, in die Weltliteratur einzugehen. Spüren konnte ich diese Liebe leider nicht.

Oder der Polizeiermittler, der wohl auf eine ruppige Art sympathisch wirken soll, in Wirklichkeit aber eine lächerliche Karikatur ist und sich extrem unprofessionell verhält! Er beendet jeden Satz, den er an den Ich-Erzähler Marcus Goldman – den Fabelhaften - richtet, mit „Schriftsteller“, als ob dies ein Schimpfwort wäre. Man spürt aber, dass es irgendwie widerwillige Bewunderung ausdrücken soll, die er sich trotz seiner penetrant überbetonten Unfreundlichkeit nicht verkneifen kann. Durch das ganze Buch zieht sich eine enorme und sehr unreif wirkende Einbildung auf die Tätigkeit als Schriftsteller, die abstößt.

Der Sprecher leistet hervorragende Arbeit, für den Inhalt kann er ja nichts. Ich werde mir sehr gern andere Hörbücher anhören, die er liest. Um den Autor werde ich hingegen einen großen Bogen machen.

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Kain und Abel

  • Kain und Abel 1
  • Autor: Jeffrey Archer
  • Sprecher: Richard Barenberg
  • Spieldauer: 19 Std. und 12 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 3.285
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 3.091
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 3.074

Zwei Leben - ein Schicksal Die vielleicht beliebteste Trilogie von Jeffrey Archer: vom Autor so überarbeitet, wie sie in seiner Vision schon immer hätte sein sollen. Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll.

  • 5 out of 5 stars
  • Auch zwischendurch ein Genuss

  • Von Graf-Zoufal Am hilfreichsten 15.01.2018

Leider enttäuschend

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.12.2018

Ich habe „Kain und Abel“ vor sehr vielen Jahren gelesen und konnte mich noch an zwei Dinge erinnern. Erstens das, was ungefähr im Klappentext steht, und zweitens, dass ich total begeistert war. Deshalb habe ich sofort zugegriffen, als ich beim Stöbern im Audible Sale darüber gestolpert bin. Doch Zeiten ändern sich und ich finde es ein bisschen traurig, nicht mehr so begeisterungsfähig wie früher zu sein. Es hat mir leider nicht gefallen.

Im Grunde handelt es sich bei Abel Rosnovski und William Kane um ein und denselben Charakter, den man kurz als Allesbesserkönner mit automatenhaftem Ehrgeiz beschreiben könnte - und das bereits im Grundschulalter, als der eine die unangefochtene Leitung über eine Gruppe polnischer Kriegsgefangener übernimmt und der andere seinen Lehrern sowie den reichen Eltern seiner Mitschüler erwünschte Finanzberatungen angedeihen lässt. Und wenn sie ausnahmsweise den Eindruck haben, etwas möglicherweise nicht perfekt zu können, dann gehen sie eben zu einer Prostituierten / der Strohwitwe des Internatsvorstehers und lassen sich auch das noch in generalstabsmäßig durchgeplanten Unterrichtseinheiten beibringen. Solche Menschen gibt es doch nicht! Das gleiche gilt auch für die Frauen und andere Nebenfiguren. Auf mich haben alle unecht gewirkt.

So gleich – und holzschnittartig blass - die Protagonisten sind, so unterschiedlich ist natürlich ihr Werdegang bzw. ihre frühen Jahre. Auch das geht wieder ins Extrem: Auf der einen Seite das steinreiche und in jeder Hinsicht perfektionierte Umfeld von William Kane, auf der anderen Seite – unerträglich übertrieben – die bittere Armut von Abel Rosnovski (der da noch einen anderen Namen trägt) und die zahllosen Gräuel, die ihm im 1. Weltkrieg von bitterbösen Deutschen wie aus Lehrbuch und nicht minder bösen Russen andauernd angetan werden. Natürlich entkommt er immer und es ist nur langweilig und abstoßend, stundenlang zu hören, wie dreckig und kalt die Umgebung, wie karg das Essen und wie toll und zäh der Protagonist ist, aber nicht spannend, weil man ja aus dem Klappentext weiß, dass er auf jeden Fall irgendwie in Amerika ankommen muss. Die Zeit der Kindheit und Jugend zieht sich sehr, sehr lang, es dauert rund bis zur Hälfte des Buches, bis die beiden sich überhaupt zum ersten Mal flüchtig begegnen und der Hass (allerdings zunächst nur einseitig) seine ersten Anfänge nimmt, aber noch keine große Bedeutung hat.

Der Schreibstil gefällt mir ebenfalls nicht. Es liest sich wie ein Bericht oder ein Lebenslauf, nicht wie eine Geschichte, in die ich eintauchen konnte, oder gar Kopfkino. Dazu kommen endlose Schilderungen der Finanzwelt, die so nicht stimmen, wenn man sich ein bisschen tiefer mit dem Geldsystem befasst hat. Auch die Liebesgeschichten berühren nicht, sie wirkten auf mich wie eine Aneinanderreihung von Fakten. Als im Buch der zweite Weltkrieg beginnt und der Autor schreibt „Sie tranken französischen Wein, ohne daran zu denken, wie im gleichen Moment deutsche Stiefel französische Weinberge zertrampelten“, habe ich das Hörbuch beendet. Das, was danach noch zu erwarten ist, muss ich mir nicht auch noch antun.

Absolut positiv war der Sprecher. Er liest einfach wunderbar.


  • Bullenbrüder - Tote haben keine Freunde

  • Ein Fall für die Bullenbrüder 1
  • Autor: Hans Rath, Edgar Rai
  • Sprecher: Christoph Maria Herbst
  • Spieldauer: 7 Std. und 49 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.586
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 1.518
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.513

Holger Brinks ist Kommissar bei der Mordkommission. Sein Bruder Charlie schlägt sich als Privatschnüffler durchs Leben. Der eine ein korrekter Beamter mit Familie, der andere ein ausgebuffter Hallodri mit Bindungsproblemen. Als Charlie mal wieder von einer Beinahe-Traumfrau vor die Tür gesetzt wird, bittet er seinen Bruder um Obdach - und landet auf der Luftmatratze in Holgers Gartenlaube.

  • 5 out of 5 stars
  • Schöne Sache..gerne und gut unterhalten worden.

  • Von ME Am hilfreichsten 06.04.2017

Nicht mein Fall

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.12.2018

Weil es ein Sonderangebot zum halben Preis war, habe ich mir gedacht, versuch's halt mal, obwohl mir schon das an ein Kinderbuch erinnernde Cover Warnung genug haette sein koennen. Zwei Stunden habe ich es ausgehalten, dann war Schluss, und ich bestelle ab jetzt nie wieder ein Hoerbuch mit so einem Cover.

Es ist definitiv kein Buch fuer Leute, die gern Krimis oder Thriller lesen/hoeren. Ich vermute aber, dass es Leuten gefallen koennte, die gern leichte bis sehr leichte Unterhaltung moegen. Kleine Dosen Situationskomik in einem Krimi stoeren mich nicht, aber es ist wie mit Zucker. Ein bisschen davon ist angenehm, aber man moechte ihn nicht ohne Pause mit dem ganz grossen Loeffel pur in den Rachen geschoben bekommen.

Die handelnden Personen - insbesondere die Kriminellen - sind durchweg fade Witzfiguren und werden vom Sprecher auch noch uebertrieben als solche dargestellt. Drogenboss Bobby zum Beispiel hoert sich an wie eine Mischung aus Maerchenhexe und Schwachkopf und eine Kommissarin spricht aus unerfindlichen Gruenden staendig mit vollem Mund. Was soll das? Insgesamt ist der Erzaehlton locker, flockig, lustig, was mich ungeheuer genervt hat. Ich habe dem Sprecher aber dennoch 3 Sterne gegeben, weil ich vermute, dass das fuer diese Art von Buch passend ist und dem Zielpublikum gefaellt. Nur ist diese Art von Buch eben nicht passend fuer alle Leute - und ich gehoere zweifellos nicht zum Zielpublikum.

Die Figuren koennten direkt aus einer ARD-Vorabend-Fernsehserie oder aus einer dieser grauenhaften deutschen Filmkomoedien wie Keinohrhasen oder Fack ju Goehte stammen. Wer die mag - und irgendjemand muss das ja sein - hat wahrscheinlich auch mit diesem Hoerbuch seine Freude. Natuerlich darf bei so etwas auch die hochintelligente, hochmoderne, hochemanzipierte, hochselbstbewusste Tuerkin nicht fehlen, wir sind ja divers und vorurteilsfrei. Als die aufgetaucht ist, war das der Tropfen, der das Fass zum Uerberlaufen gebracht hat. Abbrechen war kein Problem, denn es ist mir vollkommen egal, wer der Moerder ist, das Opfer ist auch eine witzige Pappfigur.

Das Cover finde ich uebrigens sehr gelungen: Man kann als Fazit sagen, wer sich davon angesprochen fuehlt, hat vermutlich auch seine Freude an dem Hoerbuch. Wenn jemandem bei dem Anblick als Erstes Worte wie kindisch, duemmlich, harmlos, albern und geeignet ab 6 Jahren in den Sinn kommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er das auch ueber das Buch denkt. (Sorry wegen der Umlaute, aber in der Vorschau sind die als Code-Zeichen erschienen.)

  • Das Leben, das wir begraben

  • Autor: Allen Eskens
  • Sprecher: Oliver Erwin Schönfeld
  • Spieldauer: 10 Std. und 16 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.813
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 2.658
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 2.654

Der Student Joe Talbert muss fürs College mit einem völlig Fremden ein Interview führen. Dafür sucht er in einem Pflegeheim nach der passenden Person und trifft auf den krebskranken, im Sterben liegenden Carl Iverson. Doch Iverson ist kein harmloser alter Mann. Er ist ein verurteilter Mörder. Vor 30 Jahren soll er ein Mädchen missbraucht, umgebracht und in seinem Schuppen verbrannt haben. Nach einigen Gesprächen erkennt Joe, dass etwas an dem grausamen Mordfall nicht stimmt.

  • 4 out of 5 stars
  • Das Leben, das wir begraben

  • Von BEnnyE Am hilfreichsten 27.04.2018

Zwei Drittel sehr gut, ein Drittel nicht so

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.11.2018

Während der ersten zwei Drittel war ich begeistert von dem Hörbuch und sicher, dass ich es mit 5 Sternen bewerten werde. Es ist nicht wirklich ein Thriller und auch kein klassischer Krimi, obwohl es natürlich vordergründig darum geht, ob Carl Iverson oder jemand anderes vor 30 Jahren das junge Mädchen ermordet hat. Das ist aber nicht so kompliziert und mit überraschenden Wendungen gestaltet, wie das in Krimis üblich ist.

Was mich an dem Buch vielmehr gefesselt und sehr gut gefallen hat, waren die Erinnerungen der Beteiligten, die sich langsam offenbart haben. Die Charaktere sind gut beschrieben und insbesondere der Ich-Erzähler Joe war mir äußerst sympathisch. Auch der autistische Bruder ist sehr liebenswert gezeichnet. Manche Figuren gleiten etwas ins Klischeehafte ab, was sich aber ohne zu spoilern nicht näher ausführen lässt. Man vermutet etwas – und das ist es dann tatsächlich.

Nach etwa zwei Dritteln war für mich allerdings die Luft raus. Nach einer sehr lange dauernden Flucht-und-Survival-Szene, in der wirklich jeder schlaue Einsatz eines jeden Sechskantschraubenschlüssels und Streichhölzchens detailliert beschrieben wird, fühlte ich mich etwas an einen Abenteuerroman für Jugendliche erinnert und zunehmend gelangweilt. Solche Szenen aus der Perspektive eines Ich-Erzählers sind naturgemäß nicht übermäßig spannend, da „Und dann bin ich gestorben“ ja keine Option ist – also weiß man schon vorher und die ganze Zeit über, wie es ausgeht. Manchen gefällt solcherlei „Action“ vielleicht dennoch, ich werde dabei ungeduldig und gereizt.

Aber auch nach Beendigung dieser Szene fand ich nicht wieder zurück in die Handlung. Ich hatte den Eindruck, dass da nichts mehr kommen kann, was mich noch interessiert. Das Gefühlvolle des Anfangs ging auch etwas ins Kitschige über wurde so langweilig, dass ich zwei Stunden vorgespult und nur noch die letzten 10 Minuten gehört habe. Dabei hatte ich nicht den Eindruck, etwas Wesentliches verpasst zu haben.

Fazit: Es ist ein gefühlvoller Roman mit philosophischen Anklängen und liebenswerten Charakteren. Mindestens sechs Stunden lang war es auch ein Pageturner für mich. Die spannenden Elemente sind hingegen m.E. nicht so gut gelungen. Den Sprecher fand ich hervorragend.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Du sollst nicht töten

  • Autor: Kirsten Holst
  • Sprecher: Birgit Becker
  • Spieldauer: 7 Std. und 29 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 12
  • Sprecher
    2 out of 5 stars 12
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 12

Noch ein Fall für den beliebten Kriminalkommissar Høyer: Die kleine jütländische Gemeinde ist erschüttert, schon wieder wurde ein junges Mädchen ermordet. Die 16-jährige Birte ist bereits die dritte Tote: vergewaltigt, erdrosselt und mit eingeschlagenem Schädel. Die Polizei tappt im Dunkeln, die einzige Spur, ein Auto, führt nirgendwo hin. Dann wird auch noch der alte Pastor Gorm Villadsen auf dem Friedhof erschlagen aufgefunden. Hat der Lottogewinn der Tippgemeinschaft oder das Haschischlager im Kirchturm mit dem Mord zu tun?

  • 3 out of 5 stars
  • Ganz netter Krimi und sehr eigenartiger Vortrag

  • Von Amazon Kunde Am hilfreichsten 08.11.2018

Ganz netter Krimi und sehr eigenartiger Vortrag

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.11.2018

Es ist ein ganz netter Krimi, aber nicht ueberragend. Abbrechen wollte ich nicht, aber es ist kein Pageturner, ich konnte das Hoerbuch problemlos weglegen und in kurzen Etappen abends zum Einschlafen hoeren, was auch gut funktioniert hat. Die Geschichte spielt in den 1980er Jahren und hat ein altmodisches Flair, das meiner Erinnerung nach so in dieser Zeit nicht mehr gegeben war, aber nicht stoert. Es ist ein klassischer Whodunnit, allerdings mit etwas zu wenigen Verdaechtigen, die meinem Gefuehl nach auch nicht besonders viel Charakter entwickeln. Die Kommissare sind hingegen sehr sympathisch, insbesondere der Protagonist Hoyer.

Die Sprecherin hat mir nicht gefallen. Sie hat zwar eine sehr angenehme Stimme und KANN auch gut vorlesen, aus unerfindlichen Gruenden TUT sie das aber nur zuweilen und keineswegs immer. Insbesondere bei der woertlichen Rede von Kommissar Hoyer, aber auch bei einigen anderen Personen, liest sie grauenhaft affektiert, geht mit der Stimme in Wellen auf und ab, macht lange dramatische Pausen zwischen den Woertern, sodass es sich anhoert, als ob sie einzeln von einem Computerprogramm zusammengefuegt worden waeren. Mich hat das so genervt, dass ich zuweilen zurueckspulen musste, weil mir ploetzlich auffiel, dass ich schon seit Minuten nichts mehr vom Inhalt mitbekommen, sondern nur auf die eigenartige Betonung geachtet hatte. So gut wie nach jeder woertlichen Rede kommt ein sagte Hoyer (bzw. eine andere Person), was natuerlich nicht an der Sprecherin, sondern am Stil der Autorin liegt. Aber sie liest gerade diesen sich penetrant wiederholenden Satz so stark und eigenartig betont, dass ich sogar ein Beduerfnis verspuerte, sie veraergert nachzuaeffen – und das auch getan habe. Das alles ist der Konzentration auf den Inhalt nicht wirklich dienlich, zumal dieser nicht extrem fesselnd ist.

Fazit: Es ist eine ganz unterhaltsame Geschichte, die man durchaus allen empfehlen kann, die etwas leichte Krimi-Unterhaltung wollen, ohne sich aufregen oder allzu viel mitdenken zu muessen, und die keinen grossen Wert auf die Art des Vortrags legen. Denn der ist zuweilen wirklich sehr unnatuerlich, falsch betont und ueberdramatisch bis hin zum Laecherlichen. In der Hoerprobe ist das nicht erkennbar, das ist einer der Teile, die sie wirklich gut liest. (Sorry wegen der Umlaute, aber sie erschienen in der Vorschau nicht korrekt).


3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Totenbauer

  • Tenbrink und Bertram 2
  • Autor: Tom Finnek
  • Sprecher: Elmar Börger
  • Spieldauer: 10 Std. und 23 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 181
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 175
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 174

Der zweite Fall für den westfälischen Sturkopf Heinrich Tenbrink und seinen Partner Maik Bertram! Auf einer Parkbank im Münsterland bricht ein Mann zusammen. An seiner Schläfe klafft eine blutige Wunde. Der Frau, die ihm helfen möchte, flüstert er die Worte "toter Bauer" zu - und stirbt. Oberkommissar Maik Bertram vermutet zunächst, dass der Mann das Opfer eines tödlichen Liebes- oder Eifersuchtsdramas geworden ist. Aber was haben die letzten Worte des Toten zu bedeuten?

  • 5 out of 5 stars
  • Bei diesem Hörbuch stimmt einfach alles!

  • Von Amazon Kunde Am hilfreichsten 30.10.2018

Bei diesem Hörbuch stimmt einfach alles!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.10.2018

Ich bin gerade eben mit dem Hören fertiggeworden und jetzt total traurig, weil es aus ist :-(

Das war ein Hörbuch, bei dem wirklich alles stimmt! Schon Galgenhügel war verdammt gut, aber zumindest meiner Ansicht nach hat der Autor hier noch einen draufgelegt. Es ist ein durchaus interessanter Kriminalfall, aber mehr als das, was im Klappentext steht, muss man eigentlich nicht wissen. Blutige Details, verstörende Grausamkeiten und wilde Action darf man nicht erwarten. Ich meine, ich hätte den einen oder anderen kleinen Logikfehler beim Verhalten von Personen entdeckt, aber das ist minimal und hat mich nicht gestört, obwohl ich so etwas normalerweise gar nicht leiden kann (und vielleicht habe ich mich ja auch geirrt).

Das Eigentliche, durch das sich dieses Hörbuch von vielen anderen abhebt, sind seine unglaublich lebensechten Charakterzeichnungen. Selbst recht unwesentliche Nebenfiguren haben ihren jeweils eigenen Charakter, der getreu nach dem Motto „Don’t tell – show“ nicht lang und breit erklärt wird, sondern sich dem Hörer/Leser aus dem Reden und Agieren der jeweiligen Person schnell selbst enthüllt. Das gilt natürlich in noch viel größerem Maß für die beiden Kommissare Heinrich Tenbrink und Maik Bertram, die ohne Zweifel die Hauptfiguren und - obwohl ganz und gar nicht ohne Macken - unglaublich sympathisch sind.

Ich würde jedem empfehlen, Galgenhügel zuerst zu hören.Totenbauer ist zwar dennoch problemlos verständlich und spoilert auch nicht zum ersten Buch der Reihe. Aber gerade die merkwürdigen Gedächtnisaussetzer des älteren Kommissars bleiben dort bis zum Ende ungeklärt, finden aber in Totengräber nähere Betrachtung, und auch der jüngere Kommissar wird von seiner im ersten Buch nur erwähnten Vergangenheit eingeholt.

Ich bin normalerweise ein bisschen skeptisch gegenüber Regionalkrimis, weil sie gern ins Seichte abdriften, und ich es lieber depressiv als lustig mag. Aber läppisch wird es hier nie. Der Grundtenor ist ernsthaft und die paar wenigen humorigen Szenen sind Situationskomik wie aus dem richtigen Leben und nicht im Stil einer "lustigen Volksbühne" oder eines "leichten Urlaubskrimis". Positiv fand ich auch, dass wirklich keinerlei politisch korrekte Volkserziehung bzgl. Feminismus oder Migranten enthalten ist, dafür ein sehr anrührendes Beispiel von aufopfernder gegenseitiger und nicht ausgesprochener Liebe innerhalb einer Familie.

Den Sprecher habe ich zum ersten Mal gehört und halte ihn – obwohl ich die meisten gut finde – für eine Klasse für sich. Fantastisch! Die Erzählpassagen liest er in einer angenehm sanften ruhigen Stimme, die einzelnen Personen nicht nur nach Mann und Frau unterschieden, sondern wirklich so, dass man eine ganze Reihe Personen sofort erkennt, und das eigentlich ziemlich dezent, ohne zu übertreiben. Keine Ahnung, wie er das macht, aber er macht es gut! Ob er die Dialekte (kommen sehr selten vor) korrekt gesprochen hat, weiß ich nicht, weil keiner mein heimischer ist. Für mich haben sie sich aber sehr echt und absolut nicht nervig angehört.

Ich beneide alle, die das Hörbuch noch vor sich haben, und hoffe, dass es bald einen dritten Teil gibt, weil ich wissen will, wie es im Leben der beiden Kommissare weitergeht.

7 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Sie finden dich nie

  • Autor: Cara Hunter
  • Sprecher: Louis Friedemann Thiele
  • Spieldauer: 10 Std. und 54 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 154
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 140
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 140

Nach einer Grillparty auf dem Grundstück der Masons in Oxford ist Daisy, ihre achtjährige Tochter, verschwunden. Die Polizei befragt Partygäste, Nachbarn, Mitschülerinnen. Jeder scheint verdächtig, aber nirgends findet sich eine Spur von dem Mädchen. Daisys Familienverhältnisse, die nach außen hin so geordnet erscheinen, entpuppen sich als desolat und gestört. Schließlich werden beide Elternteile verdächtigt, ihrer Tochter etwas angetan zu haben. Die Polizei tappt im Dunkeln.

  • 2 out of 5 stars
  • der Sprecher ( das Grauen )

  • Von Lulu Am hilfreichsten 22.09.2018

Hervorragend

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.09.2018

Die kleine Daisy ist nach einer turbulenten Grillparty im Garten ihrer Eltern spurlos verschwunden. Noch in der Nacht wird die Polizei gerufen und nimmt die Suche und Ermittlungsarbeit auf. Und was in diesem Roman beschrieben wird, ist WIRKLICH polizeiliche Ermittlungsarbeit, die ungeheuer komplex ist, nicht nur gefühliges Gerede und durch die Gegend stolpern, bis sich alles von selber löst.

Es tauchen enorm viele Hinweise auf, der Verdacht geht mal in die eine, mal in die andere Richtung, es gibt mehrere überraschende Wendungen, und so langsam entwickelt sich ein Bild des familiären Umfelds, aber es bleibt unklar, wer der Täter ist. Obwohl einige Passagen in der Vergangenheit spielen und der Polizei nicht bekannt sind, erfährt der Hörer/Leser die Entwicklung der Geschichte doch weitestgehend aus Sicht der Polizei, die zunächst zu einer vollkommen fremden Familie gerufen wird und so langsam Einblick bekommt.

Richtig gut fand ich auch, dass immer wieder Passagen aus Twitter und Facebook eingefügt wurden, in denen sich vollkommen unbeteiligte Personen vom Computerstuhl aus als Hobbyermittler betätigt haben und natürlich per Ferndiagnose sofort "ganz genau wussten", wer der Täter war und was man mit ihm machen sollte - auch wenn der Verdacht der Masse sich mit der Zeit auf unterschiedliche Personen konzentriert hat. Das wirkte erschreckend realistisch, sogar die Bedächtigen, die sich damit hervortun, das alles als widerliches Verhalten zu brandmarken, waren dabei. Ein bisschen störend war, dass dabei ständig "Hashtag" gelesen werden musste, was im Buch natürlich nur ein # ist, das man überlesen kann. Aber daran lässt sich selbstverständlich nichts ändern.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven in der dritten Person erzählt, teilweise aber auch aus der Ich-Perspektive des Leiters der polizeilichen Ermittlungen. Obwohl aus seinen Gedanken sehr schnell klar wird, dass auch er persönlich einen sehr schweren Schicksalsschlag zu tragen hat, spielt sein Privatleben im Buch so gut wie keine Rolle. Keine Ablenkung mit nervigen Geschiedenen, keinerlei Liebesaffären oder Alkoholprobleme etc., alles konzentriert sich auf den Fall des verschwundenen Mädchens und dennoch – oder vielleicht sogar gerade dadurch – lernt man ihn als Persönlichkeit kennen und schätzen.

Der Sprecher hat eine sehr sanfte, gepflegte Stimme, der man anmerkt, dass sie professionell geschult ist. Mich hat sie ein bisschen ans Theater erinnert oder eigentlich vielmehr an einen Pfarrer. Das ist an sich nicht unangenehm, war für mich aber etwas gewöhnungsbedürftig, insbesondere in den Teilen, in denen der Polizist in der Ich-Form erzählt. Ich glaube, dadurch entsteht ein Bild von ihm, das nicht ganz der Person entspricht, die von der Autorin beabsichtigt war. Er ist zwar durchaus sensibel, aber eben doch Polizist und nicht Pfarrer. Auch war mir zuweilen nicht klar, wer bei einem Dialog gerade spricht, oder ob der Ich-Erzähler eine Passage laut ausspricht oder nur denkt. Das war aber nur minimal störend.

Das Buch bleibt bis zum Schluss spannend. Ich habe mit dem Ende absolut nicht gerechnet und kann mir auch nicht vorstellen, dass allzu viele Leute es vorausahnen können. Die Person, für die ganz am Ende alles sehr gut ausgeht, war mir allerdings äußerst unsympathisch, fast schon erschreckend kaltschnäuzig und bösartig, wobei ich nicht weiß, ob die Autorin das so beabsichtigt hat oder nicht. Das ist aber keine Kritik, ganz im Gegenteil, das war äußerst interessant. Eine klare Hörempfehlung für alle, die intelligente Krimis mit teilweise bedrückendem Tiefgang mögen, aber keine Gewaltbeschreibungen brauchen.

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich