PROFIL

Frank Heckert

Wiesbaden, Deutschland
  • 19
  • Rezensionen
  • 148
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 37
  • Bewertungen
  • Im Frühling sterben

  • Autor: Ralf Rothmann
  • Sprecher: Thomas Sarbacher
  • Spieldauer: 6 Std. und 16 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 142
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 135
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 134

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich "Fiete" Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund.

  • 5 out of 5 stars
  • Eine erschütternde Geschichte, großartig gelesen

  • Von Frank Heckert Am hilfreichsten 28.06.2017

Eine erschütternde Geschichte, großartig gelesen

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.06.2017

Es gibt viele gute Hörbücher – und doch gibt es immer wieder einen Glücksfall, der neue Maßstäbe setzt (indem er sie scheinbar mühelos erreicht). Ralf Rothmanns Roman „Im Frühling sterben“ war vor zwei Jahren ohne Konkurrenz auf dem deutschen Büchermarkt. Dass der Roman den Deutschen Buchpreis nicht erhielt, lag am Autor selbst ... denn der bat seinen Verlag darum, das Buch nicht einzureichen. Die erschütternde Geschichte von zwei Melkern, die kurz vor Kriegsende doch noch ganz nah an die Schrecken des Krieges heranrücken müssen, geht extrem unter die Haut. Rothmann schafft es wie wenige andere, dichte Bilder zu zeichnen, die man – ja, tatsächlich – auch hören, riechen und schmecken kann. So läuft ein spannender Film vor dem geistigen Auge ab, der einem oft den Atem raubt. Ein Surround-Abenteuer aus Worten.

Gesteigert wird das Ganze noch durch die großartige Lesung von Thomas Sarbacher, dessen meist lakonischer Ton hervorragend zum Charakter der Geschichte passt. Er kriegt auch Mundarten bestens hin, wirkt nie bemüht und wahrt immer eine gewisse Distanz zum Text. Gerade dadurch wird er zum idealen Interpreten für diese extreme Geschichte. Man wünscht sich, viel öfter von ihm zu hören.

Einziger Wermutstropfen: Die Kapitel sind – insbesondere im ersten Drittel dieses Hörbuchs – nicht gut genug voneinander getrennt. Das sorgt für Verwirrungen, wenn ein neuer Handlungsstrang ohne Pause einsetzt. Denn es ist tatsächlich notwendig, zwischen den einzelnen Abschnitten dieses Romans zumindest für einen kurzen Moment zu verschnaufen.

Höchste Werte!

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Warte nicht auf bessre Zeiten

  • Autor: Wolf Biermann
  • Sprecher: Burghart Klaußner, Wolf Biermann
  • Spieldauer: 12 Std. und 34 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 202
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 190
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 192

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-Diktatur. Und er erzählt die Geschichten seiner in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Lieder, deren "Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft" Marcel Reich-Ranicki lobte.

  • 5 out of 5 stars
  • Chapeau! Herr Biermann, zu Tränen gerührt, genial gelesen von Burghart klaußner

  • Von pessikowski Am hilfreichsten 03.10.2017

Schafe zählen ...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.03.2017

Man will's ja nicht selbst erlebt haben, was der gute Wolf Biermann in der DDR mitmachen musste. Aber durch dieses Hörbuch ist man – zurückversetzt in der Zeit – trotzdem „live dabei“ und muss an vielen Stellen ungläubig mit dem Kopf schütteln. Zu was die Betonköppe rund um Ulbricht und Honecker fähig waren ... da stockt einem noch im Rückblick der Atem. Zumal ein Blick in die Gegenwart beweist, dass die Gefahr für menschlichen Wildwuchs nach wie vor groß ist. So unterscheiden sich Biermanns Beobachtungen bei Wahlen in der DDR kaum von den derzeitigen Zuständen in der Türkei. Auch in Deutschlands Osten wurde damals alles gleichgeschaltet, um das „Ja“ bloß nicht zu gefährden. Biermann selbst nahm an der Wahl nicht teil – und formuliert ebenso verschmitzt wie selbstgefällig: „Der Wolf muss nicht ,mäh‘ sagen, wenn die Schafe gezählt werden.“

Überhaupt: Die Sprache, die Lust am Fabulieren ... ein Genuss! Und so richtig gut wird alles durch Burghart Klaußner, der den meisterhaften Text kongenial interpretiert. Er liest nicht nur, er schauspielert mit Worten. So wird das Zuhören hier zum Genuss. Wenn Klaußner schweigt, dann singt Biermann und bringt einige seiner wichtigsten Stücke zu Gehör. Großartiger Geschichtsunterricht ist das, ein faszinierender „time tunnel“. Diese Reise sollte sich niemand entgehen lassen.

0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Meine geniale Freundin

  • Die Neapolitanische Saga 1
  • Autor: Elena Ferrante
  • Sprecher: Eva Mattes
  • Spieldauer: 11 Std. und 43 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 2.220
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 2.048
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 2.040

Eine Freundschaft als Spiegel einer Stadt, einer Nation, einer ganzen Generation. Im Alter von 66 Jahren erfüllt sich Lila einen Traum: Sie verschwindet von einem Tag auf den anderen. Zurück bleibt ihre beste Freundin Elena und schreibt ihre gemeinsame Geschichte nieder: In den 1950er Jahren wachsen sie am Rande Neapels auf. Elena erzählt vom Alltag der kleinen Leute, vom Zugschaffner Donato, der Gedichte schreibt, vom tyrannischen Don Achille, von den Solara-Brüdern, die sonntags mit ihrem Auto den Corso abfahren.

  • 4 out of 5 stars
  • Schmaler Grat zwischen Zuneigung und Abneigung!

  • Von Asaviel Am hilfreichsten 14.04.2017

Ein dünner Text ohne jegliche Atmosphäre

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.12.2016

Ich war sehr gespannt auf Elena Ferrantes „Geniale Freundin“, doch spätestens nach der Hälfte des Hörbuchs habe ich mich geärgert, dass ich jemals ihre Bekanntschaft machen wollte. Ich weiß nicht, woher die allgemeine Begeisterung kommt – der Text hat allerhöchstens Sextaner-Niveau. Er klingt wie aufgesagt, wie abgelesen. Keinerlei Atmosphäre, sprachlich so belanglos wie eine Gebrauchsanweisung – eine unnötige Ansammlung von Pe­ti­tes­sen, brav aneinandergereiht. Auch Eva Mattes, die ich sonst sehr schätze, kann den blassen Episoden kein Leben einhauchen – so schlecht habe ich sie noch nie lesen gehört, wahrscheinlich hat sie sich auch gelangweilt (deshalb nur drei Sterne). Die Ärmste: Sie muss wohl auch noch den nächsten drei Teilen ihre schöne Stimme leihen. Zum Glück muss ich aber nicht weiter zuhören!

4 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Ein untadeliger Mann

  • Edward Feathers 1
  • Autor: Jane Gardam
  • Sprecher: Ulrich Noethen
  • Spieldauer: 9 Std. und 51 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 591
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 545
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 539

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel - seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als glänzender Anwalt. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Nie hat er darüber gesprochen, wie es war, als Vierjähriger aus einer glücklichen Kindheit in Malaysia gerissen und zu einer hartherzigen Pflegemutter nach Wales verschickt zu werden. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf. Und so setzt er sich an einem Wintermorgen ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden.

  • 5 out of 5 stars
  • Ein grandioses Buch, eine bemerkenswerte Autorin

  • Von Frank Heckert Am hilfreichsten 31.08.2015

Ein grandioses Buch, eine bemerkenswerte Autorin

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 31.08.2015

Die größte Überraschung, die dieses Hörbuch mit sich bringt, ist die Erkenntnis, dass die Autorin es bereits 2004 geschrieben hat - und dass es erst jetzt hier in Deutschland erscheint. Überhaupt: Jane Gardam ist in Deutschland bislang eine Unbekannte, obwohl sie schon seit Ende der siebziger Jahre bemerkenswerte Romane schreibt ... es gibt offenbar noch „weiße Flecken“ auf der Landkarte der deutschen Verleger. Gut, dass der Hanser-Verlag jetzt endlich auch hierzulande mit diesem Buch (dem ersten Teil einer bereits geschriebenen Trilogie) die Aufmerksamkeit auf diese im Jahr 1928 geborene Autorin lenkt. Und noch besser, dass Ulrich Noethen dieses Hörbuch liest, so herrlich distinguiert, versiert und charaktervoll, dass es eine Freude ist, ihm zuzuhören.

Jane Gardam erzählt das bewegte Leben eines Mannes im British Empire („good old Filth“) mit einer wunderbar austarierten Mischung aus bissiger Ironie, genauer Beobachtungsgabe und bewundernswerter Fabulierkunst. Einige Beispiele? Bitteschön: „Ihre Schrift sah aus, als wäre eine sehr kleine Spinne über das dicke Papier getaumelt und am Ende – bei der blassen Unterschrift – verstorben.“ – „Du wirst Anwalt: großartiges Gedächtnis, Sinn für Logik, keine Fantasie – und kein Verstand.“ – „Sie hatte das Gesicht einer Löwin: flache Nase, niedrige Stirn, breite Wangenknochen und schmale grüne Augen. Überragende Selbstbeherrschung – wow!“

Das Buch ist perfekt gebaut, es blendet zwischen verschiedenen Zeitebenen problemlos hin- und her. So bleibt es immer spannend – und mit der Zeit setzt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen, freilich ohne allzu rätselhaft zu sein.

Unterm Strich ein packender Hörgenuss, bei dem man immer wieder auch schmunzeln muss und sich auf die nächste Episode freut. Jane Gardam ist eine späte, dafür aber umso beeindruckendere Entdeckung. Man kann ihr nur viele Zuhörer wünschen – und allen Zuhörern noch viele weitere Werke von Jane Gardam!

39 von 40 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • STRAFE

  • Autor: Paula Polanski, Håkan Nesser
  • Sprecher: Dietmar Bär, Katja Riemann
  • Spieldauer: 6 Std. und 13 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 272
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 248
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 248

Auch wenn du sie bislang verdrängt hast: Die Vergangenheit holt dich ein. Der berühmte Autor Max Schmeling erhält einen Brief von Tibor Schittkowski, einem Freund, den er seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat. Dieser liegt im Sterben und benötigt Max' Hilfe und weil er Tibor noch aus Schulzeiten einen Gefallen schuldet, lässt er sich darauf ein. Er reist zurück in seine Heimatstadt und erhält von Tibor einen Auftrag - doch worin dieser besteht, bleibt zunächst im Dunkeln.

  • 4 out of 5 stars
  • Soo gut nun auch wieder nicht

  • Von aetti611 Am hilfreichsten 08.06.2015

Nesser ... war schon besser!

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.07.2015

Wer meine Rezensionen liest, der weiß: Ich bin ein Fan von Håkan Nesser. Und deshalb hat mich auch sein neuestes Buch nicht gelangweilt. Aber ... begeistert hat es mich auch nicht gerade. Irgendwie kommt es mir seltsam „heruntergeschrieben“ vor, was – auf den Ausgang der Geschichte bezogen – wahrlich kein gutes Zeichen ist (denn – und das versteht jetzt nur, wer die Geschichte bis zum Ende gehört hat – wer weiß schon, wie lange es dann hypothetisch gedauert haben mag, bis sich ein Verlag gemeldet hat).

Klar: Die Konstruktion der Story ist clever, aber eben bei Weitem nicht so clever wie bei „Himmel über London“, dem Buch, an dem sich die Geister scheiden. Auch will es mir so scheinen, als ob man manche Betrachtungen über das Leben hier nicht gerade zum ersten Mal hört. Deshalb: Wer Håkan Nesser noch nicht kennt, der sollte sein erstes Rendezvous lieber mit einem anderen Titel starten. Und wer ein Nesser-Wiederholungstäter ist, der kann „Strafe“ zwar ohne Gefahr hören, sollte aber nicht zuviel erwarten ... auch wenn Dietmar Bär gut wie eh und je liest und Katja Riemann ebenfalls einen sehr guten Job macht.

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Lebenden und Toten von Winsford

  • Autor: Håkan Nesser
  • Sprecher: Eva Mattes
  • Spieldauer: 12 Std. und 27 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 473
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 438
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 440

Exmoor, eines Abends im November. Über einem kleinen Dorf in der südenglischen Moorlandschaft liegt dichter Nebel. Die geheimnisvolle Frau, die sich unter dem Namen Maria Anderson mit ihrem Hund im abseits gelegenen Haus auf der Heide niederlässt, bietet Stoff für Spekulationen. Was hat sie alleine hier draußen in der Einöde zu suchen? Irgendetwas Sonderbares umgibt diese Fremde. Und nicht alle scheinen ihr wohlgesonnen.

  • 5 out of 5 stars
  • Ein großartiges Buch!!

  • Von Annekathrin Heinisch Am hilfreichsten 22.10.2014

Was bleibt von einem Leben?

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.10.2014

Je älter er wird, desto besser wird er: Håkan Nesser fesselt mich mit jedem Buch mehr, auch wenn er gar keine Fesseln anlegt. Es sind eher sanfte Schlingen, die er spinnt - und die sich im Lauf der Zeit auf die Seele legen. In seinem neuen Buch macht eine Frau die Tür zu ihrer Vergangenheit zu ... und wird dadurch zur Mörderin. Als Leser/Hörer hat man durchaus Sympathien für sie, aber man wundert sich doch, dass sie es offenbar gar nicht nötig hat, ihre Tat zu rechtfertigen. Sie lebt einfach weiter und schmiedet eiskalt einen Plan. In der Heide bei Winsford lässt sie ihr Leben noch einmal Revue passieren und kommt dabei zu manch bemerkenswerter Erkenntnis. Freilich muss man die Ohren spitzen, um diese „Nesserschen Lebensweisheiten“ nicht zu verpassen, denn oft kommen die beiläufig ins Spiel und stehen quasi in einem Nebensatz.

Eva Mattes liest wie immer gut, ihr Ton passt perfekt zu einer Frau, die sich nur noch vorgenommen hat „ihren Hund zu überleben“ und ansonsten auf die Vergangenheit blickt wie durch ein dunkles Glas. Irgendwie seltsam teilnahmslos, ja fast könnte man sagen: gleichgültig. Als redete sie über einen anderen Menschen.

Ich weiß nicht, wie Nesser das immer wieder hinkriegt. Für mich ist er ein ganz Großer - und ich bedaure seine Ankündigung, dass „nicht mehr viele Bücher“ in ihm seien. Aber vielleicht täuscht er sich ja. Seine Leser würden es ihm danken.

18 von 19 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Puls

  • Autor: Stephen King
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 14 Std. und 15 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1.826
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 1.020
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 1.024

Wahnsinn und Tod durch das Mobiltelefon - Stephen King: "Puls". Während Clayton Riddell sich auf einem Geschäftstrip in Boston befindet, bricht plötzlich das Chaos aus. Jeder, der gerade ein Handy am Ohr hat, mutiert zum Zombie: Leute fallen übereinander her, töten sich gegenseitig und laufen Amok. Riddell und zwei weitere Unschuldige flüchten in ein Hotel. Dort müssen sie, abgeschnitten von der Außenwelt, versuchen, Riddells Sohn zu erreichen, bevor auch er dem Wahnsinn zum Opfer fällt.

  • 4 out of 5 stars
  • Ein gutes Buch

  • Von Claudio Büsser Am hilfreichsten 14.12.2010

Eher ein „Ruhepuls“, wenn's um Spannung geht ...

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.02.2014

Ich habe schon einige Hörbücher des Teams King/Nathan gehört („Der Anschlag“, „Der Fluch“, „Joyland“ und „In einer kleinen Stadt“) und war stets fasziniert. Bei diesem hier hält sich meine Freude aber in Grenzen. Die Grundidee ist gut, die Ausführung eher suboptimal. Auf mich macht es den Eindruck, als hätte Stephen King die Story recht lustlos heruntergeschrieben. Ich find's jedenfalls nicht allzu packend und außerdem an manchen Stellen unnötig blutrünstig. Hunderte von Toten sowie Beschreibungen von hervorquellenden Hirnmassen und Gedärmen sind keine Garanten für Spannung. Ich musste mich zwingen, das „Werk“ bis zum Schluss zu hören.

Auch David Nathan war schon besser, wenngleich er natürlich auch hier gut liest. Aber wie heißt es so schön?: Die hohen Maßstäbe, an denen man gemessen wird, setzt man sich selbst. So gesehen, sollte Nathan mal sein Englisch auf Vordermann bringen. Die „elementary school“ heißt nun mal nicht „ellimenterri skuul“ und „Safeway“ nicht „Seffwäy“. Oft klingt Nathan ein wenig unbeholfen und unsicher, wenn englische Wörter ins Spiel kommen. Aber auch Pachelbel sollte man nicht zum „Patschellbell“ verunglimpfen. Gibt's bei Random House Audio eigentlich auch Audio-Redakteure, die dem Sprecher mit Rat und Tat zur Seite stehen oder ist hier Zeit in erster Linie Geld (und nicht eine Zutat, um eine möglichst hohe Qualität zu erreichen)?

Ich brauch' nach diesem „Puls“ jedenfalls jetzt erst mal eine längere King-Pause!

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Himmel über London

  • Autor: Håkan Nesser
  • Sprecher: Dietmar Bär, Walter Kreye, Simone Kabst
  • Spieldauer: 15 Std. und 59 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 160
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 150
  • Geschichte
    3 out of 5 stars 150

Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70-jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwer krank - und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgendetwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen.

  • 3 out of 5 stars
  • Meine Begeisterung hält sich in Grenzen

  • Von Ute Am hilfreichsten 17.11.2013

Ein Buch im Buch im Buch

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.01.2014

Ja, ich weiß: Ich stehe hier allein auf weiter Flur, wenn ich schreibe, dass dies vielleicht Hakan Nessers bislang intelligentestes Buch ist. Und es ist obendrein ungeheuer spannend, freilich nur, wenn man nicht nur stupide „nach dem Mörder sucht“ oder auf die nächste Leiche wartet. Denn darum geht es – wie Nesser-Fans wissen – in den Büchern dieses Autors ohnehin nur am Rande. Nesser fabuliert auf einem weit höheren Niveau, ihm geht es um ganz andere Erkenntnisse.

Gebaut ist diese Geschichte – wie ich finde – auf eine ganz einzigartige, absolut faszinierende Weise. Bei mir hat's bis zum zweiten Download-Teil gedauert, bis ich ahnte, wie das alles zusammenhängt. Und selbst dann gab's weitere Überraschungen, weil sich die Story plötzlich verselbständigte. Nicht jeder kann damit etwas anfangen, vielen Lesern/Hörern wird das zu verwirrend sein. Aber: „So ist das nun einmal“, wie Nesser gelassen sagen würde (diese Wendung kommt hier mindestens fünf Mal vor).

Wer „Himmel über London“ liest oder hört (wie immer grandios: Dietmar Bär), der kann jedenfalls sein blaues Wunder erleben. Wenn ... ja wenn er sich denn unvoreingenommen darauf einlässt. „Es ist die Reise, die die Mühe wert ist“, stellt Hakan Nesser am Ende dieses ungewöhnlichen Buchs dazu fest – in folgendem Zusammenhang: „Man kann wünschen, dass ein Leben und ein Roman gradlinig verlaufen, wie ein Zug auf den Eisenbahnschienen, und es ist leicht, sich einzubilden, dass der Endpunkt, die Ankunft im letzten Kapitel oder an der Endstation, Ziel und Sinn des Ganzen war. Sinn und Zweck der gesamten Reise scheint sich hier zu versammeln, aber ganz so primitiv verhält es sich nicht. Nicht unbedingt. Es ist die Reise, die die Mühe wert ist. Warum beeilen wir uns so mit dem Leben, wenn die Ankunft trotz allem doch nur den Tod beinhaltet?“

7 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Geisha

  • Autor: Arthur Golden
  • Sprecher: Elena Wilms
  • Spieldauer: 21 Std. und 42 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 770
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 472
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 479

Zu Beginn der 30er Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht...

  • 5 out of 5 stars
  • Wunderbares Hörerlebnis

  • Von LivingMile Am hilfreichsten 04.07.2012

Die Entdeckung der Langsamkeit

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.06.2013

Ich will kein Spielverderber sein. Dieses Hörbuch enthält interessante Hinweise zum Leben einer Geisha. Man kann sich das anhören, aber man braucht auch eine gewisse Ausdauer. Denn so spannend, wie das hier manche Hörer schildern, finde ich's nicht. Und eine Meisterleistung der Sprecherin, die das zweifellos ordentlich macht, kann ich auch nicht erkennen. Da sind Uve Teschner, David Nathan oder Dietmar Bär ganz andere Kaliber.

Für mich ist „Die Geisha“ insgesamt also eher ein mittelprächtiges Hörerlebnis. Ganz interessant, immer wieder mit didaktischen Passagen, aber eben auch mit einigen Längen. Ganz OK zum Nebenbeihören, wenn man knapp 22 Stunden Zeit hat. Begeisterung hat sich bei mir aber nicht eingestellt.

5 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Am Abend des Mordes

  • Autor: Håkan Nesser
  • Sprecher: Dietmar Bär
  • Spieldauer: 12 Std. und 35 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 425
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 225
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 231

Kommissar Barbarotti auf dem Abstellgleis? Als er nach einem persönlichen Schicksalsschlag zum ersten Mal wieder im Dienst erscheint, soll er zwei ungeklärte Mordfälle wieder aufnehmen. In deren Zentrum steht die mysteriöse Ellen Bjarnebo: die hat nicht nur ihren ersten Mann grausam ermordet, sondern wahrscheinlich auch ihren zweiten - der ist nämlich seit Jahren spurlos verschwunden. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts.

  • 5 out of 5 stars
  • Das Leben zwischen den Zeilen

  • Von Frank Heckert Am hilfreichsten 03.11.2012

Das Leben zwischen den Zeilen

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.11.2012

Wer hier die Spannung vermisst, hat meiner Meinung nach nicht begriffen, welche Art von Büchern Håkan Nesser schreibt. Das Interessante ist gar nicht so sehr die Story ... die Zwischentöne sind es, die zwischen den Zeilen aufblitzen. Betrachtungen über das Leben, grandiose Sätze voll philosophischer Wahrheit. Abgeklärt und denoch tiefgründig. Genau DAS ist das Spannende daran, das ist der eigentlich Plot. Man muss nur genau hinhören. Deshalb ist jedes Hörbüch von Nesser für mich ein Genuss (zumal, wenn es von Dietmar Bär gelesen wird). Der Mann bringt mich einfach auf gute, erhellende Gedanken. Krimis mit mehr Thrill gibt es wie Sand am Meer, Autoren der Marke Nesser hingegen nicht!

19 von 21 Hörern fanden diese Rezension hilfreich