PROFIL

hoermalwieder

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Solider Krimi mit interessantem Hintergrund

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.12.2014

Ein obdachloser Kriegsveteran wird erstochen am Nollendorfplatz gefunden. Die Berliner Mordkommission unter Wilhelm Böhm beginnt mit ihren Ermittlungen. Doch die politischen Gewichte haben sich verschoben und unter dem neuen Nazi-Polizeipräsidenten wird dieser Ermittlung keine Priorität eingeräumt. Insbesondere durch den Reichstagsbrand konzentriert sich die Ermittlungsarbeit der Berliner Polizei auf die politische Polizei, die Gegner der Nazis verfolgt. Im Zuge der Verschiebungen gerät Wilhelm Böhm in Ungnade beim Polizeipräsidenten und wird nach Köpenick versetzt. Den Fall des toten Obdachlosen übernimmt Gereon Rath, der wie immer hartnäckig trotz fehlender Unterstützung die Aufklärung des Falles vorantreibt.

Soweit eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des neuen Falls von Kommissar Gereon Rath. Erneut ist es dem Autor Volker Kutscher gelungen, einen interessanten Kriminalfall mit der Geschichte Berlins zu verbinden. Historische Ereignisse wie beispielsweise der Reichstagsbrand werden mit real existierenden Personen geschildert und mit einer fiktiven Geschichte verbunden. Ich bin kein Historiker, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass die geschichtlichen Hintergründe vom Autor sehr gut recherchiert und wiedergegeben sind. Insbesondere die Veränderungen in der Mordkommission durch die schleichende Übernahme von Posten durch Nazis fand ich sehr beeindruckend geschildert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es genauso abgelaufen ist. Wichtige Posten wurden mit nazifreundlichen Personen besetzt, die nach und nach unliebsame Beamte aus dem Dienst heraus drängen. Auch die frühzeitige Verfolgung von jüdischen Bürgern Berlins und die Fehleinschätzung, dass es sich bei den Nazis nur um ein kurzes, vorübergehendes Phänomen handelt, werden anschaulich und bedrückend geschildert.

Gereon Rath, der den Nazi wie seine Verlobte Charlie Ritter ablehnend gegenübersteht, muss aufpassen, dass er bei seinen Ermittlungen nicht den Nazis in die Quere kommt. Zumal einer der Hauptverdächtigen in seinem Fall ein Offizier aus dem 1. Weltkrieg ist, der von den Nazis als deutscher Held gefeiert wird.

Aber nicht nur Geschichte und Kriminalfall sind Bestandteil von “Märzgefallene“. Auch nehmen die persönliche Probleme von Gereon Rath mit seiner Verlobten Charlie Ritter eine große Rolle ein. Diese Mischung macht das Hörbuch zu einem wirklich interessanten und guten Hörbuch. Wobei es allerdings manche Stellen in dem Hörbuch gab, die sicherlich auch etwas kürzer hätten dargestellt werden können. Diese Längen sind aber vertretbar und führen keineswegs zu einem Punktabzug bei der Bewertung.

Gelesen wird das Hörbuch mal wieder von David Nathan. Mir ist inzwischen schleierhaft, wie der Mann das zeitlich schafft, die vielen Hörbücher einzusprechen. Auch in diesem Hörbuch bestätigt er seine Klasse.

Meine Wertung: Fünf von fünf Sternen. Ein Hörbuch ganz nach meinem Geschmack. Ich würde die Geschichte nicht unbedingt als spannend bezeichnen, aber die Mischung aus Krimi, Roman und Geschichtsstunde macht “Märzgefallene” zu etwas Besonderem. Die Reihe um den Kommissar Gereon Rath ist eine meiner uneingeschränkten Hörbuchempfehlungen.

25 Leute fanden das hilfreich

Kurzweilig wie immer, aber nicht der beste Fall

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.12.2014

Es hat sich einiges geändert bei dem Kommissar-Duo Zorn/Schröder. Nach dem letzten Fall hat Schröder den Dienst quittiert und hat ein kleines Restaurant eröffnet. In diesem Restaurant hat er eigentlich nur zwei Gäste: seine Mutter, die im Altenheim lebt und der er täglich Essen bringt, und seinen ehemaligen Chef Kommissar Zorn. Der ist ziemlich häufig bei ihm zu Gast, denn Zorn möchte unbedingt, dass Schröder wieder zu seiner Arbeit bei der Polizei zurückkehrt. Durch die intensiven Bemühungen, Schröder zurückzuholen, erkennt Zorn nicht, dass eine Vielzahl von Todesfällen in seiner Stadt keine natürlichen Todesursachen haben. Zusätzlich bekommt er noch einen neuen Kollegen, den er nicht ausstehen kann und auch im Privatleben gibt es einige einschneidende Überraschungen.

Es ist also wieder für einige Abwechslung im neuen Fall von Claudius Zorn gesorgt. Das neue Hörbuch hat wieder alle positiven Eigenschaften, die die Zorn-Reihe so hörenswert machen. Insbesondere die oftmals schnippischen Dialoge zwischen Zorn und Schröder machen wieder sehr viel Spaß. Davon lebt das Hörbuch, denn die Geschichte ist - vorsichtig ausgedrückt - doch sehr konstruiert und übertrieben. Ohne das ganze Geschehen um den eigentliche Kriminalfall wäre das Hörbuch nur sehr schwer erträglich. Letztendlich ist es halt wie im Tatort aus Münster. Dort ist eigentlich auch völlig egal, um was für einen Fall es sich handelt. Der Tatort Münster lebt von den Figuren Thiele und Boerne. Bei den Büchern von Stephan Ludwig sind es die Figuren Zorn und Schröder.

Hinzu kommt in diesem Fall, dass der Autor mit Sätzen wie "Hätte er bereits jetzt gewusst, was später passieren würde ..." oder "Es war das letzte Mal, dass er den Laden betreten würde." versucht, krampfhaft Spannung aufzubauen. Das kann man einmal oder zweimal im Hörbuch machen, aber wenn es gehäuft auftritt, ist der Effekt weg und ich habe mich wirklich gefragt, was das soll. Solche Pseudo-Spannung hat die Zorn-Reihe doch überhaupt nicht nötig.

Fans der Serie, so wie ich, hören aber einfach darüber hinweg und freuen sich beispielsweise an den Machtspielen zwischen Zorn und der Staatsanwältin. Die Staatsanwältin hat am Ende dann auch eine tolle Idee (bzw. hat natürlich der Autor Stephan Ludwig diese Idee), die ich hier nicht verrate, die aber dazu führen wird, dass auch im nächsten Fall aus der Zorn-Reihe keine Langeweile aufkommen wird.

Gelesen wird das Hörbuch von David Nathan, der ganz einfach die Idealbesetzung für dieses Hörbuch ist.

Mein Fazit: Vier von fünf Sternen. Ich bleibe dabei: das Duo Zorn/Schröder ist das unterhaltsamste Ermittlerpaar im deutschsprachigen Raum. Es macht unheimlich Spaß, den beiden bei der Auflösung des Falles zu folgen, auch wenn dieser Fall sicher nicht das interessanteste Hörbuch der Serie ist. Von daher sollten Einsteiger in die Serie auch nicht unbedingt mit dem Fall "Zorn - Wie sie töten" beginnen.

2 Leute fanden das hilfreich

Abenteuer-Geschichte für Indiana-Jones-Freunde

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.10.2014

Ein alter Mann schickt kurz vor seinem Tod drei Brieftauben an ehemalige Freunde auf die Reise, die jeweils einen Hinweis auf ein Geheimnis überbringen. Einer dieser Freunde ist ein südamerikanischer Millionär, der den Piloten und Abenteurer John Finch engagiert, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Zusammen mit der Tochter des Millionärs macht sich Finch auf die Suche und nach und nach vergrößert sich die Gruppe der Suchenden um so unterschiedliche Personen, wie einem Piraten mit einem Papagei auf der Schulter, einem japanischen Millionär, der alte Nazi-Erinnerungsstücke sammelt, einem hochintelligentes Mädchen mit einem perfekten Gedächtnis und einem kolumbischer Auftragskiller, der einen tauben Straßenjungen rettet und seine weiche Seite entdeckt.

Allein diese Aufzählung macht deutlich, mit was für einem Hörbuch wir es hier zu tun haben: ein Abenteuer-Roman im Stile eines Indiana Jones-Fimes. Dieses Hörbuch könnte man auch ohne jeden Zweifel sofort verfilmen. Schräge Figuren gepaart mit der langwierigen Suche nach einem Geheimnis aus der Nazi-Zeit. Von daher sollte man dieses Hörbuch auch mit einem gewissen Augenzwinkern hören und nicht alles so Ernst nehmen. Nimmt man sich diesen Rat zu Herzen, wird man über die meiste Zeit der 20 Stunden gut unterhalten.

Der Hauptcharakter des Piloten und Abenteurers John Finch ist eine gut konstruierte, vielschichtige Figur. Da ich den Vergleich mit den Indiana Jones-Filmen gezogen habe, sollte man aber keinen zweiten Indiana Jones erwarten, auch wenn ich bei John Finch das Bild von Harrison Ford ständig vor meinen Augen hatte.

Für mich war die Geschichte besonders interessant, wenn es Rückblenden in die Vergangenheit gab. Die Vergangenheit reicht dabei von einem jüdischen Kunsthändler, der vor der russischen Oktoberrevolution in die Schweiz flüchtet, bis zu hochrangigen Nazis, die kurz vor Kriegsende ein Geheimnis in die Schweiz bringen wollen. Das sind die Momente, in denen das Hörbuch wirklich Spaß macht. Im Mittelteil des Hörbuches werden diese Flashbacks dann leider immer weniger, was allerdings auch logisch ist, weil wir uns der Auflösung des Rätsels nähern. Das sind dann leider auch die eher schwächeren Momente des Hörbuchs, wo es manchmal nicht so einfach ist, der Story noch die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen.

Glücklicherweise ist das Ende dann aber kein Indiana Jones Finale, in dem eine Bundeslade oder ähnliches gefunden wird. Das Ende sorgt mit einer nachvollziehbaren Auflösung des Rätsels für einen positiven Abschluss des Hörbuchs.

Der Sprecher Wolfgang Wagner liest das Hörbuch sehr gut. Ein Name, den man sich merken sollte!

Mein Fazit: Vier von fünf Sternen. Die meiste Zeit hat mich das Hörbuch gut unterhalten. Wer Abenteuer-Geschichten im Stile der Indiana Jones-Filme gut findet, wird auch dieses Hörbuch mögen.

6 Leute fanden das hilfreich

Klasse Start in eine Thriller-Trilogie

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.10.2014

Der Verlag vergleicht "Schmetterling im Sturm" mit den Büchern von Stieg Larsson und dieser Vergleich ist gar nicht soweit hergeholt. Bei “Schmetterling im Sturm” haben wir mit Farah Hafez eine ähnlich interessante Hauptperson wie mit Lisbeth Salander in der Millennium-Triologie. Der Hauptcharakter Farah Hafez ist vielleicht nicht ganz so abgedreht wie Lisbeth Salander, aber vielschichtig genug, um das Hörbuch zu tragen. Kampfsportlerin, hartnäckige Journalistin, intelligent, gutaussehend und in Afghanistan geboren.

Der Migrationshintergrund von Farah Hafez spielt eine große Rolle in dem Thriller von Walter Lucius. So erkennt sie in dem Jungen, der Mädchenkleidung trägt, geschminkt ist und nach einem Autounfall schwerverletzt in eine Klinik eingeliefert wird, ein Ritual aus ihrer alten Heimat, bei dem minderjährige Jungen missbraucht werden. Sie spricht dem Jungen Mut zu und beginnt als Journalistin zu recherchieren, wie dieses grauenhafte Ritual den Sprung aus Afghanistan in die Niederlande geschafft hat.

Dem Autor gelingt es ganz hervorragend, eine äußerst komplexe Geschichte um den kleinen Jungen aus Afghanistan zu weben, die die Einwanderungspolitik in den Niederlanden, die Geschichte Afghanistans, aggressive Medien, russische Milliardäre, korrupte Polizisten und vieles mehr thematisiert. Neben diesen übergeordneten Geschichten wird die Hauptperson beruflich und privat sehr intensiv beschrieben. Keine Superheldin, aber ein engagierter und sympathischer Charakter, den Walter Lucius mit der Journalistin Farah Hafez geschaffen hat.

Ihr zur Seite wird der Journalist Paul Chapelle gestellt, der im Schatten seines Vaters, einer Reporter-Legende, versucht ein ebenso erfolgreicher Reporter zu werden. Den Großteil des Hörbuches sind die beiden Hauptcharaktere getrennt unterwegs. Erst zum Ende hin, finden beide zusammen und versuchen gemeinsam, das Rätsel um den afghanischen Jungen zu lösen.

Trotz einer Länge von fast 18 Stunden fand ich das Hörbuch nie langweilig. Eher im Gegenteil, ich wollte wissen, wie diese Geschichte weitergeht. Mich hat einfach das Thema interessiert und auch die Verbindung mit der Geschichte Afghanistans fand ich sehr gut. Einziger Schwachpunkt waren nach meiner Meinung ein etwas zu übertriebener Unfall im Mittelteil des Buches, wo plötzlich fast alle Charaktere der Geschichte aufeinander treffen und mehrere Geschichtsstränge etwas rabiat zusammengeführt werden. Das war meiner Meinung nicht notwendig, denn bis dahin fand ich die Geschichte erfreulich realistisch.. Auch das Ende war wieder etwas grenzwertig, aber es ist ja schließlich ein Thriller, den Walter Lucius hier vorgelegt hat. Von daher geht das Ende schon in Ordnung.

Zum Sprecher Frank Arnold fällt mir ein Wort ein: solide. Nicht mehr und nicht weniger.

Mein Fazit: Vier von fünf Sternen. Ein guter erster Roman der angekündigten Heartland-Trilogie um die Journalisten Farah Hafez und Paul Chapelle. Insbesondere der Hauptcharakter der Farah Hafez und die Mischung aus Politik und Thriller haben mich äußerst positiv überrascht. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Serie.

8 Leute fanden das hilfreich

Erst zum Ende hin überzeugend

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.08.2014

Nun ist es wahrscheinlich keine gute Idee, einen Krimi, der im Berliner Winter spielt, im Hochsommer bei 30 Grad zu hören. Das mag vielleicht der Grund gewesen sein, warum ich sehr große Schwierigkeiten hatte, in das Hörbuch zu finden.

Zu Beginn ist alles sehr düster. Ein Mädchen rennt verängstigt durch den Wald und erklärt einem Helfer, dass sie von einer Hexe verfolgt wird. Der zuständige Kommissar Nils Trojan hat mit Panikattacken zu kämpfen. Es gibt nur geschiedene, alleinerziehende Eltern und die Kinder haben Ihre Sorgen und Ängste. Dazu kommen dann noch ein grausamer Mord, bei denen ein Mann mit dem Kopf in seinem Ofen quasi geröstet wird.

So fängt der neue Fall von Nils Trojan an und ich gebe es zu, der Anfang hat mir überhaupt nicht gefallen. Wäre es nicht schon der vierte Fall um den Berliner Kommissar Nils Trojan gewesen, hätte ich das Hörbuch wahrscheinlich abgebrochen. Da der Autor Max Bentow aber bislang sehr gute Krimis abgeliefert habe, habe ich durchgehalten. Letztendlich hat es sich gelohnt. Gegen Mitte des Hörbuches wird die Geschichte weniger anstrengend und auch Kommissar Nils Trojan findet trotz Problemen mit seiner Ex-Frau und seiner neuen Freundin zu seiner alten Stärke wieder.

Diese Stärke liegt darin, hartnäckig den Fall aufzuklären und gleichzeitig zu versuchen, sein Privatleben in geordnete Bahnen zu lenken. Dies gelingt ihm nicht immer, aber er ist in seinen Versuchen so sympathisch, dass er zu einem meiner Lieblingscharakter in deutschen Krimis geworden ist. Je mehr Trojan und seine Ermittlungen in den Vordergrund der Geschichte treten, um so besser wird nach meiner Meinung das Hörbuch. Es macht einfach Spaß, diesem Kommissar bei der Aufklärung des Falles zu folgen.

Obwohl mir der Anfang nicht gefallen hat, muss ich aber auch darauf hinweisen, dass natürlich eine Verbindung zwischen dem düsteren Beginn der Geschichte und der Aufklärung des Falles besteht. Vielleicht alles ein bisschen überkonstruiert, aber letztendlich nachvollziehbar.

Gelesen wird das Hörbuch in teilweise sehr eindringliche Art von Axel Milberg, dessen Stimme sehr gut zu den Krimis von Max Bentow passt. Axel Milberg könnte ich mir auch sehr gut in der Rolle des Kommissars Nils Trojan bei einer Verfilmung der Krimis vorstellen.

Meine Wertung: Vier von fünf Sterne, wobei die Tendenz eher zu drei als zu fünf Sternen geht. Erst ab der Mitte des Hörbuches kann "Das Hexenmädchen" überzeugen. Davor war es für mich zu dunkel, zu psychologisch und zu verworren. Nach meiner Meinung ist "Das Hexenmädchen" der bisher schwächste Teil aus der Nils Trojan-Reihe. Neueinsteiger in diese Krimi-Reihe sollten nach Möglichkeit nicht mit diesem Hörbuch beginnen.

9 Leute fanden das hilfreich

Beste Thrillerunterhaltung

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.07.2014

Lincoln Rhyme und Amelia Sachs bekommen es in ihrem zehnten Fall mit einem sehr ungewöhnlichen Fall zu tun. Roberto Morena, ein gegen sein Land sehr kritisch eingestellter US-Bürger, wird auf den Bahamas von einem Scharfschützen ermordet. Eine New Yorker Staatsanwältin erhält von einem Whistleblower Hinweise, dass eine US-Behörde hinter dem Mordanschlag steht und bittet Rhyme und Sachs bei der Aufklärung des Falles zu helfen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Da Rhyme Herausforderungen liebt, erklärt er sich bereit, bei der Aufklärung des Mordanschlags zu helfen. Die Nachforschungen der Staatsanwältin und Ihrer Helfern bleibt nicht lange unentdeckt und sie geraten selber in das Visier eines äußerst gefährlichen Killers.

Das ist er also, der zehnte Fall von Lincoln Rhyme und Amelia Sachs und auch dieser Fall konnte überzeugen. Jeffrey Deaver schafft es immer wieder, sich interessante Geschichten auszudenken. In "Todeszimmer" thematisiert der die Politik der US-Amerikaner, unliebsame Personen wie beispielsweise Terroristen ohne einen Gerichtsprozess durch Scharfschützen oder Drohnenangriffe zu töten. Nun darf man sich bei einem Thriller keine tiefgreifenden politischen Analysen erwarten, aber Jeffrey Deaver gelingt es nach meiner Meinung sehr gut, die unterschiedlichen Sichtweisen dieser Thematik zu beleuchten.

Neben den politischen Aspekten der Geschichte ist natürlich die geniale Ermittlungsarbeit des Lincoln Rhyme das Hauptereignis des Hörbuches. Wie eigentlich in jedem Fall wird Rhyme auch diesmal ein intellektuell gleichwertiger Gegenspieler gegenübergestellt. Mit dem Killer Jacob Swann ist Jeffrey Deaver wieder einmal ein hochinteressanter Charakter gelungen. Skrupellos tötet er Zeuginnen und Zeugen, die ihn belasten könnten. Dem gegenüber steht seine Leidenschaft fürs Kochen, die Deaver an mehreren Stellen sehr ausführlich beschreibt. Diese Kochleidenschaft hat bei mir dazu geführt, dass der Killer gar nicht mehr so dämonisch wirkte und ich sogar eine gewisse Sympathie für ihn entwickelte.

Diesen Killer jagt das Team um Rhmye und er muss dafür zum ersten Mal seit langer Zeit eine Reise unternehmen, um Beweise auf den Bahamas zu sichern. Das ist auch etwas sehr positives in der Rhyme-Serie. Die bekannten Figuren, insbesondere natürlich Rhyme und Sachs, werden weiterentwickelt. Rhyme kann nach einigen Operationen einige Körperteile, u.a. die rechte Hand wieder bewegen. Die Frage nach weiteren Operationen ist ständiges Diskussionsthema in den Büchern. Diese menschliche Ebene trägt nach meiner Meinung viel dazu bei, dass die Serie so erfolgreich ist. Der eigentliche Fall steht immer im Mittelpunkt, aber eben nicht nur.

Wenn man etwas kritisieren möchte, dann ist es der immer gleiche Aufbau der Geschichten. Rhyme und Sachs ermitteln, sie kommen dem Täter immer näher, sie geraten in Sackgassen, der Fall erfährt aufgrund mehrerer Geistesblitze von Rhyme rasante Wendungen, der Fall wird gelöst und es sind immer noch 50 Minuten Hörbuch übrig. Also gibt es noch eine weitere Wendung aufgrund eines Geistesblitzes. Das ist dann manchmal am Ende nach meiner Meinung etwas zu viel.

Auch die häufige Nutzung von Cliffhängern, bei Thrillern ja nicht unüblich, ist insbesondere im Zusammenhang mit Rhyme und Sachs etwas nervig, weil die Wahrscheinlichkeit, dass den beiden Hauptcharakteren etwas passiert, doch eher sehr gering ist. So möchte man zwar schon wissen, wie es mit den beiden weitergeht, aber so richtig Spannung kam da bei mir nicht auf. Das sind aber nur Marginalien.

Zum Sprecher: Dietmar Wunder liest das Hörbuch wieder ganz hervorragend.

Meine Wertung: Fünf von fünf Sterne. Auch der zehnte Fall von Rhyme/Sachs bietet wieder beste Thrillerunterhaltung, die die Fans der Reihe, aber auch des Genres, nicht enttäuschen sollte.

11 Leute fanden das hilfreich

Kurzweilig, aber nicht überzeugend

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.07.2014

Die Grundidee des Buches ist sicherlich nicht neu. Zwei Personen werden entführt und in einem Raum festgehalten, aus dem sie nicht ausbrechen können. Ohne Essen und Trinken werden sie langsam wahnsinnig. Der Ausweg liegt darin, dass der Entführer eine Waffe mit einer Kugel in den Raum gelegt und deutlich gemacht hat, dass die Person die überlebt, freigelassen wird. Diese Idee sollte schon einmal ein Höchstmaß an Spannung sichern.

Nacheinander werden unterschiedlichste Paare entführt. Eine Verbindung zwischen den Entführten scheint es nicht zu geben. Mal ist es ein junges Paar, dann sind es Geschäftspartner, die entführt und in einem Raum gesperrt werden. Detektive Inspektor Helen Grace und ihr Team versuchen verzweifelt, dem Entführer auf die Schliche zu kommen. Dies ist aber sehr schwer, weil es einfach keinen Zusammenhang zwischen den Entführungen zu geben scheint.

Soweit zur Geschichte, die zum überwiegende Teil wirklich spannend ist. Aber so richtig gefesselt hat mich das Hörbuch dann doch nicht. Es gibt Hörbücher, da kann ich es gar nicht abwarten zu hören, wie die Geschichte weitergeht. Dies war bei "Eene Meere" leider nicht der Fall und ich habe mich im nach hinein mehrfach gefragt, warum diese so war.

In der Nachbetrachtung waren es zwei Gründe:
Der Hauptgrund war, dass ich mich einfach überhaupt nicht mit dem Hauptcharakter der Geschichte, Detektive Inspektor Helen Grace, anfreunden konnte. Der Hörer erfährt sehr viel über die Hauptperson, so richtig überzeugt hat mich das aber nicht. Ich fand sie einfach unsympathisch und auch einige Handlungen waren nur sehr schwer nachzuvollziehen. Dabei ist mir klar geworden, wie wichtig überzeugende Charaktere für gute Krimis sind. Als Beispiele für sehr gute Hauptcharaktere fallen mit Robert Hunter von Chris Carter oder Joe O'Loughlin von Michael Robotham ein. Helen Grace gehört einfach nicht dazu.

Ein zweiter Punkt war die Schilderung der Situation der Entführten. Ich bin definitiv kein Freund von unnötigen Brutalität in Thrillern. Allerdings fand ich in diesem Thriller insbesondere die Schilderungen während der Entführungen zu kurz. Die Schilderung der Entführung, die Opfer wachen im Gefängnis auf, dann geht es weiter, nach dem sie ein bis zwei Wochen ohne Essen und Trinken in ihrem Gefängnis verbracht haben. Die dramatische Situationen, in der sich die jeweiligen Paare befinden, wurde nach meiner Meinung einfach zu kurz dargestellt. Bei dem letzten Entführungspaar gab es dann plötzlich einige viel zu detaillierte Schilderungen - ich sag nur Maden -. Da fehlte nach meiner Meinung das Mittelmaß.

An einer Person lag es übrigens nicht, dass mich das Hörbuch nicht wirklich überzeugt hat. Uwe Teschner liest das Hörbuch wieder immer grandios. Einer der besten Hörbuchsprecher und inzwischen ein ausschlaggebender Grund, sich für den Kauf eines Hörbuchs zu entscheiden.

Meine Wertung: Vier von fünf Sternen, wobei die Tendenz eher zu drei als zu fünf Sternen geht. Für die Geschichte gebe ich drei Sterne, der Sprecher bekommt fünf Sterne. Eigentlich eine gute Geschichte, bei der mich aber der Hauptcharakter nicht überzeugen konnte.

13 Leute fanden das hilfreich

Guter, aber nicht der beste Robotham

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 23.07.2014

Das Leben von Marnie Logan gerät aus den Fugen, als ihr Mann Daniel spurlos verschwindet. Ein Jahr später ist Daniel immer noch verschwunden und Marnie versucht ihre beiden Kinder über die Runden zu bringen. Dies gelingt ihr mehr schlecht als recht. Wegen psychologischer Probleme ist sie in Behandlung bei Joe O'Loughlin. Marnie hat viele Probleme, unter anderem fühlt sie sich beobachtet und verfolgt. Als ein Nachbar von ihr stirbt, gerät sie selber unter Mordverdacht. Joe O'Loughlin und sein alter Freund Ruiz versuchen ihr zu helfen, stoßen allerdings immer wieder auf Widersprüche, die sie an der eigentlich so sympathischen Marnie zweifeln lassen.

Interessanterweise ist das die vollständige Geschichte, die Michael Robotham in seinem neuen Krimi erzählt. Interessant deshalb, weil ja in den Inhaltsangaben eigentlich immer nur ein Teil der Geschichte beschrieben wird, um nicht zu viel vorwegzunehmen. In dieser Geschichte geht es aber tatsächlich nur um Marnie Logan. Natürlich erfährt der Hörer wieder einiges über die fortschreitende Parkinson-Erkrankung von O'Loughlin und seine Bemühungen, seine Frau und seine Kinder zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt steht Marnie Logan und der Hörer bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, dass Marnie Logan einen Schatten hat, der sie verfolgt. Das wird schon sehr früh dadurch deutlich, dass dieser Schatten mit Hans Kremer eine andere Stimme hat als die von Johannes Steck, der den Großteil der Geschichte wie immer ganz hervorragend liest. Einen zweiten Sprecher mit einzubeziehen fand ich sehr gut, wobei die Stimmen von Hans Kremer und Johannes Steck nicht so extrem unterschiedlich sind. Hier hätte man wahrscheinlich mit einem anderen Sprecher einen noch größeren Effekt erzielen können.

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich gut und gleichzeitig äußerst gruselig. Wie aber schon oben geschrieben, lebt die Geschichte bis zum guten und nachvollziehbaren Ende ausschließlich von dieser Grundidee. Es gibt sicherlich einige Wendungen in der Geschichte, aber insgesamt hatte die Geschichte für einen Krimi von Michael Robotham etwas zu wenig Überraschungen. Damit diese Passage nicht falsch verstanden wird: "Erlöse mich" ist ein guter, weit über dem Durchschnitt liegender Krimi. Für einen Krimi von Michael Robotham fand ich ihn nicht so überzeugend. Offensichtlich sind meine Erwartungen an die sonst hervorragenden Krimis von Michael Robotham etwas zu hoch. Vielleicht lag es aber auch daran, dass mir ein bisschen zu viel Psychologie in der Geschichte vorkam, wobei das mich eigentlich nicht überraschen sollte, ist die Hauptperson doch ein Psychologie.

Meine Wertung: Vier von fünf Sterne. Ein sicherlich guter und kurzweiliger Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat. Nach meiner Meinung ist aber nicht der beste Krimi von Michael Robotham, so dass Robotham-Neulinge nicht mit diesem Hörbuch in die ansonsten hervorragende Krimi-Reihe um den Psychologen Joe O'Loughlin einsteigen sollten.

7 Leute fanden das hilfreich

Ein erneuter Spitzenthriller von Chris Carter!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.07.2014

Nach meiner Meinung ist ein großer Vorteil von amerikanischen Thrillern, dass – bis auf wenige Ausnahmen – nur ein paar Minuten gebraucht werden, um den Hörer zu packen und in die Geschichte zu ziehen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass auch der Thriller-Experte Chris Carter es sofort geschafft hat, mich mit dem Anfang der Geschichte in seinen Bann zu ziehen.

Das aus den Vorgänger-Thrillern bekannte Ermittlerteam Hunter/Garcia spielt auch in der “Der Totschläger” die Hauptrolle. Hunter bekommt einen Anruf, dass er eine Internetseite aufrufen soll. Auf dieser Internetseite sieht er einen gefesselten Mann und der Anrufer fordert ihn auf, über die Todesart des Mannes zu entscheiden. Hunter bleiben nur weniger Minuten für eine Antwort und letztendlich muss er mit ansehen, wie der Mann auf äußerst brutale Weise stirbt. Das Duo beginnt natürlich sofort zu ermitteln, doch es finden sich keine Spuren zu dem Mörder. Bis der nächste Anruf kommt und der Schrecken dahingehend erweitert wird, dass nunmehr die Bevölkerung in Kalifornien entscheiden soll, auf welche Weise ein neues Opfer sterben soll.

Soweit eine kurze Ergänzung der Inhaltsangabe von audible.de. Gleich zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass “Der Totschläger” nach meiner Meinung teilweise doch sehr brutal ist. Die Folterungsszenen sind durchaus grenzwertig. Allerdings ist es nicht so, dass ich den Eindruck hatte, dass die Folterungsszenen nur wegen dem Gruseleffekt in die Geschichte aufgenommen worden sind. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und nicht nur Mittel zum Zweck.

Mit diesem Schocker am Anfang ist es Chris Carter natürlich gelungen, sofort meine gesamte Aufmerksamkeit zu erhalten. Diese Aufmerksamkeit hat im Laufe der Geschichte auch nicht abgenommen. Den beiden Ermittlern bei der Arbeit “zuzuschauen” macht sehr viel Spaß. Wie bei vielen Thrillern, die ich in letzter Zeit gehört habe, spielt auch bei der “Der Totschläger” das Internet eine entscheidende Rolle. Die Schilderung, wie Menschen über das Schicksal unbekannter Menschen im Internet abstimmen als sei es eine Fernsehshow, fand ich sehr beängstigend und gleichzeitig wohl auch äußerst realistisch.

Was ich bei Thrillern eigentlich auch nicht so gut finde, ist, wenn die Ermittler persönlich zum Ziel des Mörders werden. Als negatives Beispiel fallen mir hier einige Krimis von Patricia Cornwell ein. Chris Carter macht dies nach meiner Meinung aber sehr gut. Es ist auf jeden Fall am Ende der Geschichte nachvollziehbar, warum das Ermittlerduo ins Fadenkreuz des Mörders geraten sind.

Zum Sprecher Uwe Teschner brauche ich nichts weiter zu sagen, außer: Weltklasse!

Meine Wertung: Fünf von fünf Sternen. Erneut ein hervorragender Thriller von Chris Carter. Für mich ist er ganz klar zurzeit der beste Thriller-Autor. Ein interessantes Ermittlerteam und immer wieder neue Ideen für gruselige Fälle, dass zeichnet den Autor aus. Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie es mit Detektive Robert Hunter weiter geht.

P.S.:
Eine Kleinigkeit am Rande: Erneut muss sich der Verlag fragen lassen, wie aus dem Originaltitel “One by One” der deutsche Titel “Der Totschläger” werden kann. “One by One” hat wenigstens noch ein bisschen mit der Geschichte zu tun. “Der Totschläger” hat mit der Geschichte überhaupt gar nichts zu tun. Offensichtlich erledigt die Titelauswahl ein Zufallsgenerator und das ist unglaublich schwach.

19 Leute fanden das hilfreich

Interessantes Thema mit fader Geschichte

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.06.2014

Facebook, NSA, Snowden, Google Glass, Datenschutz, Datensammler - alles aktuelle Themen unserer Zeit. Nach dem weltweiten Stromausfall in "Blackout" hat sich Marc Elsberg einen weiteren brisanten Science Fiction Roman geschrieben, wobei die Zukunft nicht allzu weit entfernt ist. Im Vorwort betont der Autor, dass es alle im Hörbuch verwendeten Dienste, Gadgets und Möglichkeiten bereits heute gibt.

Anstatt Facebook oder Google gibt es in diesem Hörbuch das Unternehmen Freemee (sehr schön gewählter Firmenname!), das den Menschen ein besseres Leben verspricht. Mit Hilfe unterschiedlicher Gadgets wie einer Uhr oder einer Brille erhalten die Nutzer spezifische Informationen und Hilfestellungen. Die Journalistin Cynthia Bonsant kommt mit Freemee zum ersten Mal in Kontakt, als ein Freund ihrer Tochter bei einer Verfolgungsjagd eines Verbrechers - auf den er mit Hilfe der Datenbrille aufmerksam gemacht wurde - erschossen wird. Sie beschäftigt sich näher mit Freemee und ihr wird deutlich, dass die auf den ersten Blick positiven Veränderungen ihrer Tochter - vom Gothic-Girl zur strebsamen, freundlichen Tochter und Schülerin - zum überwiegende Teil auf die Mitgliedschaft bei Freemee zurückzuführen sind. Nachdem ein weiterer Freund ihrer Tochter stirbt, beginnt sie sich näher mit Freemee zu befassen. Unterstützt wird sie dabei von der geheimen Internetorganisation "Zero", die schon seit einiger Zeit gegen Datensammler und Unternehmen wie Freemee agiert.

Soweit das aus meiner Sicht hochinteressante Thema des neuen Romans von Marc Elsberg. Die Aufdeckung der Probleme, die mit der umfangreichen Sammlung von Daten und der ständigen Überwachung verbunden sind, gelingt dem Autor wirklich sehr gut. Zumindest mich, der beispielsweise ein begeisterter Nutzer von Gmail ist und bisher darin keine Probleme sah, meine sicherlich nicht aufregenden Emails der Gefahr einer Auswertung auszusetzen, haben einige Passagen des Hörbuches doch sehr nachdenklich gemacht.

Positiv fand ich auch, dass der Autor beide Seiten der Medaille schildert. Es ist nicht alles negativ an den Datensammlern, es gibt auch Vorteile. Diese Vor- und Nachteile, beispielsweise eines praktischen kostenlosen EMail-Accounts, muss jeder für sich selber abwägen. Dazu erhält der Hörer einige gute Denkanstösse, wie ich finde.

Da es sich bei "Zero" aber nicht um ein Sachbuch handelt, muss eine gute Geschichte um das interessante Thema gewebt werden. Das ist dann aber leider ein Schwachpunkt des Hörbuches. Zum Beginn ist es spannend, unterhaltsam und lehrreich. Diese Spannung nimmt aber leider nach und nach ab. Der Bösewicht ist schnell identifiziert und den Großteil des Hörbuches kann man der Journalistin Cynthia Bonsant bei ihren Recherchen folgen. Das ist dann leider weder spannend und auch oftmals nicht sonderlich realistisch.

Schade fand ich auch, dass die Untergrundinternetorganisation "Zero" nicht einen größeren Teil der Geschichte ausmacht. Hier hätte ich mich gefreut, mehr über die Personen im Hintergrund zu erfahren. Das wäre sicherlich spannender gewesen, als die Geschichte der Journalistin.

Ein weiterer negativer Punkt des Hörbuches ist aus meiner Sicht der Sprecher Steffen Groth. Es bleibt dabei, auch im zweiten Hörbuch kann ich mich einfach nicht mit seiner Stimme und dem Sprechtempo anfreunden. Hier half nur, dass Hörbuch schneller ablaufen zu lassen, was aber eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist.

Meine Wertung: Drei von fünf Sternen. Marc Elsberg hat wirklich ein tolles Gespür für aktuelle und hochinteressante Themen. Das Thema von "Zero" hat mich in den Bann gezogen und zum Nachdenken gebracht. Nicht ganz so überzeugend ist allerdings die Geschichte, die der Autor um das Thema aufgebaut hat.

48 Leute fanden das hilfreich