PROFIL

Kassandra

  • 65
  • Rezensionen
  • 412
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 73
  • Bewertungen

Migrantes

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.06.2020

Die ergreifende Geschichte einer Flucht von Mexiko nach „El Norte“.
Die willkürlichen Morde durch Drogenbarone, Grausamkeit und Gewalt, treiben jeden Tag Tausende in die Migration. Es macht sprachlos und betroffen. Der Autorin gelingt es, den Migrantes ein Gesicht zu geben. Eine packende Erzählung, grossartig gelesen von Vera Telz.

Zäher Heldenschmonzes mit einigen Highlights

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.02.2020

Im „König der Narben“ findet sich eine Fortsetzung der Krähengeschichte aus Ninas Sicht.
Sie war mir von allen Figuren um Kaz Brekker und seiner Diebesbande am liebsten. Ihr Humor, ihre Tatkraft und die starke Weiblichkeit sind rares Gut in der Heldenwelt.
Auch in diesem Band unterhält sie mich bestens. Was man vom dem besessenen Zaren Nicolaj leider so gar nicht behaupten kann. Der Anfang ist genial: eine dunkle, stürmische Winternacht, ein knarrendes Scheunentor, ein kleiner Junge, der eine Heidenangst hat... aber dann wird es leider rapide schlechter. Der Ausflug des Zaren in die Welt der „Heiligen“ ist bestenfalls als zäh zu bezeichnen. Selten habe ich eine so pathetische Schar von Märchenfiguren gesehen. Ein Gestaltwandler, ein abgehalfterter Drachen und zur Krönung die Bienenkönigin. Gähn! Der Showdown ist fürchterlich kitschig und total überladen. Zoya als Superheldin? Na ja. Da hätte es eine Nummer kleiner auch getan. Aber das ist sicherlich Geschmacksache.
Nicolais Doppelgänger hingegen macht seine Sache wirklich gut. Ich mochte ihn und auch die überraschende Wendung am Schluss.
Insgesamt fand ich den Band, den ich als Hörbuch über eine länger Zeit geschleppt habe, weil er mich im Mittelteil erheblich langweilte, eher mittelmäßig. Da erwarte ich mehr von Leigh Bardugo. Dass sie Spannung wirklich halten kann, hat sie im Gold der Krähen doch schon bewiesen. Ich hoffe, sie macht nicht den Fehler, ihre wirklich guten Ideen und Charaktere zu sehr auszuschlachten.
Trotzdem bleibe ich natürlich ein Fan von Nina und ihrem Grishaverse und hoffe auf ein Wiedersehen mit Hanne und ihrem Machovater. Starke Figuren mit viel Potential.
Und wo ist Kaz??? Ws heckt er in der Zwischenzeit aus? Ganz sicher wird er auch im drohenden Krieg eine Rolle spielen.

Sümpfe, Krokos und ein verschwundenes Kind

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.12.2019

Im „Missing Boy“ geht es um ein rätselhaft aus einem verschlossenen Hotelzimmer verschwundenes Kind. Natürlich gerät Ted Conkaffey sofort wieder ins Visier.
Seine Vorgeschichte als Verdächtiger in einem Fall von Kindesmissbrauch lässt ihn einfach nicht los.
Immerhin soll er grade jetzt zum ersten Mal seit langem endlich ein paar Tage seine Tochter zu Besuch haben. Da passt es eher schlecht, dass er in die Ermittlungen und Anfeindungen verstrickt wird.
Auch Amanda, seine skurrile Detektiv- Kollegin muss sich wieder ihrer traumatischen Vergangenheit stellen. Sie finde ich nach wie vor sehr originell.
Ich mag dieses Ermittlerduo. Aber!
Im dritten Band gehen mir die ständig sich wiederholenden Geschichten langsam auf die Ketten. Ich möchte nicht zum hundertsten Mal auf der „Mann -ist -das- schlimm- zu- Unrecht - verdächtigt zu werden- Nummer“ mitreiten. Irgendwann ist das echt zu viel.
Kein Zweifel, dass es im real life sehr belastend sein kann, aber Ted Conkaffey ist wirklich larmoyant und lernt nicht dazu.
Die hübsche, kluge, tolle Tierärztin sollte die Beine in die Hand nehmen und sich besser nicht mit diesem „sich permanent in Selbstmitleid- suhlenden“ Typen einlassen.
Wie er mit seiner Dreijährigen Lilian umgeht, treibt mir die Tränen in die Augen. Furchtbar. Eine permanente Mischung aus Vernachlässigung und mit Küssen überschütten. Sehr plakativ.
Schon klar, dass er sich und sie damit in höchste Gefahr begibt. Das geht wirklich gar nicht.
Die Lösung des Falles ist nichts für zarte Nerven.
Aber auch hier wird der Bogen für meine Begriffe wieder deutlich überspannt.
Weniger wäre mehr gewesen.
Ich denke Candice Fox erlebt derzeit einen Boom in Australien und wird als der Exportschlager gehandelt. Das scheint ihren Büchern nicht so gut zu bekommen.
Trotzdem ist das Setting in den Krokodilsümpfen von Crimson Lake phantastisch und die Krokos spielen auch dieses Mal wieder eine tragende Rolle.
Der Sprecher Uwe Teschner ist sehr gut. Lediglich seine „Frauenstimmen“ sind etwas schwer zu ertragen.

2 Leute fanden das hilfreich

Stimmungsvoll-brachiales Epos

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 27.11.2019

Hauptmann der Schwarzschwingen Ryhalt Gallharrow steht in den Diensten eines geheimnisvollen Magiers, der eine ziemlich rabiate Art hat, Nachrichten zu übermitteln.
Die halbe Zeit weiß der abgebrühte Haudrauf Galharrow nicht, warum er was tun soll. Aber er tut es. Denn seine Furcht vor dem Gebieter ist groß. Unheimlich ist auch das Szenario, das hier entworfen wird. Städte stehen wie Burgen inmitten eines Ödlandes, das „das Elend“ genannt wird. Hier gelten die Naturgesetze nicht, es gibt einen Riss im Himmel, drei üble Monde und viel dunkle Magie. Wer ins Elend flieht, muss gute Gründe haben. Gallharrow ist ein Kopfgeldjäger und Trinker. Seine Vergangenheit hängt über ihm, wie eine dunkle Wolke.
Da kommt es wie gerufen, dass er seinen Teenagerschwarm Ezabeth, ihres Zeichens Lichtspinnerin und sehr geheimnisvoll, retten darf. Fortan geht es Schlag auf Schlag. Was hat es mit der sagenumwobenen Maschine auf sich, die der einzige Schutz vor den dunklen Königen ist?
Funktioniert sie überhaupt noch? Spielen die Menschen im Kampf der Namenlosen gegen die Finsterlinge überhaupt noch eine Rolle?
Der Autor hat einen finsteren Helden erschaffen, der in einer hoffnungslosen Welt für das Gute reitet. Er ist ein Ritter mit viel Tadel, ein lonesome Rider, ein zynischer Held. Wofür reitet er?
Vielleicht erfahren wir es im zweiten oder dritten Band.
Die Saga ist düster, ungehobelt und phantasievoll und vielleicht ein klein wenig zu ausladend.
Aber ich mag sie.
Der Sprecher ist großartig.

5 Leute fanden das hilfreich

cowgirls get the Blues

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.11.2019

Jojo Moyes hat sich mit „Ein ganzes halbes Jahr“ einen Platz auf meiner Herzensliste gesichert.
Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Liebesgeschichten bin, hat mich ihre Protagonistin total bezaubert, ich konnte wirklich mitfühlen und es war einfach ergreifend, dieser unglücklich endenden Liebe bis zum Ende zu folgen. Dann kam länger nichts. Und einige wirklich ärgerlich schmonzettige Romane, die ich zum Teil nicht einmal zu Ende lesen mochte, so kitschig fand ich sie.
„Über uns der Himmel unter uns das Meer“ war dann ein völlig anderes Buch, von englischen Briefbräuten, die ihren unbekannten Ehemännern auf einem Ozeandampfer nach Australien folgen und dabei ihr blaues Wunder erleben. Das hat mir, trotz einiger Längen gut gefallen. Vor allem weil sich die Autorin richtig gut in das Los der damals noch furchtbar rechtlosen Frauen hineinversetzen kann und glaubwürdig erste Emanzipationsbemühungen schildert.
Das neue Buch folgt konsequent dieser Linie.
Alice, eine blasse, kultivierte Engländerin verliebt sich stürmisch in einen hübschen Amerikaner und verspricht sich von der überstürzten Ehe Freiheit aus ihrem schrecklich behüteten, langweiligen Mittelstands-Kleinstadtleben.
Dass es im ländlichen Kentucky im Jahre 1937 noch um einiges rückständiger und rauher zugeht, hat sie nicht bedacht. Und so kommt sie vom Regen in die Traufe. Der schöne Bennet ist eine echte Niete im Bett und auch sonst eine hohle Nuss. Sein Vater ein cholerischer, bigotter Widerling und auch die gesellschaftliche Akzeptanz für Zugereiste geht gegen Null.
Wie gut, dass Alice sich eines Tages spontan als Reiterin für die neu entstandene Satteltaschenbibliothek gemeldet hat und fortan täglich Meile um Meile durch die Berge stromern kann, Land und Leute so richtig kennenlernt und eine echte Berufung findet.
Margery, ihre Lehrmeisterin ist eine unangepasste, frei lebende Frau die durch ihr Vorbild bald eine ganze Reihe von Außenseiterinnen inspiriert.
Dass dies der herrschenden Machodiktatur, allen voran der ausbeuterische Minenbesitzer und Sxhwiegervater von Alice , so gar nicht schmeckt, ist sonnenklar.
Die Frauen bekommen heftigsten Gegenwind. Und ich meine wirklich heftig.
Es ist so himmelschreiend ungerecht, dass ich mir die Haare raufen wollte.
Und das ist alles noch gar nicht so lange her.
Also schon allein deshalb verdient Jojo Moyes hohes Lob. Es ist einfach wichtig, sich zu erinnern, woher wir kommen und wir hart erkämpft Frauen- und Menschenrechte sind.
Deshalb ist es nicht einfach ein Liebesroman. Es geht um mehr.
Das gefällt mir wirklich gut.
Luise Helm liest wie immer, wunderbar. Ein toller Schmöker.

65 Leute fanden das hilfreich

Sagenhafter Blödsinn

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.10.2019

Ich hätte es wissen müssen, aber wollte es einfach nicht wahrhaben: Stephen King kann es nicht mehr. Er kann keine Geschichten mehr schreiben, die mich berühren. Er schreibt stattdessen so peinlich- dumme Sachen wie „Das Insitut“. Es wirkt altbacken, ideenlos und macht mich teilweise sogar richtig ärgerlich. Was in „Es“, „Christine“, „Salems Lot“ und anderen früheren Werken noch frisch und originell war, ist mittlerweile zu einem faden Brei verkocht. Seine Kinderfiguren, die einmal witzige, tragisch Helden waren sind jetzt altkluge kleine Erwachsene oder stumpfe Abziehbildchen von Stereotypen, die Erwachsenen, entweder eindimensionale Bösewichter oder erz-kreuz-konservative Gutmenschen mit dem Sherrif-Gen ˋa la „ Rick-The-walking-dead- Officer“ Anscheinend lieben die Amerikaner diesen Quatsch. Sicherlich mit ein Grund für die Trump-Wahl.
Gähn! Das ist so unglaublich langweilig. Genauso wie die phantasielose Verschwörungstheorie über die lispelnden Weltenretter. Und ich habe lange nichts Blödsinnigeres gelesen, als ein sich in die Lüfte erhebendes Gebäude. Echt! Mir reicht es jetzt.
Ich weigere mich ab sofort jemals wieder ... aber das hab ich beim letzten Mal auch schon gesagt...
Ich bin traurig. Sehr traurig, den Helden meiner Jugend zu verlieren. Der Grusel, den er früher so gekonnt verbreitet hat, ist jetzt dem Grauen der einfallslosen Klugscheißerei gewichen. Ich muss bald mal beim ganz großen Telefon anrufen... ich muss...

Und ja, ich weiß, das ist keine Rezension, das ist Gejammer. Aber es musste mal gesagt werdenü.

1 Person fand das hilfreich

Überraschend

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.07.2019

Tim Raue kenne ich nur aus einer Kochshow und da war er mir durch seine ruppige Art eher unsympathisch. Der Podcast aber ist wider Erwarten total interessant. Tim Raue eloquent, reflektiert und hörenswert.

1 Person fand das hilfreich

Sehr seltsam

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.07.2019

Dass der Kundenwunsch das Leben verändert hat und dass durch das, was daraus folgte, die Welt zu einem besseren Ort gemacht wird?
Seh ich nicht so. Der Kundenwunsch hat gar nichts verändert. Dass Camilla ihn erfüllt hat, das war das Problem. Und ob die Welt nun besser wird, dadurch, dass sie keine Domina mehr ist? Keine Ahnung. Ich finde hier wird dass Thema Prostitution scheinheilig mißbraucht. Sehr erhellend ist es nicht. Hat mir gar nicht gefallen der Beitrag, ich hoffe, die anderen sind besser.

1 Person fand das hilfreich

Dunkle Vergangenheit

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.06.2019

Annette Hess gelingt hier das Kunststück, anhand der Geschichte eines deutschen Fräuleins die Atmosphäre in der Bundesrepublik im Jahre 1963 hautnah mitzuerleben. Eva ist Dolmetscherin und gerät beruflich eher zufällig in den allerersten Auschwitz- Prozess. Zunächst ist sie politisch desinteressiert und bemüht sich überstandesgemäß unter die Haube zu kommen. Aber dann berührt sie ein Zeuge aus dem KZ so tief, dass sie mehr wissen will.
Ihr gesamtes Umfeld versucht jedoch, ihr die weitere Mitarbeit beim Prozess auszureden, allen voran ihr Vater.
Warum das so ist und wie tief Evas eigene Erinnerungen verschüttet liegen erfährt der Zuhörer in mitreißend intensiver Weise.
Spannend wie ein Krimi. Informativ wie ein Sachbuch. Eva Meckbach liest wunderbar. Ganz tolles Hörbuch.

Mitreißend

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.05.2019

Ich kann es gar nicht genau begründen, warum mich dieser Thriller so gefesselt hat. Ist es die wirklich gruselige Perspektive des Kindes, das es ja nicht anders kennt? Ist es die Fassungslosigkeit, die mich überkam, angesichts der beschriebenen Ausweglosigkeit? Ich konnte mich jedenfalls erschreckend gut in das Gefühl des ohnmächtigen Gefangenseins hineinversetzen und das war schon beeindruckend. Mein Rachedurst steigerte sich mit jeder Minute. Ich musste einfach wissen, wer das Schwein war und ich wollte es hängen sehen.
Der Schluss ist nicht ganz so befriedigend, aber immer noch stark.
Insgesamt ein richtig spannendes und großartig gelesenes Hörvergnügen.