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Amazon Kunde

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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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  • Historischer Kriminalroman
  • Autor: Jürgen Ehlers
  • Sprecher: Peter Woy
  • Spieldauer: 11 Std. und 10 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 70
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 66
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 66

Grandioser Krimi mit erschreckend realem Hintergrund! Düsseldorf, Februar 1929. Am Zaun einer Großbaustelle wird die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Gewürgt, missbraucht, erstochen, mit Petroleum übergossen und angezündet."Wer tut so etwas?", fragt einer der Polizisten erschüttert. Die zynische Antwort lautet: "Meistens der Vater. Oder der Onkel." Doch dieser Fall ist anders. Kommissar Wilhelm Berger sieht sich rasch mit einer ganzen Reihe brutaler Überfälle auf Männer, Frauen und Kinder konfrontiert. Ist hier ein Wahnsinniger am Werk?

  • 2 out of 5 stars
  • Ein interessanter Plot, leider verschwendet

  • Von MapleLeaf Am hilfreichsten 27.03.2019

Guter Epigone

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.05.2019

Wer historische Krimis in den 20er und 30er Jahren in der Weimarer Republik spielen lässt, der wird natürlich mit Volker Kutscher und seiner unerreichten Gereon Rath Reihe verglichen. Dagegen kann sich kein Autor wehren. Dies will Jürgen Ehlers offenbar auch gar nicht, sondern er knüpft sogar bewusst an einer auch in den Rath-Romanen immer wieder angesprochenen historischen Kriminalfall an, nämlich den des "Vampirs von Düsseldorf", Peter Kürten. Dabei hält sich Ehlers eng an die detailliert überlieferten historischen Fakten und beschreibt spannend die langwierige und frustrierende Suche nach dem Serienmörder, die auch die Mithilfe des berühmten Berliner Kriminalrats Ernst Gennats mit sich brachte. Ehlers' Stil ist protokollarischer als der Kutschers, außerdem ist seine Erzählung weniger von den politischen Entwicklungen im historischen Deutschland durchzogen (wenngleich auch etwa Weltwirtschaftskrise oder Stahlhelm-Verbot ihre Rolle spielen). Trotzdem gelingt Ehlers ein mitreißendes, sprachlich einwandfreies Stück Kriminalgeschichte und gleichzeitig eine Milieustudie des Düsseldorfs der kleinen Leute der späten 1920er Jahre, ein Buch, das von Anfang bis zum Ende zu fesseln weiß. Gerne mehr davon!

  • Darktown

  • Autor: Thomas Mullen
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 14 Std. und 1 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 65
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 62
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 61

Atlanta, 1948. Boggs und Smith sind unter den ersten schwarzen Polizisten, die das Atlanta Police Department auf Anweisung von oben einstellen muss. Ihre weißen Kollegen begegnen ihnen mit tiefster Feindseligkeit. Als eine junge schwarze Frau tot aufgefunden wird, nehmen sie die Ermittlungen auf - und geraten an Dunlow, einen brutalen Cop, der das Viertel seit Langem wie ein kleiner König regiert. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter Anfeindung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs - und ihr Leben -, um den Fall zu lösen.

  • 5 out of 5 stars
  • Starke Geschichte mit erschreckendem Hintergrund

  • Von S.K. Am hilfreichsten 09.12.2018

Grandiose Geschichte

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.03.2019

Mir war nicht bewusst, wie massiv der Rassismus in den USA das Leben der Menschen noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts (und darüber hinaus) prägte. Thomas Mullen liefert hier einen Krimi ab, dem das gelingt, was ich an historischen Krimis so schätze: Das verweben einer Krimihandlung mit dem Zeitkolorit. Mullen gelingt es hervorrragend, die Südstaaten der 1940er Jahre einzufangen und einen spannenden Krimi sowie eine Anklage gegen Rassismus gleichermaßen abzuliefern. Spannend und erschütternd von der ersten bis zur letzten Minute!

  • Marlow

  • Gereon Rath 7
  • Autor: Volker Kutscher
  • Sprecher: David Nathan
  • Spieldauer: 17 Std. und 8 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 926
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 881
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 874

Berlin, Spätsommer 1935. In der Familie Rath geht jeder seiner Wege. Pflegesohn Fritz marschiert mit der HJ zum Nürnberger Reichsparteitag, Charly schlägt sich als Anwaltsgehilfin und Privatdetektivin durch, während sich Gereon Rath, mittlerweile zum Oberkommissar befördert, mit den Todesfällen befassen muss, die sonst niemand haben will. Ein tödlicher Verkehrsunfall weckt seinen Jagdinstinkt, obwohl seine Vorgesetzten ihm den Fall entziehen und ihn in eine andere Abteilung versetzen. Es geht um Hermann Göring, der erpresst werden soll, um geheime Akten, Morphium und schmutzige Politik.

  • 5 out of 5 stars
  • Mich hat es gepackt, das Rath - Fieber

  • Von Anonymer Hörer Am hilfreichsten 19.11.2018

Ein weiterer Klassiker

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.12.2018

Ich kenne niemanden, der historische Kriminalromane auf auch nur annähernd demselben Niveau schreibt, wie Volker Kutscher. "Marlow" ist ein würdiger 7. Teil in der Gereon Rath-Reihe, die ausgezeichnet recherchiert und glaubwürdig in die Zeit des aufsteigenden Nationalsozialismus' eingebettet ist. Was Kutscher im Gegensatz zu vielen anderen gelingt, ist, (Zeit)Geschichte nicht von ihrem Ende her zu schreiben, d. h. Kutscher lässt seine Protagonisten in glaubwürdiger Unkenntnis über die Ereignisse, die sich chronologisch erst später zutragen.
Punktabzug gibt es allerdings beim Sprecher. Normalerweise schätze ich David Nathan als Erzähler sehr, aber ich kann nicht nachvollziehen, was ihn ritt, einen so grauenhaften und albernen Dialekt imitieren zu müssen. Wenn den Passagen, die im und um das fränkische Nürnberg angesiedelt sind, unbedingt ein Lokalkolorit durch dialektale Lesung verpasst werden muss, dann bitte durch einen Leser, der den entsprechenden Dialekt auch beherrscht. Was uns Nathan hier als "fränkisch" präsentiert, ist schlichtweg peinlich und unfreiwillig komisch, was der Geschichte nicht guttut. Meine Bitte: Besser beim Hochdeutsch bleiben, mit einer misslungenen Dialektimmitation ist niemandem gedient.

  • Trümmerjunge

  • Autor: Hermann Oppermann
  • Sprecher: Bodo Henkel
  • Spieldauer: 12 Std. und 44 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 143
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 133
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 133

1942. Der kleine Hermi, eingebunden in eine typische nationalsozialistische, straffe Familie, erlebt in Braunschweig die ersten Bombenangriffe der Alliierten. Sein Glaube an den Führer steht noch vor Gott. Nach Bombentreffern folgt die erste Evakuierung nach Lyck, Ostpreußen, zum Großvater mütterlicherseits. Als die Front näher kommt, erlebt Hermi die zweite Evakuierung, Richtung Helbra in Thüringen. Danach: Luftschlachten, beginnende Gerüchte über Endkämpfe.

  • 4 out of 5 stars
  • Kindheit zwischen Trümmern und Glaube an Diktatur

  • Von Leserin Am hilfreichsten 22.06.2014

Beliebig, beschonigend, teilweise selbstgerecht

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.11.2018

Ich habe mich mit dem Hörbuch relativ schwer getan. Immer wieder beschreibt der Autor gute, teilweise auch ergreifende Szenen einer Kindheit in Kriegs- und Nachkriegszeit, oft jedoch bleibt ein roter Faden (die Auseinandersetzung mit dem gewalttätigen Vater) gänzlich auf der Strecke und die Geschichte gleitet ins Anekdotenhafte ab. Trotz teilweise derber, sexualisierter Sprache hat der Text etwas von einer Betulichkeit, wie sie Erinnerungen von Großmüttern bisweilen innewohnt. Dabei hätte das Setting Potential: Ein Kind, zu klein, um in der NS-Zeit selbst Schuld auf sich zu laden, glaubt zunächst blind und wird dann mehr und mehr desillusioniert. Das wird parallelisiert mit dem schlagenden Nazivater. Bis zum Ende hätte ich dem Buch denn auch 3–4 Sterne gegeben, aber die gegen Ende offen und aggressiv an den Tag gelegte Homophobie und mehr noch das extrem schale, oberflächliche und selbstherrliche Ende, das jede echte Auseinandersetzung mit dem Thema vermissen lässt, haben mich regelrecht abgestoßen.

  • Das Sterben der Bilder

  • Autor: Britta Hasler
  • Sprecher: Christiane Marx
  • Spieldauer: 15 Std. und 6 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 53
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 51
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 51

Wien, 1906. Die Stadt lebt in Angst vor einem Serienmörder, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt - und sie dann brutal und effektvoll tötet. Zur gleichen Zeit wird dem arbeitslosen Julius Pawalet überraschend eine Stelle im Kunsthistorischen Museum angeboten. Julius hat eine faszinierende Gabe: Jede Einzelheit eines Werks, das er längere Zeit studiert hat, brennt sich ihm ins Gedächtnis. Schon bald fallen ihm Details der Morde auf, die auf seinen neuen Arbeitsplatz hinweisen, an dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

  • 4 out of 5 stars
  • Sehr gut aufgebaute Geschichte

  • Von urselisny Am hilfreichsten 10.12.2017

Interessante Wendungen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.09.2018

Wenn auch das Einfangen des Zeitkolorits nicht ganz gelingen will und manche Figuren etwas zu überzeichnet wirken, ist dies dennoch eine spannende Geschichte, interessant aufgebaut und erzählt und mit einigen spannenden Wendungen sowie einem Schluss, der einen schmunzeln lässt.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Im Frühling sterben

  • Autor: Ralf Rothmann
  • Sprecher: Thomas Sarbacher
  • Spieldauer: 6 Std. und 16 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 145
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 138
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 137

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich "Fiete" Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund.

  • 5 out of 5 stars
  • Eine erschütternde Geschichte, großartig gelesen

  • Von Frank Heckert Am hilfreichsten 28.06.2017

Packend, bedrückend, ehrlich

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.09.2018

Sprache, Stil, Aufbau – einfach ein fantastisch guter Roman über ein bedrückendes Kapitel deutscher Geschichte.

  • Der Gott jenes Sommers

  • Autor: Ralf Rothmann
  • Sprecher: Wiebke Puls, Shenja Lacher
  • Spieldauer: 6 Std. und 58 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 83
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 75
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 75

Anfang 1945 muss die zwölfjährige Luisa Norff mit ihrer Mutter und der älteren Schwester aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen. Das Gut ihres Schwagers Vinzent, eines SS-Offiziers, wird ein unverhoffter Raum der Freiheit: Kein Unterricht mehr, und während alliierte Bomber ostwärts fliegen und immer mehr Flüchtlinge eintreffen, streift die Verträumte durch die Wälder und versucht das Leben diesseits der Brände zu verstehen: Was ist das für eine Beunruhigung, wenn sie den jungen Melker Walter sieht, wer sind die Gefangenen am Klostersee?

  • 5 out of 5 stars
  • Grandios!

  • Von Amazon Kunde Am hilfreichsten 08.08.2018

Grandios!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.08.2018

Ralf Rothmann ist es mit seinem Roman gelungen, das Erbe von Grass anzutreten und Drittes Reich und Kriegsende als minutiöser Beobachter in beeindruckenden Bildern und Szenen festzuhalten. Dabei beschreibt Rothmann präzise ohne ins Schwafeln zu geraten und lässt seine Szenen ohne Wertung durch den Autor aus sich heraus wirken. Wie Rothman ohne erhobenen Zeigefinger schreibt und die Perversität des Nazireichs gerade deshalb in jedem Satz schmerzhaft deutlich wird, ist das Beeindruckendste des Buches. Dabei sind die Verweise auf Grimmelshausens 'Simplicissimus' nicht nur durch die zweite Erzählebene, die Aufzeichnungen eines Chronisten im Dreißigjährigen Krieg, sondern auch durch den Weltekel der Hauptperson gegeben, die sich schließlich wie Simplicissimus für ein leben hinter Klostermauern entscheidet. Dabei sind Religion und Kirche nicht etwa als heller Gegenentwurf der Wirklichkeit geuzeichnet, schließlich liegt das Kloster unmittelbar neben dem Konzentrationslager. Auch dort wusste man, ohne wissen zu wollen, verdrängte und tat nichts. Das Kloster fungiert vielmehr bloßer Rückzugsraum eines Kindes, dem die Kindheit geraubt wurde. Ich habe deshalb das Buch nicht als Plädoyer für Religiösität in Zeiten der Diktatur verstanden, das greift meiner Meinung nach zu kurz.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gründerjahr

  • Autor: Michael Gerwien
  • Sprecher: Sebastian Feicht
  • Spieldauer: 7 Std. und 45 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    3.5 out of 5 stars 7
  • Sprecher
    4 out of 5 stars 7
  • Geschichte
    3.5 out of 5 stars 6

Freitag, 8. November, 1918. Kurt Eisner ruft den Freistaat Bayern aus. Nur wenig später nimmt eine grausame Mordserie ihren Lauf. Junge blonde Frauen fallen einem bestialischen Täter zum Opfer. Oberinspektor Weinberger und seine Kollegen von der Münchner Kriminalpolizei stehen vor einem Rätsel. Der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus. 30 Jahre später beginnt das Morden erneut. Wird es der Polizei diesmal gelingen, den Täter zu fassen?

  • 1 out of 5 stars
  • Zeitverschwendung

  • Von Amazon Kunde Am hilfreichsten 31.07.2018

Zeitverschwendung

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 31.07.2018

Um es vorweg zu sagen: Schon lange hat mich ein Krimi derartig gelangweilt wie dieser hier. Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen, 1918, 1948 und in heutigen Tagen, und strotzt nur so von Logikfehlern, Überflüssigem und Redundanzen: Drei Entführungen, zwei Täter, drei Ermittler (aus derselben Familien natürlich, die sich die offiziellen Polizeiakten weitervererben als wären es reine Familienfotos). Der Täter ermodert ausschließlich blonde kleine Frauen mit blauen Augen, lässt deshalb auch alle anderen Menschen, die nicht in dieses Schema passen, konsequenterweise weitgehend ungeschoren -- nur um in Japan seine Opfer dann doch mit blonden Perücken zurechtzumachen. So Überflüssig wie der japanische Tatort ist die Verdächtigung von Joe und das Auftauchen des amerikanischen Spezialisten Jeff, der, obwohl mit dem Fall perfekt vertraut, so gar nichts zur Klärung des Falls beiträgt, außer ungesund herumzuhusten und zu prügeln. Alle Figuren bleiben schablonenhaft, teilweise unfreiwillig komisch: Überhaupt wird weder die Psyche des unappetitlich mordenden Täters (unter Kanibalismus geht ja nichts mehr seit dem Schweigen der Lämmer) über das Klischee "schwere Kindheit" hinaus erhellt, noch der Erkenntnisgewinn der Ermittler, der sich ausschließlich auf die Feststellung "was ist das nur für ein Mensch, das muss ein Verrückter sein" (man sollte einmal mitzählen, wie häufig dies im Hörbuch geäußert wird, ich tippe auf an die 40 Male) reduziert. Bei genauerer Betrachtung tun die Ermittler eigentlich überhaupt nichts, um den Fall zu lösen, außer jeweils auf ein neues Opfer zu warten und durch unabsichtliches Hinausposaunen ihrer Beteiligung am Fall den Täter auf sich aufmerksam zu machen. Bei jeder Entführung eines an der Aufklärung Beteiligten können die Ermittler eigentlich von Glück reden, dass sich der Täter eben dazu herablässt und damit die Handlung wenigstens etwas vorantreibt. Täter Nr. 1 lässt sich schließlich (Verzweiflung? Mitleid? Langeweile?) in einem Biergarten verhaften. Dass der ansonsten als überaus schlau geschilderte Täter dumm sei, einfach einen Biergarten aufzusuchen udn dort in der Öffentlichkeit zu verweilen, wird zwar mehrfach betont, nicht aber erklärt. Sobald man sich etwas Licht im Dunkeln der Motivstränge erhofft, bricht die Handlung 1948 ab und springt in die heutige Zeit, nur um nochmals neue Personen und einen Nachahmungstäter einzuführen und damit die Handlung künstlich weiterzuspinnen.
Ein ermüdendes Hörbuch, dass auch durch den Sprecher nichts gewinnt, dessen missratene Imitation von US-amerikanischem Akzent nur noch nervt (natürlich sprechen die Amerikaner deutsch mit aufgesetztem Akzent, auch wenn sie gänzlich unter sich sind....). Selten haben sich sieben und eine Dreiviertelstunde derartig gezogen.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Galgenvogel

  • Tom Hawkins 2
  • Autor: Antonia Hodgson
  • Sprecher: Peter Lontzek
  • Spieldauer: 13 Std. und 5 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 383
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 364
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 366

Frühjahr 1728. Ein junger, gut gekleideter Mann wird durch Londons Straßen zum öffentlichen Galgen nach Tyburn geschleppt. Die Menge am Straßenrand feixt und verflucht ihn, nennt ihn einen Mörder. Er versucht ruhig zu bleiben. Sein Name ist Tom Hawkins, und er ist unschuldig. Irgendwie muss er es schaffen, das zu beweisen, bevor der Strick sich um seinen Hals legt.

  • 5 out of 5 stars
  • Kopfkino an - Unterwegs in London

  • Von Kunde aus SU Am hilfreichsten 05.01.2017

Spannend, klug und femministisch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.07.2017

Was hat Ihnen das Hörerlebnis von Der Galgenvogel (Tom Hawkins 2) besonders unterhaltsam gemacht?

Der Roman spielt mit überraschenden Wendungen. Zudem beeindruckt der Umgang der Autorin mit den verschiedenen Zeitebenen, die komplex, jedoch nie verwirrend gestaltet sind.

Was mochten Sie an der Handlung am liebsten?

Ohne zuviel zu verraten: Die Schwäche ist hier männliche Tugend, das starke Geschlecht ist das weibliche. Feminismus charmant und mit einem ironischen Augenzwinkern – einfach toll!

Hat Ihnen Peter Lontzek an der Geschichte etwas vermittelt, was Sie vielleicht beim Selberlesen gar nicht bemerkt hätten?

Lontzek liest routiniert und verleiht jeder Figur eine eigene, wiedererkennbare Tonlage.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der zweite Reiter

  • August Emmerich 1
  • Autor: Alex Beer
  • Sprecher: Cornelius Obonya
  • Spieldauer: 6 Std. und 34 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 247
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 240
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 239

Wien kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an.

  • 5 out of 5 stars
  • First Class

  • Von Renate S. Am hilfreichsten 25.05.2017

Kurzweilig, spannend und gut erzählt

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.07.2017

Auf welchen Platz würden Sie Der zweite Reiter (August Emmerich 1) auf Ihrer Hörbuch-Bestenliste setzen?

In Nummernplätzen nicht messbar, jedoch auf ein virtuelles Regalbrett gemeinsam mit Volker Kutschers Romanen.

Würden Sie sich jetzt auch für ein anderes Hörbuch von Alex Beer interessieren? Warum oder warum nicht?

Ja, gerne möchte ich hören, wie es mit August Emmerich weitergeht. Die Verhältnisse der Nachkriegszeit sind gut recherchiert, allerdings gibt es einen Abzug in der B-Note aufgrund der unsauberen Fachsprache im militärischen Bereich: Es ist nicht die Kompanie, die die identifizierbare Einheit eines Soldaten im Ersten Weltkrieg darstellt, sondern das Regiment (JEDES Regiment besitzt dann die Kompanien 1 bis 12), dann erst die Division.

Welche Figur hat Cornelius Obonya Ihrer Meinung nach am besten interpretiert?

August Emmerich; der Sprecher adaptiert generell den Wiener Zungenschlag ausgezeichnet.

Hätten Sie das Hörbuch am liebsten in einem Rutsch durchgehört?

Definitiv

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Natürlich wird jeder historische Krimi an Volker Kutscher gemessen. Und natürlich ergeben sich Parallelen – von der Autorin beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Trotzdem gelingt es Beer, genug Eigenes in den Roman einfließen zu lassen, sich ausreichend von Kutschers Gereon Rath abzuheben und das Wien der nach k.u.k.-Zeit wieder lebendig werden zu lassen.