PROFIL

Amazon Kunde

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  • Rezensionen
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  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
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  • Bewertungen

Spannender Krimi mit Recherchefehlern

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.04.2020

Die Kriegsverbrechen der Deutschen in Belgien 1914 werden hier in einem spannenden Krimi verhandelt, der in Leipzig im Jahr 1920 spielt. Quasi alle Kriegsheimkehrer sind vom erlebten Grauen gezeichnet und entwickeln unterschiedliche Strategien, mit dem Erlebten umzugehen. Das ist psychologisch überzeugend und vielschichtig erzählt.
Leider wurde bei der Recherche für den Roman schlichtweg geschlampt. Das deutsche Heer des Ersten Weltkriegs wurde eben "deutsches Heer" genannt – die zahlreichen deutschen Bundesstaaten machten eine Terminologie kompliziert –, nicht aber "Reichswehr". Die Sonderrechte der deutschen Königreiche berücksichtigt Ziebula zwar, wenn er ab und zu vom königlich sächsischen Heer spricht. Gar nicht geht allerdings, wenn er das deutsche Heer des Ersten Weltkriegs permanent als "Reichswehr" bezeichnet, denn das ist schlichtweg sachlich falsch. "Reichswehr" wurde das Heer der Weimarer Republik ab 1921 genannt, in dem Jahr, in dem der Roman spielt, 1920, gab es schlichtweg noch keine "Reichswehr". Was sich wie eine Kleinigkeit anhört, ist für den historisch Interessierten enervierend, denn der ureigenste Gegenstand des Romans ist doch gerade der Übergang vom Kriegs- zum Friedenszustand.

3 Leute fanden das hilfreich

Sehr solide und sprachlich einwandfrei

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.03.2020

Mittlerweile ermitteln heute um den berühmten Ernst Gennat bereits mehr Literatur- als damals echte Kommissare. Was Volker Kutscher bravourös begonnen hat, wird von vielen Autoren aufgenommen und weitergeschrieben: Kriminalromane, die in den 20er und 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts, in der politisch unruhigen Weimarer Republik spielen. Viele dieser Epigonen kommen nicht in Ansätzen an das Vorbild Kutscher heran, Susanne Goga ist hier jedoch eine rühmliche Ausnahme. Die Geschichte ist spannend, präzise und sprachlich einwandfrei erzählt, die Figuren sind sorgfältig gezeichnet und aufeinander abgestimmt und Gogas Leo Wechsler mit seiner proletarischen Verwurzelung und seinen klaren politischen Prinzipien nahezu ein Anti-Gereon Rath. Einen Stern muss die Geschichte aufrund des epigonalen Settings hergeben, abgesehen davon werde ich die Leo Wechsler reihe mit Sicherheit weiter verfolgen

9 Leute fanden das hilfreich

Wolfsfährte Titelbild

Spannender Krimi – leider verstümmelt

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.07.2019

Ich denke, David Nathan könnte auch das Telefonbuch vorlesen und es ließe sich trotzdem gut anhören. Der Mann ist meiner Meinung nach einer der besten deutschsprachigen Sprecher. Und Craig Russels Spiel mit Fiktionalität in der Fiktionalität, mit der Beeinflussung der Kunst durch die Wirklichkeit und umgekehrt ist ebenso interessant wie sein frischer Blick von außen auf deutsche Befindlichkeiten und Traditionen. Dass hier manches etwas holzschnittartig wirkt, ist ihm zu verzeihen, dennoch liegt hier ein spannender Krimi vor, der zu fesseln weiß. Was mich allerdings ärgert, ist, dass dieses Buch wie so viele ausschließlich willkürlich gekürzt angeboten wird. Eine gekürzte Version neben der vollständigen Lesung für ganz Eilige anzubieten, meinetwegen; hier hätte der Kunde die Wahl. Gute Geschichten aber willkürlich zu kastrieren und darin herumzukürzen, das bringt mich auf die Palme. Daher nur ein Stern für die gesamtbewertung.

2 Leute fanden das hilfreich

Eine der besten Holmes-Romane, die ich kenne

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.06.2019

Phantastisch, was Graham Moore hier gelingt: Er verknüpft Parodie auf eine im Positivismus gefangenen Wissenschaftsgläubigkeit mit klugen Gedanken über die Grenzen des menschlichen Geistes, der ökonomischen Verwertbarkeit alter Meister und dem Spiel zwischen Fiktionalität und Realität. Dabei bleibt seine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt, stets spannend und setzt falsche Fährten. Gelesen wird das Buch von einem wirklich überzeugenden David Nathan. Zu kritisieren wäre allenfalls, dass das Hörbuch viel zu schnell, bereits nach guten 7 Stunden, zu Ende ist.

Guter Epigone

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 12.05.2019

Wer historische Krimis in den 20er und 30er Jahren in der Weimarer Republik spielen lässt, der wird natürlich mit Volker Kutscher und seiner unerreichten Gereon Rath Reihe verglichen. Dagegen kann sich kein Autor wehren. Dies will Jürgen Ehlers offenbar auch gar nicht, sondern er knüpft sogar bewusst an einer auch in den Rath-Romanen immer wieder angesprochenen historischen Kriminalfall an, nämlich den des "Vampirs von Düsseldorf", Peter Kürten. Dabei hält sich Ehlers eng an die detailliert überlieferten historischen Fakten und beschreibt spannend die langwierige und frustrierende Suche nach dem Serienmörder, die auch die Mithilfe des berühmten Berliner Kriminalrats Ernst Gennats mit sich brachte. Ehlers' Stil ist protokollarischer als der Kutschers, außerdem ist seine Erzählung weniger von den politischen Entwicklungen im historischen Deutschland durchzogen (wenngleich auch etwa Weltwirtschaftskrise oder Stahlhelm-Verbot ihre Rolle spielen). Trotzdem gelingt Ehlers ein mitreißendes, sprachlich einwandfreies Stück Kriminalgeschichte und gleichzeitig eine Milieustudie des Düsseldorfs der kleinen Leute der späten 1920er Jahre, ein Buch, das von Anfang bis zum Ende zu fesseln weiß. Gerne mehr davon!

2 Leute fanden das hilfreich

Grandiose Geschichte

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.03.2019

Mir war nicht bewusst, wie massiv der Rassismus in den USA das Leben der Menschen noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts (und darüber hinaus) prägte. Thomas Mullen liefert hier einen Krimi ab, dem das gelingt, was ich an historischen Krimis so schätze: Das verweben einer Krimihandlung mit dem Zeitkolorit. Mullen gelingt es hervorrragend, die Südstaaten der 1940er Jahre einzufangen und einen spannenden Krimi sowie eine Anklage gegen Rassismus gleichermaßen abzuliefern. Spannend und erschütternd von der ersten bis zur letzten Minute!

Ein weiterer Klassiker

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.12.2018

Ich kenne niemanden, der historische Kriminalromane auf auch nur annähernd demselben Niveau schreibt, wie Volker Kutscher. "Marlow" ist ein würdiger 7. Teil in der Gereon Rath-Reihe, die ausgezeichnet recherchiert und glaubwürdig in die Zeit des aufsteigenden Nationalsozialismus' eingebettet ist. Was Kutscher im Gegensatz zu vielen anderen gelingt, ist, (Zeit)Geschichte nicht von ihrem Ende her zu schreiben, d. h. Kutscher lässt seine Protagonisten in glaubwürdiger Unkenntnis über die Ereignisse, die sich chronologisch erst später zutragen.
Punktabzug gibt es allerdings beim Sprecher. Normalerweise schätze ich David Nathan als Erzähler sehr, aber ich kann nicht nachvollziehen, was ihn ritt, einen so grauenhaften und albernen Dialekt imitieren zu müssen. Wenn den Passagen, die im und um das fränkische Nürnberg angesiedelt sind, unbedingt ein Lokalkolorit durch dialektale Lesung verpasst werden muss, dann bitte durch einen Leser, der den entsprechenden Dialekt auch beherrscht. Was uns Nathan hier als "fränkisch" präsentiert, ist schlichtweg peinlich und unfreiwillig komisch, was der Geschichte nicht guttut. Meine Bitte: Besser beim Hochdeutsch bleiben, mit einer misslungenen Dialektimmitation ist niemandem gedient.

Beliebig, beschonigend, teilweise selbstgerecht

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.11.2018

Ich habe mich mit dem Hörbuch relativ schwer getan. Immer wieder beschreibt der Autor gute, teilweise auch ergreifende Szenen einer Kindheit in Kriegs- und Nachkriegszeit, oft jedoch bleibt ein roter Faden (die Auseinandersetzung mit dem gewalttätigen Vater) gänzlich auf der Strecke und die Geschichte gleitet ins Anekdotenhafte ab. Trotz teilweise derber, sexualisierter Sprache hat der Text etwas von einer Betulichkeit, wie sie Erinnerungen von Großmüttern bisweilen innewohnt. Dabei hätte das Setting Potential: Ein Kind, zu klein, um in der NS-Zeit selbst Schuld auf sich zu laden, glaubt zunächst blind und wird dann mehr und mehr desillusioniert. Das wird parallelisiert mit dem schlagenden Nazivater. Bis zum Ende hätte ich dem Buch denn auch 3–4 Sterne gegeben, aber die gegen Ende offen und aggressiv an den Tag gelegte Homophobie und mehr noch das extrem schale, oberflächliche und selbstherrliche Ende, das jede echte Auseinandersetzung mit dem Thema vermissen lässt, haben mich regelrecht abgestoßen.

Interessante Wendungen

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.09.2018

Wenn auch das Einfangen des Zeitkolorits nicht ganz gelingen will und manche Figuren etwas zu überzeichnet wirken, ist dies dennoch eine spannende Geschichte, interessant aufgebaut und erzählt und mit einigen spannenden Wendungen sowie einem Schluss, der einen schmunzeln lässt.

1 Person fand das hilfreich

Packend, bedrückend, ehrlich

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.09.2018

Sprache, Stil, Aufbau – einfach ein fantastisch guter Roman über ein bedrückendes Kapitel deutscher Geschichte.