PROFIL

Manfred

  • 88
  • Rezensionen
  • 584
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 152
  • Bewertungen

Leider ist das Buch gekürzt

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.04.2020

Die Geschichte ist sehr interessant und der Sprecher sehr gut. Leider ist das Hörbuch stark gekürzt worden. Ich schätze um ca. 50%. Da bleibt nicht viel mehr als ein amputierter Rumpf übrig. Schade.
Trotzdem ist die Geschichte höhrenswert, wenn men akzeptiert, dass der Schluss sehr plötzlich kommt.

Zu extrem, zu verkrampft, zu wertend

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.05.2019

Nach 3 Folgen habe ich noch keine Antwort auf die Frage: Wie liebt dieses Land? erhalten. Die Themenwahl vermittelt mir eher, es gehe den Autoren mehr um außergewöhnliche Sexpraktiken als um die unterschiedlichen Formen der Liebe in Deutschland. Klar gehören dazu auch Extreme wie Zoophilie und Prostitution per Dating-APP, aber damit starten ist nicht der richtige Einstieg. Auch die Gegenüberstellung von fruchtloser Landliebe in Groß-Meesow mit adliger Brautsuche in Bayern kommt sehr konstruiert daher.

Konstruiert scheinen mir auch die Gespräche, mit denen Frau Hünninger und Herr Hirsch den Podcast präsentieren. Das wirkt sehr verkrampft und teilweise wie vom Blatt abgelesen; zumindest so als steckten die Beiden in einem zu engen Korsett und könnten nicht richtig in Fahrt kommen. Der Podcast: Sag mal Du als Physiker zeigt, wie es richtig gemacht wird: locker, unverkrampft, freies Reden. Hier ist dir Thematik allerdings auch eine ganz Andere.

Zum Schluss gibt es auch jedesmal eine Bewertung. Können Frauen mit der Dating APP sicher prostituieren? Liebt der Zoophile wirklich oder ist er krank? Wo gibt es Parallelen zwischen Landliebe und Adelsliebe?
Das sind Fragen, die die Hörer sich stellen können und müssen, aber die Bewertung durch die Redaktion gehört hier nicht hin. Der Podcast hat den Anspruch, zu zeigen, wie in Deutschland geliebt wird. Dann zeigt das auch und überlasst das Urteil den Zuhörern.
Oder nennt den Podcast anders: German Liebe - Ungewöhnliches und Kurioses; dann ist eine Bewertung durch die Macher gegeben.

Sprecher top, Schreiber flopp

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.01.2019

Eines vorweg, Jürgen Holtdorf hat dieses "Sachbuch" toll gelesen. Seine ruhige Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Das war es aber auch schon.

Was Harai da abgeliefert hat ist reiner Unsinn. Das hat mit Forschungsergebnissen oder deren Interpretation überhaupt nichts zu tun. Wenn nach dem Erscheinen des Homo Sapiens in Australien z.B. die großen Säugetiere dort aussterben, ist dessen Auftreten sicher die Ursache für das Sterben der Tiere. Aber die Aussage:" Schuldig im Sinne der Anklage." ist in diesem Zusammenhang dümmster Populismus.
Wenn mir Harai erklärt, was genau die Grundlagen für eine Religion sind (zusammengefasst: die Gedanken Gottes werden den Menschen über Propheten mitgeteilt) kann ich dem Folgen. Wenn dann im weiteren Verlauf des Buches der Kommunismus als Religion bezeichnet wird verliert Harai den Bezug zu seinen eigenen Grundlagen.

Das sind nur zwei von vielen Beispielen, in denen das Buch unstimmig ist.
Der Autor verzettelt sich in Kleinigkeiten, verliert das Thema aus den Augen und erzählt teilweise reinen Unsinn.
Nee, das war nichts.

Grausam, kalt und unmenschlich...

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.01.2019

... ist die Welt, die Ishiguro hier erzählt.
Was wäre, wenn es menschliche Klone gäbe?
Was wäre, wenn sie als menschliche Organspender gezüchtet würden?

Diese Welt war für mich bis jetzt eigentlich nicht vorstellbar. Ishiguro hat sie aber so realistisch geschildert, dass ich nicht anders kann, als dieser unmenschlichen Vorstellung Raum zu geben. Wäre diese Perversion möglich? Ich denke ja.

Der Autor erzählt das Leben einiger Klone im Nachkriegsengland; verlegt die Handlung in die Vergangenheit. Dadurch suggeriert er, es gäbe diese Klone schon. Das macht die Geschichte für mich um so beklemmender.
Menschen, gezüchtet um lebendig ausgeweidet zu werden, bis sie "abschließen", wie sie ihren eigenen Tod beschönigend nennen.

Das Buch war für mich fast nicht auszuhalten. Dies lag zum Teil auch an der sehr guten und extrem sensiblen Leserin Corinna Kirchhoff. Wie sie die Geschichte der Kathy H. erzählt ist ganz großes Kino. Sie liest nicht nur einfach vor, sie erzählt, wie in einem Interview. Mal stockend, als dächte sie über die nächsten Worte nach, dann wieder fließend. Es ist, als erzähle sie ihre eigenen Geschichte.

Ishiguro und Kirchhoff haben mich völlig verstört zurück gelassen.
Ich habe schon viele hundert Bücher gelesen und gehört: Dieses ist das Beste.

Der 2. Teil ist wesentlich besser als der Erste

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.07.2015

Der 2. Teil der Geschichte um die fiktive Stadt Varennes-Saint-Jacques ist zwar auch keine Neuerfindung des Mittelalterromans, aber Daniel Wolf hat sich doch deutlich von Ken Follett abgesetzt. Er findet zu einem eigenen Erzählstil. Gute Einfälle und Ideen sind durchgängig erkennbar. Zwar sind die Bösen extrem böse Böse und die Guten extrem gute Gute, aber die Reaktionen der Figuren auf die Schicksalsschläge sind tatsächlich immer nachvollziehbar. Hier merke ich deutlich, das Wolf sich mit der menschlichen Psyche auskennt.

Sehr gut war der Beginn der Geschichte. Sofort ist der Hörer / Leser mitten im Geschehen, der Konflikt mit dem Abt wird thematisiert. Das dieser Einstieg dann im Laufe der Geschichte aber nicht weiter ausgebaut wird; der Abt ist eigentlich nur eine tumbe Witzfigur, hat mich dann doch irritiert.

Was mir immer noch fehlt sind Nebenhandlungen und Zeitsprünge, die einen Roman interessant machen können.

Was mich störte war die inflationär angewandte Technik, Antworten auf gestellte Fragen dem Leser zunächst nicht bekannt zu machen; nach den Motto:"Was möchtest du tun?" Er sagte es ihm.
Das kann ja eine gewisse Spannung erzeugen, aber dann sollte es auch mit einer anderen Geschichte weitergehen. Wolf dagegen löst diese Frage meist im nächsten Abschnitt. Das ist schade, weil er dadurch eine Chance vergibt, die erzeugte Spannung zu halten. Und so oft, wie er diese Technik anwendet ist es auch nicht mehr gut.

Sehr gut gefallen haben mir aber die vielen Details zum Thema Patriziat, die Konflikte zwischen Stadt und Kirche, die Beziehungen zwischen dem Leben der einfachen Bevölkerung und den Lehnsherren in Lothringen. Da konnte Wolf aus dem Vollen schöpfen und das tat er auch.
Dafür gibt's von mir 3 Sterne

Johannes Steck hat mich begeistert. Was er mit Das Licht der Welt ablieferte ist phänomenal.
Nicht nur, dass er jedem Charakter eine eigene Stimme gibt; er hat auch alle emotionalen Facetten der Sprache drauf. Verwirrung, Zorn, Freude, Schmerzen, Verzweiflung, körperliche Anstrengung etc.; Steck macht aus der Lesung ein Hörspiel. Ihn fand ich ganz große Klasse. Für mich die neue, persönliche Sprecherreferenz.
Er bekommt 5 Sterne und hebt das Gesamturteil auf 4 Sterne rauf.

Insgesamt hat mich das Hörbuch den vermurksten ersten Teil Das Salz der Erde vergessen lassen.

zusammen geklaubt, übertrieben, langweilig

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.04.2015

Was Luca di Fulvio da mit "Das Kind, dass nachts die Sonne fand" ablieferte ist an Klischees über das Mittelalter fast nicht mehr zu überbieten. Alles, aber auch wirklich alles wurde so oder so ähnlich schon einmal geschrieben. Der bis zur Dummheit herrschsüchtige, unfähige Lehnsherr; drakonische, ungerechte Strafen; ein vom Schicksal geprüfter Held der ebenfalls mit an Dummheit grenzender Leichtgläubigkeit durchs Leben stolpert. Ich kann diesen Unsinn nicht mehr ertragen. Als dann noch der Ritter auftaucht und seine Leibeigenen bestraft, weil diese ohne zu Fragen geheiratet haben; das ist wohl die Standardsituation für Herrscherwillkür in Mittelalterromanen; habe ich erst einmal beschlossen, den Roman nicht zu Ende zu hören. Ich habe es dann doch getan, weil ich immer jeden Roman zu Ende höre.

Ken Follett lässt in die "Tore der Welt" einen Mann häuten: Luca di Fulvio gleich 14 Menschen.

Dann diese "schriftstellerischen Freiheiten" beim Schreiben;
Welcher tumbe Lehnsherr hielt sich eine Schar Burghuren um seine Soldaten bei Laune zu halten?

Seit wann konnten Töchter von Hebammen in einem Bergarbeiterdorf bis 300 zählen?

Der Erzählstil erinnerte mich streckenweise an die Familienserien der 1970er Jahre.

So schön "Das Mädchen, das den Himmel berührte" war, so enttäuschend war für mich dieses Pamphlet.

Philip Schepmann lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Er liest mit seiner ruhigen Art und es macht trotz des Ärgers über den Inhalt Freude, ihm zu zu hören.

Das Buch bleibt seltsam blass

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 25.03.2015

Mit Revival ist Stephen King kein guter Wurf gelungen. Mag der Titel für vieles stehen: Wiederbelebung, religiöse Erweckung oder auch Back to the Roots; am Ende bleibt die Frage: warum hat er dieses Buch geschrieben? Ich weis es nicht.

Die erste 4 Stunden widmet der Erzähler seiner Kindheit in gewohnt guter, Kingtypischer Einfühlsamkeit. Aber das habe ich schon so oft von ihm genau so gelesen, erinnert sei an "Es". Da gibt es nichts Neues mehr. Der Rest der Geschichte wirkt zusammengeklaubt aus vielen anderen Büchern und Filmen. Die Frage: was darf ein Heiler mit Menschen machen erinnert mich in weiten Teilen an Stanley Kubricks Uhrwerk Orange.
Das Thema Packt mit dem Teufel hatte Goethe schon in Faust erschöpfend behandelt.
Kurz vor Schluss nimmt sich King dann noch des Themas verbotene Bücher in der katholischen Kirche an; das kann Dan Brown besser, und den nennt King dann auch noch.

Insgesamt scheint mir, das King nach "Arena" und "Der Anschlag" mit vielen neuen, frischen Ideen noch einmal an seine alten Erfolge von "In einer kleinen Stadt" anknüpfen wollte. Der Fremde, der gerne hilft und Gutes tut. Er hätte es bleiben lassen sollen.

Fazit: Wer King nicht kennt, erwirbt mit Revival ein Buch das ganz in der Tradition seiner Schreibart steht, aber als bekennender Kingfan habe ich von ihm etwas Anderes, Neues erwartet. Zumindest hätte er dem alten Thema neue Aspekte hinzufügen müssen. Das hat er nicht getan.

David Nathan dagegen hat die volle Punktzahl verdient. Er liest das Buch so souverain wie immer. Mit zunehmendem Alter der Protagonisten scheint sogar seine Stimme zu altern. Nathan beherrscht das ganz große Kopfkino. Allererste Sahne.

Der Abschluss.. grandios versemmelt

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.11.2014

Termindruck wird es wohl gewesen sein, der Ken Follett hinderte, einen würdigen Abschluss seiner Jahrhundertsaga zu schreiben. Die Fakten sind, wie bei Follett immer, excellent recherchiert; aber der Plot ist, wie ebenso häufig, enttäuschend. Die Charaktere wirken stereotyp und wenig ausgearbeitet, die Dialoge sind all zu oft hölzern und platt.

Emotional greift der Autor ganz tief in den Schmalztopf und mutet seinen Lesern klassische Schundliteratur auf Groschenheftromanniveau zu.
Sexszenen werden mit pornografischer Präzision geschildert. Auch das etwas, das in solch einem Kontext völlig fehl am Platze ist. Das gehört nach Feuchtgebiete oder Vögelfrei, aber nicht in eine Jahrhundertsaga.

Gefallen hat mir der Roman dort, wo Follett eine neue Sicht auf bekannte Fakten wirft, der Tod J F Kennedys zum Beispiel. Alle kennen wohl den Amateurfilm, der den Schuss in den Kopf des Präsidenten zeigt. Davon gibt es bei Follett kein Wort. Statt dessen erleben wir die Reaktion des Bruders Bobby auf die Todesnachricht. In solchen Momenten erreicht Ken Follett sein bekanntes Niveau und die alte Klasse. Davon gibt es aber leider viel zu wenig.

Philipp Schepmann liest dagegen sehr gut. Kein übertriebenes Mimikri, sondern ausreichende Modulation, um Frauen- wie Männerstimmen unterscheidbar und mit Wiedererkennung zu sprechen. In den Liebesszenen vermeidet er zum Glück, noch einmal in den Schmalztopf zu greifen, sondern liest diese viel zu häufigen Traktate recht neutral. Er hat von mir 5 Sterne verdient.

Das Salz / Die Säulen der Erde

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.08.2014

Mit der Überschrift ist mein Eindruck über dieses Buch schon gesagt. Der gesamte Plot scheint mir von Ken Follett entliehen zu sein. Der korrupte Bischof, der jähzornige und unfähige Ritter, eine Liebe die von Dritten behindert wird und zu allem Überfluss fehlt auch nicht eine grausame Tötungsszene wie bei Folletts Nachfolgeroman Die Tore der Welt. War es bei jenem das Häuten eines Diebes, so ist es hier das Rädern eines Delinquenten, das in allen Einzelheiten geschildert wird. Hier wird die Stadt, dort der Markt vom Ritter niedergebrannt. Natürlich gibt es auch Streit um die Brücke in die Stadt. Die Reihe der zufälligen Gemeinsamkeiten ließe sich fortsetzten. Man könnte meinen, Follett hätte das Manuskript zu Das Salz der Erde in die Finger bekommen und wäre nur vorher fertig geworden. Hätte er nur nicht 27 Jahre an seinem Epos geschrieben und recherchiert.

Fazit: Das war nix, Herr Wolf.

Empfehlung: Das Salz liegen lassen und die Säulen lesen / hören

Tad Williams hat mich enttäuscht

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.08.2014

Ich freute mich auf eine gute Fantasysaga und erhielt eine unausgegorene Mischung aus Tolkien und Paolini. Das Ganze plätschert mir zu sehr durch die Zeit. Immer wieder dreht Williams an der Spannungsschraube um dann unvermittelt den Druck einfach abzulassen und ich frage mich, warum tut er das? Blackout? Schreibsperre? Irgendwas, irgendwie zusammenkratzen? So kam es mir vor, auch wenn ich weis, das man auf diese Weise nicht 4 Teile einer Saga zusammenhuschen kann. Aber ich fand fast nichts, was ich so oder so ähnlich schon im Herrn der Ringe oder in Eragon geboten bekam. Und die Beiden waren viel besser, auch Eragon. Das hat mich sehr verwundert. Die gesamte Geschichte macht den Eindruck, als hätte sich Tad Williams nicht von den beiden Vorbildern lösen können. Ich bin darüber nicht sauer, sondern nur verwirrt, völlig ratlos.

Andreas Fröhlich dagegen liest perfekt und mit einer Freude die mich vermuten lässt, das er ganz anders bei dieser Geschichte empfindet als ich. Er hat mich trotzdem nicht mitreißen können.