PROFIL

Literaturschock.de

Schefflenz, Deutschland
  • 14
  • Rezensionen
  • 81
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 17
  • Bewertungen
  • Blutbraut

  • Autor: Lynn Raven
  • Sprecher: Simona Pahl, Günter Merlau, Achim Schülke
  • Spieldauer: 22 Std. und 11 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.317
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 931
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 935

Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquin de Alvaro, denn sie ist eine Blutbraut, und nur sie kann den mächtigen Vampir davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu müsste sie sich und ihr Blut auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint. Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt. Eine Falle, denn Cris ist kein anderer als Joaquin de Alvaros Bruder...

  • 5 out of 5 stars
  • 22 Stunden Spannung !

  • Von Annette Am hilfreichsten 29.11.2011

Eine zutiefst berührende und romantische Geschicht

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 20.04.2012

Von Lynn Raven kannte ich bisher noch kein Buch, aber mit "Blutbraut" hat sie mich auf Anhieb so sehr begeistert, dass es sicher nicht mein letztes Werk der Autorin ist. Sie lässt ihrer Hauptfigur sehr lange Zeit zu wachsen, sich zu entwickeln und tatsächlich ist Lucinda den größten Teil des Buches ein traumatisiertes, verschrecktes Mädchen. Neben Cris spielt natürlich auch Joaquín eine große Rolle und anfangs war mir völlig unklar, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Die Autorin führt den Leser in die Irre, doch irgendwann will man einfach nicht mehr glauben, dass Joaquín dieser brutale Vampir ist, den Lucinda in ihm erwartet.

Da die Handlung direkt mit Lucindas Entführung beginnt, wird der Leser (Hörer) nahezu in das Geschehen katapultiert. Anfangs war ich etwas überfordert und konnte Lucindas Erinnerungen nicht von der Realität trennen. Eine Tatsache, die sicher von der Autorin so gewollt ist, denn damit spielt sie mit den Gefühlen des Lesers und hält einige Überraschungen für ihn bereit. Sehr geschickt gemacht ist der Perspektivwechsel, der in der mir vorliegenden Hörbuchversion von drei unterschiedlichen Sprechern interpretiert wird. Alle drei meistern diese Aufgabe hervorragend und besonders die Sprecherin der Lucinda, Simona Pahl, spricht ihre Rolle sehr unaufdringlich und einfühlsam.

Als ich mit "Blutbraut" begann, hatte ich keine besonderen Erwartungen an das Buch. "Schon wieder Vampire.", dachte ich höchstens. Doch Lynn Raven hat eine so zutiefst berührende, romantische und manchmal auch sehr humorvolle Geschichte mit beeindruckenden Hauptcharakteren geschrieben, dass mein Player fast ohne Unterbrechung im Einsatz war und ich die letzten Sätze lange nachklingen ließ. Ich war sogar versucht, mir das Buch erneut anzuhören - doch das muss nun erst mal warten. "Blutbraut" ist sicherlich eines meiner Highlights in diesem Jahr und ich möchte keine einzige Zeile davon missen.

Lynn Ravens Sprache ist zielgruppengerecht (und damit verwendet sie leider auch das von mir eher verhasste "Denglisch" wie "geschockt", "nicht wirklich" oder "es macht Sinn"), doch vermutlich wird jede romantische Seele von diesem Buch berührt.

10 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Delirium

  • Amor-Trilogie 1
  • Autor: Lauren Oliver
  • Sprecher: Annina Braunmiller-Jest
  • Spieldauer: 7 Std. und 22 Min.
  • Gekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 329
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 221
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 217

Wenn Liebe tötet - willst du dann je geheilt werden?Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist...

  • 5 out of 5 stars
  • Love is in the Air

  • Von kamelin Am hilfreichsten 21.11.2011

Achtung! Suchtgefahr!

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.04.2012

Lauren Oliver ist das Pseudonym der US-amerikanischen Jugendbuchautorin Laura Suzanne Schechter. Ihr Buch "Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vobei, sagen sie" wurde 2011 für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. "Delirium" ist der erste Teil der Amor-Trilogie und leider ist das Ende recht traurig und offen geraten. Die sympathische, ruhige Lena und den nicht minder sympathischen Alex konnte ich auf Anhieb in mein Herz schließen. Doch auch den Nebenfiguren wie Hannah oder Grace, Lenas Schwester, konnte die Autorin viel Leben einhauchen. Daneben stehen die (gewollt!) blassen Menschen, die ihren Eingriff bereits hinter sich gebracht haben. Sie wandeln fast wie Schaufensterpuppen durch das Leben, können keine Gefühle mehr zeigen. Die Welt ist merklich abgekühlt und doch ist das alles für sie völlig normal. Musik, Bücher und Filme werden strikt kontrolliert und Shakespeares "Romeo und Julia" ist gar ein abschreckend wirkendes Lehrstück im Gesundheitsunterricht. Doch es gibt eine Widerstandsbewegung und diese ist größer als die meisten "Gesunden" vermuten würden.

Die Sprecherin Annina Braunmiller wird besonders den Twilight-Fans als Synchronsprecherin von Vampir-Groupie Kristen Stewart alias Bella Swan bekannt sein. In den Filmen fiel mir das nicht so stark auf, aber hier bei einem Hörbuch, wo die Stimme neben der Geschichte sehr vordergründig ist, war ich immer wieder versucht, ihr wegen Verdacht einer akuten Stirnhöhlenvereiterung eine länger andauernde Antibiotikakur verordnen (obwohl ich das natürlich mangels eines entsprechenden Studium sowieso nicht tun dürfte). Die ganze Zeit über klingt sie sehr verschnupft und ständig hatte ich beim Hören das dringende Gefühl, mir die Nase putzen zu müssen.

Zum Glück ist die Geschichte so wunderschön, so spannend, traurig und romantisch, dass ich darüber sehr schnell hinwegsehen konnte und so zählt "Delirium" für mich bereits jetzt als ein Highlight es Jahres. Lena macht eine Wandlung im Verlaufe des Buches durch und manchmal fragt man sich wirklich: Wie wäre es, wenn die Liebe wirklich eine Krankheit wäre? Vielleicht ist etwas dran, dass Hass nur durch Liebe entstehen kann und sobald die Liebe von der Welt verschwunden wäre, gäbe es vielleicht keine Kriege, keine Gewalt mehr? Ein sehr beklemmender Gedanke, der von Lauren Oliver sehr einfühlsam gesponnen wird. Lena muss lernen, selbst zu denken und ihren Gefühlen zu trauen.

In der Flut der Dystopien, die speziell auf die Zielgruppe Jugendliche abgestimmt sind, hebt sich "Delirium" ganz besonders positiv hervor. Natürlich gibt es auch hier Standardthemen, die wir bereits aus "1984" kennen: Ein totalitärer Staat, Überwachung, Zensur, Todesstrafe. Und dennoch wirkte die Geschichte so frisch und leicht auf mich, wie ein Neugeborenes. Die Erzählform im Präsens wird von manchen Lesern als eher negativ empfunden, aber wie in "Die Bestimmung" von Veronica Roth fühlte ich mich auch hier wieder ganz nah dran an der Protagonistin und am Geschehen.

  • Die Insel der besonderen Kinder

  • Miss Peregrine 1
  • Autor: Ransom Riggs
  • Sprecher: Simon Jäger
  • Spieldauer: 11 Std. und 8 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 6.872
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 5.177
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 5.179

Fantasie oder Wirklichkeit? Die Wahrheit über einen Mord und seltsame Kinder: Gruselige Gutenachtgeschichten oder schauerliche Realität? "Die Insel der besonderen Kinder" von Ransom Riggs wirft uns mitten hinein in die unglaublichen Erlebnisse des 15-jährigen Jacob und seines Großvaters Abraham. Was steckt wirklich hinter dieser mysteriösen Insel und den schrecklichen Monstern? Die dichte, undurchschaubare Handlung zieht den Hörer sofort in ihren Bann und hält ihn bis zum letzten Satz gefangen. Verantwortlich dafür ist neben Riggs lebendigem Erzählstil die herausragende Leistung von Sprecher Simon Jäger. Mit verschiedenen Stimmfärbungen unterstreicht er die Wesenszüge der einzelnen Charaktere perfekt und lässt so ein höchst lebendiges Bild in den Köpfen seiner Zuhörer entstehen.

  • 5 out of 5 stars
  • Märchen oder Wahrheit?

  • Von Moni Am hilfreichsten 03.02.2012

Ohne besondere Wirkung

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.04.2012

Als Jacob noch ein Kind war, wollte er unbedingt ein großer Abenteurer und Entdecker werden und so hing er an den Lippen des Großvaters, wenn dieser dem Enkel die Geschichten seiner Jugend erzählte. Als der zweite Weltkrieg Englands Küsten erschütterte, habe der Opa auf der Insel der besonderen Kinder gelebt. Kinder, die so besonders waren, dass ihm Jacob später nicht mehr glauben konnte. Denn Mädchen, die fliegen können oder unsichtbare Jungen gibt es nicht. Oder vielleicht doch? Als der Großvater schließlich von seinen eigenen Monstern eingeholt wird und stirbt, muss Jacob schließlich in psychiatrische Behandlung und sich dem stellen, was er selbst ist: Ein besonderes Kind.

Dieses Buch lebt offensichtlich von den darin enthaltenen Fotos und so ist auch die ungekürzte Hörbuchversion nur eine abgespeckte Version davon. Dieses Loch kann auch ein brillianter Simon Jäger, der hier natürlich wieder einen hervorragenden Job leistet, nicht zur Gänze füllen. Seine Stimme ist wie immer unaufdringlich und doch so präsent, dass sie jedes von ihm gelesene Hörbuch unverwechselbar macht. Aber Simon Jägers Interpretation kann nicht über eine insgesamt eher schwache Handlung, die so offensichtlich von den Fotografien lebt, hinwegtrösten. Die Handlung zeichnet sich anfangs zwar noch recht spannend und leicht gruselig ab, doch irgendwann geht dem Autor die Luft aus.

Die Protagonisten sind mir egal. Das ist für mich immer ein sehr schlechtes Zeichen für ein Buch. Insbesondere, wenn es sich um Kinder oder Jugendliche handelt, denn diesen fällt es - ebenso wie Tieren - meistens recht leicht, sich in mein Herz zu schleichen. Es mag sein, dass die Fotografien in der Buchausgabe diese dünne Story so komplett herausreißen könnten, aber an den Charakteren selbst und an der Tiefe der Geschichte ändert sich ja trotzdem nichts.

Sehr schade, denn die Idee faszinierte mich auf Anhieb sehr - vielleicht hatte ich deshalb aber auch zu hohe Erwartungen, da das Buch überwiegend gelobt wird. Ein weiterer Minuspunkt ist das offene Ende des Buches. Die Geschichte ist noch längst nicht erzählt und insgesamt vergeudet der Autor die meiste Zeit des Buches mit einführendem Geplänkel. Leider konnte er mich nicht genügend für Fortsetzungen interessieren. Mir ist völlig egal, was mit Jacob und den übrigen besonderen Kindern geschehen wird, denn "Die Insel der besonderen Kinder" hatte leider absolut keine besondere Wirkung auf mich.

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Der Lustmolch

  • Autor: Christopher Moore
  • Sprecher: Simon Jäger
  • Spieldauer: 11 Std. und 23 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 1.438
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 682
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 681

Für sich genommen sind die Ereignisse in der Kleinstadt Pine Cove nicht besonders schicksalsträchtig: Die Barbesitzerin sucht einen Blues-Sänger; Bess Leander, brave Hausfrau und Opfer einer Überdosis Antidepressiva, erhängt sich; und aus der Kühlleitung des nahen Atomkraftwerks läuft radioaktives Wasser ins Meer. Im verseuchten Seewasser wächst ein Ungeheuer von gigantischem Ausmaß heran, das der Gitarrist Catfish mit seinem Blues an Land lockt. Probleme bekommt die Psychotherapeutin von Bess, die die gesamten Stadt großzügig mit Antidepressiva versorgt. Daher beschließt sie kurzerhand die gesamte Stadt auf Entzug zu setzen. Als Nebeneffekt ist eine dramatisch gesteigerte Libido zu vermelden, die bald für allerhand Trubel sorgt und auch das Seeungeheuer nicht verschont. Als dann auch noch die Polizei ins Spiel kommt, die den Tod von Bess untersucht, überschlagen sich die Ereignisse...

  • 4 out of 5 stars
  • Ein solider Moore

  • Von Arne Gerlach Am hilfreichsten 27.09.2011

Ein schräges und aberwitziges Abenteuer

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Die Geschichte nimmt ihren Anfang vor Jahrmillionen von Jahren ... nein, eigentlich nimmt sie ihren Anfang mit Bess Leanders Tod. Die etwas neurotische Frau - gleichermaßen Mutter von zwei Kindern, Ehe- und Hausfrau - wird in ihrer Wohnung erhängt aufgefunden. Die behandelnde Therapeutin gibt sich die Schuld und lässt nun allen Depressiven vom Apotheker der Stadt Pine Cove (der sich übrigens sexuell zu Meerestieren hingezogen fühlt) Placebos aushändigen. Der örtliche Polizist Theo ist völlig überfordert, weil nun alle Leute verrückt spielen und kommt gar nicht mehr dazu, seinem liebsten Hobby, dem Hanfrauchen, zuzusprechen. Als wäre das nicht genug, taucht neben dem harmlosen Bluessänger Catfish auch noch ein gigantisches Meermonster auf.

"Der Lustmolch" ist mal wieder ein sehr schräges und aberwitziges Abenteuer aus der Feder von Christopher Moore. Ernst nehmen darf man hier gar nichts. Das Buch wimmelt nur so von skurrilen Charakteren und noch skurrileren Ideen. Zum Beispiel Molly. Molly, die früher in besseren Zeiten eine Filmschönheit war und als Kendra im Lederbikini schwertschwingend Monster jagte - allerdings nur in ausländischen Filmen. Oder Theo, dessen Zunge vom ganzen Kiffen immer herrlich schwer ist. Ein Effekt, den Simon Jäger mal wieder perfekt darstellt. Dann ist da noch Steve, das Seeungeheuer, das einfach nach einem Steve aussieht und zeitweise ganz schön den Blues bekommt. Diese Liste der Merkwürdigkeiten könnte bis zum letzten Auftritt erweitert werden und weitere Überraschungen sind garantiert.

In Sachen Witz reicht das Buch dennoch nicht ganz an "Die Bibel nach Biff" oder "Ein todsicherer Job" heran, denn die allzu platten Szenen treten hier schon gehäufter auf. Wer sich an hahnebüchenem Unsinn nicht stört, kann hier gut einfach mal das Hirn abschalten und sich berieseln lassen - am besten in dieser ungekürzen, vom genialen Simon Jäger vorgelesenen, Audible-Version.

6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Sohn der Schatten

  • Sevenwaters 2
  • Autor: Juliet Marillier
  • Sprecher: Tanja Geke
  • Spieldauer: 24 Std. und 39 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.278
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 666
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 672

Die Kräuterkundige Liadan besitzt eine besondere Gabe: Sie kann nicht nur den Körper heilen, sondern auch den Geist und die Seele...

  • 5 out of 5 stars
  • Superfortsetzung

  • Von Beate Am hilfreichsten 26.07.2014

Juliet Marillier lässt ihre Geschichten leben

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Viele Jahre sind vergangen, seitdem Lady Oonagh Sorchas Brüder in Schwäne verwandelte und das Mädchen diese schließlich von dem Fluch befreien konnte. Die mächtige Zauberin floh schließlich und die Menschen von Sevenwaters konnten triumphieren. Dieses Mal. Doch das Böse ist nicht restlos gebannt und lauert weiter im Hintergrund. Sorcha und ihr Mann, der Brite - von allen "Der Rote" genannt -, leben nun mit drei Kindern inmitten der magischen Wälder Irlands. Erneut nehmen schreckliche Ereignisse ihren Lauf, als die älteste Tochter Niamh, bildschön und mit einem sehr einnehmenden Wesen, sich für den falschen Mann entscheidet und aus politischen Gründen mit einem unbekannten Clans-Herren verheiratet wird. Ihre Geschwister Sean - immer ruhig und besonnen - und seine Zwillingsschwester Liadan, die besondere Heilkräfte besitzt, müssen hilflos zusehen, wie die junge Frau einem ungewissen Schicksal überlassen wird. Als Liadan schließlich von einer Gruppe Gesetzloser entführt wird, ist der Strudel der folgenden Ereignisse kaum mehr aufzuhalten.

"Der Sohn der Schatten" überzeugt erneut durch die poetische Erzählkraft der Autorin, die von der Vorlesekunst einer Tanja Geke vervollkommnet wird. Die Sevenwater-Saga lebt besonders von all' den Geschichten rund um die keltische Mythologie, die oft in gemütlicher Lagerfeueratmosphäre von den Protagonisten erzählt werden und die natürlich immer eine bestimmte Bedeutung haben, die sich dem Leser aber erst im Verlauf der Handlung erschließt.

In diesem zweiten Teil erzählt Liadan, die Heilerin, ihre Geschichte. Ihr an die Seite gestellt wird Bran, ein Gesetzloser mit geheimnisvoller Vergangenheit. Wie auch in "Die Tochter der Wälder" entwickelt sich bei "Der Sohn der Schatten" von Anfang ein ein starker Sog, dem weder Leser noch Hörer bis zum letzten Satz nicht entkommen können. Liadan mochte ich fast noch lieber als Sorcha. Beide Frauen sind stark, doch Liadan überzeugt durch eigene Entscheidungen und Handlungen gleichermaßen, wie auch durch einen beeindruckenden Sturkopf. Doch es ist vor allem Bran, der Rabe, der mich restlos faszinierte.

Zu Juliet Marilliers Erzählkunst muss ich nichts mehr schreiben. Jedes Wort von mir könnte dem nicht gerecht werden. Ihre Bücher laden ein zum versinken und wohlfühlen. Sie reißt den Leser in einen Strudel der Gefühle, lässt ihn mit den Protagonisten leiden und weinen - und manchmal auch lachen. Die Geschichte von Liadan und Bran ist sehr romantisch und überzeugte mich durch zwei starke Charaktere. Doch auch die "Nebendarsteller" sind auf den Punkt genau herausgearbeitet und man kann sie entweder lieben oder hassen, obwohl sie alles andere als eindimensional geraten sind. So manch' Bösewicht überrascht, so manche einst sympathische Figur möchte man am liebsten eigenhändig erdrosseln.

Juliet Marillier lässt ihre Geschichten leben. So einfach ist das. Und doch so schwer.

8 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Tochter der Wälder

  • Sevenwaters 1
  • Autor: Juliet Marillier
  • Sprecher: Tanja Geke
  • Spieldauer: 22 Std. und 5 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.853
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 940
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 938

Irland im 9. Jahrhundert nach Christi: Keltische Stammesfürsten verteidigen ihr Land gegen den Ansturm der Briten...

  • 5 out of 5 stars
  • Fesselnd

  • Von Beate Am hilfreichsten 25.01.2015

ein unvergessliches Hörerlebnis

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Sie sollte eigentlich der siebte Sohn eines siebten Sohnes sein, doch stattdessen ist Sorcha ein Mädchen, bei dessen Geburt die Mutter stirbt und der Vater die Tochter nie ansehen kann, ohne in schmerzliche Erinnerungen zu versinken. Dennoch wächst sie wohlbehütet und beschützt von ihren sechs Brüdern Liam, Connor, Cormack, Diarmid, Finbar und Padric zu einem wilden Teenager heran, der lieber barfüßig im Wald Kräuter sammelt, als sich sittsam Zöpfe flechten zu lassen. Ihre Welt verändert sich, als Soldaten ihres Vaters einen britischen Gefangenen foltern und sie gemeinsam mit Finbar für dessen Flucht sorgt. Das Schicksal aller Geschwister wendet sich aber erst zum Schlechten, als ihr Vater Lord Column eine neue Braut nach Hause führt. Die geheimnisvolle Lady Oonagh, die Sevenwaters in eine Zeit der Dunkelheit stürzt und die Brüder mit einem Fluch belegt, aus dem nur Sorcha sie befreien kann.

Die Sevenwaters-Reihe spielt im noch keltischen Irland, das von Pikten und Nordmännern angegriffen wird. "Die Tochter der Wälder" basiert auf den beiden bekannten Märchen der Gebrüder Grimm ("Die sechs Schwäne") und Hans Christian Andersen ("Die wilden Schwäne"). Sorcha, die Ich-Erzählerin dieses ersten Teils, muss für ihre sechs Brüder Hemden aus einer stacheligen Pflanze nähen, um sie von dem Fluch Lady Oonaghs zu befreien.

Es ist lange her, dass ich einen Fantasyroman mit so fieberhaftem Interesse angehört (oder gelesen) habe. Die Geschichte von Sorcha und ihren Brüdern ist voller Magie, Geheimnissen und Abenteuer. Ihre Erzählung rührte mich zutiefst und nicht selten sogar zu Tränen. Juliet Marillier merkt man irisch-schottischen Wurzeln an und so wartet sie in der Sevenwaters-Reihe mit vielen keltischen Sagen und Erzählungen auf.

Der erste Teil der Trilogie gewann den Alex Award der American Library Association und war für den Aurealis Award als bester Fantasy-Roman sowie für den RWA Award als bester romantischer Roman des Jahres nominiert. Ich liebe sowohl das Märchen "Die sechs Schwäne" von den Gebrüdern Grimm als auch die Version "Die wilden Schwäne" von Hans Christian Andersen. "Die Tochter der Wälter" ist eine wunderbare, sehr mystische Nacherzählung, die sich recht genau an die Vorlage hält.

Regina Winter liest die ungekürzte Audible-Version des Buches perfekt. Ihre Stimme ist so sanft und doch so nachdrücklich wie man sie Sorcha zuschreiben würde und oft vergisst man, dass es gar nicht das Mädchen ist, die einem ihre Geschichte so meisterhaft erzählt. Obwohl die Sprecherin ihre Stimme nicht künstlich verstellt, kann man die einzelnen Charaktere gut voneinander unterscheiden und doch ist sie nicht so präsent, dass es eine Ein-Frau-Show wird, durch welche die Handlung selbst in den Hintergrund rückt.

"Die Tochter der Wälder" ist ein ganz besonderes Hörerlebnis. Eines, das mich etwas melancholisch-betrübt zurück lässt und das ich sicher nicht so schnell - wenn überhaupt - vergessen werde.

12 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Papillon

  • Autor: Henri Charrière
  • Sprecher: Oliver Rohrbeck
  • Spieldauer: 22 Std. und 43 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 758
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 428
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 432

Papillon ist die Geschichte eines Gefangenen auf der berühmt-berüchtigen Teufelsinsel...

  • 5 out of 5 stars
  • Fesselnd

  • Von Bakerman Am hilfreichsten 31.03.2011

Ohne Erzähltalent

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Vorab: Sprecher Oliver Rohrbeck ist sympathisch - Henri Charrière ist es nicht. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für ein 23-Stunden-Hörbuch, aber Oliver Rohrbeck konnte vieles retten und so ertrug ich die Stunden mit einiger Qual und wenig Kurzweile. Papillon ist arrogant und selbstgefällig, will sich während der ganzen Geschichte rächen. Entweder an dem Polizisten, der gegen ihn ausgesagt hat oder an den Jurymitgliedern, den Richtern. Dann wiederum an Aufsehern, die ihn übervorteilt haben. Sie alle will er umbringen. Nie steht er zu seinen Verbrechen, beschönigt alles und wird von den übrigen Häftlichen ausnahmslos bewundert und glorifiziert. Ja, er hat sogar volles Verständnis für zwei Araber, die einen Gefängniswärter lebend an einen Baum fesselten und zusahen, wie er drei Tage lang von Ameisen am lebendigen Leib aufgefressen wurde - schließlich hat der Wärter die beiden ja sehr mies behandelt. Natürlich.

Neben diesen langweilenden Rache- und Fluchtgedanken, ist da noch die Sache mit dem Geld: Ständig bietet jeder jedem Geld an, aber es wird großmütig abgelehnt, weil man Freundschaften und Beziehungen nicht damit belasten will. Räuber und Mörder lehnen Bezahlung für ihre Hilfe bei der Flucht Charrières großmütig ab, Bürgermeister anderer Länder gewähren ohne nachzufragen dem entflohenen "Mörder" Obdach im eigenen Haus und die meisten Wärter sind beeindruckt von Charrière (die übrigen Gefangenen ja sowieso). Er bekommt von allen Seiten Unterstützung und irgendwann fragte ich mich, warum dieser Kerl so lange für die Flucht gebraucht hat, bzw. warum die vielen Fluchtversuche erst fehl schlugen. Hat er sich wirklich so dämlich und unfähig angestellt, dass alle Versuche bei so viel Schützenhilfe scheiterten?

Auch die geschilderte Situation auf der Teufelsinsel und so manchen anderen Gefängnissen ist ein Minuspunkt. Bei Charrières Erzählungen möchte man oft sogar mit ihm tauschen. Er darf gemütlich mit dem Boot zum Fischen fahren, muss - dank der Frau des Kommandanten, die ihn natürlich auch sofort unterstützt - nicht mal mittags zum Appell zurück ins Gefängnis und wird zum Essen von ihr eingeladen. Auf männliche, homosexuelle Paare, die im Gefängnis zueinanderfinden, wird natürlich auch besonders Rücksicht genommen. Wird einer der beiden auf eine andere Insel verlegt, dann sieht man zu, dass der andere bald nachreisen darf. Das ist schon sehr nett und rücksichtsvoll.

Oliver Rohrbeck macht seine Sache gut, aber ansonsten kann ich nicht behaupten, dass mich diese Geschichte, die andernorts so gelobt wird, beeindruckt. Langeweile wechseln sich ab mit Unglaubwürdigkeit und nur wenigen, wirklich interessanten Szenen. Auch sprachlich hat Charrière keine Glanzleistung abgeliefert. Zum Glück ist bekannt, dass diese hier vorliegende Lebensgeschichte nur teilweise autobiografisch ist und dass er historische Fakten mit einem großen Schuß Phantasie vermischt hat.

9 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Das Kind der Stürme

  • Sevenwaters 3
  • Autor: Juliet Marillier
  • Sprecher: Tanja Geke
  • Spieldauer: 26 Std. und 29 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 1.054
  • Sprecher
    5 out of 5 stars 555
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 552

Abgeschieden von den Menschen ist die junge Fainne von ihrem Vater aufgezogen worden - und zu einer machtvollen Zauberin herangewachsen...

  • 5 out of 5 stars
  • Das Kind der Stürme - Der Abschluß einer märchenhaften Trilogie

  • Von Andrea - Buechereule.de Am hilfreichsten 18.07.2011

Etwas schwächer als die Vorgänger

Gesamt
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Erneut sind mehrere Jahre vergangen seit den letzten Ereignissen, die in "Der Sohn der Schatten" geschildert wurden. Erneut wächst die nächste Generation der Kinder Sevenwaters heran. In den irischen Wäldern selbst leben nun Sean mit seiner Frau und ihren Töchtern, während Liadan und Bran mit ihren Söhnen in Großbritannien wohnen. Doch noch ein weiteres Kind wurde geboren: Das von Sorchas Tochter Niamh und dem abtrünnigen Druiden Ciaran. Fainne wird von ihrem Vater fern von Sevenwaters in der kargen Küstengegend Kerry aufgezogen und als Zauberin ausgebildet. Ihre Großmutter, Lady Oonagh, versucht schließlich, das Mädchen für ihre Zwecke auszunutzen und schickt sie auf die Mission, die Menschen von Sevenwaters und das Schicksal der ganzen Insel ins Verderben zu stürzen.

"Das Kind der Stürme" ist der dritte Teil der wunderbaren Sevenwaters-Saga und auch dieses Mal bietet die Autorin keine Enttäuschungen. Jedenfalls keine größeren, denn Fainne ist ein sehr zwiespältiger Charakter. Das Mädchen hat kein so einnehmendes Wesen wie vorher ihre Großmutter Sorcha oder ihre Tante Liadan. Sie steht unter dem dunklen Einfluss ihrer anderen Großmutter, der bösen Zauberin Lady Oonagh, die wir bereits aus "Die Tochter der Wälder" kennen. Dieser Einfluss bringt es mit sich, dass auch Fainne oft schreckliche Dinge tut und erst im Verlauf des Buches schafft es die Autorin, den Leser mit diesem ungewöhnlichen Hauptcharakter auszusöhnen. Eine Identifikation mit ihr ist fast unmöglich, was das Buch aber natürlich trotzdem sehr interessant macht, denn es gelingt der Autorin trotzdem, mit der Geschichte so zu fesseln, dass man sich nicht davon losreißen mag.

Natürlich bietet auch "Das Kind der Stürme" wieder einen jungen Mann für den notwendigen "Romantikanteil" - dieses Mal allerdings kommt die Romantik etwas kurz, da der junge Darragh eher selten auftaucht. Juliet Marillier konzentriert sich also fast vollständig auf Fainne und das ist auch ganz gut so. Anders wäre es wohl nahezu unmöglich, diesem sperrigen Hauptcharakter so viel Leben und Tiefgang einzuhauchen, wie es nötig war, um die Leser schließlich doch noch für ihn einzunehmen.

Wie nicht anders zu erwarten, wartet auch dieser dritte Teil wieder mit vielen tränenreichen Szenen auf und man kann einfach nicht anders, als mit den Menschen von Sevenwaters mitzuleben und mitzuleiden. Großartig schildert die Autorin auch die Bösewichte, die oftmals sogar zu überraschen vermögen. Hervorheben möchte ich da ganz besonders Eamonn, der bereits im zweiten Teil der Saga eine größere Rolle spielte und auch dieses Mal wieder auftaucht. Nach und nach steuert die Saga ihrem Höhepunkt entgegen und trotz aller Tränen und Schwermut, der Trauer um Charaktere, die leiden und sterben mussten, ist es ein versöhnliches, etwas melancholisches Ende eines insgesamt wunderbaren, mystischen Buches.

4 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Kreuzzug

  • Autor: Marc Ritter
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • Spieldauer: 14 Std. und 29 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 822
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 428
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 420

Der internationale Terrorismus ist im beschaulichen Oberbayern angekommen: Die gesamte Zugspitze wird gekidnappt...

  • 5 out of 5 stars
  • M. Ritter und D. Bierstedt - ein neues Traumpaar

  • Von Andrea - Buechereule.de Am hilfreichsten 07.03.2012

Eine haarsträubende Geschichte!

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.04.2012

Dieses Buch wird sowohl auf Amazon als auch auf Audible fast überwiegend gut besprochen. Dabei ist es mitsamt der enthaltenen Verschwörungstheorie so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass es einem Dan Brown alle Ehre macht. Die Protagonisten sind allesamt Oberpfeifen. Beispielsweise der im Klappentext erwähnte Thien Hung Baumgartner, ein bayrischer Vietnamese (oder Philippine? Ich weiß nicht mehr genau - ich beginne bereits mit der Verdrängungsarbeit). Er sitzt in diesem Zug fest. Terroristen bedrohen sein Leben, ein weiterer Fahrgast wurde vor seinen Augen erschossen. Und was tut er? Er denkt darüber nach, wie er sich am besten verhalten sollte, um seine Ex Sandra wieder zurückzugewinnen. Denn schließlich ist die jetzt mit einem Elitesoldaten zusammen. Sollte er also besser bei den anderen Geiseln ausharren und Solidarität zeigen? Oder sollte er auf eigene Faust abhauen, um zu Sandra zu gelangen? Schwere Entscheidung. Würde mir sicher auch als erstes in so einer Situation durch den Kopf gehen.

Leider reißt auch Detlef Bierstedt das Ruder nicht herum. Dieses Mal nicht. Wenn er die Bundeskanzlerin, deren Name nie genannt wird, imitiert, dann klingt er wie eine männliche Gießkanne (wie auch immer man sich diese vorzustellen hat: Detlef Bierstedt weiß es!). Seine Männer klingen wie Detlef Bierstedt, seine Frauen klingen wie Detlef Bierstedt - nur heiser. Da bin ich wirklich besseres von dem Sprecher gewohnt, der doch immerhin George Clooney, Bill Pullman und John C. Reilly synchronisiert. Weiterhin erwähnenswert ist außerdem, dass Detlef Bierstedt keine Ahnung hat, wie man Neckarsulm korrekt ausspricht. Das wissen zwar sehr viele nicht, ich entschuldige das aber trotzdem nicht. Der Ortsname hat nichts mit Ulm zu tun, sondern mit dem Neckar und der Sulm, die hier in der Nähe im Neckar mündet. Somit wird der Ort Neckar-Sulm ausgesprochen und nicht (wie Detlef Bierstedt) Neckars-Ulm.

Der ganze Plot ist so extrem an den Haaren herbeigezogen, dass man am liebsten weinen würde und am Ende wird es nicht besser. Der Autor führt seine Geschichte nicht zu einem Ende und ich hatte das Gefühl, dass ihm irgendwann die Lust (oder die Luft) ausgegangen ist. Und die Sprache! Oh weh, die Sprache. Ich habe mich inzwischen schon daran gewöhnt, dass deutsche Autoren mit Hingabe reichlich Denglisch verwenden und dass Lektoren das gerne ignorieren, weil sie glauben, dass die Leser das nicht merken. Hier werden Floskeln wie "nicht wirklich" und "geschockt" aber schon fast exponentiell genutzt und das nicht nur in der wörtlichen Rede. Dazu kommt das durch Bierstedt bemüht wirkende "bayrisch" und im allgemeinen eher eine sehr bodenständige Umgangssprache, so dass ich das Buch ebenso als fast "stilsicheren" wie auch zielsicheren Fehlgriff bezeichnen würde.

Die Begebenheiten vor Ort wurden ordentlich recherchiert in die Geschichte eingebaut und zwischendurch ist "Kreuzzug" immerhin so spannend, dass ich es bis zum Ende durchgehalten habe.

4 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Die Reinheit des Todes

  • Julius Kern 1
  • Autor: Vincent Kliesch
  • Sprecher: Uve Teschner
  • Spieldauer: 8 Std. und 33 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4.5 out of 5 stars 3.374
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 1.923
  • Geschichte
    4.5 out of 5 stars 1.914

Ein Serienmörder treibt in Berlin sein Unwesen. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Spuren gibt es keine, denn die Wohnung ist klinisch rein geputzt - ein Alptraum für jeden Ermittler. Das LKA Berlin steht vor einem Rätsel und die letzte Hoffnung, den "Putzteufel-Mörder" zu finden, ruhen auf Julius Kern. Schon einmal konnte er einen grausamen Massenmörder fassen. Doch Kern ist damals daran fast zerbrochen und beim aktuellen Fall führen alle Spuren scheinbar ins Leere. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hat sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier und Kern muss erkennen, dass er den Mörder nur mit Hilfe des Mannes fassen kann, den er in seinem Leben nie mehr wiedersehen wollte...

  • 5 out of 5 stars
  • Das ist richtig klasse...

  • Von S. Riemenschneider Am hilfreichsten 31.01.2011

Ruhig und rein, als ob sie schliefen

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.02.2011

"Die Reinheit des Todes" ist ein großartiges Erstlingswerk von Vincent Kliesch. Er erschuf zwar mit Julius Kern wieder einen teilweise gebeutelten Ermittler mit kaputten Familienverhältnissen und einem sachte durchschimmernden Alkoholproblem, dennoch entspricht Kern nicht den üblichen Klischees all der suizidgefährdeten skandinavischen Ermittler. Die Ehe zerbrach damals, als Kern sich so fest wie ein Terrier, aber leider erfolglos in den Fall "Tassilo" verbissen hatte und noch immer verbindet ihn mit seiner Frau Natalie und ihrer gemeinsamen Tochter ein inniges Verhältnis. Doch dann nimmt Tassilo Kontakt zu ihm auf.

Die Handlung ist aufgeteilt in die gegenwärtige Jagd nach dem "Putzteufel", kombiniert mit Erinnerungen an Tassilos Morde, wobei sich durch diese Rückblenden nach und nach ein stimmiges Bild aufbaut. Bei den Charakteren ist Kliesch ein wahres Meisterwerk gelungen, denn so grausam die Taten der beiden beschriebenen Mörder sind, wirken diese doch als Menschen und nicht als Bestien. Über Tassilo musste ich sogar gegen Ende oft schmunzeln und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zur Überzeugung, dass er gewisse Züge von Hannibal Lecter in sich trägt. Wie bei diesem handelt es sich bei Tassilo um einen höchst intelligenten Menschen, der nicht ganz ohne Hintergrund mordet. Natürlich bleibt die Moral aber trotzdem gewahrt und die Morde werden keineswegs gutgeheißen.

Auch der "Putzteufel" ist nicht durch und durch böse, sondern sehr real und greifbar gezeichnet. Ein schwer traumatisierter Mensch, der sich in mehreren Phasen zum Serienmörder mit Empathie entwickelt. Die beschriebenen Grausamkeiten bewegen sich überwiegend in Tassilos Umfeld und diese wenigen Szenen sind wirklich brutal - also nicht unbedingt für ganz Zartbesaitete geeignet. Dennoch gelingt es Kliesch, in letzter Instanz umzuschwenken, um den Leser nicht zu sehr in seinem Voyeurismus schwelgen zu lassen.

16 von 17 Hörern fanden diese Rezension hilfreich