PROFIL

Rita Dietl

  • 5
  • Rezensionen
  • 30
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 43
  • Bewertungen

Pageturner

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 07.06.2011

Bei „Ins Freie" von Joshua Ferris geht es um nichts geringeres, als um einen gesettleten, erfolgreichen Juristen mit netter Familie, großem Haus mit vielen Schlafzimmern, glatt verlaufender Karriere als Partner in einer Anwaltskanzlei - der von Zeit zu Zeit unerklärliche Anfälle erleidet. Dann fühlt er sich getrieben, sich seine Kleider vom Leib zu reißen (Merke: Kritik an der Wohlstandsgesellschaft, die ihn in Schlips und Anzug zwängt!) und sich auf einen Marsch ins Ungewisse zu machen.

Der Verlag schreibt folgendes zu dem Titel: „Gesellschaftsroman, Eheroman, Psychodrama: "Ins Freie" ist ein ebenso beeindruckendes wie verstörendes Buch über die Zwänge der Gesellschaft und die apokalyptischen Kräfte in uns selbst. Es ist ein Buch über eine dunkle Obsession, die einen Menschen am Ende dazu bringt, das zu zerstören, was er liebt."

Das ist alles sicherlich sehr richtig und treffend ausgedrückt und aufgrund dieser Beschreibung habe ich das Hörbuch auch heruntergeladen. Was in der Verlags-Beschreibung fehlt: es ist ein Hörbuch, das man nicht mehr „weglegen" kann - wäre es ein gedrucktes Buch, würde man es einen „Pageturner" nennen! Unglaublich lebendig und lebensnah werden die Gedanken und Gefühle des Protagonisten beschrieben, ebenso die Umgebung, in der er sich bewegt - die spiegelglatte Welt der Kanzlei, die verstörenden Wanderungen durch die dreckigen Hinterhöfe des Molochs New York, der verzweifelte Versuch, zuhause die gutbürgerlichen Fassade zu wahren. Und Matthias Brandt ist sowieso ein großartiger Interpret, der auch diesem Stoff gerecht wird. Ich höre viel Hörbücher - bin aber immer wieder begeistert, wenn ich ein Hörbuch finde, das mich so in den Bann zieht, dass ich es kaum erwarten kann, endlich weiterzuhören. Dies hier war so eines!

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Großer alter Mann

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.04.2011

Zuerst einmal: die Stimme Stefan Heyms, einer der großen deutschen Literaten des 20. Jahrhunderts, beeindruckt und lässt wohl niemanden kalt. Es handelt sich im übrigen um die einzige vollständige O-Ton-Lesung seiner Romane. Sich beim Hören von Ahasver in die Couchecke zu kuscheln und sich betören zu lassen von der großen Weisheit und Gelassenheit fällt leicht. Die Verquickung der alten Legende vom wandernden Juden mit realer und teilweise bizarrer DDR-Geschichte ist subtil und fesselnd.
Der Inhalt ist auf die Schnelle nicht leicht wiederzugeben, so reich ist der Fundus an Geschichten, Ideen und kritischen Einblicken in Ideologien. Die wechselnde Perspektive - mal spielt es in der Lutherzeit, mal in der Antike, mal im real existierenden Sozialismus der DDR - sorgt für eine schillernde Atmosphäre, die an die besten Werke der Phantastik erinnert. Hinzu kommt - auf einer weiteren Bedeutungsebene gelesen - eine Satire auf die gesellschaftlichen Zustände und das Politleben der DDR. Dies alles ist aus meiner Sicht beste Unterhaltung, bei der man nebenbei mit den großen Ideen unserer Kultur in Berührung kommt, dargeboten in einer wunderbaren Sprache. Ein Hörbuch, das man nicht nur einmal hört!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

2 Kriminal-Kurzgeschichten Titelbild

Feine Krimi-Delikatesse

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.11.2007

Zwei besondere Krimis - sie kommen leise und unspektakulär daher und enden mit einem unerwarteten und überraschenden Dreh! Intelligent und mit feiner Ironie geschrieben, ist das eine kleine Krimi-Delikatesse und macht viel Spaß zu hören!

5 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

schön

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.11.2004

das buch finde ich gut

0 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Ein Fall für Kay Scarpetta Titelbild

Mit Nebenwirkungen...

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 15.11.2004

Gerichtsmedizin - da knirschen die Knochen bei der Obduktion, da schwappt das Blut über den steril gefliesten Boden des Kühlhauses... Mittendrin: Kay Scarpetta, die coole Medizinerin, die mit ihren Kollegen diesmal wieder einen Serienmörder jagt. Trotz gekürzter Lesung ist der Spannungsbogen meiner Meinung nach gut gehalten. Beeindruckend Gudrun Landgrebe als Sprecherin mit ihrer mal samtig-emotionalen und dann wieder klirrend-kalten Stimme. Gruselige Unterhaltung mit Suchtcharakter.

22 von 22 Hörern fanden diese Rezension hilfreich