PROFIL

Ohrwurm

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  • Rezensionen
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  • 318
  • Bewertungen

Roman Klasse, Produktionsteam bitte nachsitzen

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.03.2015

Würden Sie dieses Buch einem Freund empfehlen? Warum oder warum nicht?

Der Roman hat mir ebenso wie der Vorgängerband "Daemon" recht gut gefallen.

Leider wurde das Hörbuch von offenbar überambitionierten Menschen produziert. Über den Sprecher hatte ich mich bereits in meiner Rezension zum ersten Band ausgelassen. Er macht seine Sache hier etwas besser - quetscht, presst und überhaucht er doch seine Stimme nicht mehr ganz so extrem wie zuvor. Er kann durchaus angenehm und packend vorlesen, sollte jedoch auf die stimmliche Charakterisierung der Figuren komplett verzichten.

Das Produktionsteam hätte sich etwas mehr aufs Mitlesen und Korrekturhören konzentrieren sollen, viele Lesefehler hätten eigentlich auffallen müssen. Stattdessen haben die selbsternannten "Klangarchitekten" pupsnaiv an den Frequenzen geschraubt, wo immer sich das irgendwie rechtfertigen ließ. Mir allerdings leuchtet es überhaupt nicht ein, dass in der hochtechnisierten Darknet-Welt ein beliebiger Klang sich per Hypersound täuschend realistisch an jedem gewünschten Ort erzeugen lässt, aber Telefone und Lautsprecher wieder so flach klingen wie in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und muss ein böser Mensch im virtuellen Raum immer noch mit einer dümmlichen DarthVader-Stimme sprechen? Nichts davon gibt der Roman vor, und doch prägen diese Effekte das Hörbuch. Bei einem PerryRhodan-Groschenhörbuch hätte das gepasst. Hier leider nicht.

überbewertet

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.01.2015

Nu bleiben wir doch bitte mal ehrlich! Dieses Buch verdient die einhelligen Topbewertungen einfach nicht. Jaaa, sicher, Hape ist ein sehr lieber Mensch, und "Ich bin dann mal weg" ist ein tolles Hörbuch. Aber dieses Buch erreicht in keiner Beziehung dessen Niveau, es ist viel zu brav und selbstgefällig. Ich erfahre ein bisschen (zu wenig) über die - durchaus schwierige - Kindheit, vor allem aber, dass der erwachsene Hape ein sympathischer, wohltätiger und höchst erfolgreicher Entertainer ist, dass alle den Horst Schlemmer lieben, selbst todkranke Kinder. Das war mir vorher alles auch schon irgendwie klar. Dazu ein paar wohlfeile Lebensweisheiten - sorry, Herr Kerkeling, das ist dann doch etwas dünne!
Für drei Sterne reicht es allemal, aber mehr als ein "befriedigend" halte ich für überbewertet.

Hörbuchperle dank Sprecher

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.01.2015

Helmut Krauss macht, wie schon beim ersten Edward-Roman "600 Stunden...", aus einer netten Geschichte ein großes Hörerlebnis. Er ist es, der den Romanen durch seinen Vortrag eine wunderbare Tiefe verleiht. Wenn er stoisch (ich liebe das Wort stoisch) jede Folge "Polizeibericht" mit immer gleichem stimmlichen Ausdruck zu "einer meiner Lieblingsfolgen" erklärt oder beim Autofahren nur die Rechtskurven beschreibt und detailliert über die zurückgelegten Kilometer und das dafür benötigte Benzin Zeugnis ablegt, dann geht mir das Herz auf. Dann werde ich selbst zum Edgar. Beim Selberlesen, da bin ich mir sicher, hätte ich vielleicht dreimal geschmunzelt und dann über die Wiederholungen hinweggelesen.
Chapeau!

Thema verfehlt

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.10.2013

Wieder mal bin ich auf wortmächtige Werbung hereingefallen, die wenig mit dem Produkt zu tun hat.

Es geht in diesem Buch nicht um "Das Kind, das tötet". Es gibt einen 12jährigen Jungen, der seine Freundin getötet hat, aber für den interessiert sich der Autor nicht wirklich. Es geht um das englische Jugendstrafrecht. Und es geht um den Strafverteidiger. Der ist so unsympathisch und uninteressant, dass man gar nicht wissen möchte, wie es ihm ergeht. Alle um ihn herum wollen den Jungen samt Familie am liebsten lynchen. Polizisten, die Presse, Gefängniswärter, Richter haben nur ein Ziel: den Jungen schnell und brutal zu vernichten. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass der Protagonist wirklich Partei für den Jungen ergreift und nicht nur bekundet - vergeblich.

Der Roman wirkt - zumindest in der von mir gehörten Strichfassung - sehr unreif. Er ist langatmig, schwer nachvollziehbar und schlecht geschrieben, die Figuren bleiben Papier.

Da der Roman des preisgekrönten Autors in England gute Kritiken erhielt und als "Psychologischer Thriller" mit "diabolischen Wendungen" bezeichnet wurde, haben hier möglicherweise die Übersetzerin oder der für die Kürzungen Verantwortliche versagt?

Mördersuche im Reich der Toten

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.10.2013

Kann es denn nicht BITTE BITTE BITTE bei Hörbüchern, die hier als Thriller angepriesen werden, VORAB einen Hinweis geben, wenn sie ins Twilight wegdriften? Ich möchte solche Geschichten nicht hören, die eine sorgfältig spannungsvoll aufgebaute Krimigeschichte mit Spuk-, Esoterik- oder Fantasyelementen auflösen.

Da kann David Nathan noch so schön lesen (das tut er natürlich auch hier!), ich fühle mich am Ende getäuscht.

Dabei ist dieser Roman recht gut geschrieben und in sich logisch und spannend aufgebaut. Sicher gibt es viele Menschen, die einer solchen Geschichte gerne folgen und auch mit der Auflösung zufrieden sind. Letztlich ist das eine Genre- oder Geschmacksfrage.

Aber ich erwarte von Audible, dass nicht jedes neue Buch als reißerischer Thriller beworben wird, das eigentlich ins SciFi-, Esoterik- oder Fantasyregal gehört.

Ärgerlich schlecht

Gesamt
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 30.08.2013

Es war einmal, da konnte man "exklusive" Hörbücher von Audible blind kaufen. Schon gleich, wenn die Sprecher Hansonis, Nathan, Fröhlich oder Jäger hießen. Dann aber tauchten überall in den Bücherregalen verliebte Blutsauger auf, übernahmen zwielichtige Typen wie Riesen, Elfen und sonstige Fantasiewesen die literarische Welt, und zusammen schraubten sie die Qualität der Audiblehörbücher in ungeahnte Tiefen.

Manchmal lasse ich mich von meiner Begeisterung für einen Sprecher trotzdem zum Kauf eines "Thrillers" hinreißen. So auch hier. Das war aber ein Fehler.

Niemals hätte ich bei dem markigen Werbetext von Audible gedacht, einen Zeitreiseroman gekauft zu haben, ich erwartete einen Thriller um gefälschte Daten oder ähnliches. Schließlich steht da nichts von Fantasie oder SciFi. Doch beim Hören dauerte es nicht lange, und ich fühlte mich immer stärker an die Robert-A-Heinlein-Story "Im Kreis" erinnert. Der alte SciFi-Haudegen hatte bereits 1940 mit seiner Shortstory das Muster für diese Art von Geschichte vorgegeben. Diesem Muster folgt der Autor weitgehend. Kennt man einen dieser Romane, kennt man sie alle, und so war bereits in der ersten Stunde klar, wer die all die mysteriösen Figuren in Wirklichkeit sind, die dem Protagonisten das Leben so schwer machen.

Leider kann der Autor nicht schreiben, die Qualität seines Romans reicht selten über Groschenheft-Niveau hinaus, wofür sich wohl auch die Übersetzerin auf die Schulter klopfen darf. Abgegriffene Sprachklischees, flache Charaktere und viel Zynismus verleideten mir das Zuhören. Mit unverfrorener Naivität reiht der Autor hanebüchene Situationen aneinander. Eine Wissenschaftlerin ist nicht nur klug, sondern auch schön und gerne bereit, mit dem Protagonisten ins Bett zu hüpfen, wenn sie nicht gerade Einsteins Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik in Einklang bringt, und zwar bis zum 25. des Monats, damit die Weltformel rechtzeitig auf die Haut des Auftraggebers tätowiert werden kann!?! Wann hat der Kameramann all die Baupläne und Blaupausen auswendig gelernt? Wir waren doch immer bei ihm?
Die Auflösung in den letzten zehn Minuten beantwortet die übrig gebliebenen Fragen hastig und lieblos und lässt den Hörer mit einem faden Gefühl des Betrogenseins allein.

Hansonis ist ein großartiger Leser morbider Thriller, er weiß Stimme und Sprechweise hypnotisch einzusetzen und den Zuhörer immer weiter in die Abgründe eines bösen Krimis hineinzuziehen. Bei diesem inhaltsleeren Roman muss er leider versagen, was zu erwarten war. Er hält die Spannung sehr viel länger als der Roman, und irgendwann nehme ich ihm genau das übel. Er gab mir viel zu lange das Gefühl, das Weiterhören würde sich vielleicht doch lohnen.

Tun Sie sich einen Gefallen, kaufen Sie ein anderes Hörbuch!

"Zweikampf zweier Genies" - das dann doch nicht

Gesamt
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.02.2013

Zuviel versprochen.

Keigo Higashino wird nicht müde, immer wieder die Intelligenz seiner beiden Protagonisten, Ishigami und Yukawa zu betonen. Das ist auch nötig, denn wirkliche Brillanz fehlt beiden. Da überlegt der Lehrer, dass ein Kinobesuch als Alibi glaubhafter werde, wenn die Kinokarten zunächst nicht greifbar seien, sondern sich "zufällig" noch im Programmheft finden ließen. Dann hat der Physiker als Berater des Kommissars "eine Ahnung", und hält gerade dies für besonders verdächtig. So geht das die ganze Zeit. Erst erfahren wir, wie raffiniert der nette Nachbar die Spuren verwischt hat, dann argwöhnt der andere, dass die Spuren möglicherweise auf genau diese Weise raffiniert verwischt sein könnten. Keine weiteren Verdächtigen, keine Alternativen, keine echte Polizeiarbeit. Das ist ermüdend, nicht spannend.
Olaf Baden liest kongenial mit einlullendem Ton, der eigenes Mitdenken fast unmöglich macht.

Betulich statt bewegend

Gesamt
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.10.2012

Mit "Die Nadel" hatte Ken Follett - wie lange ist es her? - einen ausgesprochen starken Roman vorgelegt, der die Vorlage für einen ausgezeichneten Spielfilm lieferte. Seither blieb ich ihm treu, obwohl die Bücher immer dicker und immer langweiliger wurden. Mit dem "Winter der Welt" nun ist für mich der Punkt erreicht, wo ich sagen möchte, danke, es reicht. Oder besser: danke, es reicht schon eine ganze Weile nicht mehr.

Die Figurenzeichnung war nie die Stärke Folletts, dafür konnte er sehr spannend märchenhaft simple Handlungen erspinnen und erzählen. Hier wie auch schon bei den stürzenden Titanen treten nun allerdings viele, viele, verwirrend viele handelnde Personen auf, gut und böse gerecht verteilt auf verschiedene Nationen, Geschlechter und Generationen. Die wirkliche Geschichte des 20. Jahrhunderts lässt sich nicht so geradlinig erzählen wie der Bau einer großen Kirche. Und so puzzelt Follett freundlich und betulich vor sich hin, er plätschert hier ein wenig und dort ein bißchen, aber ein Fluß kommt nicht zustande. Das mochte ich mir nach ein paar Stunden einfach nicht mehr anhören.

Philipp Schepmann wird mir als Sprecher der Narnia-Romane immer unvergesslich bleiben. Aber was bei den Kinderbüchern die große Stärke seines Vortrags war, der sehr verbindliche, dabei im guten Sinne naiv engagierte Sprechduktus und die hohe Emotionalität der wörtlichen Rede, entwickelt sich hier zum klaren Manko des Hörbuchs. Schepmann liest Folletts Roman wie eines der Narnia-Märchen vor und entlarvt so den "Winter der Zeit" als schlichtes, oberflächliches, gut gemeintes Werk. In irgendeiner Kritik zum Buch wurde Folletts Erzählweise als "onkelig" beschrieben. Das bringt es auf den Punkt:
Onkel Ken hat ein dickes Buch über den schlimmen 2. Weltkrieg geschrieben und Onkel Philipp liest es vor.

Von bleibendem Wert

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.04.2011

Ganz ehrlich? Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieser Roman 25 Jahre, nachdem ich ihn zum ersten Male las, noch einmal so fesseln würde. Damals stand King mit seinen verstörenden Romanen ganz hoch in meiner Gunst, doch spätestens nach "Friedhof der Kuscheltiere" hatte ich genug - für alle Zeiten.
Aber so wie "Es" in Abständen von rund 27 Jahren Derry und seine Bewohner heimsucht, holte mich dieses wirkliche Horror-Meisterwerk wieder zurück in eine ausgesprochen angenehme, spannende, gruselige Nostalgie-Stimmung. Der Roman ist toll geschrieben, die Figuren muss man lieben.
Und David Nathan liest! Ich höre ihn immer gern, aber mit diesem Hörbuch liefert auch er ein Meisterwerk ab, so plastisch, so einfühlsam, und mit so viel warmem Humor.
Dieses Hörbuch ist ein großer Wurf, zu dem man Audible und allen Beteiligten nur gratulieren kann!

Gut abgehangener Schinken im Stück

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.11.2010

Über den Roman ist wirklich nichts mehr zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre. Gibt es überhaupt jemanden, der das Buch nicht irgendwann einmal seit Erscheinen vor knapp 20 Jahren gelesen hätte?

Ich kann mich also auf die Hörbuchproduktion beschränken. Bei der Sprecherwahl setzte der Verlag nicht auf große Stimme oder namhafte Schauspielerpersönlichkeit, man entschied sich für einen weniger bekannten Synchronsprecher: Tobias Kluckert. Er macht seine Sache dann auch ganz ordentlich. Nach etwas zu angestrengtem Beginn entwickelt er in wenigen Kapiteln einen sympathisch unaufdringlichen Lesestil, der sich ganz in den Dienst der Geschichte stellt. Leider atmet er oft auch in gemächlicheren Passagen heftig und lautstark ein, was mich beim Zuhören manchmal aus der Konzentration wirft.

Mehr als 48 Stunden sind selbst für hartnäckige "Nur ungekürzt!"-Junkies wie mich eine echte Herausforderung. Aber eine lohnende! Diese außerordentlichen Eigenproduktionen sind es, die mich trotz aller Einschränkungen durch spezielles Dateiformat an meinem audible-Abo hartnäckig festhalten lassen.
Danke, audible!