PROFIL

andrex05

Stuttgart, Deutschland
  • 1
  • Rezension
  • 3
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  • 1
  • Bewertung
  • Solar

  • Autor: Ian McEwan
  • Sprecher: Burghart Klaußner
  • Spieldauer: 11 Std. und 12 Min.
  • Ungekürztes
  • Gesamt
    4 out of 5 stars 553
  • Sprecher
    4.5 out of 5 stars 238
  • Geschichte
    4 out of 5 stars 240

Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich...

  • 5 out of 5 stars
  • Erstmal lasse ich mich hinreißen 5 Sterne zu vergeben

  • Von SusanneVienna Am hilfreichsten 28.05.2011

Spannend und hintergründig ...

Gesamt
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 14.01.2011

... öffnet dieses Buch den Blick in die Psyche und Welt eines sog. Genies (Nobelpreisträgers), der auf gewisse Weise doch nur besessen von einer Sache ist und dabei mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert. Ein Phänomen, das die Realität zu durchziehen scheint. Insofern ein echter"Augen-Öffner" auch in Bezug auf die Selbsterkenntnis: „Überraschend war, dass sich seine Existenz seit Kathrinas [seine Tochter] Geburt kaum verändert hatte. Seine Freunde hatten ihm prophezeit, er werde noch staunen, er werde wie verwandelt sein, alle seine Werte auf den Kopf gestellt. Nichts war verwandelt! Kathrina hin oder her: das Chaos war immer noch das selbe. Jetzt erst, angesichts seiner letzten aktiven Phase, begann er zu begreifen, dass das Leben (von Unfällen einmal abgesehen) an sich immer gleich blieb. Es war ein Trugschluss anzunehmen, er erreiche irgendwann einen Punkt, eine Art Plateau, wo er alle Fähigkeiten zurechtzukommen beherrschte und einfach vor sich hinleben könnte, alle Briefe und Emails beantwortet, alle Papiere sortiert, die Bücher alphabetisch geordnet im Regal, Kleider und Schuhe in gutem Zustand in den Schränken, alle seine Sachen dort wo sie hingehörten, die Vergangenheit einschließlich Briefen und Fotos in Schachteln und Alben, das Privatleben ruhig und heiter, Haus und Finanzen in Ordnung. Dieser Ruhepunkt, dieses Plateau war sein Leben lang nie in Sicht geraten und doch hatte er immer ohne groß darüber nachzudenken angenommen: noch ein kleiner Endspurt und schon sei es so weit, er nun wirklich richtig erwachsen, sein Leben wohlgeordnet und sein Geist frei. Kurz nach Kathrinas Geburt, etwa zu der Zeit als er Eileen [eine der unzähligen Geliebten] kennen lernte, dämmerte ihm die Wahrheit: noch an seinem Todestag würde er zwei verschiedene Socken tragen, Emails blieben unbeantwortet zurück und in dem Loch, das er sein Zuhause nannte gäbe es immer noch Hemden mit fehlenden Knöpfen (...). Das Vergessen (...) wäre sein einziger Trost." [ZITAT]

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich