PROFIL

Oliver Lysiak

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Smart, Schwul, Spannend.

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.03.2014

Eine Zukunftsvision irgendwo zwischen Minority Report, Blade Runner und Max Headroom. Die reichen 1% leben im Luxus und müssen nichtmal mehr für ihre Straftaten einstehen, denn dafür gibt es Proxys. Arme Bewohner der Slums, die so verschuldet sind, dass sie als Stellvertreter bestraft werden, wenn ihr Patron - Ihr Gläubiger der ihre Schulden aufgekauft hat - Mist baut.

Alex London schafft in Proxy eine lebendige und gar nicht so unglaubwürde Welt zu erschaffen, in der sich dystopische Sozialsatire mit spannender Abenteuerstory mischt. Wenn sich Wohlstandsbengel Knox und sein Proxy Syd überraschend gemeinsam auf der Flucht vor dem System befinden, gibt es keine Verschnaufpause. Und doch findet er immer wieder Platz für Ambivalenzen und Reflexionen. Simple Gut/Böse-Lösungen, einfache Erklärungen verweigert London genau wie pathetische Lovestories. Syd ist vielleicht einer der wenigen schwulen Helden, aber seine Sexualität ist eher ein Teil von ihm als zentraler Handlungspunkt der Geschichte. So wie Hetero-Helden nicht über ihre Heterosexualität definiert werden, ist Schwulsein Syds kleinstes Problem in einer Welt die um ihn herum implodiert. Viel wichtiger sind die Reflexionen über das soziale Konstrukt von Schulden und Besitz und die Frage was passieren würde, wenn tatsächlich der Zähler auf Null gesetzt würde.

Das Buch macht auch in der spannend gelesenen Audioversion Lust auf mehr, die Fortsetzung Guardians wird hoffentlich auch ihren Weg zu Audible finden.