PROFIL

Maura

  • 58
  • Rezensionen
  • 217
  • Mal wurden Ihre Rezensionen als "hilfreich" bewertet
  • 70
  • Bewertungen

gemischte Gefühle...

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 21.01.2020

Vom Roman Schattenstill war ich begeistert und wollte gleich einen weiteren Titel von Tana French hören. Von diesem Buch war ich leider nur teilweise angetan. Obwohl Aufbau und Erzählstil sehr ähnlich sind, und die Autorin damit klar ihre eigene Handschrift beweist, haben mich in diesem Fall die seitenlangen Dialoge teilweise echt genervt. Da wird mir viel zu viel herum spekuliert (in so einer kindlich naiven "lass uns Mal Detective spielen-Manier"), das erschien mir einfach nicht authentisch genug und es zog sich unnötig in die Länge. Es hat mich dennoch insofern unterhalten und dabei bleiben lassen, da ich unbedingt noch die Auflösung wissen wollte (obwohl eigentlich absehbar). Und das letzte Viertel des Buches fand ich dann wieder grandios und spannend! Ja, das Ende hat mir richtig gut gefallen, und nicht unbedingt deshalb, weil es 'gut ausging', sondern weil es einfach passend war. An die Sprecherin musste ich mich erst gewöhnen, fand die Lesung dann aber gut.

wow, das ging unter die Haut!

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 16.01.2020

Ich weiß nicht, warum ich so lange gezögert habe, mir dieses Buch herunterzuladen, obwohl es die ganze Zeit schon auf meinem Merkzettel stand. Wahrscheinlich wegen der vielen positiven Bewertungen, die mich schon zu oft zu Fehlkäufen verleitet haben, oder auch der Titel, der auf einen trivialen Inhalt hätte deuten können. Das Gegenteil ist der Fall! Mich hat dieser Thriller wirklich beeindruckt. Es ist ein wahrer Psychothriller, der diesen Namen auch verdient. Nicht, weil ein mysteriöses Verbrechen und ein Haufen obskurer Dinge geschehen, sondern weil die Ermittler selbst in den psychologischen Fokus geraten. Da passiert ein schreckliches Familiendrama, und man weiß anfangs natürlich noch nicht, wer der Täter ist und wie sich alles zugetragen hat. Interessant hiebei ist aber, dass der Leser/Hörer von Beginn an dabei ist, wie der Fall an den Hauptermittler übertragen wird, und wie dieser zusammen mit seinem Partner, einem Neuling im Dezernat, den Fall Schritt für Schritt aufrollt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Dabei geraten beide Ermittler an ihre Grenzen (vor allem der Hauptermittler wird mit seinem eigenen Familiendrama konfrontiert), sie kommen sich in die Quere, es schaukelt sich hoch, und die Nerven sind bis aufs Äußerste gespannt, auch die des Lesers! Die Ermittlungsarbeit dieser beiden Männer, wie sie ticken, was sie denken etc., wie auch das Drama selbst, dem man nach und nach auf die Spur kommt, wird derart gut beschrieben (auch hervorragend vorgetragen!), dass man vor lauter (An-)Spannung kaum noch still sitzen kann. Im Übrigen wird hier -durch einen Fauxpas, den sich der junge, naiv erscheinende Detective erlaubt- ganz nebenbei eine wichtige moralische Frage über die Opfer-/Täterrolle gestellt, die mich noch nachhaltig beschäftigt hat. Ich hätte ihm so gerne Recht gegeben; aber Gesetz ist nunmal Gesetz. Ganz allgemein war dieses Buch genau nach meinem Geschmack, gerade weil es diese 'Längen' hat, und weil die Charaktere so detailliert ausgearbeitet wurden. So entstand ein absolut authentisches Bild sowohl von der Tat selbst, als auch von dem der Beteiligten und eben Ermittler. Mich hat dieser großartige, klug durchdachte Schreibstil von der Autorin überzeugt, so dass ich jetzt gerne noch ein weiteres Buch (mit trivial klingendem Titel) von ihr hören will!

eine nette Erzählung

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.01.2020

Die Geschichte hat mich nett unterhalten, sie ist schön erzählt und gut vorgetragen. Es ist eine leichte Kost für zwischendurch, fast märchenhaft und auch etwas kindlich, und mit Happyend. Stelle mir als Zielgruppe daher eher Jugendliche/junge Erwachsene vor, für die der Stoff (aktuelle Themen zu einem "was-wäre-wenn-Szenario" formuliert) tatsächlich etwas mehr zum Nachdenken anregen mag. Dafür war es mir persönlich dann doch zu oberflächlich, ohne aber den Unterhaltungswert und die Erzählweise kleinreden zu wollen.

7 Leute fanden das hilfreich

belangloses Geschreibsel ohne Anspruch

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
1 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.01.2020

Ich habe selten ein belangloseres Buch gelesen (gehört) als dieses hier. Das Ende herbeisehnend habe ich mich bis zum Schluss durchgequält, nur um jetzt meinem Ärger kundzutun. Der gesamte Text ist völlig nichtssagend, uninteressant, und ohne jeglichen intellektuellen Anspruch. Die Story ist flach, die Charaktere sind flach. Weder gibt es interessante Landschaftsbeschreibungen, um der Geschichte auch nur einen Hauch von Atmosphäre zu geben, noch charakterlich ausgefeilt gezeichnete Figuren, um irgendwelche Bilder entstehen zu lassen. Außerdem findet sich aber auch rein gar nichts Wissenswerte darin, keine Aha-Erlebnisse, nichts, worüber man nachdenken könnte. Von "großer Literatur" (der Begriff kommt im Buch häufig vor) kann hier keine Rede sein, ja, es eignet sich nicht einmal als witziger oder gar spannender Zeitvertreib für zwischendurch. Spätestens wenn ein mittelmäßiger Autor große Literaten (wie in diesem Fall u. a. Dostojewski oder Fernando Pessoa) rezitiert oder auch nur namentlich erwähnt, wohl im Versuch damit sein eigenes Geschreibsel literarisch aufzuwerten, unterstreicht das sein eigenes Unvermögen und wirkt einfach nur lächerlich bis peinlich. Im Buch soll der sich als Schriftsteller ausgebende Hochstapler und Protagonist der Story einem seiner Fans Tipps zum Bücherschreiben geben. Er sagt: "Schreiben Sie nur über Dinge, die Sie kennen" und 'man müsse wissen, was man auslassen solle'. Hmm, von dem ausgehend scheint der echte Autor nicht viel Ahnung zu haben. Nachdem offenbar kein weiterer Roman von ihm veröffentlicht wurde, kann man hoffen, dass er bei niveaulosen Drehbüchern bleibt. Die Lesung von Axel Milberg fand ich wie auch die Hauptfigur aufgesetzt und nervig.

1 Person fand das hilfreich

ein unvergleichliches Buch, das lange nachhallt

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 06.01.2020

Ja, dieses Buch lässt einen betroffen zurück, lässt einen noch lange schweigsam in Erinnerungen der beschriebenen Personen und Geschehnisse schwelgen. Doch anders als viele andere, die diesen Roman als schwer verdauliche Kost interpretiert haben, sehe ich nicht nur die Traurigkeit und das gewaltsame, harte Schicksal darin. Stattdessen enthält die Geschichte auch soviel Schönheit, Vertrauen in Menschen, Zuversicht und Mut, und Freundschaft.  Rohinton Mistry schafft mit seiner ganz eigenen Sprache, die voll poetischer und philosophischer Schönheit ist, eine Gewalt an Bildern, denen man nicht entkommen kann. So eindrucksvoll, bedacht, liebevoll und wahrhaftig wählt er seine Worte, dass sie mitten ins Mark treffen. Für viele ist Indien, mit seinen vielen unterschiedlichen Religionen, Traditionen und Bräuchen, seinem Schmutz und Elend auf den Straßen, ein fremdartiges Land, dem wir wohlgenährten Westler, wohl aus Unwissenheit, wenig Verständnis entgegenbringen können.  Spätestens nach dieser Lektüre kommt man nicht umhin, seinen Horizont zu erweitern, und sich in Nachschlagewerken noch einmal genauer zu informieren über dieses Land und seine vielfältigen Bewohner. Wie kann es sein, dass die "Unberührbaren" in Indiens Kastensystem selbst heute noch verfolgt oder ausgegrenzt werden? Welche von uns, die wie ich weit gereist sind und in dritte Welt Ländern Slums und Armut aus nächster Nähe gesehen haben, haben sich denn überhaupt schon einmal gefragt, wie ein Mensch in so eine Situation geraten ist, welch Schicksal hinter einem amputierten Bettler steckt, wie dessen Leben aussehen mag?  Rohinton Mistry sei gedankt, denn er hat genau das getan, für uns.  Hautnah und in allen Facetten hat er für uns ein Bild erschaffen. Und zwar keines, dem wir aus rein voyeristischer Sicht begegnen, nur um ihm dann betreten und voller Scham ob der eigenen vollen Mägen und unseren sicheren Häusern und Arbeitsplätzen am liebsten wieder den Rücken kehren zu wollen.  Nein, das ist nicht sein Ziel. Stattdessen lässt er uns teilhaben am Leben seiner Figuren, lässt sie zu unseren Freunden werden und zeigt auf, dass es keine Unterschiede bei uns Menschen gibt, dass wir alle glücklich und traurig und wütend sind, dass wir alle eine Würde haben, egal ob Krüppel, Bettler oder Banker. Und dass es uns verdammt nochmal nicht erlaubt ist, andere, vermeintlich andersartige, mit Vorurteilen und Gewalt zu begegnen. Ob Religion, Hautfarbe, Status, Armut oder Reichtum, nichts davon sagt etwas über den Menschen aus, der dahinter steckt.  Dieses Buch hat mich so vieles gelehrt, nicht das Offensichtliche, das ich gerade schrieb. Sondern die vielen leisen Weisheiten und Offenbarungen, die so trefflich an allerhand Beispielen zutage kommen, und die zum Nachdenken anregen und hoffentlich noch sehr lange nachhallen in mir. Vielen Dank 

1 Person fand das hilfreich

einfach unterirdisch!

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.01.2020

Was soll das denn bitte? Ich hatte mich gefreut über eine informative, kritisch erhellende, zum Nachdenken anregende Lektüre. Dieses Buch jedoch strotzt nur so vor banalen Allgemein-Schauplätzen, Binsenwahrheiten, Plattitüden bis hin zu irreführenden oder fehlgeleiteten Schlussfolgerungen mit abwechselnd absurden und albernen "Anekdoten". Gerade noch habe ich überlegt, welche Kritikpunkte ich als erstes loswerden will, all diesen überschwenglichen Lobpreisungen zum Trotz, und ob ich mir überhaupt die Mühe für eine detaillierte Bewertung machen will. Hmm, nach einem Blick in die Amazon-Bewertungen (unter den Buchlesern scheint es immer noch mehr kritische Stimmen zu geben als unter den Hörbuch-Fans) konnte ich erleichtert feststellen, dass ich doch nicht allein dastehe mit meiner Meinung. Einige detaillierte und teils sehr gut ausgearbeitete (0-)1 Punkt-Bewertungen sprechen mir aus der Seele und dem kann ich kaum noch etwas hinzufügen. Die mehrheitlichen 5 Punkt-Bewertungen bleiben mir allerdings nach wie vor unverständlich. 🤔🤔 Da vergebe ich doch meine 5Punkte immer noch lieber einem utopischen Sci-Fi-Roman wie Extinction, den ich zufällig gerade zuvor erst gehört habe. Das ist auch ausgemachter Unsinn 😉 und handelt u. a. von einer übermenschlich intelligenten neuen Menschengattung, doch ist es schließlich auch ein Roman, und kein Pseudo-populärwissenschaftlicher Essay von einem Autor, der tut als hätte er die Weisheit mit Löffeln gegessen. Dabei streift dieser Roman aber ganz ähnliche Punkte und Fragen über medizintechnische, biologische, weltpolitische und gesellschaftskritische Themen wie Herr Harari, nur ist alles wesentlich interessanter und vor allem wissenschaftlich um einiges fundierter dargestellt!

9 Leute fanden das hilfreich

eines der schönsten Bücher in letzter Zeit

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.01.2020

Eigentlich wollte ich nicht NOCH ein Buch über diese schreckliche Vergangenheit des 2. Weltkrieges hören/lesen. Eher einem Zufall geschuldet habe ich gerade gleich drei Geschichten darüber hintereinander gehört. Neben diesem hier war es "Unter blutrotem Himmel" von Mark Sullivan und davor "Hannah und ihre Brüder" von Ronald Balson. Auch wenn jedes auf seine Weise gut war und ich mit 4 oder 5 Sternen bewertet habe, so war es doch dieses Buch von Nicoletta Giampetro, welches mich am meisten bewegt und berührt hat. In jedem der Bücher geht es um individuelle "Einzelschicksale", wobei sicher auch jedes davon verantwortungsvoll mit dem geschichtlichen Wahrheitsgehalt und den historischen Fakten des 2. Weltkriegs im Allgemeinen umging. Und auch wenn diese Geschichte um den 12jährigen Jungen Lorenzo im faschistischen Italien rein erfunden ist (wie gesagt aber sicher nicht der tatsächliche, historische Hintergrund), so fand ich seine Geschichte einfach umwerfend: so authentisch, so leise und subtil und doch so gnadenlos, so packend und berührend, und -was mir besonders wichtig ist- ohne diese dummen, verkitschten und romantisch verklärten Einstreuungen, wie sie nur amerikanische Autoren hinbekommen. Sicher, auch diese Geschichte ist rührselig, doch ich verfiel einfach der ungemein gekonnten Erzählweise, die mich der Hauptfigur und seinem Schützling so nahe brachten, die mich alles Geschehen um Lorenzo herum hautnah dabei sein ließ. Ein wunderbares (natürlich dem Thema entsprechend auch empörendes und verstörendes) Kopfkino, mit herausragendem Sprecher. Für mich als Vielhörer eines der schönsten Hör-Bücher in den letzten zwei Jahren.

15 Leute fanden das hilfreich

spannend, actionreich, aufmerksamkeitsfordernd

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 01.01.2020

...und dazu noch wirklich informativ und interessant, was Politik, Weltgeschehen, Biologie und Pharmazie angeht. Es ist eine zwar fantastische, vielmehr utopische Geschichte über eine neue, überintelligente Menschengattung sowie über die Entwicklung eines neuen Medikaments gegen die unheilbare Lungensklerose, vor allem letzteres ist jedoch wissenschaftlich so einleuchtend beschrieben, dass man durchaus glauben möchte, dies könne in nicht allzu ferner Zukunft wirklich geschehen. Beeindruckend, wie sehr der Autor sich in die Materie eingearbeitet haben muss für die Recherche der beschriebenen Labortätigkeiten und wissenschaftlichen Vorgänge (es ist offenkundig, dass das Hand und Fuß hat und nicht einfach aus den Fingern gesogen). Wenngleich eben jene Passagen drohen, dann doch zu weit abzudriften um dem Ganzen noch folgen zu können, gelingt es dem Autor jedesmal wieder "die Kurve zu kriegen" und die Geschichte geht in einem anderen Erzählstrang gewohnt spannend weiter. Tatsächlich hat mich das Buch von Anfang bis Ende gepackt, so dass ich fast in einem Rutsch durchhörte. Einzig das allerletzte Schlusskapitel war mir dann doch zu kitschig, aber gut, ein Mainstream-Bestseller kann wohl nicht ohne Kitsch auskommen.

1 Person fand das hilfreich

Überraschend spannend und unvorhersehbar

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.12.2019

Es gibt sehr sehr wenige deutschsprachige Thriller, die ich gut finde. Dieses hier hat mir gut gefallen. Es ist klug erzählt, aus Sicht von drei verschiedenen Beteiligten, deren Erleben wir teils in Gegenwart teils in Rückblenden erfahren. Tatsächlich bleibt der Leser sehr sehr lange im Unklaren darüber, wer denn nun der geheimnisvolle Täter ist. Die Rolle des weiblichen Opfers scheint ebenfalls irgendwie obskur, und man fragt sich ständig, weshalb sie sich so verhält, als ob sie selbst etwas zu verbergen hätte. Die Kinder und andere Beteiligte verwirren noch zusätzlich das Geschehen (wobei es für den Leser nicht verwirrend ist, sondern eher angenehm spannend, der Lösung entgegenfiebernd) -bis man endlich aufgeklärt wird. Also klar, Daumen hoch, für dieses Thrillerdebüt von Romy Hausmann. Die drei verschiedenen Stimmen entsprechend der Hauptcharaktere sind gut gewählt, vor allem die von "Lena" und Hannah, wobei mir Heiko Deutschmann am wenigstens gefiel (er hat gut gelesen, war mir persönlich aber oft zu übertrieben).

2 Leute fanden das hilfreich

Bewegend, ergreifend, emotional

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.12.2019

...und auch ein bisschen kitschig. Bei dem dunklen Thema und den durchaus realitätsnahen Rückblenden die beschrieben werden, ist diese kleine Prise Kitsch und Romantik aber nicht nur verzeihbar, sondern fast wohltuend. Sehr schön, ruhig und passend vorgetragen von Frank Arnold.

1 Person fand das hilfreich