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Amazon-Kunde

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Rebell und Besserwisser

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 03.07.2019

Der Mehrwert an Lienens Autobiographie liegt darin, dass er Einblicke in zwei Lebenswelten vermittelt: Die des Spielers und die des Trainers. Letztere ist ungleich interessanter, weil deutlich wird, in welchen Zyklen die Aufgabe des Trainers verläuft und wie schnell sich eine ungünstige Dynamik entwickeln kann, an deren Ende fast immer sein Rausschmiss steht. Spannend ist das allemal. Lienen, der mir aus der Ferne als eher linker Querkopf deutlich sympathischer war als die meisten der heutigen, vom Manager gebrieften Sprechblasen, wird aber leider als eine Person sichtbar, die auch eine weniger einnehmende Seite hat, nämlich die des pingeligen Oberlehrers und Besserwissers. Fehler machen meistens die Anderen und die werden dann auch alle namentlich genannt. Da entdeckt Lienen ein Talent erster Güte, aber der unfähige Manager schafft es einfach nicht, van Nistelrooy nach Rostock zu holen. Oder er lässt sich breit über den Alkoholismus eines Clubbesitzers aus, der den Club damit vermeintlich zugrunde richtete. Muss das in die Öffentlichkeit, zumal Lienen ihn als Freund bezeichnet? Sympathisch ist das nicht. Zugute halten muss man ihm aber, dass er die Fehler zwar bei anderen sucht, Erfolge, die es ja durchaus gibt, aber immer als Teamleistung interpretiert und sich dabei nicht allzu sehr selbst auf die Schultern klopft.

Tragikomisch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.06.2019

Durch die tragikomische Geschichte von Oscar bekommt man als Außenstehender neue Einblicke in die dominikanische Lebenswelt zuhause und in der amerikanischen Diaspora. Wichtiger ist aber, wie unterhaltsam und poetisch Oscars - für einen Latino fundamentales - Lebensthema "Sex" beschrieben wird. Da fallen dann so wunderbare Sätze wie "sie liebte mit der Wucht einer Kernschmelze". Sehr schön.

Erwartet gut.

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
3 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 24.05.2019

Das ist nicht der stärkste Teil der Trilogie, aber, wie die beiden anderen, hoch spannend bis zum Schluss. Winslow ist kein Literat, er beschreibt eher und zeigt die verschiedenen Aspekte des Drogenhandels, indem er ihn aus dem Blickwinkel des Politikers, des Polizisten, des Jugendlichen im Herstellerland und des Users im Verbraucherland schildert. Dabei sind Grautöne und psychologische Differenzierungen der handelnden Personen nicht Winslows Ding. Die Bösen sind böse und die Guten gut, wer liebt, liebt aus vollem Herzen und wer hasst, schießt. Winslow schreibt nicht mit der Feder, sondern mit der Axt. Wie immer bleibt er sehr nah an der Realität, sowohl was die handelnden Personen betrifft, als auch bei der Beschreibung der Ereignisse und Abläufe. Was wie eine übertriebene Gewaltphantasie wirken könnte, findet in der Realität täglich so statt, wie sich in den öffentlichen Blogs der Narcos leicht recherchieren lässt.
Der Sprecher des Hörbuchs, eigentlich ein Guter, möchte leider gerne Schauspieler sein und übertreibt in der Darstellung der Szenen und Charaktere, was dazu führt, dass die bei Winslow immer vorhandene Pathos-Gefahr an manchen Stellen überschwappt. Insgesamt aber beste Krimi-Unterhaltung: Man ist gefesselt und lernt sogar was dabei.

Tragikomisch

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.04.2019

Gute Geschichte, skurrile Charaktere. Unter all den bekannten Mafia-Gestalten ist der "Notwehr-Krutzler" mit seinen "schweren Knochen" eine erfreulich eigenwillige Neuerscheinung. Trotz einiger kleiner Längen ein großes Hörvergnügen: Witzig, klug, manchmal melancholisch.

Kein Sympathieträger

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.02.2019

Die Protagonisten aus Houellebecqs Romanen sind ganz bestimmt keine Sympathieträger und lebensbejahend sind sie schon gar nicht. Wie er auch hier wieder das Leben dieses in seiner Depression feststeckenden Misanthropen beschreibt, ist höchst unterhaltsam, manchmal tieftraurig und oft saukomisch. Es wäre zu erwarten, dass sich der radikale Schreibstil Houellebecqs und seine Lust an der Provokation irgendwann totlaufen. Tun sie aber nicht. "Serotonin" ist wieder mal großartig und ein weiteres Meisterwerk des Autors. Finde ich jedenfalls. Wem allerdings der Protagonist zu schwermütig, die Handlung zu zäh und die Provokationen zu bemüht sind, dem kann ich auch nicht böse sein.

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Durchdachte und gut recherchierte Story

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
2 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.12.2018

Einer der besseren Romane von Winslow, der aber nicht an die großartigen "Tage der Toten" oder "Zeit des Zorns" herankommt. Durch die Schilderung, die nah am Leben des Hauptprotagonisten, einem korrupten New Yorker Polizisten, bleibt, gerät der Leser in ein Dilemma: Ein moralisch verwerfliches Verhalten wird nachvollziehbar und zeitweise sogar verständlich. Das Verdienst von Winslow ist, dass er dieses Dilemma auch nicht zugunsten eines harmonisierenden Endes auflöst, sondern so stehen lässt. Wie im richtigen Leben.
Der Sprecher ist ein routinierter Vorleser, will aber gerne Schauspieler sein: Er versucht, stimmlich die Drammatik zu steigern und übertreibt´s an vielen Stellen. Weniger wäre mehr gewesen.

Leider vergeigt.

Gesamt
2 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 10.09.2018

Heinz Strunk ist ein Meister der pointierten Formulierung und der präzisen Beobachtung bizarrer Charaktere und skurriler Alltagssitutionen. In den deutlich besseren Nachfolgern „H.S. in Afrika“, „Jürgen“ oder dem bitter-genialen „goldenen Handschuh“ verknüpft er diese Fähigkeiten mit einer insgesamt zwar meist wenig ereignisreichen, aber schlüssigen, schrägen Rahmenhandlung. Leider vergisst er die Handlung bei „Die Zunge Europas“ fast komplett und verlegt sich auf kluge Formulierungen und die genaue Beobachtung isolierter Verlierer-Physiognomien und Looseraktionen. Das wird spätestens mit der zweiten Hälfte des Buches arg ermüdend, besonders dann, wenn er strophenweise die gerade in der jeweiligen Schräglocation gespielte Doofmusik nachsingt. Also: Heinz Strunk unbedingt lesen oder - noch viel besser – die von ihm selbst gelesenen Hörbücher hören. Nur nicht gerade „Die Zunge Europas“.

Tolles Buch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 04.08.2018

Mein Stuckrad-Barre-Bild basierte bisher auf dem "Soloalbum" (witzig formuliert, gut beobachtet aber von einer elitär-boshaften, eigentlich unsympathischen Besserwisser-Position aus geschrieben) und auf den hämischen Kommentaren über ihn in der "Titanic". "Panikherz" ist aus mehreren Gründen ein beeindruckendes Buch. Es ist
- wieder erwartungsgemäss prima beobachtet,
- ebenso erwartungsgemäss toll formuliert und immer unterhaltsam,
- eine erbarmungslose, kluge und weitgehend sehr uneitle Abrechnung mit der eigenen Suchtgeschichte,
- eine Beschreibung seiner sympathischen Affinität zu innerstädtischen Sumpfgebieten,
- eine warme, informative und liebevolle Schilderung seiner Freundschaft zu Lindenberg, die ganz neue Einblicke in die Lebenswelt dieses Giganten der deutschen Musikgeschichte ermöglicht.
"Panikherz" ist ein kluges, warmes, menschenfreundliches Buch, durch das man lernen kann, wie unreflektiert man jahrelang falsche Stereotype mit sich rumschleppt.

Zu viel des Guten.

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.02.2018

Der Autor ist eher Journalist als Schriftsteller und das merkt man leider. Allzu oft kollabiert der Spannungsbogen unter der Flut an Detailinformationen, auf die Bowden nicht verzichten will. Eines von vielen Beispielen: Ein ellenlanger und eigentlich banaler Brief des Sohnes von Escobar wird im Wortlaut verlesen. Die Story von Pablo Escobar ist eigentlich so spannend, dass man nicht viel falsch machen kann. Durch ihre kleinteilige Schilderung nimmt ihr Bowden aber den Schwung und so wird sogar sie zeitweise arg zäh.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

Wichtig, aber zu detailliert.

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
3 out of 5 stars

Rezensiert am: 26.03.2015

Würden Sie dieses Hörbuch einem Freund empfehlen? Wenn ja, was würden Sie ihm dazu sagen?

Weismans "Countdown" behandelt ein Thema, das erstaunlicherweise in Diskussionen wenig auftaucht und doch grundlegend ist: Die Überbevölkerung. Das könnte daran liegen, dass der biologische Mechanismus eben die Reproduktion der Art beinhaltet und eine freiwillige Beschränkung nicht vorgesehen ist. Oder daran, dass eine Wahlperiode kurz ist und eine volle Rentenkasse allemal wichtiger, als die Beschäftigung mit einer langfristigen Bevölkerungsperspektive. Das Buch ist sehr fundiert, Weisman weiß, wovon er schreibt. Allerdings ist die Botschaft nach 10 Minuten klar und danach kommen noch viele, zu viele Details und Einzelerfahrungen aus verschiedenen Regionen der Erde. Immer wieder wird die Kleidung der Gesprächspartner oder ihr Aussehen detailreich beschrieben und das wird mit der Zeit doch sehr zäh und ermüdend. Das soll dem Hörer/Leser womöglich einen plastischen Eindruck vermitteln und nervt dann doch schwer. Darüber soll aber nicht zu viel gemeckert werden: Absicht und Anliegen des Buches sind fundamental und überlebenswichtig.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich