PROFIL

Normen Behr

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Ein Zäsur-Buch

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 22.03.2019

Viel-Hörer wissen, dass man zwei- bis dreimal im Leben auf ein Zäsur-Buch trifft, welches in der persönlichen Biografie ein deutliches Davor und ein Danach schafft. Dieses Werk ist in meinem Falle so eines, und wenn ich etwas zu sagen hätte, wäre es Pflichtlektüre an allen deutschen weiterführenden Schulen.
Ich weiß nicht, ob ich Richard David Precht für dieses Buch dankbar sein soll, denn vor der Zäsur war alles durch die Bequemlichkeit der Verdrängung hübsch einfach. Was zurückbleibt ist eine ohnmächtige Wut auf die Politik, die in Sachen Tierrecht nicht nur versagt, sondern selbst sträflich handelt. Was zurückbleibt ist das nagende Wissen, dass man für sich alleine nichts ändern kann an der Massentierhaltung, den Tierversuchen oder dem mordlüsternen Trieb der Hobby-Jäger. Doch was ebenfalls zurückbleibt, ist der wirkungsmächtige Impuls dieses philosophischen Denkanstoßes, der mich vor allem durch den sogenannten Meliorismus anspricht, der besagt, dass es immerhin noch besser ist, sich ein wenig umzustellen, als gar nicht zu reagieren.
Zwar wäre es das absolute i-Tüpfelchen gewesen, wenn Precht sein Lebensthema selbst vorgetragen hätte, doch ist der Leser insgesamt gut gewählt, wenn er auch hier und da ein wenig leidenschaftslos herüberkommt.
Ein (Hör-)Buch, wie wir es öfters bräuchten: wuchtig, eloquent, unterhaltsam, nicht moralisierend, aber einen unerbittlich dazu zwingend, sein Leben zu hinterfragen. Im Fazit also doch ein Danke an den Autor!

Eine meisterliche Kooperation

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 02.08.2018

Es ist ein verspätetes, unerwartetes Geschenk an alle Fans von King und Frank Muller: Ganze acht Jahre nach Mullers tragischem Tod wurde seine spektakuläre Vertonung von "The Regulators" neu aufgelegt. Das Hörbuch ist Muller in seiner bekannten (und schmerzlich vermissten!) Genialität: Wie immer lebt er King, einmal mehr zeigt Muller, dass er der perfekte King-Leser ist, dem es wie keinem zweiten gelingt, den schwarzen Humor des Meisters einzufangen. Schon den Anfang liest er in einer mitreißenden, atemberaubenden Intensität, die den Sommer ebenso heraufbeschwört wie die urplötzlich aufziehenden Power Wagons - danach ist der Leser in Taks Welt verloren.

Spannend, aber etwas zu patriotisch

Gesamt
4 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
4 out of 5 stars

Rezensiert am: 08.07.2018

Um es vorwegzunehmen: Dennis Quaid ist als Vorleser eine echte Entdeckung, er legt sich hier voll ins Zeug und lebt die Story von Anfang bis Ende. Zusammen mit der gut durchdachten Story, die eine vorstellbare Bedrohung schildert, hat Quaid mich an das Hörbuch gefesselt, wie man es nicht allzu oft erlebt.
Gut, manche Sachen nerven. Dass Patterson/Clinton nicht bemüht sind, bei Fremdsprachen zu recherchieren (ihr Versuch am Deutschen ist mehr als peinlich) oder dass blind vorausgesetzt wird, dass jeder (inklusive deutscher oder russischer Politiker oder auch sämtlicher Terroristen) geschliffen Englisch sprechen kann. Das größte Manko des Romans ist aber sicherlich der pathetische Patriotismus, der ständig aufblitzt. Sicher, vom Präsidenten der USA darf man Patriotismus erwarten, aber am Ende entgleist das dann doch, als man in der Ansprache des Staatsoberhaupts alles präsentiert bekommt, was Clinton selbst wohl gerne noch verwirklichen würde. Dieser Präsident Duncan ist dann doch wohl etwas zu arg idealisiert.
Ganz am Ende darf Bill Clinton selbst noch einmal lesen - was das soll, bleibt offen, da er einfach nochmals die bereits zuvor schon von Quaid vorgelesene Abschlussrede vorträgt ... ???
Trotzdem insgesamt ein spannender Hörgenuss, der sicher durch Quaid punktet und den ich in Buchform wahrscheinlich nicht so hätte zelebrieren können. Gerne mehr von Duncan/Quaid!

Bin ich eben ein Banause

Gesamt
1 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 18.09.2015

Dieser Roman gehört zu den unantastbaren, die man gefälligst gut zu finden hat, und wenn man das nicht schafft, ist man ein Banause. Gut, bin ich eben ein Banause. Ich fand diesen Schinken ebenso unles- wie unhörbar. Das liegt keineswegs am Leser, gegen den nichts einzuwenden ist. Aber da ich weder ein Geschichts-, Theologie-, Latein- noch ein Philosophiestudium abgeschlossen habe, habe ich schnell Faden und Interesse gleichzeitig verloren und mich zu Tode gelangweilt. Nach einer geschätzt 50-minütigen Beschreibung eines Kirchentores und Diskussionen, die zur Hälfte auf Latein waren, warf ich nach knapp sieben Stunden das Handtuch. Schade, aber weitere 20 Stunden wären mir unmöglich gewesen.

Starke Geschichte mit nettem Bonus

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 05.09.2015

Wer Geschichten à la "Matrix" oder auch "Surrogate" (Film mit Bruce Willis) mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Geschichte ist sehr komplex, aber immer nachvollziehbar. Nervtötend ist die Angewohnheit des Autors, auch bei Gesprächen mit nur zwei Anwesenden ständig "he said" / "I said" zu schreiben, was im Hörbuchformat extra störend ist.
Das Hörbuch beinhaltet eine Novelle, die den Hintergrund der Krankheit, um die es in dem Buch geht, näher beleuchtet.

Ein mitreißendes Hörerlebnis

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 28.08.2015

Ich war ja schon seit Erscheinen großer Fan des Jesus-Videos, doch mit diesem zweiten Teil übertrifft Eschbach sich selbst - und den Vorgänger! Ich habe selten ein derart komplexes Zeitreise-Buch gelesen, das sich niemals in Unlogik verstrickt. Im Gegenteil ist es faszinierend zu erleben, wie Eschbach es schafft, die verschiedensten Handlungsstränge packend und hervorragend recherchiert zu präsentieren, sodass keine Sekunde Langeweile aufkommt. Ich bin ebenso beeindruckt wie erschlagen von diesem Werk, dessen letzten zwei Stunden ich einfach am Stück hören musste! Wahnsinn, wie man so ein Buch schreiben kann, das auch schlicht perfekt mit dem Vorgänger verknüpft ist. Hier passt alles! Für mich ist der Doppelpack Video/Deal das Beste, was ich jemals auf dem deutschen Hörbuchmarkt erwischt habe.

Untypische Zombiegeschichte

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
4 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 17.07.2015

Was mir an dieser Zombiegeschichte besonders gefallen hat, sind die dem Genre neu hinzugedachten Ideen, was Herkunft und Verlauf der Zombie-Epidemie betrifft ... und natürlich die Tatsache, dass ein infiziertes Mädchen im Mittelpunkt steht, das selbst nicht weiß, was sie eigentlich ist. Sprachlich ist das Buch anspruchsvoll und elegant geschrieben, sodass die Grausamkeit der Handlung oft im Kontrast zur Sprache steht, was für mich den besonderen Reiz des Werks ausmacht. Das geschliffene Oxford-Englisch der Vorleserin ist toll, allerdings versäumt sie es, spannende Momente mit der entsprechenden Intonation zu untermalen. Ansonsten aber ein kurzweiliges Hörvergnügen mit einem Schluss zum Staunen.

The Martian Titelbild

Mathematik in Romanform

Gesamt
3 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
2 out of 5 stars

Rezensiert am: 29.06.2015

Die Prämisse des Romans ist zweifellos spannend. Aber! Endlose mathematische Rechnungen, chemische Erklärungen, physikalische Zusammenhänge. Nur etwas für Hartgesottene, denen es nichts ausmacht, am laufenden Band mit Prozentzahlen, Hochrechnungen und chemischen Elementen bombardiert zu werden. Gerade beim Medium Hörbuch ist es wirklich eine Herausforderung - wer bitte kann im Kopf mitrechnen, wenn die Hauptfigur vorrechnet, wie viel Sauerstoff sie auf welche Weise prozentual bekommen kann bzw. wie viele Quadratmeter Boden und wie viel Wasser sie benötigt, um soundso viele Kartoffeln anzusäen, die für die und die Zeit kalorienmäßig zum Überleben wichtig sind ...
Einzig der brillante Sarkasmus des Marsianers hat mich bei der Stange gehalten; da hat man den richtigen Sprecher gefunden. Ansonsten habe ich die Hälfte aufgrund der technischen Details entweder nicht kapiert oder nicht schnell genug nachrechnen können.

Klare Kaufempfehlung

Gesamt
5 out of 5 stars
Sprecher
5 out of 5 stars
Geschichte
5 out of 5 stars

Rezensiert am: 13.06.2015

Erstmals habe ich dem so beliebten King-Vorleser David Nathan eine Chance gegeben, aus dem einfachen Grund, dass es ein Hörbuch dieses Romans im Original nicht gibt! Also musste ich mich mit dieser Komplettlesung "zufriedengeben". Die Anführungszeichen deuten es an: Von "zufriedengeben" kann eigentlich keine Rede ein, denn tatsächlich liest Nathan toll.

Anfangs störte mich sein oft gleicher Tonfall etwas, andererseits lullt er einen ein und zieht einen in die Geschichte. Es irritiert mich, dass Nathan beschließt, die letzte Silbe in Victor Pascows Nachnamen "ou" statt "au" auszusprechen, aber daran gewöhnt man sich zwangsläufig. Weniger gewöhnt man sich daran, dass Nathan gelegentlich englische Aussprachefehler unterlaufen (Beispiele: "cocoa bears", was im Deutschen aus irgendwelchen Gründen nicht übersetzt wurde, wird "koKOa" ausgesprochen [statt "KOUkou"], den Ortsnames "Machias" habe ich erst wiedererkannt, als ich im Buch nachschaute etc.). Ich habe noch nie verstanden, warum man sich da nicht kundig macht, nicht unbedingt vielleicht als Vorleser, zumindest aber doch als Regisseur ...

Trotzdem: Nathan versteht es gut, die Figuren zu unterscheiden und in den entscheidenden Spannungsmomenten entweder einen Gang zuzulegen oder seine Stimme so bedrohlich zu gestalten, dass es einem die Nackenhaare zusammenzieht. Am effektivsten fand ich seine Darstellung von Zelda Goldman - da macht er einmal ein kehliges Geräusch, das ich nur als akustisches Pendant zu einer Schrecksekunde im Film bezeichnen kann.

Fazit: Natürlich werde ich weiterhin englische Originale bevorzugen, aber ich verstehe, warum man sich derart auf David Nathan stützt. Klare Kaufempfehlung, vor allen Dingen, weil es dieses Hörbuch im Original halt wie gesagt einfach nicht gibt.

Völlig belanglos und fast ohne Norman Bates!

Gesamt
1 out of 5 stars

Rezensiert am: 11.05.2013

Was für eine Enttäuschung! Nach dem hervorragenden Klassiker "Psycho" ließ Robert Bloch sich zu einer faden, durchwegs langweiligen Fortsetzung hinreißen, die völlig zu recht von der Filmindustrie ignoriert wurde.
Kein Wunder: Schon zu Beginn ist das Bates Motel abgebrannt (das Cover ist also eine Mogelpackung!), Norman Bates spielt lediglich in der ersten Stunde des Hörbuchs eine Rolle! Danach geht es nur noch um Normans Psychiater, der ein in seinen Augen unmoralisches Filmprojekt über seinen Schützling stoppen will.
Ein absoluter Flop, den ich nur mit äußerster Mühe zu Ende gehört habe, in der Hoffnung, dass doch noch was kommt. Gut, Bloch bemüht sich mal wieder um eine Überraschung - aber die nehme ich ihm beim besten Willen nicht ab.
Fazit: So schlecht, dass diese Fortsetzung sogar Gefahr läuft, rückwirkend dem Erstling einen faden Beigeschmack zu geben. Ich wünschte, ich hätte es sein lassen.