Silver Mercant ist scheinbar die perfekte Mediale. Gefühlskalt und kontrolliert bis in die Spitzen ihrer erstklassig frisierten Haare. Deshalb dürfte ein fast zwei Meter großer, äußerst entschlossener „Teddy“-Bär sie doch nicht aus der Fassung bringen, oder? Tut er auch nicht, aber irgend etwas an Valentin Nikolaey, dem Alpha des in Moskau ansässigen Bären-Rudels bringt eine Seite in ihr zum Klingen, die sie nicht mehr zum Schweigen bringen kann.
Als Silver nach einem hinterhältigen Attentat auf ihre geistige Gesundheit dringend einen sicheren Ort braucht, bietet sich die Höhle der StoneWater Bären an. Allerdings erwarten sie dort Gefahren ganz anderer Art …
Mit „Silber Silence“ verlegt Nalini Singh den Handlungsort ihrer Geschichte von Los Angeles nach Moskau. Obwohl in meinen Augen nicht wirklich ein neuer Handlungsbogen beginnt, weil einige der Protas und auch die Feinde schon vorher bekannt waren, öffnen sich damit eine Menge neue Möglichkeiten. Auch wenn es unheimlichen Spaß macht, liebgewonnene Charaktere immer wieder zu treffen, sind in LA die Schicksale der Helden mittlerweile so eng verknüpft, dass es fast unmöglich ist, eine Story zu erzählen, ohne alle einmal zu erwähnen. In Moskau dagegen ist Raum für neue Beziehungen und Handlungsfäden. Wer Nalini Singh und ihre Welt noch nicht kennt, hat hier eine gute Chance einzusteigen. Aber Vorsicht! Die Storys machen süchtig!!!
„Alte Hasen“ kennen mittlerweile natürlich die Kernproblematik: Eiskalte Ratio wird von warmherziger Liebe geschickt aufgetaut, bis es ein Happy End gibt.
Das Besondere an den Büchern von Nalini Singh lässt sich nicht mit einer kurzen Inhaltsangabe weitergeben. Das Besondere sind die unzähligen, wundervollen und liebevoll ausgestalteten Details. Deshalb macht es auch hier wieder unglaublichen Spaß zu lesen, wie ein (gar nicht sooo) wilder Gestaltwandler eine kühle Mediale für sich gewinnt.
Gut gefallen hat mir, dass Valentin wirklich den Eindruck eines Bären erweckt. Das Bild des gewaltigen Tieres schiebt sich immer einmal wieder über das des Mannes, bis sie zu einer Einheit verschmelzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Autorin es macht, aber Valentin IST ein Bär und verhält sich tatsächlich anders als Lucas oder Hawke. Er ist keine billige Kopie, sondern ein ganz eigener Charakter mit all seinen Stärken und Schwächen.
Ja, ja. Die niedlichen Gestaltwandlerkinder schaffen es natürlich auch dieses Mal, einfach purer Zucker zu sein. Man sieht die kleinen Bären förmlich über einander kugeln und sich um Süßigkeiten und Streicheleinheiten balgen.
Fazit: Auch wenn ich Band 1 der „neuen“ Serie eigentlich als Fortsetzung an einem anderen Ort sehe, gefällt mir die Story doch gut genug, um mal wieder 10 von 5 möglichen Punkten und eine Leseempfehlung zu geben.
^^ Die Suchtwarnung steht ja oben schon …