Der 17jährige Zach findet am Weihnachtsabend, schutzlos der Kälte und dem Hunger ausgeliefert - beinahe hätte ich gesagt seine letzte Ruhe - Platz auf einer Bank am Friedhof einer Kirche, nachdem ihn sein Vater fast zwei Wochen vorher mit der Pistole im Anschlag aus dem Haus geworfen hatte, weil er schwul ist und sich auch nicht umerziehen lassen will. Zum Glück findet ihn der junge schwule Polizist Ben, der ihn mit nach Hause nimmt, wo er Wärme, Liebe und Geborgenheit einer intakten Familie kennenlernt, er, der immer der häuslichen Gewalt des Vaters und Gefühlskälte der Mutter ausgesetzt war.
Die Autorin stellt ergreifend dar, wie Zach große Probleme hat, anderen Menschen zu trauen und langsam durch die Güte Bens und seiner Familie Vertrauen fasst und den Glauben an sich selbst findet. (Ich gebe zu, öfters mit den Tränen gekämpft zu haben, was mir aber kein bisschen peinlich ist!)
Leider ist die Handlung zu gradlinig, und die handelnden Menschen sind alle gut und völlig selbstlos. Nur Bens Bruder stellt sich anfangs zickig an, borgt aber Zach später sogar seinen Ipod - welch ein Vertrauensbeweis.
Die Handlung wird dadurch vorangetrieben, dass Ben sich nicht traut, Zach seine stetig größer werdende Zuneigung handfest zu zeigen, obwohl dieser anfängt, sich danach zu sehnen. Es ergeben sich aber keine hysterischen Hochs und Tiefs, sondern alle Entwicklungen sind für den Leser gut nachvollziehbar.
Das Buch ist recht dünn; aber trotzdem empfehlenswert.