So stellen sich die Amerikaner ihre Helden vor: Der einsame Cowboy setzt sich ein für Recht und Ordnung, so wie er es versteht - nicht etwa für Gesetze -, egal wie widrig die Umstände sind und wird von seinen aufrechten Vorgesetzten geschützt. Ja, so muss sie sein, die heile amerikanische Welt. Man kann das mögen, man kann es sein lassen. Für einen guten Thriller ist das aber genau das richtige Rezept. Denn Vince Flynn muss sich nicht elendig mit irgendwelchen vielschichtigen Charackteren rumschlagen, sondern kann mit dieser Schwarz-Weiß-Erzählung schnell und spannend ohne Umschweife eine Geschichte erdenken und zu ende spinnen. Wer die Darstellung von Persönlichkeiten und die Beschreibung von deren Gefühlwelten will, muss andere Lektüre wählen.
Mitch Rapp der Spitzenagent der CIA, wird Ziel eines Mordkomplotts. In diesem Komplott kommt seine schwangere Frau um. Aber was wäre Mitch Rapp, wenn er sich dadurch aus der Bahn werfen lassen würde? Jetzt geht sie los, die Verfolgungsjagd bis zu den Hintermännern und hohen Politikern des Komplotts, den Mittelsmännern und schließlich zu den Auftragsmördern. Fast alle werden sie im Alleingang umgelegt. Da kann man an den persönlichen Rechtsempfinden des Mitch Rapp nichts falsch verstehen. Ihn leitet Rache, sonst nichts. Mehr lässt sich zum Inhalt des Buches auch nicht sagen, denn der Inhalt ist im Wesentlichen der Rachefeldzug des Mitch Rapp. Man kann nur hoffen, dass es einen Mitch Rapp in der Realität nicht gibt. Im Buch war er wieder umwerfend; ein Pageturner. Spannend von Seite 1 bis zum Ende.