Hörbuch-Rezensionen von Samara777

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The Stand: Das letzte Gefecht

 Grandiose Neuvertonung!

von Samara777 aus Kleve am 05.01.2013

The Stand ist seit über 20 Jahren schon mein absoluter Liebling unter den King-Romanen. Die Hörbuchvertonung in fast derselben Länge, die es vorher schon mal gab, war meiner Ansicht nach ziemlich misslungen. Der damalige Sprecher klang total gelangweilt und monoton. Ein Gutes hatte das: Das "alte" Stand-Hörbuch ist eine super Einschlafhilfe.

Um so froher war ich, als ich hier von der Neuauflage las, gesprochen von dem von mir sehr geschätzten David Nathan.

Und ich wurde nicht enttäuscht... Die Geschichte ist natürlich nach wie vor die sehr ausführlich ausgebaute Variante des Kampfes Gut gegen Böse (grob zusammengefasst), nachdem ein Großteil der Menschheit durch eine Hypergrippe ausradiert wurde. (Hier bleiben, im Gegensatz zu Max Brooks' Werken, die Toten aber mal zur Abwechslung liegen)

Die Charaktere der Überlebenden wurden sehr überzeugend herausgearbeitet, besonders gut gefällt mir, dass man sich in die kontroverse Figur Harold Lauder, den man sonst eigentlich nur als schlecht abstempeln mochte, tatsächlich einmal hineinversetzen und seine Wandlung vom unglücklich verliebten dicken Teenie zum hasserfüllten Bombenleger und wieder zurück wirklich nachvollziehen kann.
Man leidet richtig mit, auch bei den anderen Antihelden Lloyd Henreid und "Mülleimermann" ist das sehr gelungen.

Die neueren King-Romane wie "Der Anschlag" sind ja eher nachdenklich stimmende Geschichten, bei denen das "richtige Leben" durch eine einzige Fantasy-Komponente (Zeitreisetunnel, undurchdringliche Glasglocke o.ä.) genial verfremdet wurde, wohingegen Mr. King in seinen früheren Werken wie z.B. dem hier vorliegenden "The Stand" dem blanken Horror mehr Freilauf ließ.

Für King-Fans unbedingt zu empfehlen - egal, ob man eher seine älteren oder die neueren werke gut findet.

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Deadline: Tödliche Wahrheit (The Newsflesh Trilogy 2)

 Zombies, epileptische Minibulldoggen & Co.

von Samara777 aus Kleve am 15.12.2012

Das Zombiesubgenre war immer schon mein liebstes innerhalb der Horrorszene, und ich bin natürlich happy, dass es mittlerweile auch so viele Bücher und Hörbücher zu dem Thema gibt, die über die redundante 80er-Jahre-Italozombiefilmstory "n paar Zombies machen n paar Weekenders platt" hinausgehen. Der zweite Teil der Newsflesh Trilogy begeistert mit schrägen, dreidimensionalen Charakteren, epileptischen Bulldoggen und üblen Verschwörungen. Mittendrin tauchen sporadisch ein paar Zombies auf, aber keine Bange....zuletzt werden es mehr.
Dieser Teil lässt uns mit zwei wahnsinns Cliffhangern zurück und ich freue mich schon auf den 3. Teil. Macht hinne! ;)

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Er ist wieder da

 Würden wir heute wieder auf ihn reinfallen?

von Samara777 aus Kleve am 30.11.2012

Die Antwort heißt erschreckenderweise: JA!

Ich wusste nicht genau, was auf mich zukommt. Will uns jemand nahelegen, wie LUSTIG und harmlos Hitler eigentlich war??? Dachte ich zuerst.

Aber weit gefehlt.

"Er ist wieder da" ist eine bitterböse Satire, die nahelegt, dass wir Menschen der 2010er Jahre genauso, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten, Hitler hochjubeln würden. Keine schöne Aussicht.

C.M. Herbst macht das Hörbuch zu einem Erlebnis.
Man möchte oft rausplatzen vor Lachen, welches einem dann auch fast genauso oft aber auch im Halse stecken bleibt.
Der Erzähler schafft es stets, dass das Ganze nicht in verharmlosenden Klamauk abrutscht, aber auch nicht eindimensional bleibt nach dem Motto "der Hitler, der war aber böse!" Klar war er das, weiß jeder, kann man sich jedoch nicht redundant 7 Stunden anhören.

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1Q84 (Buch 3)

 Es fügt sich zusammen, was zusammen gehört!

von Samara777 aus Kleve am 13.11.2012

Die Vorredner kann ich teilweise nicht verstehen.
Es wird doch eigentlich alles erklärt, aber die Phantasie des Hörers wird eben auch gefordert. Gerade das gefällt mir an dem Roman/ Hörbuch so gut: Es wird einem nicht alles wie bei RTL vorgekaut.
David Nathan gibt mal wieder alles! Ganz große Klasse ist seine Darstellung des TV-Gebührenkassierers. Das war richtig gruselig! Ich ertappte mich dabei, nochmal nachzusehen, ob ich meine Tür auch richtig abgeschlossen hatte.
Meiner Meinung nach ein wirklich gelungener Abschluss.

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Der Keller (Beast House Chronicles 4)

 Trash as Trash can!

von Samara777 aus Kleve am 24.10.2012

Worauf man sich einlässt, wenn "Richard Laymon" draufsteht, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.
Die Keller-Reihe ist herrlicher Trash voller mehr oder weniger unfreiwilliger Komik, und natürlich kommen die Laymonesken ausufernden Beschreibungen weiblicher Nacktheit nicht zu kurz. Das Ganze wird dermaßen übertrieben, dass man die Reihe als Horror nicht mehr ernst nehmen und sich eigentlich nur noch kaputtlachen kann. Für wahre Lachsalven sorgt der Sprecher. Die Charaktere im Buch sind größtenteils kaputte und talentfreie, mitunter notgeile Knallchargen, denen Uve Teschner angemessen durchgeknalltes Leben einhaucht.

Fazit: Wer kafkaeske literarische Ergüsse sucht, ist hier definitiv falsch. Man muss den eigenartigen Humor Laymons entweder mögen oder aber nicht - dazwischen geht nix!

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