Hörbuch-Rezensionen von Stefan
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Ziemlich beste Freunde: Das zweite Leben des Philippe Pozzo di Borgo
Überhaupt keine Freunde
von Stefan aus Ulm, Deutschland am 14.06.2012
Auch ich hatte der Beschreibung nach eine Biographie erwartet, die ähnlich dicht wie der Film auch den dem Unfall des Autors vorausgehenden Lebensabschnitt schildert und war überrascht und zunächst enttäuscht.
Das Buch liefert allerdings tiefe Einblicke in die Persönlichkeit des Autors, die zumindest in der Rückschau von Eitelkeit und Egozentrik geprägt ist. Die geschilderten Personen dienen als Staffage für das eigene Ich. Die zahlreichen weiblichen Personen werden im Wesentlichen nach der Wirkung auf den Autor geschildert und beurteilt. Eigene öffentliche Auftritte werden glorifiziert. Auch Abdel ist in den ersten zwei Dritteln des Textes einer unter vielen und gerät erst nach Erwähnung des Films - also offenbar erst in der aktuellen Ausgabe - zu einer zentralen Person.
Philosophierende Einschübe über z.B. Christentum oder Kapitalismus geraten zur oberflächlichen Ansammlung von Gemeinplätzen mit zum Teil abenteuerlicher Wortwahl, die allerdings in einem übersetzten Text nicht wirklich beurteilbar ist.
Dieses alles muss man natürlich betrachten vor dem tragischen Schicksal des Autors, so dass man sich nach der Lektüre die Frage stellt, ob die Persönlichkeit sich als Folge der extremen Behinderung in die geschilderte Richtung entwickelt hat.
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