Hörbuch-Rezensionen von learlet
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Das Paulus-Evangelium
Nicht immer logisch, aber leidlich spannend
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 03.09.2011
Eigentlich wäre mir Dan Brown bei diesem Hohlbein-Buch überhaupt nicht in den Sinn gekommen, wenn nicht schon einige andere Rezensenten diesen Namen ins Spiel gebracht hätten. Ok, das ist also das Genre, an dem sich Hohlbein hier versucht. Leider ist er damit nur mässig erfolgreich, das Buch ist zwar nach schwachem, klischeebeladenem (aber sicher - in der Wohngemeinschaft kann es nur süßlich riechen!) Beginn leidlich spannend, aber leider verliert Hohlbein bei dem Versuch, diese Spannung zu erzeugen, das eine oder andere Mal den Überblick über seine arg konstruierte Geschichte, so dass die innere Logik auf der Strecke bleibt. Wo Dan Brown konstruierte, aber nachvollziehbare Geschichten erzählt, die in sich stimmig sind, verliert Hohlbein den Boden unter den Füßen und bastelt eine Story, bei der ich mich doch bis zum Schluss gefragt habe, worum es denn nun eigentlich geht. Datenbankoptimierung? Kirchengeschichte? Assassini? Alles drin, alles da, aber die Bausteine finden nicht so recht zueinander...
Zum Sprecher Sascha Rotermund gibt es wenig zu sagen - er ist weder besonders gut noch auffallend schlecht, Mittelklasse eben, und damit passt er auch zu dieser Hohlbein-Geschichte.
Über die Vor- und Nachteile der Musik kann man kaum streiten, der eine mag's, die andere nicht - ich mag Musik in den Hörbüchern.
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Diebe im Olymp (Percy Jackson 1)
Witzig, aber vorhersehbar...
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 22.04.2011
Zumindest einen Band langt trägt die Basisidee der griechischen Götter, die aktiv die moderne Welt beeinflussen, durchaus, trotzdem ist der erste Teil der Percy-Jackson-Reihe nicht überragend, sondern nur ganz nett. Riordan schreibt mit viel Witz und Ironie, und es gelingt ihm, die Hauptdarsteller mit glaubhafter Sprache auszurüsten. Ausserdem findet er in Jessie Bernstein einen kongenialen Partner, der das Buch zum Leben erwecken kann (ähnlich wie die Kombination Rowling-Fry bei den Potter-Audios). Und wenn man gerade einen Sechstklässler, der sich in der Schule mit griechischer Mythologie beschäftigt, zu Hause hat oder beschenken muss, so ist das Buch natürlich eine witzige Ergänzung trockener Schulstunden und kann durchaus weitergehendes Interesse an der griechischen Mythologie wecken.
Die Story allerdings ist in weiten Teilen vorhersehbar, wann immer Monster auftauchen könnten, da tauchen sie auf, Überraschungseffekte bleiben weitestgehend aus, auch wenn die einzelnen Episoden/Abenteuer häufig ganz witzig sind. Ich bezweifle allerdings, dass ich mir die weiteren Bände auch noch anhöre. Meinem Sohn (der oben erwähnte Sechstklässler) hat das Buch besser gefallen (cool!), und das war ja auch der eigentliche Sinn der Anschaffung. Aber das soll er dann, wenn er will, in seiner eigenen Rezension sagen...
2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Drachenzwielicht (Die Chronik der Drachenlanze 1)
Wenn Klischees Fanatsie ersetzen...
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 22.04.2011
Natürlich war ich gespannt - Ankündigungen der Reihe wie 'Für Tolkien-Fans ein Muß!' haben mich in eine gewisse Vorfreude versetzt, auch wenn solche Art der Werbung nicht neu, aber selten zutreffend ist. Und tatsächlich, auch diesmal ist der Vergleich zu Tolkien ähnlich wie der zwischen einem Kieselstein und einem Diamanten: wo Tolkien in seinem "schwülstigen Stil " (Zitat aus einer Rezension) Fantasy-Wesen mit Geschichte schafft, Wesen, die ein Leben ausserhalb der Story haben, die Charakter haben, lachen und weinen können und nicht nur innerhalb der erzählten Geschichte leben (irgendwen langweilten die Lieder-aber gerade auch die schaffen Charakter: Ho ho ho to the bottle I go, to heal my heart and drown my woe!), die individuelle Persönlichkeiten mit enormem Entwicklungspotenzial sind und deren Verhalten innerhalb der erzählten Zeit glaubwürdig und nachvollziehbar ist, da setzen Weis und Hickman nichts als Klischees dagegen. Zwerge sind eben stur, Elben edelmütig, Zauberer undurchsichtig, aber woher diese Züge kommen, bleibt ungesagt, und das geschichtslose Personal bleibt oberflächlich. Wenn es Vergangenheit gibt, dann nur als Bericht von Außen, nicht erzählerisch integriert, und die Geschichte passt sich ihrem Personal an, bleibt oberflächlich und ohne über die erzählte Story hinausgehende Logik.
Dabei gibt es neben Tolkien noch andere Beispiele gelungener Individualisierung durch Einbettung der Entwicklung in die erzählte Geschichte: Jordan kann das im 'Wheel of Time', Rowling kann das in 'Potter', auch Funke in der Tintensaga schafft es, ihrem Personal Hintergrund zu geben. Aber Weis, Hickmann, auch Paolini, um einen weiteren Vielgelobten zu nennen, dem überdies jeder Humor fehlt, bleiben oberflächlich und letztlich nichtssagend. War also mal wieder nix mit dem 'Muß' für Tolkien-Fans...
Nachtrag: hatte bei der Szene mit den Gossen-Zwergen (Humor-welch Wunder!)
schon kurz die Hoffnung, es würde besser... war aber leider nur ein kurzes Zwischenspiel..
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The Sweetness at the Bottom of the Pie
Very British...
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 20.04.2011
Also, zwei Dinge glaube ich ja nicht. Zunächst kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr Bradley aus Kanada kommt, denn 'The Sweetness...' ist so wunderbar englisch, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es von jemandem geschrieben worden ist, der nicht in Cotswold oder Yorkshire aufgewachsen ist. Und dann glaube ich nicht, dass die Hauptfigur Flavia erst elf Jahre alt sein soll, obwohl ich zugegebenermassen eigentlich gar nicht sagen könnte, wie alt sie denn wirklich ist. Manchmal ist sie tatsächlich elf, wenn sie auf ihrem Fahrrad, dass sie Gladys getauft hat, durch englische Landschaften düst oder sich mit ihren Schwestern zankt, aber wenn sie über Chemie erzählt, bin ich mir über ihr Alter nicht mehr so sicher. Aber im Grunde ist das eine müßige Diskussion, Flavia ist witzig, einfallsreich, mutig, und die Art, wie sie ihre Geschichte erzählt (oder Bradley sie erzählen lässt), hat mich von einem Heiterkeitsausbruch in den nächsten stürzen lassen. Dabei ist ihr Humor durch und durch englisch, und wenn sie zB ihre Schwestern beschreibt und mit allen möglichen Anspielungen auf Literatur, Musik und Film lebendig macht, dann offenbart sie auch sich selbst als englisch-snobbistisches Mädchen, dass auf ironische Weise alle Klischees über Old Britain bedient. Wenn man so was mag, einen Sinn für englischen Humor hat und nebenbei auch noch gerne Krimis liest, dann ist dieses Buch ein Leckerbissen, und ich glaube sogar, besonders für Erwachsene, die all die Anspielungen auf Literatur, Film etc. verstehen.
Vorleserin Entwistle unterstützt das, sie gibt Flavia eine passende Stimme und läuft zu großer Form auf, wenn sie in den Dialekt der Dorfbewohner wechseln darf (die erste große Szene von Mrs Mullet, Haushälterin im Hause de Luce, ist einfach klasse). Sie wirkt zwar ein bisschen gehetzt, was vor allem am Anfang für mich gewöhnungsbedürftig war, aber angesichts des Tempos, in dem Flavia auf ihrem Fahrrad durch die Story rast, ist das vielleicht sogar angemessen.
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The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring, Volume 1: The Ring Sets Out
Bemerkungen zu Versionen von 'The Lord of the Rings'
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 17.03.2011
Gut denn, da kann man ja nun trefflich streiten, ob man Tolkien hören oder gar sehen darf oder ausschließlich lesen muss... aber - am Anfang war das Wort, und um Tolkien gerecht zu werden, ist sicherlich das Buch ein guter, wenn nicht der beste und eigentlich einzige Starting Point. Danach aber bieten sich verschiedene Alternativen an, und alle haben ihre Vorteile. Lass' ich die Filme mal weg, so kann man in etwa diese Einteilung vornehmen:
1. Eine deutsche Hörspiel-Produktion von SWF+WDR, konzentriert sich auf die Entwicklung des Personals (wie werden Sam und Frodo zu denen, die sie am Ende sind), viel Humor, wenig Schlachtenlärm - brilliant umgesetztes Hörspiel (gibt's bei Amazon)
2. Die englische Hörspielversion (die mit Ian Holden u.a., gibt's hier bei audible), schon etwas mehr Schlachtenlärm als im deutschen Hörspiel, aber noch ertragbar und auch nicht ganz humorlos, gute Sprecher, wenn auch nicht ganz so gut wie im deutschen Hörspiel, Lieder ziemlich gut umgesetzt, insgesamt noch ganz gute Version.
3. Die US-amerikanische Hörspiel-Version (weiss nicht mehr, wo's die gibt, ist aber eh Mist), ziemlich schlecht, unglaublich viel Schlachtenlärm bei wenig Personalentwickling, überdies mag ich persönlich amerikanische Akzente nicht.
(die drei Hörspiele sind natürlich KEINE Übersetzungen, sondern drei eigenständige Versionen)
4. Die komplette englische Lesung von Rob Inglis - brilliant, der Vorleser drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Geschichte sprechen. Mag sein, dass das nur was ist für echte Tolkien-Fans, denn ca. 50 CDs (oder die entsprechende Länge als audible-Hörbuch) sind schon eine unzumutbare Menge, wenn man einfach mal so zwischendurch eine Fantasygeschichte hören will. Aber wenn man unbedingt Tolkien will, dann ist diese Version von Inglis sehr zu empfehlen. Ich habe sie trotz ihrer Länge schon ein paarmal gehört - but then again, I guess I'm almost a Tolkien-fanatic...
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Drohende Schatten (Das Rad der Zeit 01)
Kleiner Hinweis zur Literaturgeschichte...
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 09.03.2011
Man ist schon eine Weile beschäftigt, wenn man sich auf Jordans Rad der Zeit (Wheel of Time) einlässt. Es ist sicher müssig, sich hier darüber auszulassen, ob sich das lohnt - ich finde, es lohnt sich, wenn man sich über längere Zeit auf eine eigene Welt und eine etwas komplexere Fantasy-Saga einlassen will. Zum deutschen Vorleser kann ich nichts sagen, aber der englische liest in einem sehr ruhigen Stil, der mir angemessener erscheint als Volldramatiker oder salbungsvolle Priester wie etwa A. Fröhlich in Eragon. Überhaupt Eragon: ich finde es schon immer wieder amüsant, wie hoch von einigen das langweilige Abschreibgenie Paolini gelobt wird, ja, es gibt sogar diejenigen, die Jordan vorwerfen, von Paolini abgeschrieben zu haben - schon spannend, wie das gehen soll, wenn man bedenkt, dass der erste Band von The Wheel of Time fast fünfzehn Jahre vor dem ersten Eragon-Band veröffentlicht worden ist. Also, wenn man sozusagen die Originale lesen will, dann greift man doch besser zu Tolkien und Jordan als zu Paolini, der im Grunde nichts weiter getan hat, als alles, was er finden konnte, in einen Topf zu werfen und kräftig durchzurühren. Naja, entsprechend schmeckt seine Suppe ja auch. Jordan ist da ein ganz anderes Kaliber, sowohl vom Einfallsreichtum her als auch von der Originalität seines Personals.
4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch: Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts von Reinhard Kaiser
Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch: Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts von Reinhard Kaiser
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
Gelungene Zeitreise
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 04.03.2011
Da haben sich nun Generationen von Germanisten daran versucht, dieses sperrige Buch in handliche Ausgaben zu verwandeln und in Auszügen zu präsentieren, und nun kommt es plötzlich als komplettes Hörbuch daher - sehr mutig, aber dank der einfühlsamen Übertragung ins Neudeutsche ein absolut gelungener Versuch. Zugegeben, abhängig von den eigenen Hörgewohnheiten ist es vielleicht nicht ganz einfach, es von Anfang bis zum Ende durchzuhören. Wenn man beim Hundegang oder Autofahren zuhört, kann es schon mal passieren, dass man nicht mitkommt und sich plötzlich fragt, wie Simplicius da- oder dorthin gekommen ist. Macht aber nix, denn dann hört man die entsprechende Stelle nochmal und entdeckt neuen Witz, oder man lässt sie einfach aus, denn Wiedereinstieg ist nahezu an jeder Stelle möglich. Und wenn man sich in welcher Art auch immer drauf einlässt, dann erlebt man ein wunderbares, von Ironie triefendes Meisterwerk der frühen deutschen Romangeschichte, das in der neuen Übertragung endlich die Chance hat, das Publikum zu erreichen, das es verdient. Die Kombination aus Zeitkritik, Lebensrealität während des 30-jährigen Krieges und (manchmal etwas langatmiger, aber immer gelungener) Aufarbeitung seinerzeit aktueller philosophischer, theologischer und politischer Trends und Meinungen ist schon einmalig und bösartig-amüsant (wenn's das gibt). Sehr empfehlenswert für Hörer, die Interesse an solchen Themen haben, zumal Vorleser Manteuffel sich ganz uneitel diskret im Hintergrund hält und den Text quasi für sich selbst sprechen lässt.
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The Hunger Games
Starke Trilogie
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 09.02.2011
...eines der widersprüchlichsten Bücher, das ich seit langem gehört habe. Die Basisidee der 24 Teenager, die sich in einer utopischen Welt im Wettkampf gegenseitig umbringen müssen, hat etwas arg übertrieben Dramatisches, und zunächst hatte ich den Eindruck, als ginge es Mrs Collins ausschließlich darum, ein einträgliches Computerspiel zu protegieren. Ich habe ihr Unrecht getan. Der erste Band ist ausgesprochen spannend, aber eher noch an Abenteuerspiele erinnernd, doch deutet sich bereits hier an, wohin sich die Trilogie entwickelt: in eine über weite Phasen hin düstere, stimmungsmässig manchmal sogar an Orwell erinnernde Utopie, die uns gar nicht so fern ist. Der sehr prosaische Stil, passend zur Ich-Erzählerin Katniss Everdeen, eher ein nüchterner, in sich gekehrter Typ, verhindert eine Verherrlichung der Mörderspiele und lässt sie erscheinen als das, was sie sind - Teil eines Unterdrückungsmechanismus, der sich letztlich gegen die Unterdrücker selber richtet. Frustrierend die durchaus realistische Erkenntnis, dass sich durch die Vernichtung des existierenden Regimes und Einsatz eines neuen nicht unbedingt viel ändert, optimistisch aber, dass Katniss ihre Persönlichkeit retten kann. Ein schwieriges Buch, weil es recht zwiespältige Reaktionen hervorruft, aber gerade deshalb auch ein sehr gutes, beeindruckendes (und dabei betrachte ich die gesamte Trilogie als EIN Buch), das mich über alle drei Bände hinweg fasziniert hat.
Zu Carolyn McCormack - wie so oft hat man eine sehr geeignete Sprecherin gefunden, die dem Buch eine eigene Dimension hinzufügt. Im Gegensatz zu Kritik in anderen Rezensionen finde ich auch ihre Darstellung des Prep-Teams (der Sprachduktus der Mode- und Fernsehszene) absolut gelungen, genau so, wie sie sie spricht, muss man das machen - oder zumindest macht sie es so, wie ich mir diese Leute vorstelle.
9 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Eragon 1: Das Vermächtnis der Drachenreiter
Eindimensionaler Langeweiler
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 05.02.2011
Was ist denn das für ein langweiliger Typ, der da mit seinem drolligen Drachen durch Paolinis Fabelwelt zieht? dieses eindimensionale, völlig entwicklungsfreie Wesen ist so facettenlos, dass mich aber auch nichts dazu führen kann, ihm Sympathie entgegenzubringen und mit ihm zu fiebern. Komplett humorlos wandert Eragon, dieses Beinahe-Anagramm eines Fantasy-Heldens von ganz anderem Kaliber, durch gestelzte Sätze, die häufig eher an eine Parodie denn an eine echte Fantasy-Story erinnern ("Er verspürte einen Hauch von Ewigkeit und der ihr innewohnenden Mächte..."-hört, hört!), und trifft dabei Wesen, zieht durch Gegenden, deren Namensgebung wirkt wie ein wirrer, zusammengeklaubter Mischmasch aus griechischer Mythologie, Fremdsprachenkenntnissen und Kunst anderer Autoren. Vorleser Fröhlich versucht, dem Ganzen Tiefe zu geben mit salbungsvoller Stimme, aber es gelingt nicht - alles bleibt oberflächlich und blankgeputzt. Und selbst Paolinio scheint ja gemerkt zu haben, dass seinem Personal ein paar Dimensionen fehlen, denn immer wieder misstraut er sich selbst und muss Bemerkungen einfügen wie "Eragon dachte...", "Eragon fühlte...", "Eragon empfand...", weil aus den Figuren selbst kein Leben kommt. Ich möchte Personal, das ich verstehen kann durch seine Handlungen und Äusserungen, nicht durch Oberlehrer, die mir jede innere Bewegung mit dramatischen Sätzen erklären müssen, weil der Autor nicht in der Lage ist, sie in sein Werk zu integrieren.
Zugegeben, in Paolini schlummert sicherlich ein unglaubliches Erzähltalent - gut, ich werde wieder Bücher von ihm hören, wenn sich dieses Talent durchgesetzt hat.
2 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
The Lightning Thief: Percy Jackson, Book 1
Witzig, aber vorhersehbar...
von learlet aus Bergisch Gladbach, Deutschland am 03.02.2011
Zumindest einen Band langt trägt die Basisidee der griechischen Götter, die aktiv die moderne Welt beeinflussen, durchaus, trotzdem ist der erste Teil der Percy-Jackson-Reihe nicht überragend, sondern nur ganz nett. Riordan schreibt mit viel Witz und Ironie, und es gelingt ihm, die Hauptdarsteller mit glaubhafter Sprache auszurüsten. Ausserdem findet er in Jessie Bernstein einen kongenialen Partner, der das Buch zum Leben erwecken kann (ähnlich wie die Kombination Rowling-Fry bei den Potter-Audios). Und wenn man gerade einen Sechstklässler, der sich in der Schule mit griechischer Mythologie beschäftigt, zu Hause hat oder beschenken muss, so ist das Buch natürlich eine witzige Ergänzung trockener Schulstunden und kann durchaus weitergehendes Interesse an der griechischen Mythologie wecken.
Die Story allerdings ist in weiten Teilen vorhersehbar, wann immer Monster auftauchen könnten, da tauchen sie auf, Überraschungseffekte bleiben weitestgehend aus, auch wenn die einzelnen Episoden/Abenteuer häufig ganz witzig sind. Ich bezweifle allerdings, dass ich mir die weiteren Bände auch noch anhöre. Meinem Sohn (der oben erwähnte Sechstklässler) hat das Buch besser gefallen (cool!), und das war ja auch der eigentliche Sinn der Anschaffung. Aber das soll er dann, wenn er will, in seiner eigenen Rezension sagen...
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