Hörbuch-Rezensionen von the1zoni
Hier finden Sie alle Hörbuch-Rezensionen von the1zoni
Vergebung
larsson wollte endlich fertig werden
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 14.03.2010
Mit fortschreitender Lektüre macht sich der Verdacht breit: Larsson wollte endlich fertig werden mit seinem (viel zu umfangreich geratenen) Thriller. Da er aber schon mit den ersten Teilen so dicke Wälzer aufgelegt hatte, konnte er jetzt (obwohl ihm nichts überzeugendes mehr einfiel) Teil 3 nicht einfach abspecken. So geriet vieles zu detailliert, die verzögernden Elemente nerven, es passiert nichts unerwartetes. Richtig schlimm ist das Finale, in dem die beiden unheimlichen Geschwister (diese Blutsverwandschaft ist auch ziemlich weit hergeholt...) in einer verlassenen Industrieruine zum Showdown antreten. Danach denkt man: endlich vorbei!
1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Herta Müller erzählt ihre Kindheit im Banat
sehr persönliche erinnerungen
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 28.11.2009
dies ist kein roman, auch kein erinnerungsroman. dies sind sehr persönliche erinnerungen, die herta müller selbst beim erzählen scheinbar plötzlich einschießen, als säße man bei ihr zuhause am küchentisch. sie erinnert sich aus der ungewöhnlichen perspektive des kindes, dem alles groß, fremd und unheimlich erscheint. auch das eigenartige kindliche vokabular hat sie sich erhalten, was ihre sprache so einzigartig macht. ihre kindheit auf dem land in rumänien kommt dem heutigen hörer fast wie eine geschichte aus dem mittelalter vor, inklusive absolutistischer willkürherrschaft und unvorhersahbarer gewalt.
6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Heimweg
literatur ist mehr als eine aneinanderreihung von ankedoten
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 11.11.2009
viele leser kennen H.M. als autor genialer glossen im zeit magazin. entweder nimmt der autor aus marketing-gründen die erwartungen dieser leser auf - was ich nicht glaube, da H.M. einen durchaus bemühten eindruck vermittelt - oder er bekommt den hintergründig spöttischen ton schon nicht mehr aus der druckertinte. das wirkt bei vielen der überwiegend tragisch-traurigen ereignisse völlig deplatziert.
einige passagen sind als zugespitzte porträts durchaus gelungen, aber literatur ist mehr als eine aneinanderreihung von ankedotischen ereignissen. die handelnden personen wissen alle nicht, was sie eigentlich zusammenhält. wir wissen nicht, was den roman zusammenhalten soll.
als erzählperspektive hat sich h.m. einen kunstgriff einfallen lassen, der die sache allerdings auch nicht fesselnder macht, nur überflüssig esoterisch.
1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Lullaby
Eine wirksame Waffe, um Zeit totzuschlagen
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 13.10.2009
Man merkt an der brillianten "Schnitttechnik", warum der Autor gerne verfilmt wird. Oder schreibt er gleich für Hollywood? Sehr spannend zu Beginn, wird der Roman dann sehr weitschweifig und verliebt sich in Details, die ständig wiederholt werden. Sicher eine sehr wirksame Waffe, um Zeit totzuschlagen. Fast so wirksam wie das tödliche Wiegenlied, um dessen Anwendung, Verlockung und schließlich versuchte Ausmerzung (sehr passend: das Wiegenlied heißt Märzlied) sich alles dreht.
4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der schwarze Mönch
wie wird man irre?
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 15.09.2009
falls sie sich schon mal die frage gestellt haben: wie wird man irre? dann gibt tschechow in diesem kurzroman die antwort. psychologisch präzise figuren, die einem allesamt leid tun, in ihrem bühnenreifen schicksal.
0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Reise zum Mittelpunkt der Erde
klassiker
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 15.09.2009
gibt es jemanden, der diese geschichte nicht zumindest aus einer der 365 verfilmungen kennt? genialer klassiker für jungs, mädels und nostalgiker
1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao
traurig, manchmal komisch, immer glaubhaft
von the1zoni aus hamburg, Deutschland am 15.09.2009
eine traurige, trotzdem auch komische familiengeschichte, spielt in NY's hispanic hoods und in der dom.rep. wie schrecklich es dort unter einem der schlimmsten diktatoren zuging, weiß wahrscheinlich kaum jemand. seltsam exotisch klingen aktuelle geschichten aus diesem teil der welt, den soviele als touristen besuchen. insgesamt empfehlenswert, obwohl tw. zu breit ausgewalzt.
0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.







