Hörbuch-Rezensionen von Matthias
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20.000 Meilen unter dem Meer
Leider etwas angestaubt...
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 06.05.2013
Keine Frage: Das hier ist einer der größten Klassiker der Abenteuer-Romane! Ich habe mir das Hörbuch gekauft, weil ich als Jugendlicher das Buch geradezu verschlungen habe.
Das hier konnte mich allerdings nicht mehr so mitreißen. Die vielen Beschreibungen der Unterwasser-Flora und -Fauna waren damals natürlich faszinierend, aber sie nehmen dem Buch doch einiges von dem Tempo, das ich sonst aus Hörspielen (Europa!!!!) oder aus Verfilmungen dieses Stoffes gewohnt bin.
Vielleicht ist mit Jürgen "Benjamin Blümchen" Kluckert auch nicht gerade der hierfür bestens geeignete Vorleser gefunden worden, er trägt es für meinen Geschmack zwar passend intoniert, aber doch insgesamt zu gemächlich und behäbig vor. Ein René Genesis z.B. wäre eine deutlich passendere Wahl gewesen.
Für die Geschichte an sich, die immer noch sehr fasziniert, obwohl man heute doch einiges besser weiß (Beispiel: der damals noch unerreichte Südpol), gebe ich 2 Sterne, einen weiteren für den Sprecher.
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Odyssee im Orient (Trix Solier 2)
In DIESER Form eigentlich überflüssig!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 06.04.2013
Da verlegt Sergej Lukianenko den Schauplatz des zweiten Teiles extra in eine weit entfernte Gegend und in einen völlig anderen Kulterkreis als im ersten Teil, nur um sich dann noch mehr darum zu bemühen, jede - aber auch wirklich JEDE! - Figur des Erstlings dann auf allen erdenklichen Umwegen ebenfalls dorthn zu bekommen? Was soll das? Hier darf man doch wohl grundsätzlich davon ausgehen, dass hier nicht nur neue Abenteuer, sondern auch tolle NEUE Figuren winken, vielleicht sogar noch schrägere als im ersten Teil. Paradebeispiel: Die rauschkrautsüchtige Blumenfee Annette, meine absolute Lieblingsfigur aus dem ersten Teil - ausgerechnet DIE kommt hier allerdings viel zu kurz...
Die Story ist nicht ganz so rund und längst nicht so gelungen wie im Vorgänger, es wirkt zum Teil wirklich etwas bemüht. Auch die Gags zünden nicht ganz so, ich hab im ersten Teil deutlich mehr gelacht.
Über Stefan Kaminski als Narrator braucht ja nun wirlich nichts mehr gesagt zu werden, der ist wieder eine Wucht! Hier schafft er es mit ganz einfachen kleinen Mitteln, es genauso klingen zu lassen, als stiegen einer Nixe beim Sprechen ständig Lufttblasen aus dem Mund - genial gemacht!!
Zwei Sterne für Stefan Kaminski, aber für Story und Figuren ist nicht mehr als ein dritter Stern drin, sorry!
Aber vielleicht waren meine Erwartungen als Erwachsener an ein Kinder- und Jugendbuch nach dem genialen ersten Teil einfach zu hoch??
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Flammender Zorn (Die Tribute von Panem 3)
Zur unnötigen Nebendarstellerin degradiert!!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 06.04.2013
Wenn man eine Heldin derart in den Mittelpunkt einer Geschichte setzt, wie es hier in den ersten beiden Bänden passiert ist (Ich-Perspektive in der Gegenwarts-Form), sollte man auch dafür sorgen, dass sich diese Geschichte auch weiterhin um diese Heldin dreht! Dass Katniss die Kontrolle über die Ereignisse völlig verliert und sich zum Teil mal wieder selbst völlig im Weg steht, okay, das macht ja auch irgendwie Sinn - Aber DAS HIER hat weder Katniss noch der Leser verdient! Man bekommt eigentlich nur noch Informationen über teils völlig unwichtige Nebenschauplätze und -ereignisse mit, die Geschichte läuft an Katniss (und somit am Leser!!!) völlig vorbei!
Erst ganz zum Schluss, mit der letzten (und absolut genialen!) Wendung der Ereignisse, bekommt Suzanne Collins das doch noch wieder in den Griff.
Ein Happy End hat die Trilogie durchaus - nur eben nicht für Katniss... Der Schluss ist meiner Meinung nach durchaus plausibel und sehr konsequent, genau so hätte man es eigentlich doch auch erwartet, oder?
Auch die mutlose, seelisch und körperlich völlig gebrochene Katniss wird von Maria Koschny sehr glaubhaft dargestellt, sie macht ihre Sache hier wieder sehr gut!
Zur Bewertung: Grundsätzlich teile ich die Sterne folgendermaßen auf: max. 2 für Buch und Handlung, ebenfalls max 2 für denVortrag und ggf. 1 zusätzlich für besonders gute Ideen, Atmosphäre o.a.; hier vergebe ich volle 2 Sterne für Maria Koschny (besser geht es nicht!), für die völlig missglückte Handlung keinen Stern (schlechter geht es auch nicht), aber für den logischen und stringenten Schluss den einen möglichen Zusatzstern: macht 3 von max. 5.
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Gefährliche Liebe (Die Tribute von Panem 2)
Der Krieg geht weiter - aber woanders
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 06.04.2013
Das passiert mir eigentlich nie, dass ich mich auf eine Fortsetzung freue, die quasi "Dasselbe noch einmal!" versprach - und das dann aber doch nicht gehalten hat. Die Grundidee des ersten Bandes, die dortige Erzählweise aus der Perspektive von Katniss sowie die nicht abreissen wollende Spannung fand ich so gut, dass ich tatsächlichsehr gespannt darauf war, "dasselbe noch einmal" in einer anderen, noch besseren und noch spannenderen Variante erleben zu dürfen.
Man bekommt vorab schon einmal mehr Hintergrund-Informationen, lernt Panem und vor allem die einzelnen Distrikte besser kennen. Die Idee, zum "Jubel-Jubiläum" die Tribute aus den Reihen der noch lebenden Sieger auszulosen, war schon sehr vielversprechend für die bevorstehenden 50. Hungerspiele. Diesmal geht Katniss nicht als Außenseiterin, sondern als klare Favoritin in die Arena, und trifft dort auf ein Szenario, das enorm viel Spannung, Tempo und Aufregung verspricht - doch dann kommt alles ganz anders als vom Leser erwartet...
Logisch eigentlich, dass man nicht so ohne wetieres "dasselbe noch einmal" erzählen kann, so eine Geschichte muss sich auch weiterentwickeln - aber dieses großartige Arena-Szenario hätte es schon verdient, dass sein Potential für dieses Buch deutlich besser ausgeschöpft worden wäre.
Maria Koschny macht ihre Sache weiterhin hervorragend! Auch bleibt das Ganze schon eine sehr aufregende und vor allem faszinierende Geschichte. Die Wendung zum Schluss fand ich zwar logisch, aber doch eher enttäuschend, da hätte man mehr draus machen können. Daher "nur" 4 von 5 Sternen.
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Hexentage
Tolle Atmosphäre - vom Sprecher versaut!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 29.03.2013
Och nee, muss es denn immer eine Liebesgeschichte sein? Ja, in diesem Fall wohl schon, sonst würde diese Geschichte so nicht funktionieren.
Wer wie ich in Westfalen geboren und aufgewachsen ist, der sollte sich erst recht für ein Buch interessieren, welches ausgesprochen gut wiedergibt, was für ein Zeitgeist damals dort herrschte. Und wer wie ich schon zu Schulzeiten das Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo besucht und sich über die hiesigen Hexenprozesse schlau machen konnte, der weiß auch, was in diesem Buch auf ihn zukommt! Ich hatte mir allerdings etwas mehr "Hexenprozess" und etwas weniger "Lovesory" versprochen - by the way: eine derartig pornographische Szene (detailliert beschriebener Sex mit einer Hochschwangeren) hat in einem solchen Roman doch nun wirklich nichts zu suchen, auch wenn sich das damals bestimmt ebenfalls so abgespielt haben mag, etwas weniger Details, bitte!!
Das Buch baut eine sehr gute Atmosphäre auf, man lebt sich sehr gut in diese Zeit ein. Es ist faszinierend, auf Menschen zu treffen, für die es das Selbstverständlichste auf der Welt ist, dass der leibhaftige Teufel an jeder kleinen Straßenecke lauert, um Menschenseelen ins Verderben zu locken! Alles ganz logisch und natürlich! Man könnte fast schon die Holzkarren über die schlechten Wege rumpeln hören und den stinkenden Dreck der Straße riechen, wenn...
Ja, wenn da nicht der sog. "Narrator" wäre!! Ich dachte immer, jeder, der ein Hörbuch einliest, könnte bereits lesen und würde es nicht anhand eben dieses Buches erst noch üben müssen - aber da habe ich mich wohl getäuscht! Falsche Atemtechnik, falsches Tempo, falsche Betonung, falsche Intonation - schlechter als Manfred Callsen kann man es wohl kaum machen! Den Namen merk ich mir, damit ich NICHT NOCH EINMAL ein von ihm vorgetragenes Buch hören muss!
Fazit: Ein Stern für die Story, ein weiterer für das tolle Gefühl, mitten hinein in einen mittelalterlichen Hexenprozess mitgenommen zu werden, von dem man weiß, daß sie tatsächlich und genau so stattgefunden haben! Der Rest bleibt Punktabzug dank des Sprechers...
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Die Stadt der Träumenden Bücher
Moers meets Indiana Jones!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 29.03.2013
Eine irrwitzige Kombination aus "Hymne an die Bücher", Moers'scher Skurilität und echtem Abenteuer-Roman - inkl. Achterbahn-Fahrt a la "Indiana Jones"! Bisher definitiv das Beste, was ich von Walter Moers gelesen/gehört/gesehen habe.
Die Story braucht ein kleines Weilchen, bis sie in Fahrt kommt, das ist aber auch in Ordnung, da erst einmal die Figuren und diese absolut phantastische Stadt Buchhaim eingeführt werden. Wenn es dann richtig los geht, geht es aber auch RICHTIG los! Den Leser erwarten viele Überraschungen, Kehrtwendungen, Anspielungen und Skurilitäten, teilweise viel es mir echt schwer, mal eine Pause zu machen.
Auch wenn ich das Ende im Groben schon recht früh erahnen konnte, hatte ich trotzdem noch viel Spaß daran, wie es denn dann auch so wie gedacht zustande kam. Die Figuren sind meist nur auf den ersten Blick etwas oberflächlich, am Ende entpuppt sich so mancher als doch erheblich vielschichtiger, als sich am Anfang erahnen ließ.
Dirk Bach war schon immer ein toller Erzähler (ja, er konnte auch anders als laut+schrill!), der hier alle seine Register voll auskostet: Von so leise flüsternd, dass ich den Ton voll aufdrehen musste (was aber zur Situation perfekt passte) bis hin zu (ebenfalls passendem und angemessenem) lautstarken Gebrüll! Die Welt hat hier wirklich ein außerordentliches Talent verloren...
Dirk Bach und Walter Moers - das war schon in "Der Fönig" DIE ideale Kombination!
Volle Punktzahl für ein wirlich tolles Buch und einen außergewöhnlichen Hörgenuss!
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Grau
Vorsicht, Überraschung!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 19.07.2012
Ein wirklich ganz hervorragendes Buch, in mehrfacher Hinsicht! Am Anfang amüsiert man sich noch köstlich über diese völlig schräge Gesellschaftsordnung. Doch dann stellt man - zusammen mit dem Protagonisten - fest, was für gravierende Probleme das "colortokratische System" mit seinen Technologie-Rücksprüngen für manch ein Mitglied des Kollektivs mit sich bringt. Das Buch hört dann auch irgendwann auf, wirklich witzig zu sein, es wird zwischenzeitlich sogar bitterböse! Auf einmal blickt man hinter die Kulissen und auf zum Teil grausame Schicksale. Nur um dann schließlich die wirkliche Wahrheit hinter dem System zu erblicken, und die ist noch grausiger...
Zum Schluss habe ich bis nachts um 2:00 Uhr wachgelegen, weil ich unbedingt noch wissen wollte, wie es ausgeht! Auch wenn das Buch irgendwann "kippt" und man sich fragen mag, was das soll - es lohnt sich auf jeden Fall!
Oliver Rohrbeck habe ich schon facettenreicher gehört, dass er sich hier etwas zurücknimmt, passt aber gut zu den Figuren dieses Buches.
Insgesamt ein Hör-Hochgenuss: Erst total witzig, dann sehr spannend, zum Schluss nachdenklich stimmend. Ohne Frage: Volle Punktzahl bei der Bewertung!
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Die Insel der besonderen Kinder
Ein ganz besonderes Buch!!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 08.07.2012
Fantasy-Märchen, SciFi-Story, Kriegs-Drama, Familien-Geschichte, Horror-Thriller, Psycho-Analyse, generationenübergreifender Vater-Sohn-Konflikt, Liebes-Geschichte, Freundschaft, Abenteuer, Reise-Bericht... Auf ganz sensationelle Weise gelingt es Riggs, alle diese Genres äußerst gekonnt in eine einzige Geschichte zu verweben. Dabei kommt trotz absoluter Homogenität jedes dieser Genres voll zur Geltung!
Ich habe noch nie vorher ein so märchenhaft-romantisches und gleichzeitig grausam-spannendes Buch verschlungen! Unbedingt zu empfehlen!
Die Geschichte ist absolut einzigartig und Simon Jäger gelingt es, dem auch gerecht zu werden - volle Punktzahl, da gibt es gar keine Diskussion!
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Alles Sense: Ein Scheibenwelt-Roman
SENS-sationeller Blödsinn!
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 08.07.2012
Man stelle ich folgendes Szenario vor: Ein in einen schwarzen Umhang gehülltes Skelett klopft an die Tür einer alten Bäuerin, um sich als Erntehelfer zu bewerben ("Ich kann sehr gut mit der Sense umgehen!"). Nach seinem Namen gefragt beginnt das Skelett mit einer herrlich albernen Diskussion (mit ebensolchem Ergebnis) darüber, wie man denn in dieser Gegend heißen könne, ohne Verdacht zu erwecken...
In der Hauptstadt schmiert derweil eine Gruppe unzufriedener Untoter politische Parolen mit Forderungen nach mehr Rechten an die Wände, während überall verstreut tausende Einkaufswagen aus ihren Eiern schlüpfen...
Die Story ist völlig aberwitzig, aber dennoch in sich logisch und abgeschlossen. Die meisten Charaktere sind total schräg - mein erstes "Scheibenwelt"-Buch, aber längst nicht mein letztes!
Dem Erzähl-Stil ist stellenweise etwas schwer zu folgen, es folgen immer wieder "wissenschaftliche" Erklärungen der Vorgänge, die den Rhythmus der Geschichte schon etwas stören. Dafür einen Stern Abzug.
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Die Wiederkehr des Königs (Der Herr der Ringe 3)
Packendes Finale - lahm erzählt
von Matthias aus Bielefeld, Deutschland am 24.05.2012
Zum Schluss geht es noch einmal richtig rund in Mittelerde, und wenn es schon 30 Jahre her ist, dass man das Buch einst als Jüngling gelesen hat, wundert es einen dann doch noch einmal ganz ordentlich, was im Kinofilm am Ende so alles weggelassen worden ist! Aus der Unterjochung des Auenlandes durch Saruman, dem Befreiungskrieg und Wiederaufbau (beides durch den braven Samweis!) hätte man aber auch beinahe noch einen eigenen Film machen können...
Was den Sprecher angeht, so leidet der 3. Teil unter Gert Heidenreich genauso wie schon der zweite - ich verstehe nicht, warum man nicht bei Achim Höppner, der Stimme Gandalfs, geblieben ist!
Punktabzug für Gert Heidenreich!
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