Hörbuch-Rezensionen von ilonka

Hier finden Sie alle Hörbuch-Rezensionen von ilonka

1-6 von 6 Rezensionen

Nachkommenschaften

 Hübsch. Toll gelesen von Hans Jochim Schmidt

von ilonka aus Deutschland am 01.04.2013

Wie immer bei Stifter erlebt man Landschaft, elegant beschrieben.
Spannung bringt eine Familiengeschichte um einen Maler zwischen Kunst
und Bürgertum. Ein Hörbuch für einen geruhsamen beschaulichen Feierabend.

Wundervoll vorgelesen von Hans Jochim Schmidt.
Den möchte ich an dieser Stelle mal ausdrücklich erwähnen. Er hat jede Menge Klassiker eingelesen. Goethe, Schiller, Keller, Raabe, Storm, Novalis, Homer, Schopenhauer, Nietzsche usw usw. Bei audible fast 150 Titel. Immer angenehm zu hören. Das Beste: Durch seine Art zu sprechen werden die alten Texte einfach
verständlicher. Äußerst empfehlenswert!

0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch

 Doppeltes Vergnügen

von ilonka aus Deutschland am 21.02.2013

Das Buch allein schon ist überaus witzig und zugleich spannend. Obendrein sogar
noch historisch und gesellschaftlich lehrreich. Aber was Iris Berben mit ihrer Stimme daraus macht, das verdient zehn Sterne. Das ist ganz hohe Vortragskunst. Oscar für
treffliche Textbelebung!

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur

 Jammer!!! Text kaputtgelesen...

von ilonka aus Deutschland am 11.02.2013

Ein Negativ-Lehrstück für Sprecher: Wie man einen klugen Text komplett zugrunde lesen kann, bis er jeden Sinnes entleert ist. Ich hab nach der Hälfte aufgegeben.
Völlig entnervt. Der Sprecher begreift offenbar überhaupt nicht im mindesten, was er da vorträgt. Die gekünstelt theatralische Stimmlage paßt eh nicht - schlimmer ist, dass dauernd falsche Betonungen gesetzt werden. Wissenschaftliche Texte machen mir normalerweise keine Probleme, aber hier konnte ich die Aussage von Max Weber wirklich nicht mehr wiederfinden.

0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Nerd Attack!: Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook

 aufschlußreich auch für die ältere Generation

von ilonka aus Deutschland am 16.12.2012

Ich hatte beim Hören ziemlich viele Aha-Erlebnisse. Datenverarbeitung hat mich schon als 68er Studentin fasziniert. Hab noch Lochkarten geschrieben für saalgroße Uni- Rechenzentren mit dicken blauen IBM-Computern, die größer waren als eichene Familienschrankwände. Big Blue eben. - Aber dann hatte ich eine Weile Jobs ohne DV und auch keine Familie mit Commodore-Kindern. Und so verpasste ich wohl eine ganze Menge der Entwicklung zu "digital Natives". Als DV dann fast ruckartig zu den beruflichen Notwendigkeiten gehörte, lernten wir alle den täglichen Kampf mit Windows.
In Nerd Attack werden die Denkstrukturen begreiflich. Und es ist wahrlich erschreckend. Wohl nicht umsonst hieß das erste Kleingerät für die meist männlichen Kids "Commodore". Die Spiele waren auf Krieg und Sieg gerichtet.
Und Kinder, die früher "Lausbuben" waren, hatten ein neues Feld für Kreativität:
die technischen Autoritäten austricksen.
Das ist in "Nerd Attack" wunderbar nachzuhören.
Mir hat das aber auch klargemacht, warum leider soviel an den neuen Softwares und Hardwares so unglaublich umständlich wurden. Bloß nicht deutlich werden. Große Kompetenz zeigen in unbegreiflichen Vokabeln. Versteckspielchen.
Ein ganz simpler Videorecorder mit 86 klein bedruckten Seiten Bedienungsanleitung
kann nicht wirklich bedient werden, wenn man die Sprache nicht versteht. Eigentlich soll der Apparat mir dienen und ich nicht ihm...
Inzwischen ist man ja nun auf die "intuitive" Bedienung gekommen, schon besser.
Weiblicher sozusagen. Aber die zugrunde liegenden Denkstrukturen sind immer noch die gleichen.

"Nerd Attack" zeigt ein Stück Geistesgeschichte. Prima geschrieben und prima gelesen.

Vielleicht ist noch dieser Hinweis erlaubt auf ein ganz außergewöhnliches Werk:
Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit. "Nerd Attack" ist dazu eine schöne Ergänzung. Diesen Friedell gibt es auch als Hörbuch, leider noch nicht bei audible, aber das kann sich ja ändern...

.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Atlas eines ängstlichen Mannes

 kann man gut mehrmals hören

von ilonka aus Deutschland am 11.12.2012

Ich kann mich der Begeisterung nur uneingeschränkt anschließen. Was für ein
erkenntnisreicher Genuß. Man kommt ordentlich rum in der Welt des Vielgereisten.
Scheint zunächst nach schönem Abenteuergefühl für den Daheimgebliebenen. Aber in diesen Erwartungsrahmen bringt der Autor oft die feinen Beobachtungen kleinster Details aus dem Alltag der Menschen hinein - und die Ferne erweist sich als gar nicht so fern. Ransmayr richtet diesen scharfen Blick auch auf seine Heimat. Unvergesslich wird mir die Geschichte bleiben, in der ein Vater seiner kleinen Tochter die sehnlich gewünschten Schuhe zur Kommunion kauft. Diese Miniatur ersetzt ganze dickleibige Hirnwerke über Soziologie und Erziehung.
Es ist ein Hörbuch mit Herz - das vermittelt auch die Stimme des Autors.
Nie wird sie aufdringlich. Ich wollte einfach nur zuhören. Mich mitnehmen lassen.
Sinnlich. Gute Sprache und Spreche kann durchs Ohr auf der Zunge bizzeln.
Werde ich noch öfter hören. Um auch das noch mitzukriegen, was mir bisher entgangen ist. Vielen Dank, Herr Ransmayr, für diese wundervolle Arbeit.

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Der Mann, der niemals schlief: Ein Tom-Sawyer-Roman

 da hätte vielleicht auch Mark Twain gerne zugehört

von ilonka aus Deutschland am 10.12.2012

Sich als Autor so an eine Fortschreibung des Klassikers zu wagen, ist schon allerhand. Ich war sehr skeptisch, aber dann ganz schnell gefangen von der Geschichte. Wahrhaftig aufregend bis zum letzten Moment. Man glaubt ja nicht, was es im beschaulichen St.Petersburg alles gibt... Einerseits fühlt man sich im Buch irgendwie zu Hause. Man kennt das Personal und die Schauplätze seit der Lektüre in Jugendjahren. Aber dann wird doch einiges befremdlich. Beruhigend: Tom Sawyer bleibt auch als Detektiv der absolut unkaputtbare Held. Gut. Denn es geht nicht grade sanft zu. Naja, ein leichter Hang zur Groteske würde Master Twain wohl nicht stören. Erzählerisch gelungen.
Ein Sprachmeisterwerk ist es nicht unbedingt. Aber ein SPRECHMEISTERWERK. Dafür noch mal fünf Sterne extra. Till Hagen hat sich nach meinem Gefühl 15 Stunden lang kein einziges Mal im Ton vergriffen und in der Betonung. Klasse. (Leider gibt es nicht wenige Hörbücher, wo man denkt, der Sprecher hat keine Ahnung, von was er da redet oder keinen Bezug zum Text.) Hier ist einer der seltenen Fälle, wo sozusagen das Buch selber spricht. Vorbildlich.
.

8 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Inhalt der Rezension als unzumutbar an Audible melden:
Entspricht diese Rezension nicht unseren Richtlinien für Rezensionen oder ist in anderer Weise unzumutbar und sollte deshalb von unserer Website entfernt werden? Dann klicken Sie bitte auf den unten angezeigten Button.Wir werden die Rezension prüfen und das Nötige veranlassen.

Missbrauch melden Abbrechen