Hörbuch-Rezensionen von Jochen
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Der Mann, der kein Mörder war
Sebastian kriegt jede Frau ins Bett
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 05.01.2013
Ausnahmsweise mal zuerst zum Sprecher:
Von Douglas Welbat habe ich noch nichts gehört. Er hat eine angenehme, dunkle, etwas langsame Sprechweise. Seine Stimme und Interpretation passt gut zu dieser Geschichte. Leider hat er kein Talent die Personen unterschiedlich darzustellen. Alle klingen gleich. Ob die Figur weiblich oder männlich ist, aufgeputscht oder schläfrig, die Sprechweise bleibt nahezu immer gleich. Schade. Gelänge es Hr. Welbat Stimmen unterschiedlich zu interpretieren, könnte er mit dem besten Vorleser, Reinhard Kuhnert, fast mithalten.
Nun zur Story. Mir gefiel die Geschichte gut. Die Story kommt langsam voran, ohne jedoch große Hänger zu haben. Die Hauptperson, Sebastian, ist mir sympatisch. Er ist eingebildet, hat - wie so viele schwedische Helden - ein psychisches Problem und vor allem hat er eine große Schwäche: Frauen. Das ist doch mal was anderes! Sebastian kann selten wiederstehen wenn eine Frau in sein Raster passt. Er muss sie einfach ins Bett bringen. Und er schafft es auch immer! Beneidenswert - und hörenswert.
Die vielen Nebenpersonen, Vanja, Billi, Torkel, Ursula usw. sind glaubwürdig. Ich hatte großen Spaß deren Dialoge und Nicklichkeiten zu verfolgen.
Die Krimigeschichte ist zwar langsam, aber spannend. Die Auflösung fand ich ein wenig zu konstruiert. Dennoch folgte ich der Story mit Freude.
Fazit: Ein spannender, nicht blutrünstiger Krimi. Kein Thriller. Einige Schwedenkrimis von Jo Nesbo, z. B. Schneemann, gefielen mir besser. An Harlan Coben Thriller kommt die Geschichte auch nicht ran. Dennoch sehr hörenswert.
2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Schnitt
Psychothriller im positiven Mittelmaß
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 05.01.2013
"Schnitt" von Marc Rabe habe ich vor ca. 2 Monaten gehört. Nun mache ich mich an die Rezension und muss erst nochmal ins Hörbuch hineinhören um mich erinnern zu können. Ich wusste noch, dass es mich damals auf einer langen Autobahnfahrt gut unterhalten hat. Dass ich nichts mehr von der Handlung in Erinnerung habe, sagt mir, dass die Story gutes Mittelmaß ist.
Gabriel wäre ein ganz passabler Charakter, der zum Mitfiebern gut ist. Allerdings nervten mich seine, nennen wir es, gespaltene Persönlichkeit. Was geschieht überhaupt mit dieser Stimme?
Die Geschichte an sich ist gut konstruiert. Es gibt kaum Hänger. David, Gabriels Bruder, verhält sich glaubwürdig. Es ist allerdings schwierig nachvollziehbar, dass Gabriel nach seiner Entlassung keinen Kontakt zu David gesucht hat.
Die Motivation der Krankenschwester, die im letzten Drittel der Geschichte mitspielt, ist nicht nachvollziehbar. Ebenso Vals Motiv. Ich halte es für zu konstruiert.Die Vorgänge am Abend des 13. Oktober sind sehr unglaubwürdig.
Zarkov ist dagegen ein interessanter, halbwegs glaubwürdiger Charakter. Gabriels Antrieb Liz zu finden ist sehr stark und absolut nachvollziehbar. Hier gelingt es dem Autor hin und wieder, dass man mitfiebert. Vor allem Liz' Situation ist spannend und gut gelöst.
Das Ende in der Villa ist leider auch viel zu konstruiert.
OK, ich meckere viel. Dennoch ist "Schnitt" insgesamt ein ordentlicher Thriller. Leider kann ich die Begeisterung für den Vorleser Sascha Rothermund nicht nachvollziehen. Er schafft es Stimmung aufzubauen und spielt gut mit der Sprechgeschwindigkeit. Bei der Darstellung der unterschiedlichen Figuren scheitert er. Alle Charaktere klingen bei ihm gleich. Bei manchen Dialogen hatte ich Schwierigkeiten zu erkennen, wer denn nun gerade spricht. Er liest gut, begeistert mich aber nicht.
3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Überman
Zuviel des Mittelmäßigen
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 28.11.2012
Tja, da ist der Autor deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Oder nutzt sich der Humor von T. Jaud einfach nur ab?
Ich jedenfalls konnte nur selten lachen. Meist war ich genervt von den überzogenen Handlungen Simons. Er ist auch alles andere als sympathisch. Ich bin mir nicht sicher, ob der Autor das so gewollt hat.
Fazit: Zu wenig gelungene Gags, total überzeichnete Handlung und bemüht witzige Formulierungen. Ständig Mittelmäßigkeit machen in der Summe ein schwaches Hörbuch. Der Autor liest bemüht, aber auch überzogen.
7 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Winter der Welt (Die Jahrhundert-Saga 2)
Massenvergewaltigung und Leichenbeseitigung
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 28.11.2012
Die meisten Hörücher von Ken Follett gefallen mir gut. Eine sogar sehr gut, wie z. B. Säulen der Erde, Tore der Welt und eben Sturz der Titanen. Alles Hörbücher, die 5 Sterne verdienen.
Winter der Welt ist noch besser. Ganz selten höre ich derart fesselnde Geschichten. Ausnahmslos alle Episoden der verschiedenen Charaktere sind spannend und lehrreich.
Carlas Geschichte ist bei diesen überragenden Geschichten sogar nochmal eine Steigerung. Bei ihrer Erzählung gibt es Massenvergewaltigung und eine Leiche wird beseitigt, was wahnsinnig spannend geschildert ist. Nebenbei reißt Follett eine Thrillerhandlung um das Verschwinden behinderter Kinder an und eine Spionagestory im Geiste von Folletts "Die Nadel" wird erzählt. Und alles nur in dem Handlungsstrang von Carla!
Nochmal: Dieses Hörbuch ist phantastisch, überragend und perfekt erzählt.
Philipp Schepmann liest ausgezeichnet. Er schafft es den Personen unterschiedliche Stimmen zu geben.
Etwas ganz seltenes haben wir hier: Ein perfektes Hörbuch.
1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Das Lied von Eis und Feuer 20
Das wars wohl für sehr lange Zeit
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 17.10.2012
Leider der vorerst letzte Teil dieser hervorragenden Fantasy Serie. Es wird wohl wieder Jahre dauern bis ich erfahre wie es mit Jon, Cersei, Tyrion, Arya und allen anderen weitergeht.
Natürlich ist auch Teil 20 voll von der erzählerischen Kraft Martins. Intrigen werden geschmiedet, Schlachten geplant und das Epos wird aus vielerlei Gesichtspunkten erzählt. Aus sehr vielen. Vor allem die Abenteuer von Prinz Quentin aus Dorne und Ser Bariston Selmy in Meeren werden lange beleuchtet.
Die Ereignisse in Meeren nehmen deshalb fast genau so viel Erzählzeit in Anspruch wie alle Geschichten aus dem Westen zusammen.
Arya wird zu einer „Gesichtslosen“ ausgebildet. Jon sorgt sich um die Wildlinge im Norden, Stannis Baratheon versinkt im Schnee, Tyrion zieht seinen Kopf gleich mehrmals aus der Schlinge, Cersei wird erniedrigt. Es geschieht wieder mal sehr viel.
War mir sehr gut gefällt ist, dass die Handlungen selten so verlaufen wie man das von gängigen Geschichten gewohnt ist. Ohne zu viel zu verraten ein – leicht verändertes - Beispiel: Bei einer sehr waghalsigen Befreiungsaktion geht bereits vor der Befreiung viel schief und der Held der Befreiung stirbt. Wie es mit den Befreiten weitergeht erfährt man viel später in zwei Nebensätzen. Mal was ganz anderes! Ich mag sowas.
Allerdings muss ich gestehen, dass selbst ich als langjähriger Fan der Serie nicht mehr mitgekommen bin als es um die Herrschaftsverhältnisse von Lord John Connington ging. Es ist halt recht komplex das Personengefüge.
Reinhard Kuhnert ist und bleibt der beste Erzähler im deutschsprachigen Raum. Niemand kann derart viele Stimmen und Stimmungen erzeugen und interpretieren. Ein Genuss.
Was bleibt ist der Trennungsschmerz. Die lange Zeit der Warterei beginnt. Traurig aber wahr.
6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Das Lied von Eis und Feuer 19
Großartig - wie zu allerbesten Zeiten
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 21.09.2012
Mit dem 19. Teil der Hörbuchserie erlebt der Hörer (wieder mal) den allerhöchsten Standard an Hörbuchunterhaltung. Besser geht es nicht mehr. Die Geschichten sind allesamt spannend und perfekt gelesen. Neben den Tyrion-Kapiteln und den Ereignissen auf der Mauer hat mich vor allem die Geschichte von Thean Greyjoy gepackt. Unglaublich spannend. Man kann seine Angst vor Ramsay sehr gut nachvollziehen und seinen Gewissenskonflikt zu fliehen oder zu bleiben. Hervorragend.
Mittlerweile kennt man die Figuren gut und ist sehr gespannt wo deren Reise hingeht. Lediglich bei Cersei bin ich mir recht sicher was mit ihr geschehen wird. Sie hat kaum eine Wahl wenn es heißt zwischen Stolz und Buß zu wählen.
Was soll ich sagen? Ich bin total begeistert. Die Bände 13 - 16 fielen deutlich ab. Mit dem neuen Buch schwingt sich Martin auf die perfekte Unterhaltung fortzuführen.
Reinhard Kuhnert ist und bleibt für mich der beste Vorleser.
3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Öffne die Augen
Lehrstück in Sachen Spannungsaufbau. Ende schwach.
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 05.09.2012
Die beiden Handlungsstränge mit Lucie und Sharko sind nahezu perfekt konstruiert. Die Spannung steigt ständig. Die Handlungen laufen aufeinander zu und enden in einer einzigen Handlungsebene.
Das ist nahezu perfekt konstruiert. Ständig werden neuee, interessantee oder rätselhafte Details bekannt. Man will einfach wissen wohin diese Schnitzeljagd führt.
Die Idee mit dem Film im Film ist gut. Leider ist die Erklärung der Motive der Bösewichte unglaubwürdig. Ein Mummenschanz! Als die Motive erklärt werden, ca. 40 Minuten vor dem Ende, habe ich mir das 2x angehört. Ich will nichts vorwegnehmen, aber es ist einfach blödsinnig.
Schade, denn eine logische, halbwegs nachvollziehbare Erklärung für die Taten währen das Sahnehäubchen auf dieser sehr spannenden Geschichte gewesen. Der allerletzte Twist wirkt unnötig und aufgesetzt.
Charles Rettinghaus als Vorleser ist bestenfalls durchschnittlich. Sehr gut gefielen mir seine langen Pausen beim jeweils nächsten Kapitel. Leider schafft er es überhaupt nicht einzelne Figuren herauszuarbeiten. Alle klingen gleich. Mann, Frau, Kind, Greis - ich habe nie erkannt wer gerade spricht. Selbst Emotionen der Figuren kann er kaum transportieren. Hr. Rettinghaus sollte sich einmal Reinhard Kuhnert (Das Lied von Eis und Feuer) anhören. Hr. Kuhnert bildet derzeit die Spitze deutscher Vorleser.
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Todesmarsch
Warnung. Warnung für Nummer 47!
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 05.09.2012
Auch dieses Buch habe ich damals gelesen als es in den 90er Jahren erschien. Es war eines meiner Lieblingsbücher von King.
Noch heute denke ich bei jeder längeren Wanderung an die Figuren aus diesem Buch. Vor allem während meiner Bundeswehrzeit, als ich zweimal den 30km Marsch machen musste "half" mir Todesmarsch. Der Gedanke "nur nicht aufgeben" verhilft zu ungeanten Kräften wenn man müde wird.
Das Buch ist spannend. Die Figuren neben Garraty hätten noch ein wenig ausführlicher beleuchtet werden können. Stebbins ist eine sehr interessante Gestalt. Ich hätte gerne noch mehr über seine Strategie erfahren. Wie gehen die Geher mit den Verwahrnungen um? Wie sieht das "Zeitmanagement" mit den Verwahrnungen der einzelnen Geher aus? Dazu hätte ich mir gerne mehr gewünscht.
Mir gefiel Todesmarsch als Buch super. Als Hörbuch ist es keinen Deut schlechter. David Nathan liest gewohnt gut. Empfehlenswert!
2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Das Lied von Eis und Feuer 18
Stinker kommt von stinken und reimt sich auf ...
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 13.08.2012
Die Episoden von Stinker, alias Theon Greyjoy, sind mittlerweile fast so gut wie die von Tyrion. Mittlerweile ist jeder der Erzählstränge top.
Es macht (wieder) so Spaß wie zu allerbesten Zeiten (Band 1- 8). Ich hoffe, dass diese Serie noch lange weitergeht. Und dass sie überhaupt fertiggestellt wird von G. R. R. Martin.
Reinhard Kuhnert liest wie immer überragend.
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The Stand: Das letzte Gefecht
54 Stunden und meist Fünfsterneniveau
von Jochen aus Unterföhring, Deutschland am 21.07.2012
Auch ich habe The Stand in den 90er Jahren gelesen. Es war einer meiner liebsten King-Romane. Jetzt, 2 Jahrzehnte danach, finde ich den Roman immer noch toll.
Ich finde es herrlich wie King es schafft diese Story aufzubauen. Captain Trips kommt langsam aber gewaltig. Toll auch, dass hier noch ein paar Seiten mehr erzählt werden als damals im Buch. Hier vor allem der Beginn der Geschichte mit der Familie, die aus dem Versuchszentrum flieht.
Die Charaktere werden wunderbar nach und nach eingeführt. Es sind auch nicht zu viele. Natürlich sind Stu, Frannie und Harold lange Zeit die Eckpfeiler der Story. Vielleicht ist das ganze ein bisschen zu sehr schwarz und weiß. Hier sei "Das Lied von Eis und Feuer" erwähnt. Dort gibt es mehr Grauzonen bei den Charakteren, was mir besser gefällt.
Aber genug gemecket. King schafft es beinahe die ganzen 54 Stunden lang mein Interesse an der Story hochzuhalten. Hängen geblieben ist die Geschichte mit den Flugzeugunglücken. Diese Story wird von Glen Batemann etwa in der Mitte des Buches erzählt. Es gibt wissenschaftliche Studien darüber, dass in Flugzeugen und Zügen, welche abstürzen, bzw. entgleisen, etwa 20% weniger Personen mitfahren. Die Personen, die nicht einsteigen, haben eine Art übersinnliche Fähigkeit. Diese Fähigkeit äußert sich darin, dass sie einfach ein schlechtes Gefühl haben einzusteigen. Faszinierend!
Ich muss zugeben, ich wusste nicht mehr wie die Geschichte ausging. Deshalb war ich ein wenig verwundert, als nach dem Finale doch noch recht lange erzählt wurde wie es weiter geht mit den Überlebenden.
Mir hat es viel Freude gemacht dieses Hörbuch zu hören. Nicht zuletzt wegen David Nathan Er ist einer der wenigen Erzähler der es schafft eine gute Story noch besser zu machen. Das können noch Reinhard Kuhnert, Andreas Fröhlich, Ulrich Nöthen und - mit Abstrichen - Uve Tschner.
2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.










