Hörbuch-Rezensionen von Bernd

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1-10 von 28 Rezensionen

Stunde der Vergeltung (McCloud Brothers 6)

 Unglaublich gut, erotisch (wie stets) und spannend

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 25.04.2013

5 Sterne sind hier nicht genug, daher 2 Extra-Sterne für Svantje Wascher !!

Tamara Steele ist nun für ihre kleine Adoptivtochter Rachel da. Das Leben, das sie sich aufgebaut hat, wird jedoch schlagartig auf den Kopf gestellt als Val Janos in ihr Leben tritt. Er muß sie seinem ehemaligem Auftraggeber Daddy Novak ausliefern, wenn er seinen Mentoren Imre lebend wiedersehen möchte. Daß er dies beim Anblick der aufregenden Tamara gar nicht mehr tun möchte ist schnell klar, doch er ködert sie mit der Aussicht, den Mörder ihres Vaters und ihrer Familie zur Strecke bringen zu können.

Ich fieberte diesem Band um Tamara entgegen, seit sie im ersten Band ihren Auftritt (noch) auf der Seite des Bösewichtes hatte und seitdem auf stets mysteriöse Weise wiederkehrte. An diesen Teil hatte ich recht hohe Erwartungen, da Tam ja nun beileibe kein einfacher Charakter ist, aus dem plötzlich ein weichgespülter Charakter werden kann. ABER weit gefehlt - Mrs. McKenna hat hier alles perfekt zusammengebracht, der ihr zugedachte Herr paßt natürlich auch wie die Faust aufs Auge. Tamara ist die stahlharte, mutige, brutal-humorvolle Heldin geblieben, die aber dank Rachel und den Einblicken in ihre Vergangenheit eine weiche, tragische und verletzliche Seite dazubekam. An ihrer Seite taucht nun Val auf, mit dem die Autorin einen ganz neuen Heldentypus innerhalb der Serie entwickelte. Valerys Schicksalsweg begann, als seine Mutter, eine Prostituierte, starb und er von da an ihre Stelle im Gefolge des Verbrechers Novak einnehmen mußte. Auch für ihn waren Mord, Diebstahl und Betrug keine Fremdworte, doch er hat das Herz am rechten Fleck. Und er ist fasziniert von Tamara, sie gibt seinem bisher leeren, sinnlosen Leben einen neuen Sinn.

Man kann Shannon McKenna sicher nicht vorwerfen, daß sie langweilige Charaktere kreieren würde! So finden Gott sei Dank auch alte Bekannte Einzug in die Geschichte. Wir sind auf Nicks und Beccas Hochzeit und dürfen miterleben, wie amüsant und vom Beschützerinstinkt getrieben sämtliche McClouds, Freunde und Ehefrauen den vermeintlich Neuen an Tamaras Seite beäugen. Einfach großartig!

Shannon McKenna hat mit „Stunde der Vergeltung“ (wieder) einen ungemein spannenden und emotional mitreißenden sechsten Teil der McCloud und Freunde–Serie geschaffen, der vor allem mit seinen zweieinhalb starken Protagonisten besticht. Ein Hoch auf Val, Tamara und den ambitionierten Schreihals Rachel!

Ich liebe die Romane von Shannon McKenna, weil sie so plastisch und realistisch schreibt. Stunde der Vergeltung' ist ein spannender Thriller, der sowohl erotisch, als auch pychologisch einiges zu bieten hat. 'Gute' wie 'böse' Protagonisten sind allesamt schillernde Typen, die Figuren sind ausgefeilt und äußerst überzeugend.

25 von 25 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Zwielicht (Die schwarzen Juwelen 4)

 Einfach schön... eine wertvolle 'Ergänzung'

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 09.04.2013

Vorab :
Auch ich war zuerst, wie andere Rezensenten, etwas enttäuscht, daß Sascha Rotermund für diesen (und die folgenden Bände) nicht zur Verfügung stand/stehen wird. Allerdings kann ich die 'Verdammung' Gabriele Blums nicht nachvollziehen; mir hat die 'neue Stimme' recht gut gefallen, zumal es in diesem Band oftmals um Liebe (und andere Katastrophen) geht - da passt eine weibliche Stimme optimal.

Es war mir bewußt, daß der vierte Band keine direkte Fortsetzung zu den ersten drei Bänden sein würde, trotzdem habe ich ihn gekauft - auch in der Hoffnung zu erfahren, wie es mit Jeanelle und Daemon weiter geht.

Und ich bin nicht enttäuscht worden. Allein die Episode 2 (Lucivar und seine Marian) lohnte den Kauf. Doch auch mit Daemon und Jeanelle geht es recht forsch weiter.

1) In "Traumweber" liest man über die Entstehung der Traumweber und den Tod der Drachen.
2) "The Prince von Ebon Rhi" erzählt die Geschichte von Lucivar und Marian
3) "Zuulaman" blickt in Saetans Vergangenheit und erzählt vom Tod seines dritten Kindes und dem Ende seiner Ehe mit Hekatha.
4) "Das Herz von Kaeleer" fängt dort an, wo SCHATTEN aufgehört hat und handelt von Daemons und Jaenelles schwierigem Weg zum großen Glück - schliesst an Band 3 (Schatten) an.

In diesen Episoden werden Fragen beantwortet, die man sich beim Lesen der vorhergehenden Bände gestellt hat - und das in gewohnter Anne-Bishop-Qualität. Von der gewohnten einzigartigen düsteren Athmosphäre muß man hier keinerlei Abstriche machen.

Fazit: Absolut lesenswert - oder eher: Sollte man nicht versäumen!

4 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Frisch gebissen (Chicagoland Vampires 1)

 Oh Mann (äh...Frau) - was für ein Murks...

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 28.02.2013

...der eigentlich keiner Rezension würdig ist. Aber sei's drum:

Die Katastrophe nimmt bereits am Anfang ihren Lauf. Da wird eine knapp Dreißigjährige des Nachts auf dem Uni-Gelände von einem (bösen) Vampir angefallen und tödlich verletzt. Rein zufällig (ha-ha-ha) erscheinen zwei (gute) Vampire und ersparen ihr einen verfrühten Abgang, indem einer sie zu einem Vampir wandelt. So weit, so witzig. Das Vampir-Frühchen erwacht nach drei Tagen, und Ihre erste Äußerung ist: 'Man hat mich ungerecht behandelt.' Gleich danach stellt sie fest, daß sich ihr Leben grundlegend geändert hat - was für eine beeindruckende Geistesleistung.

Weniger beeindruckend war, daß die Gute sich im weiteren Verlauf alle 5 Minuten darüber auslässt, daß a) niemand ihre Einwilligung zur Wandlung eingeholt hat; b) sie ihr altes Leben zurückhaben möchte; und c) alle Vampire zumindest Monster sind (ungeachtet der Tatsache, daß sie nun selbst eine(r) ist). Ja, um Himmels willen: Sie war dem Tode nah, und drei Tage lang bewusstlos - wie also hätte jemand ihre Einwilligung einholen sollen?

Bei logischer Betrachtung (aber vielleicht ist das von einer Doktorandin, die kurz vor dem Abschluss ihrer Diplomarbeit stand, zuviel verlangt?) wäre ihr eventuell aufgefallen, daß sie ohne Hilfe tot aufgewacht wäre. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, daß die Protagonistin nicht einmal im Traum eine Danksagung erwägt.

EIN Lob jedoch gebührt der Autorin: Sie hat nun erstmals öffentlich bekannt gemacht, daß die Wandlung zum Vampir unweigerlich zur Gehirnerweichung führt.

Nun, zur schriftstellerischen Leistung (sofern man in diesem Fall eine solche Benennung überhaupt ins Auge fassen kann) wäre zu sagen, daß es sich um eine Aneinanderreihung von nichtssagendem, wehleidigem bis unsäglichen Geschwätz handelt (die Amerikaner nennen so etwas treffender 'bitching'), pikant gewürzt mit jeder Menge logischer Fehler (was allerdings an der lustlosen bis mangelhaften Übersetzung ins Deutsche liegen kann). Ein Beispiel gefällig?
Die Freundin der Protagistin, Mallory; schaltet den Fernseher aus, keine fünfzehn Sekunden später fordert sie Merit auf, sich 'das doch mal anzusehen'..Ja - was denn bitte - den schwarzen Bildschirm? Nur der Ordnung halber: Merit zieht selbstverständlich NICHT in Betracht, diese naheliegende Frage zu stellen.

Mein Fazit:
Ich habe mich wirklich benüht, irgend etwas Gutes an diesem 'Werk' zu finden, aber das einzig Positive ist die Sprecherin, Elena Wilms (ihr sind auch die Sterne geschuldet), die gewohnt professionell und souverän vorträgt; natürlich kann selbst sie diesen Schmarrn nicht 'retten'.
Bei dieser Gelegenheit: Wenn auch Sie Frau Wilms Stimme und Professionalität mögen, tun sie sich doch die Gestaltwandler-Serie und/oder Nachtlilien an, beide Werke sind ausdrücklicher Empfehlung wert.

Zum guten Schluß: Ich habe den 'Genuss' nach 45 Minuten endgültig abgebrochen, und damit etwa 12 Stunden meiner Zeit einer intelligenteren Verwendung zugeführt.

23 von 31 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Todesritual

 Laaaanngggweilig - Kein Vergleich mit den Ersten!

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 07.02.2013

Mingus ist alt geworden - und (sehr) verbraucht. Tja, das geht uns allen wohl früher oder später so.

Vermutlich wird unser Älterwerden ebenso langweilig sein - das ist aber keine Rechtfertigung, uns bereits jetzt mit dieser Zumutung (die der Verlag mit äußerstem Wagemut noch einen 'Thriller' nennt) zu belästigen!

Thriller waren die ersten beiden Bände dieser Trilogie ohne Zweifel - diese haben Spannung UND Lokalkolorit vermittelt; man befand sich stets mit dem Protagonisten mitten im Geschehen. Hier schaut/hört man nur zu und kann oft das ständige Gähnen kaum unterdrücken.

Der erste Teil dieses (m.E völlig überflüssigen) Machwerks wurde mit einer über die Maßen ausgewalzten Wiederholung der Ereignisse in Band 1 und 2 aufgebauscht, von Handlung kaum eine Rede - und das bißchen war auch noch schwach konstruiert.

Im zweiten Teil (den ich eigentlich nur noch widerwillig begonnen habe) artete das Ganze dann in 'Ergreifende Geschichten aus Absurdistan' aus, aufgefüllt durch weitere Wiederholungen aus 1 und 2 (Einiges davon sogar mehrfach), und zusätzlich 'aufgepept' durch hirnrissiges Psychogeschwafel.

In den dritten Teil habe ich eigentlich nur noch aus Pflichtbewußtsein kurz reingehört - und habe selbst das schnell bereut. Und den 'Genuß' endgültig abgebrochen.

In Anbetracht der 'Qualität' des Grundwerks wirkte selbst Christian Baumanns Vortrag (der die ersten beiden Bände gnadenlos gut gelesen hatte) einfach nur noch einlullend.

Fazit:
Das einzig Gute an diesem Machwerk ist die elektronische Übermittlungsform - so spart man sich den Weg zum Papiercontainer :-) Dieses Ärgernis würde ich mich nicht mal wagen, zu spenden oder zu verschenken. Nun - eventuell an Erzfeinde ?
Falls Sie sich über die ZWEI Sterne wundern: Einer ist Christian Baumann geschuldet, dieser kann schließlich nichts dafür, daß er knapp 18 Stunden nichtssagendes Gelaber vorlesen sollte; mit dem zweiten Stern ist Nick Stones 'Schöpfung' eher noch überbewertet....

8 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Flammen der Begierde (Immortals 8)

 The Dark Prince...kämpft gegen Stolpersteine

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 30.01.2013

'Flammen der Begierde' ließ sich gut hören (was selbstverständlich auch dem - wie gewohnt - engagierten und souveränen Vortrag der Sprecherin Vera Teltz zu verdanken ist), und war wie stets mit humorvollen Einlagen gespickt (auch wenn einige Dialoge - im ersten Teil dieses Hörbuchs - recht einfältig 'rüberkamen).

Dennoch konnte mich der mittlerweile 8. Band der insgesamt hervorragenden Serie nur bedingt begeistern. Der Stein des Anstosses ist im vorgenannten Teil 1 zu suchen, der unter dem Bezug auf den Einstiegsroman der Serie ('Nacht des Begehrens') erheblich leidet. Was für Neueinsteiger der Serie sicher hilfreich ist, wirkt sich für 'Wissende' auf Grund der vielfältigen 'Rückblicke' und Wiederholungen, die mit den (nahezu zeitgleichen) Geschehnissen um Lachlain & Emma zusammenhängen, bremsend bis lästig aus. So nimmt die Story erst gegen Ende des ersten Teils richtig Fahrt auf (und das auf dem Amazonas ;-), was mich zu einer Rückstufung auf 3 Sterne veranlasste.

Wie Kresley Cole uns dann endlich an der emotionalen Berg- und Talfahrt von Garreth und seiner Walküre Lucia, der tollkühnen Bogenschützin, teilhaben lässt, gehört sicher zu den Highlights der bisherigen Serie. Teil 2 ist äußerst spannend, teilweise nervenzerfetzend; die Konstruktion und Auflösung ist genial. Wie die beiden Protagonisten zusammenfinden, natürlich nicht ohne die gewohnt prickelnden leidenschaftlichen Szenen, ist einfach berührend, und im besten Sinne des Wortes: Erotik Pur.
Teil 2 ist mit 5 Sternen eigentlich unterbewertet (was noch wichtig sein wird).

Die Gesamtwertung addiert sich ergo zu 4 Sternen.

Bedauerlichweise schließt Teil 2 mit einem 'Epilog'. Warum in Anführungszeichen?
Nun - es handelt sich um einen primitiven, weil viel zu offensichtlichen (dreiteiligen)
Cliffhanger. Das ist, an Mrs. Coles schriftstellerischem Niveau gemessen, unterirdisch, und zudem völlig überflüssig, da der Abschluß der Romanhandlung schlüssig war.
Eigentlich kann ich mir nur einen Grund vorstellen, und der wäre: Einflußnahme eines
übereifrigen Verlagsmitarbeiters aus kommerziellen Erwägungen.

Diese äußerst plumpe und ärgerliche Vorgehensweise hätte (normalerweise) zu einer
Abwertung um einen Stern geführt. Mein Gerechtigkeitssinn legte hiergegen unter Darlegung zweier Gründe Einspruch ein: Die Qualität des zweiten Teils (s.o.), sowie Vera Teltz.
Das war absolut überzeugend, denn 3 Sterne wären hier wirklich zu wenig!

Allen Interessierten viel Spaß beim Hören :-))

10 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Schicksal!

 Um es auf den Punkt zu bringen: Niveaulose Witze

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 20.01.2013

Ärgerlicher Abklatsch!

Die zwei Sterne sind übrigens zu 80 % Simon Jägers wie stets großartiger Vortragskunst geschuldet!

Daß einige Rezensenten dieses überflüssige Machwerk mit Christopher Moores genialen Werken vergleichen will sich mir beim besten Willen nicht erschließen. Das grenzt ja an Majestätsbeleidigung :-))

Meine Empfehlung: Nehmen Sie (Ihr) Schicksal! NICHT in die eigenen Hände - greifen Sie statdessen lieber zu John Nivens 'Gott bewahre' und erfreuen Sie sich an der blasphemischen, schamlosen neuen Passionsgeschichte voller böser, sehr lustiger Ideen und Nivens beeindruckendem Schreibstil !!!
Dieses Werk spielt wahrhaftig in der Moore-Liga!

*******

Die Grundidee des 'Schicksal's ist wirklich gut, es sind sowohl einige Lacher als auch weitergehende Fragen aufwerfende Ideen drin.

Ansonsten: Die Geschichte ist in lässiger Sprache geschrieben, allein es bräuchte einen Autor, der über die unerläßlichen schriftstellerischen Fähigkeiten verfügt, den guten Ansatz in eine lesenswerte Form zu bringen, und ohne störende sprachliche oder sachliche Schwächen auszukommen.

Was die 'Hörlust' letztendlich zum Erschlaffen brachte, war das durch permanente Wiederholungen abgenutzte "...um es auf den Punkt zu bringen". An einigen Stellen 'prunkte' es in jedem 3. Satz. Würde man diese Sätze streichen, wäre das Werk wahrscheinlich um 1/4 schlanker.

Nun, auf die Gefahr hin, für übertrieben sensibel gehalten zu werden, habe ich den weiteren 'Genuss' nach dem 50. Punktbringer, also nach etwa 2 Stunden, abgebrochen und das 'Unaussprechliche' der virtuellen Toilette überantwortet.

Schade drum.

10 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Noah (Schattenwandler 5)

 Öde und langweilig; offenbar das Ende der Serie

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 18.01.2013

Ich habe die ersten 4 Bände der Schattenwandler mit großem Genuss gelesen und war einigermaßen gespannt auf den 5. Band.

Diese Episode fing recht gut an, zog sich aber immer mehr in die Länge, sodaß es schnell langweilig wurde. Ich hatte zunehmend den Eindruck, daß einfach nur noch Seiten gefüllt werden mussten, egal wie und mit welchen ständigen Wiederholungen.

Für mich ist es dies der schlechteste der 5 Bände. Ich kann dieses Hörbuch nicht weiterempfehlen - und mehr: Für mich ist diese Serie damit 'gestorben'.

7 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

Liebe auf den ersten Biss

 Zu schade, Audible : Das falsche Werk umgesetzt !

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 02.01.2013

Die weitaus bessere Wahl wäre 'Lange Zähne' gewesen.

Statt dessen hat sich Audible für 'Liebe auf den ersten Biss' entschieden, einen müden Abklatsch des Grundwerks, der sämtliche Stärken des Autors vermissen lässt. Obwohl diese eigentlich völlig überflüssige 'Fortsetzung' zeitlich etwa einen halben Tag nach dem Abschluss der 'Lange(n) Zähne' anknüpft, dem per se in sich abgeschlossen Werk, keimte in mir der Verdacht, man hätte einen Lohnschreiber beauftragt, sich eine irgendwie geartete Fortsetzung aus den Fingern zu saugen. So nämlich kommt diese Peinlichkeit rüber - uninspiriert, lustlos bis wirr; kaum eine Spur von Christopher Moores Dichte des (normalerweise) ungewöhnlichen, schrägen, einfallsreichen und spannenden Schreibstils und seiner überzeugenden, ausgefeilten Storylines. Von Humor und Ironie keine Spur, ersatzweise gibt es billige Witzchen auf Stefan Raab-Niveau, die (zumindestens mich) überwiegend nicht mal zum leisesten Heben eines Mundwinkels veranlassten. Meist war hilfloses Augenrollen angesagt.

Übrigens: Auffälligerweise hat sich selbst der Goldmann Verlag gehütet, eine (normalerweise) logische Verknüpfung zum Grundwerk 'Lange Zähne' herzustellen - daß es ein Vorgängerbuch gab, wird weder im Klappentext noch im Buch selbst erwähnt. Daß Mr. Moore das Buch seinen Lesern "Auf besonderen Wunsch" widmet, würde ich eher dem Wirken der Abteilung Marketing zuschreiben.

Fazit: Ich habe zwei Stunden durchgehalten, und erwarte ein Lob dafür. Angeödet war ich lange bevor ich den Player ausschaltete, um dieses Machwerk im virtuellen Papierkorb zu entsorgen.

(Schlappe) zwei Sterne für diesen Fehlkauf, eigentlich mehr eine Würdigung für Christopher Moores schriftstellerisches Gesamtwerk.
Der dritte Stern gebührt Simon Jäger, der diese Fehlleistung mit gewohnter Motivation und Souveränität vorträgt. Vermutlich könnte er selbst mit einer Lesung des Telefonbuchs große Erfolge erringen ;-))

Zusätzlicher Hinweis für Audible:
Ich würde es als Entschädigung für diesen Missgriff ansehen, wenn Sie Mr. Moores frühes Meisterwerk 'Blues für Vollmond und Coyote' der Unsetzung für würdig erachteten.

22 von 23 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

The First Law 1

 GRANDIOS !! In doppelter Hinsicht

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 06.12.2012

Grandios 1 : Über Joe Abercrombies faszinierendes Klingen-Epos muß ich an dieser Stelle wohl keine weiteren Worte verlieren. Oder?

Grandios 2 : David Nathans Lesung ist schlichtweg faszinierend, und verdient eigentlich ihre eigenen fünf Sterne - das ist hier jedoch bedauerlicherweise nicht vorgesehen.
Er gehört bereits seit längerer Zeit zu meinen Favoriten, und hat das mit dieser beeindruckend engagierten Leistung wieder einmal bestätigt. Ganz offensichtlich hat ihm die Lesung viel Spaß gemacht, was man ihm angesichts der Qualität des dreibändigen Grundwerks gut nachfühlen kann. Wie gesagt: Grandios!

Mein Dank gilt darüber hinaus Audible - glücklicherweise hat man uns dieses Werk in ungekürzter Lesung präsentiert. Es wäre eine wahre Schande gewesen, dieses Epos zu 'kastrieren'.
Anfänglich hatte ich etwas ärgerlich die Stirn gerunzelt, weil aus den drei Klingen - Bänden sechs Teile gemacht wurden, aber den kommerziellen Aspekt kann man wohl in diesem Fall akzeptieren - die 59,70 € ist das Gesamtwerk allemal wert.

4 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

1Q84 (Buch 3)

 Übeflüssige, enttäuschende 'Gewinnmaximierung'

von Bernd aus Berlin, Deutschland am 04.11.2012

Nach den beeindruckenden Büchern 1&2, die nichtsdestoweniger bereits unter den üblichen Murakami-Schwächen litten, nun eine überflüssige Fortsetzung, die in einem Schlager-Trallala-Romantik-Kitschfest endet. Eine Anhäufung von Plattheiten, ausgeleierten Vergleichen und bis zum Überdruss bekannten Metaphern.

Daß das ganze Buch wie ein unvollendetes Konzept wirkt, dafür sorgen auch die vielen inneren Wiederholungen und Redundanzen, die den Lesefluss behindern und keine zusätzlichen Informationen liefern. So beschreibt ein Kapitel von Tengo ausführlich, wie er abends gemeinsam mit drei Krankenschwestern erst zum Essen ausgeht und die vier dann anschließend zusammen eine Karaokebar besuchen. Warum um alles in der Welt muß das nächste Kapitel von Tengo damit beginnen, diese Ereignisse zu rekapitulieren, bevor die Handlung ohne zeitliche Unterbrechung fortschreitet? Hält Murakami seine Leser für sehr vergesslich, oder fehlt dem Buch einfach noch der endgültige Schliff, für den keine Zeit mehr war, da der Markt nach der Fortsetzung drängte?

Insgesamt stellt dieses Buch den unbefriedigenden Abschluss eines großartigen Romans dar. Wer den ersten Doppelband gelesen hat, ist quasi gezwungenen, das dritte Buch auch noch zu lesen, um Antworten auf die vielen offenen Fragen zu bekommen. Doch statt diesen findet sich nur eine an Kitschigkeit kaum zu überbietende Liebesgeschichte mit einem plumpen, klischeebehafteten Ende, die die Leser enttäuscht zurücklässt.

Fazit :
Wer die ersten beiden Bücher von 1Q84 gelesen hat, für den gebietet es sich von selbst, auch das dritte und voraussichtlich letzte Buch zu lesen. Nachdem Haruki Murakami auf den ersten 1000 Seiten eine komplette, fantastische Welt von Rätseln erschaffen hat, warteten die Leser auf das Erscheinen des abschließenden Werks, um endlich die Auflösung des vielfältigen Plots von 1Q84 zu erleben. Wer allerdings darauf hofft, weitere Einblicke um die Rätsel der Welt von 1Q84 in diesem Buch zu erhalten, wird enttäuscht, da sich dieser Band nur noch um die Beziehung zwischen Aomame und Tengo dreht und ansonsten kaum noch etwas passiert. So kommt am Ende des dritten Buches die Frage auf, warum dieses eigentlich überhaupt noch nötig war und weshalb Murakami den spärlichen und kitschigen Inhalt nicht einfach auf ein erträgliches Niveau gekürzt im Doppelband der ersten beiden Bücher untergebracht hat.

56 von 64 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

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