Hörbuch-Rezensionen von Thari

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1-4 von 4 Rezensionen

Peter Lundt (Folge 1 - 4)

 Der etwas andere Detektiv

von Thari aus Deutschland am 03.01.2013

Skurrile Fälle mit interessantem Handlungsverlauf, Spannung ohne tumbe Action. Tolle Sprecher und schöne Hörspielgestaltung (Geräuschkulisse, jazzige Musik, eingängige u. wiederkehrende Erkennungsmelodie). Sympathische Figuren (meine Favoritin: Assistentin Anna Schmidt - Journalistikstudentin, etwas empfindlich, etwas zickig, alltagstauglich, clever, Augen und rechte Hand! Und wie üblich super gesprochen von Elena Wilms.), in deren Leben man nach und nach mehr Einblick gewinnt. Lockere Sprüche, Witz und Humor. Reinhören empfehlenswert!

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Die Dame im Nebel

 Highlight auf meinem iPod

von Thari aus Deutschland am 27.02.2012

Krimihörspielklassiker mit großartigen Sprechern, flotten Sprüchen und dem Straßenfeger-Charme der 50er Jahre. Ein Highlight auf meinem iPod: Philip Odell kann durchaus mit seinem bekannteren Kollegen Paul Temple mithalten.

Die Originale der Damen-Krimis wurden in den 40er-Jahre von der BBC ausgestrahlt, die deutsche Fassung folgte in den 50er Jahren und wurde vom Saarländischen Rundfunk produziert. Wie bei vielen der Straßenfeger-Hörspielen, die ihre Hörer Folge um Folge ans Radio fesselten, darf auch bei Die Dame im Nebel nicht vergessen werden, in welcher Zeit das Hörspiel entstanden ist: Einiges mag uns heute altmodisch erscheinen, manche Vorgehensweise ungewohnt und ungelenk. Dass es sich nicht um einen actiongeladenen, bluttriefenden Thriller handelt, dürfte ebenfalls klar sein.

Für mich sind diese Art Hörspiele aber besonder Lieblinge: Sie sind klasse inszeniert, die Geräusche schaffen eine perfekte Hörkulisse, so dass man wirklich den Eindruck gewinnt, mit vor Ort zu sein, ohne dass sie sich dabei zu sehr in den Vordergrund drängen. Die Musik, die immer wieder den Übergang von einer Szene zur nächsten bildet, ist abwechslungsreich gestaltet und wechselt passend zum jeweiligen Geschehen den Stil. Die Sprecher sind klasse, sie leben ihre Rolle als befänden sie sich auf einer Theaterbühne. Und auch wenn die Figuren natürlich den klassischen Krimiklischees entsprechen, machen die Sprecher ihre Sache dabei so gut, dass das Zuhören einfach Spaß machen muss (und man auch den Eindruck hat, dass die Aufnahme den Sprechern Spaß gemacht hat).

Auch wenn erfahrene Spürnasen die Lösung des Falls erahnen können, bleibt die Geschichte spannend und verliert nicht an Reiz. Angestaubt aufgrund des Alters von mehr als 50 Jahren? Ganz im Gegenteil, das Hörspiel kann durchaus Tempo aufweisen, und die gelungene Mischung aus Krimi und charmant-verschmitztem Katz-und-Maus-Flirtereien zwischen Philip und Heather fesseln auch heute noch. Die anderen Damen-Krimis werden zweifellos ihren Weg in meine Sammlung finden!

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Der Insektensammler (Lincoln Rhyme 3)

 Insekten, Mord und Totschlag

von Thari aus Deutschland am 18.02.2012

Spannender und bis auf wenige Passagen kurzweiliger Thriller, wenn auch leicht überkonstruiert und etwas zu vielen überraschenden Wendungen gespickt.

Der Insektensammler ist zweifellos ein spannender Thriller, und einer, der es von Anfang an darauf anlegt, den Hörer hinters Licht zu führen. Nichts ist hier so, wie es im ersten Moment zu sein scheint. Im Laufe der Handlung entwickelt man gewisse paranoide Züge und stellt Mutmaßungen an, welche Wendungen, Irrungen und Wirrungen sich Deaver wohl noch hat einfallen lassen. Das ist zu großen Teilen sehr spannend, wird aber gegen Ende doch etwas ermüdend. Man fragt sich, ob Deaver es dann nicht doch etwas übertreibt, denn Deavers Schreibkunst reicht nicht ganz dafür aus, sein komplexes Handlungskonstrukt bis ins Letzte glaubhaft zu vermitteln.
Deaver nimmt sich die Zeit, neue Figuren vorzustellen, sie alle haben Charakter, auch wenn das Stammpersonal dagegen etwas zweifelhafte Entwicklungen durchmacht. Wo kommt Amelias Mutterinstinkt plötzlich her, und auch ihr zwanghafter Wunsch, Rhyme weiterhin im Rollstuhl sehen zu wollen, ist nicht unbedingt sympathisch. Rhyme ist derselbe halsstarrige, arrogante Ermittler, den man bereits in den ersten Bänden der Serie kennen gelernt hat. Er lässt den Kotzbrocken heraushängen, vielleicht aber nicht ausschließlich wegen seiner Behinderung, nimmt sich ermittlungspolitische Freiheiten heraus, bei denen oft nicht klar ist, weshalb er sich diese erlauben darf, ängstigt sich angemessen um Amelia, sehnt sich weiterhin nach einer Verbesserung seines körperlichen Zustandes und bleibt damit weitgehend dem bisherigen Charakterschema treu. Toms bestimmende Art als Pfleger, der weiß, was das Beste für seinen Schützling ist, halte ich zwar für nachvollziehbar, aber auch unangenehm bevormundend.

Vor allem durch die Figur Garett Hanlons gewinnt der Thriller ungemein. Der Insektenfan wirkt gleichzeitig unheimlich und verletzlich, weckt Mitleid und wenn nicht gerade Ekel, so doch zumindest das Bedürfnis, zu ihm auf Distanz zu gehen. Der Grund für seinen wankelmütigen Charakter und sein wechselhaftes Verhalten, das völlig wahllos zwischen bedrohlich und kindlich schwankt, wird am Ende erklärt. Schön auch, dass man zusammen mit Amelia von Garett eine ganze Menge über Insekten lernt - interessante Dinge, selbst wenn man sich nicht für die kleinen Lebewesen interessiert.

Dietmar Wunder gehört zu meinen Lieblingssprecher, ich habe ihm wieder gern zugehört. Einzig der unpassende Tonfall, den er für Garett Hanlon wählt, und die Art, wie er den Namen Amelia ausspricht trübt das Vergnügen ein wenig. Aber das ist angesichts der ansonsten großartigen Lesung nebensächlich.

Nachteil der ungekürzten Fassung: Die für Deaver typischen Listen der sichergestellten Spuren, die ergänzt um die jeweils neu ermittelten Entdeckungen über den Roman hinweg mehrfach wiederholt werden, sind in der Hörbuchfassung auf Dauer sehr nervig.

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Die Reinheit des Todes (Julius Kern 1)

 Reinheit des Todes

von Thari aus Deutschland am 24.04.2011

Nachdem das Buch in den Rezensionen gut weggekommen ist und die Hörprobe sehr vielversprechend war, hatte ich mich auf spannende Hörstunden eingestellt. Leider war das nur teilweise der Fall, denn restlos überzeugen konnte Vincent Kliesch mich mit Die Reinheit des Todes leider nicht. Die Hauptcharaktere sind detalliert beschrieben, nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, sie zu kennen. Obwohl mir die Figur des „gebrochenen" Ermittlers in vielen Fällen nicht liegt, kann ich bei Kliesch darüber hinwegsehen, weil die anderen Figuren fast dominanter wirken als der Ermittler selbst. Dennoch wäre es nicht nötig gewesen, auch Meisner mit einem persönlichen Schicksalsschlag zu versehen.

Die eingearbeiteten Rückblenden fand ich toll gelungen. Auch die Rolle der Medien kommt nicht zu kurz, die den Mörder beinahe zum Helden hochstilisieren und auf makabere Art feiern. Umso mehr stößt die Lage am Ende des Hörbuchs mir sauer auf. Mir ist klar, dass es im echten Leben ebenfalls nicht so läuft, dass die Verbrecher immer bestraft werden, fand ich diese Verquickung (Verharmlosung?) am Ende von die Reinheit des Todes mehr als befremdlich und unbefriedigend.

Die Handlung ist zwar nicht durchweg spannend, wurde aber zumindest nicht langweilig. Die Ermittlungsarbeit der Polizei lief überzeugend ab, auch wenn viele Erfolge dem Charakter (stur, verbissen) von Julius Kern gutzuschreiben sind. Etwa ab dem Zeitpunkt aber, als Julius auf unmittelbarer Spur des Putzteufel-Mörders ist, fing die Story an, allzu konstruiert zu werden und gipfelte schließlich in einem überzogenen, doch recht unrealistischem Ende, dem einige Verwicklungen weniger keinen Abbruch getan hätte. Gut gefallen hat mir der Sprecher Uve Teschner: Angenehme Stimme, passende Stimmmodulation = klasse Hörvergnügen. Teschner führt sicher durch sämtliche Perspektiven-/Zeitwechsel, ohne dass man den Faden verliert.

Fazit: Die ersten beiden Drittel spannend, obwohl nicht temporeich, das letzte Drittel dagegen lässt deutlich nach.

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