Hörbuch-Rezensionen von Pennywize_666
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Shining
Dietmar Wunder ebenbürtig zu David Nathan
von Pennywize_666 aus Deutschland am 13.01.2013
In der vergangenen Woche habe ich mir dieses Hörbuch ein weiteres Mal angehört. Es war erfrischend zur Abwechslung mal wieder eine andere männliche Sprecherstimme für eine Stephen King Geschichte zu hören als die von David Nathan.
Dietmar Wunder kann seine Stimme zwar ebenfalls auf vielseitige Weise einsetzen, allerdings gelingt es ihm nicht so perfekt wie seinem Sprecherkollegen, den einzelnen Charakteren jeweils eine eigene Stimme zu geben. Worin er allerdings überzeugt, ist, wenn das Overlook mit seinen vielseitigen Stimmen auf Jack Torrance einzuwirken beginnt. Man hört das Falsche und Böse regelrecht heraus, auch wenn seine Sprache sich nur unwesentlich dabei verändert. Ein großes Lob muss ich Dietmar Wunder für die Textpassagen aussprechen, die der betrunkene Jack Torrance von sich gibt. Ich hatte auch diesmal spätestens bei der zweiten solchen Stelle, den aufgeschlagenen Text im gebundenen Buch vor mir liegen. Wie er hierbei Buchstaben unterschlägt und/oder Wörter verzerrt, komplette Aussagen durch eine Art Singsang zusätzlich untermalt - man könnte es selbst mit einer Flasche Jack Daniels intus nicht besser machen.
Ich wäre nicht abgeneigt, wenn sich Audible dazu durchringen könnte, die noch ausstehenden Kingbücher unter diesen beiden Sprechern aufzuteilen. Nathan ist brillant, aber immer dieselbe Stimme zu hören, wirkt irgendwann dann doch monoton.
Meine Empfehlung an Audible für die austehenden Neuerscheinungen und die vielleicht noch zu schließenden Lücken an Altwerken: David Nathan für die charakterreichen Geschichten und Dietmar Wunder für die Stories mit trunksüchtigen und/oder bösartigen Charakteren zu nehmen.
Zum Inhalt dieses Romans muss man eigentlich nichts mehr sagen, da er inzwischen zu den Klassikern in der Horrorliteratur gehört.
LG Penny
2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Raststätte Mile 81 / Die Düne
Inhalt gut - aber Herausforderung für die Ohren
von Pennywize_666 aus Deutschland am 11.01.2013
Ich habe das Hörbuch gestern zum zweiten Mal angehört, da ich den ersten schlechten Eindruck darauf geschoben habe, dass es NICHT von David Nathan (dem gewohnten Stephen King Sprecher) gelesen wird und meine Ohren sich auf ihn eingestellt haben.
Nichts gegen Mechthild Grossmann - Sie liest den Erzähltext mit einer sonoren Stimme, die man am Anfang keiner Dame zuschreibt, an welche man sich aber gewöhnen kann. Allerdings verfällt sie in eine quengelige, piepsige Stimme, wenn sie die jüngeren Kinder aus "Mile 81" spricht. Schlimm ist dabei auch, dass sie es personenbezogen nicht durchhält, derselben Person, dieselbe Stimme zu geben: Als Pete Simmons sich mit seinem älteren Bruder George unterhält, darf er piepsen - später als er der Große gegenüber den Lussier Kindern Blake und Rachel ist, piepsen diese und er spricht mit der reifen Stimme. Damit nicht genug, dass dies verwirrend ist, es schmerzt auf Dauer auch in den Ohren.
Vom Inhalt her sind es zwei schöne, kurzweilige Kurzgeschichten in gewohnter King-Manier. Die erste Story ("Mile 81" mit 2:17 Stunden) besitzt ein einfaches aber überraschendes Ende, welches leider ein paar Logikfehler beinhaltet. Dahingegen kann man bei der zweiten Geschichte ("Die Düne" mit 0:43 Stunden) schon etwa nach der Hälfte erahnen, wie der Schluß aussehen wird - und wird dann auch nicht enttäuscht.
Fazit: Für den günstigen Preis drei Stunden in Kings Welt entführt zu werden - und da es die zweite Geschichte auf deutsch derzeit ausschließlich in dieser Form gibt - ein absolutes Muss für jeden King-Fan und auch ein nettes Schmankerl für alle anderen Hörbegeisterten.
LG Penny
6 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Die Augen des Drachen
Eine Reise in die eigene Kindheit
von Pennywize_666 aus Deutschland am 08.01.2013
Aufgrund der vielen Feiertage und des Jahreswechsels hat das Hören dieses Buches diesmal etwas länger gedauert. Es sind gute zwölf Stunden Kurzweil, die von David Nathans angenehmer Stimme gefüllt werden. In dieser Fassung des Hörbuches sind diesmal auch keine störenden Pausen oder Schnittfehler enthalten.
Da mich die groß angekündigte Neuübersetzung (von Heyne) vor allem in Bezug auf die Unterschiede zur alten Fassung interessiert hat, habe ich die Neuübersetzung gehört, während ich gleichzeitig die alte Übersetzung mitgelesen habe. Das Fazit ist ernüchtern: Es kommen so gut wie keine neuen Erkenntnisse über die Story darin vor. Die längste Passage ist ein etwa drei Sätze langer Absatz, der damals nicht enthalten war. Der Großteil der Änderungen sind die Bereinigungen von grammatikalischen Fehlern und das Korrigieren falscher Verwendungen mehrdeutiger Vokabeln. Auch schwerwiegende Übersetzungfehler der alten Fassung wurden richtiggestellt.
Jetzt hört/liest man zum Beispiel: "... Er saß jetzt; auf dem Sims, als wäre dieser Peonys Sattel; ..." - was Bezug auf SEIN Pferd nimmt, welches er vor dem sicheren Tod gerettet hatte. Während in der Übersetzung von 1987 der Satz folgendermaßen lautete: "... Er saß jetzt; auf dem Sims, als wäre dieser ein Ponysattel; ..."
Zum Hörerlebnis: Ich habe die Geschichte schon einige Male zuvor gelesen, aber durch das Vorlesen von David Nathan kam der "Märcheneffekt" erst richtig zur Geltung und wurde mir persönlich noch deutlicher ins Bewusstsein gerufen. Mehr als einmal kam ich mir vor, wie auf einer Reise in die eigene Kindheit, als mir als kleines Kind mein Vater im Bett Geschichten vorgelesen hat. Passagen wie ...
Aber vielleicht kam letztendlich gerade auf diese Weise alles zum Besten.
Oder vielleicht nicht. Und das ist wieder etwas, das ihr selbst entscheiden müßt.
und
... werdet ihr fragen. Entweder bist du verrückt, Geschichtenerzähler, oder aber ...
... weckten Erinnerungen aus frühester Kindheit und den Wunsch schon damals einen solchen Erzähler/Vorleser gehabt zu haben.
Schlussfazit:
Eine wirklich tolle Umsetzung des kingschen Märchens, die ich allen Jüngeren und Junggebliebenen nur ans Herz legen möchte.
LG Penny
11 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der Talisman
Der Weg ist das Ziel
von Pennywize_666 aus Deutschland am 27.07.2012
David Nathan in Bestform!! Wie er den verschiedenen Charakteren jeweils eine eigene Persönlichkeit gibt, ist einzigartig. Egal welcher Wechsel gerade vollzogen wird, man weiß sofort, wer spricht, denkt, etc. Das Erzeugen der (zum Teil beängstigenden) Gefühle in den unterschiedlichen Welten habe ich bei noch keinem anderen Sprecher in dieser Perfektion erlebt.
Viele Vorredner beklagen sich, dass dies eine langatmige, ja langweilige Geschichte ist. Dem kann ich nicht zustimmen, denn wie bei "Der Herr der Ringe" ist auch hier der Weg das Ziel. Jede Aktion und die darauf folgende Reaktion dient dem einen großen Ziel: Den Talisman zu erreichen/es zu verhindern, ihn zu bekommen/ihn zu vernichten und alle daraus resultierenden Folgen zu bewältigen/abzuwenden.
Dass Stephen King ausufernde Text schreibt, ist eine Tatsache, wer mich hier überraschte war Peter Straub, der ihm in nichts nachsteht. Seit ich diese Geschichte Ende der 80er Jahre zum ersten Mal gelesen habe, habe ich versucht, herauszufinden, welcher Part von welchem Autor stammt (da sie ja abwechselnd und von einander unabhängig diesen Roman schufen) - und es ist mir bis heute nicht gelungen.
Diesen Roman nun auch als Hörbuch zu genießen, ist, wie wenn man von der bekannten Welt in die Territorien wechselt und alles noch intensiver und klarer wahrnimmt.
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