Hörbuch-Rezensionen von Matthias
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Pakt mit dem Tod (Horror Factory 1)
schlechter Start einer schönen Reihenidee
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 17.06.2013
Fünf Sterne für diese Idee, neue deutsche Horrorgeschichten von ca. zweienhalb Stunden Länge sowohl als ebook als auch vorgelesen zum Superpreis anzubieten.
lübbe kündigt dafür in den nächsten Wochen auf der homepage die Creme der deutschen Sprecher an - Uve Teschner, Cathlen Gawlich, Peter Lontzek.
Der Pilot alledings vermittelt nicht viel mehr als Vorfreude. Mehr als drei Sterne ist er nicht wert. Hohlbeins Geschichte im Stil des späten Mark Twain zieht sich, ist für ne Short Story allzu deailverliebt und punktet zwar mit ein paar schönen Momenten - Grusel kommt aber kaum je auf.
Nicolas Artajo liest das sehr anständig, aber auch ein bißchen brav. Alles noch steigerbar!
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Die Unsterblichen
Brilliantes Gedankenspiel
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 03.06.2013
Warnung für Roman-Fans - das ist keiner! Zumindest kein normaler. Die Struktur erinnert etwas an "Operation Zombie". Was wäre, wenn man ein Mittel gegen das Altern fände? Die Autorin beschreibt das Szenario der ewig jungen Welt anhand von emails, Tagebucheintragungen, blog-ausschnitten und Rundfunk-Transkripten. Ähnlich wie bei "Operatioln Zombie" schwankt der Stil zwischen Satire und Horror (zugegebnermaßen subtilerer Horror als bei Zombies, aber die Gänsehaut bleibt nicht aus.)
Witzige Schriftstellerin mit tollen Einfällen - man kann sich treiben lassen, und wer keinen reißerischen Thriller erwartet, kommt gut auf seine Kosten. Detlef Bierstedt liest toll und kann mal wieder all seine Facetten zeigen. Kurz - ich habs genossen.
31 von 32 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Danach
Schon wieder ein Betroffenheitsspektakel.
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 15.05.2013
Um eins vorwegzuschicken: Ich bin, was extreme Szenarien angeht, gar nicht so zimperlich. hab grade Laymons "Licht aus!" gehört, fand es toll und bin großer King-Fan.
Was mir hier nicht gefällt, ist ein Effekt, den viele Kritiker schon bei Katzenbachs "Professor" angemerkt haben - einerseits malt die Autorin ein böses Folter- und Kellerszenario an die Wand, das wir bitteschön alle schrecklich finden sollen, andererseits flirtet sie auch mit der Gewalt, macht uns unverholen zu Voyeuren, indem sie uns nach und nach stripteasartig immer neue verruchte Details enthüllt. Und das auf sehr unelegante Weise, dagegen ist Katzenbach ein Meister!
Mich macht sie mißtrauisch, diese Sorte sanft psychologisierende Folter-Porno, die sich als Freund der Opfer tarnt. Da ist für mich ein falscher Zugnenschlag drin.
Ich habe den Roman auch nicht als sonderlich spannend empfunden - er hat ein einigemaßen zügiges Tempo, ist aber ein Thriller von der Stange und hebt sich für den routinierten Thriller-Leser und -Hörer durch nichts besonderes ab. Kelleropfer hatten wir nun schon soooo oft...Gähn...
Auch den rummel um Maria Koschny versteh ich nicht. Sie liest o.k., fällt aber auch über weite Strecken in immer dieselbe Satzmelodik.(Ob nur hier, weiß ich nicht, ist mein erstes HB mir ihr). Hab schon lebendigere Frauen gehört...
13 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Mieses Karma
Schlechter Autor- tolle Umsetzung
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 30.04.2013
Nach "Happy Family" ist "Mieses Karma" der zweite Versuch mit David Safier - und der Autor wird mir immer unsympathischer. Was ich nicht mag, ist, wenn man erstmal danach schielt, was die Masse witzig finden könnte, und dann losschreibt, immer ängstlich darauf bedacht, ein Kindergarten-Gag-Niveau zu halten, damit alle schön mitkommen.
Dabei sind ein Fünftel der einfälle richtig gut. Immer wieder ist ein hübscher Witz, ein orignelles Bild dabei, aber es ist wie in schlechten Sitcoms - da trifft auch irgendein Satz mal ins schwarze, wenn man nur oft genug drauflosschießt.
Das wäre aber alles nicht so schlimm, wäre Safier nicht auch sonst ein ganz korrekter junge mit (metaphorischem) konservativem Jungunion-Scheitel. Seine Figuren sind anfangs immer ein bißchen böse und egoistisch- nie zu viel! um himmels willen! - und werden dann natürlich alle wunderbar geläutert und lernen so zu denken, wie ein anständiger Mensch auf Bild-Niveau zu denken hat.
Die hausbackene Revue an Mittelklassegags ist brillant vorgetragen von Nana Spier, man könnte von einem Vesuvausbruch der Talenteverschleuderung sprechen.
Das gilt auch für die Mini-Rolle von Christophs Maria Herbst, der Casanovas Fußnoten zum Text liest.
19 von 28 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der Funke des Chronos: Ein Zeitreise-Roman
Ich als Fischkopp kann gut damit...
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 10.04.2013
...leben - natürlich ist das kein authentisches Platt, was Oliver Rohrbeck da spricht.
Es ist ein virtueller Dialekt, der ein bißchen ans Schwäbische erinnert und so nur im Rohrbeck-Universum gesprochen wird. Aber mich stört das nicht. Denn dann hätte es auch nur ein Norddeutscher sprechen können - und ich möchte O.Rohrbecks Witz und Enthusiasmus nicht missen. Und nu mal Butter bei die Fische - Gegen Detlef Bierstedts Dialekte, die alle klingen, als würde ein Schweitzer, der lange in Ungarn gelebt und niedersächsische Verwandtschaft hat, Afrikans sprechen, ist das doch allererste Sahne! ;-) und trotzdem lieben die meisten von uns D.B.!
Zum Roman - das ist natürlich alles erfreulich hanebüchener Unsinn, bei dem die Zeit schnell rumgeht, so als säße man selbst in einer Zeitmaschine. Trotz guter Recherchen ein bißchen sehr wild und ungezügelt, diese Abenteuer...Aber hübsch! Und Heine als pistolenschwingender Held a la Dumas - das ist der Gipfel des Absurden! Doch schon wieder so absurd, dass ich glaube, Heine, der Dumas-Freund und-Fan, hätte spaß an diesem Roman gehabt...
Schöne Unterhaltung! Johanna Steiner sollte ein ungekürztes Hörspiel draus machen.
3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Northanger Abbey
Der langweiligste Roman der Weltliteratur...
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 19.03.2013
...so wurde der berüchtigte Roman der Austen gern unter vorgehaltener Hand genannt, als ich Literatur studiert hab. Verzweifelte Versuche, diesen Superlativ der Tristesse zu lesen, gegen den sich Stifters Spätwerk wie ein James Bond ausnimmt, sind immer an der häßlichen kleingedruckten Reclamausgabe gescheitert.
Der Punkt ist der - Austerns Erstling versucht die Geistlosigkeit der englischen Mittelschicht zu parodieren - und macht das über weite Strecken so naturgetreu, dass man die Ödnis dieser Menschen bedrückend zu spüren bekommt- Und sich genauso langweilt wie die Protagonisten. Dabei macht sie sich in zahlreichen Seitenhieben über Ann Radcliffe lustig, den weiblichen Stephen King des 18. Jahrhunderts, besonders über den "Udolpho", ohne aber je Radcliffs Drive und ihre suggestive Bildersprache zu erreichen (man lese A.R.s grandiosen Roman "Der Italiener", der auch auf Deutsch erschienen ist.)
Dennoch - in den Dialogen blitzt schon die Eleganz der berühmten späteren Romane auf, und was für eine fantastische Vorleserin ist diese Eva Mattes! Sie macht noch aus diesem Jahrtausendmonument der Langeweile eine amüsante Gesellschafts- und Liebeskomödie. Fast bin ich geneigt, auch die andren Austens mit ihr zu hören - auch wenn sie nicht grade meine Lieblingsautorin ist. Warum nicht die Bronte-Bücher mit Frau Mattes?! Sturmhöhe oder Jane Eye mit ihr wären ein Traum!!!
15 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der Codex
Unernstes Abenteuerspektakel
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 18.03.2013
Wie der Roman zeigt, kann Preston auch ohne Child! Während die Gemeischarftsprojekte trotz einiger späße ja recht düster sind, kommt dieser Roman bis auf einige dramatische Elemente im Mittelteil eher als furiose Abenteuerkomödie daher - mit schönen witzigen Wendungen, einem ekilgen Superschurken und drei neurotischen Versagern, die sich zu helden wandeln (all das liebevoll und ohne Zeigefinger erzählt).
Sicher kein Buch, das einem lange nachgeht, es verzichtet völlig auf übersinnliche Aspekte und hat auch nicht viel Tiefgang, erzählt aber flott und sehr kurzweilig eine amüsante Geschichte. Kurz - genauso soll ein Abenteuerbuch sein!
Detlef Biersted dreht denn auch ziemlich auf - manch einen könnten die qietschige Stimme des Schurken oder das heisere Gekrächze des Indienerhäuptlings nerven - ich fands lustig, und hier, angesichts solcher halbseidener Lektüre, darf man schon mal bißchen rumspinnen als Vorleser, finde ich.
10 von 10 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Der Hund der Baskervilles (Sherlock Holmes 3)
Klassiker zum Immer-wieder-Hören
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 16.03.2013
Das Buch gehört nicht nur zu meinen Lieblingsbüchern von Doyle, sondern zu meinen absoluten Lieblingsbüchern überhaupt.
a)weils elegant konstruiert ist und die Schauer- als auch die Krimielemente effektvoll umsetzt
b) wegen der stimmungsvollen Beschreibung des moors und Baskerville Hall
c) weil hier Dr. Watson, also ein kluger aber nicht genialer Ermittler aus der Ich-Perspektive erzählt und seine Ängste übermittelt und mal nicht der Suprheld (Holmes) im Vordergrund steht.
Ich hab schon die Ausgabe bei Naxos gehört und mich über die schwachsinnigen Kürzungen geärgert - hier also ganz und ohne Striche - wunderbar! Und Erich Räuker ist wie immer toll. Mitunter könnte er, finde ich, die Stimmen ein bißchen mehr gegeneinander absetzen, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
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Welt in Angst
Schwächerer Crichton
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 28.02.2013
Sieht man mal von der dünnen Fortsetzung zu "Jurassic Parc" ab, ist dies der bisher mißlungenste Roman, den ich vom sonst sehr verehrten Crichton kennengelernt habe.
Crichton eckt gern an und dreht dafür gerne gängige "richtige" Sichtweisen um, damit der Leser sieht, wie austauschbar Gut und Böse ist. Das hat ihm grimmige Feinde beschert. Einmal ist ihm mit dieser Technik ein exzellenter Thriller der Extraklasse gelungen: "Enthüllung" ist ein Meisterwerk.
Hier nun sollen also - krude Idee - die Befürworter des Umweltschutzes die finsteren Lobbiisten sein und die Skeptiker an der Klimaerwärmung die ehrlichen Helden, die sich nicht von Vorurteilen blenden lassen. solch eine Konstruktion könnte auch dem Öko Spaß machen - weil es Mechanismen aufzeigt, wie Meinung gemacht und Angst geschürt wird - und weil es eifach ne geile Romanidee ist.
Hier wird aber alles zu breitem Quark zertreten. Die diaolge weiten sich zu den bedrückend moralgeschwängerten Pamphleten aus, die sonst bei Crichton nur im vorwort stehen, all die ellenlangen Erklärungen, warum der Mythos Klimaerwärmung eben ein mythos ist, lassen die Guten bald als das dastehen, als das sie die Bösen
bezeichnen: als nervige Klugscheißer.
Und damit kippt natürlich auch die Idee des Romans.
Trotzdem - die handlungsreicheren Teile sind gut geschrieben, und nach ein paar Stunden läßt O.Rohrbeck, wohl auch der Propaganda müde, seinen komödiantischen Talenten freien Lauf, und so hab ichs am Ende doch ganz gern gehört.
6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Das Gebot der Rache
Atemberaubend, aber...
von Matthias aus Berlin, Deutschland am 15.02.2013
für mich vom falschen Erzähler gelesen. Gerd Köster ist wirklich ein Profi, nix gegen seine Vorlesekunst, aber erstens war mir für einen 42jährigen die Simme zu alt und dann hat mich der sehr beschauliche, fast gemütlliche Stil des Lesens doch leicht irritiert.
Der roman beginnt sehr gemächlich, auch später ist er bei allen bedrückenden Bildern der Grausamkeit doch eher von langsamerer Gangart, aber die wirklich furiosen letzten drei Stunden bräuchten einen Thriller-Spezi wie Wunder oder Teschner. Da muß Tempo rein, finde ich.
Ansonsten - selten so krassen Splatter gehört im letzten Drittel - aber gut aufgebaut!
5 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.










