Hörbuch-Rezensionen von Stefan
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Er ist wieder da
einfach nur Öde
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 04.06.2013
Keine Ahnung, wieso das Buch so erfolgreich ist. Ich hab es nicht zu Ende gehört, und das kommt selten vor. Entsprechend ist eine gewisse Vorsicht angeraten beim Lesen meiner Rezension: all die zahllosen Schätze ab Mitte des Buches sind mir natürlich entgangen.
Der Führer lebt, und er muß sich mit den heutigen Gegebenheiten auseinander setzten: diese Idee an sich ist spannend, und man hätte ordentlich was draus machen können; auf humoristische oder auf ernsthafte Weise. Das hier ist weder das eine noch das andere.
Der Humor ist flach. Ist wird kein - wirklich überhaupt kein - Stereotyp ausgelassen. Das wird auch nicht dadurch besser, daß Herr Herbst - dessen Lesungen ich sonst sehr gerne Folge - sein bestes gibt, eine Führer-Parodie auf RTL II Niveau zu bieten. Respekt, wer das ein ganzes Hörbuch lang auszuhalten vermag.
Vielleicht kommen ja in der zweiten Hälfte des Buches originelle Ideen zum Tragen: in der ersten jedenfalls nicht.
Es ist mit Abstand das Ödeste, was mir die letzten 10 Jahren zu Gehör gebracht worden ist. ausser natürlich Tesseract 2.
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Der schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
und dennoch ein tolles Buch
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 20.03.2013
Es gibt wahrscheinlich hunderte Dinge, die ich an dem Buch nicht mag: das beginnt mit der häufigen Verwendung des Wortes "Dummkopf", geht über diverse Feststellungen, die ich nicht teile und endet damit, daß mir der rote Faden dieses Buches nicht mal Ansatzweise klar geworden ist. Taleb erfreut sich seiner breiten Bildung und gibt sich redlich Mühe, das auch ja nicht zu verheimlichen. Er gibt etliche Statements ab, die einer Erklärung bedürfen, mindesten aber einer Herleitung: man sucht sie vergebens. Er sagt, sein Buch sei ein Essay, an das keine wissenschaftliche Maßstäbe gesetzt werden dürfen, und greift damit wissenschaftliche Methoden an; ja, es gibt wirklich vieles, was mir nicht gefällt an diesem Buch.
Und dennoch gebe ich fünf Sterne. Denn das, was gut ist, lohnt sich richtig.
Taleb erkundet das, was er Unsicherheit nennt, Ausreißer und Überraschungen, die keiner hat kommen sehen, obwohl sie rückwirkend ja soooo klar zu sehen waren. Er wirft einen sehr spannenden Blick auf Vorhersagen und Planungen, auf Projekte und auf die vermeintlich logische Vergangenheit. Er rüttelt an verdammt vielem, was heute in der Wissenschaft Standart ist und was leider in der Tat wenig taugt.
Daß Taleb dabei mit diebischer Freude auf diverse akademische Bereiche einprügelt, ist unterhaltsam und häufig sehr qualifiziert erläutert. Er ist frech, mutig, klug, informativ und bringt seine Leser immer wieder dazu, sich mit seinen provokanten Thesen auseinander zu setzen.
Das Buch ist definitiv keine leichte Kost. Es fordert Konzentration, und diese ist dann auch gut investiert.
Der Sprecher Andreas Herrler macht einen großartigen Job, man hört die Ironie, die Taleb gerne einsetzt, und er führt durch die durchaus vorhandenen langweiligen Teile des Buches auf eine sehr angenehme Weise.
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Schnelles Denken, langsames Denken
verstörend, interessant, lehrreich
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 14.03.2013
Was für ein Buch!
Es dreht sich - eigentlich - nur um die Frage, wie wir entscheiden; und dazu hatte ich bislang eine recht saloppe, feste Meinung. Nun bin ich verunsichert, voller Neugier, mehr zu dem Thema zu lesen und völlig fasziniert davon, was ich die insgesamt recht anspruchsvollen knapp 21 Stunden gehört habe. Ich habe das Buch zum zweiten Mal gehört, und weiß schon jetzt, daß ich es auch noch lesen werde.
Das Buch zeigt den wohl aktuellen Stand zum Thema Entscheidungsforschung - zumindest sagt das der Autor. Da ich mich mit diesem Thema bislang kaum beschäftigt habe, kann ich das nicht beurteilen. Umso mehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Kahneman referiert nicht einfach zu dem Thema referiert: er läßt den Hörer vielmehr Teilhaben daran, woher das Wissen stammt. Und das ist sehr perfide, etwa, wenn er die Testaufgaben formuliert, die man im Geiste natürlich beantwortet, um dann zu zeigen, was es damit auf sich hat.
Das Buch beschäftigt sich mit dem Denken, mit Intuition und rationaler Analyse, und mit dreckigen kleinen Tricks, die uns manipulieren, ohne das wir es merken (können). Wer wie ich noch nie von Priming gehört hat, darf sich auf einige mächtige Überraschungen freuen.
Ein kleiner Makel sei erwähnt: die Ausführungen zur Statisktik nehmen viel Raum ein, sind sehr spannend und kaum für ein Hörbuch geeignet: ich zumindest konnte manchem selbst dann nicht folgen, wenn ich außer dem Zuhören nichts tat. Lesen ist für diese Ausführungen der bessere Weg.
Ansonsten anhören anhören anhören
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Neukölln ist überall
definitiv spannend
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 05.03.2013
Buschkowsky darf sich ja mancher Anfeindungen erfreuen, da er sich regelmäßig zu jenen Themen äussert, die alle "Klugen" niemals öffentlich ansprechen würden: schließlich macht einen das angreifbar, und das ist ja das schlimmste, was einem in unserer schönen neuen Medienwelt passieren kann.
Buschkowsky macht es intelligenten Kritikern durchaus schwer, ihm die typischen Platitüden (Ausländerfeind, Islamfeind etc.) um die Ohren zu schlagen: denn zwischen all den Zeilen kommt immer wieder die Zuneigung raus, die er "seinem" Neuköln entgegenbringt. Und die Leidenschaft und Hingabe, mit der er seit Jahren um Verbesserungen kämpft, können schwerlich ignoriert werden.
Das Buch fasst zusammen, was Buschkowsky in seinen Berufsjahren erfahren hat: es ist selbstkritisch, informativ und sehr detailliert. Es bringt einen dazu, sich mit Themen zu befassen, die im täglichen Erleben unendlich präsenter sind als in den Medien.
Alleine dafür gebührt Buschkowsky aller Respekt.
Zudem habe ich mehr über Stadtentwicklung gelernt, als ich jemals erwartet hätte; und vor allem über Fehler, die man dabei begehen kann.
Buschkowsky gibt offen zu, das er bei vielem, was ihn stört, keine Idee hat, wie man es verbessern kann. Respekt.
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The Little Big Things: 163 Wege zur Spitzenleistung
hm
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 05.03.2013
Kritik an Tom Peters ist ja so etwas wie Gotteslästerung, aber diese Mischung aus guten Ideen und Trivialitäten, die als tolle Ideen verscherbelt werden, ist durchaus einiger Kritik würdig.
Wie immer ist die wenig strukturierte Präsentation immer wieder mal für manches gut, teilweise sogar brilliant. Aber eben bei weitem nicht auf alles übertragbar.
Das wäre nicht weiter schlimm, wenn sich Peters nicht so fürchterlich ernst nähme. Tut er aber. Und es wäre schön, wenn etwas Humor aufleuchten würde, denn dafür sind manche der Themen durchaus empfänglich: gibt es aber nicht.
Dafür kann man immer wieder mal erfahren, was für ein wichtiger Kerl er doch ist und wo überall auf der Welt seinen Ausführungen gelauscht wird. Was mich für ihn freut, mir ansonsten aber am Knie vorbei geht.
Mich strengt das Ganze sehr an, zu sehr, um es zu Ende zu hören. Das Buch ist eher was zum Lesen, da kann man ggf. diagonal abkürzen.
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Racheklingen
brutal und blutig und vulgär
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 29.01.2013
Nichts für Genießer des Filigranen.
Die Geschichte ist rustikal und muß sich niemals dem Vorwurf ausgesetzt sehen, sie würde Gewalt verherrlichen. Der Plot ist für diese Art .... Literatur? in Ordnung, aber wäre ich nicht am Steuer gewesen, ich hätte wohl ausgeschaltet.
Eines ist wie stets überragend, nämlich David Nathan. Aber das ist ja wirklich nichts Neues.
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Nerd Attack!: Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook
Nerd Attack!: Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook
Christian Stöcker
Sehr informativ
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 30.10.2012
Nettes kleines Sachbuch, das sich manchmal etwas oberflächlich durch das digitale Zeitalter gräbt.
Unterhaltsam geschrieben, gut vorgetragen.
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Codename Tesseract (Tesseract 1)
Yesss
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 30.10.2012
Tom Wood ein kleines Juwel geschaffen, zumindest mit diesem 1. Teil.
Victor ist ein hochintelligenter Soziopath, der von seinen Neigungen recht gut leben könnte: schließlich verdient er selbst für einen Auftragskiller unglaublich viel Geld. Doch kann er nichts in seinem Leben wirklich geniessen, da ihm seine sehr ausgeprägte Paranoia private Kontakte jeglicher Art verbietet.
Als er aus seiner Sicht zufällig an einen falschen Kunden gerät, wird seine Paranoia munter mit Tatsachen gefüttert: erst ein netter Hinterhalt im Hotel, der in ein recht ordentliches Gemetzel führt; dann eine Flucht, die Victor einiges seiner bemerkenswerten Talente abfordert.
Was macht das Buch so besonders? Zum einen ist da Victor, ein eher kaputtes Scheusal, das auch unter noch so großem Druck mit einer unheimlichen Gelassenheit seine Möglichkeiten sondiert. Und da ist der Sprecher Carsten Wilhelm, dessen bedächtiger Vortrag diesen Gleichmut, diese emotionale Kälte zum Leben erweckt.
Es wird viel geschossen, es gibt fiese Intrigen, betrogene Betrüger und einen Profikiller, der vor allem Dank seiner geistigen Fähigkeiten so lange durchhält.
Prima Unterhaltung, die man sich gerne auch ein zweites Mal anhören mag; oder gar ein drittes...
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Dame, König, As, Spion
Endlich zum Hören!
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 15.07.2012
Was für ein Buch: ein pummeliger, unscheinbarer Held; ein kompliziertes Puzzle, das sich Schritt für Schritt zu einem Bild formt; eine ungewöhnlich kluge Geschichte, bedächtig und sehr präzise erzählt; große Spannung fast ohne Action.
Worum geht es? Im Britischen Geheimdienst scheint ein Verräter zu sitzen. Ziemlich weit oben. Und dieser Spion ist ausserordentlich klug und sitzt zudem an einer Position, in der er von jeder Untersuchung sofort erfahren würde.
Also soll Smiley - ein Ex-Mitarbeiter - inoffiziell ermitteln. Und dieser kommt nach und nach auf eine Spur, die ihn schließlich zu einer perfekten Lügenkonstruktion führt...
Das Buch ist großartig, und das ist noch hemmungslos untertrieben. Es ist intelligente Unterhaltung, deren Genuß Konzentration erfordert und Freude am Detail.
Die Lesung ist unspektakulär gut, so daß man - wenn man mag - tief einsinken kann in diesen Plott.
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Die Corleones
es ist nicht direkt schlecht, das Buch
von Stefan aus HANNOVER, Deutschland am 15.07.2012
zumindest, wenn man "Den Paten" nicht kennt. Das Buch möchte die Vorgeschichte zum Paten beschreiben, und macht das im Grossen und Ganzen auch ganz gut.
So tauchen die meisten Figuren auf, die später noch eine Rolle spielen werden, und für die schillerndste alle Protagonisten - Luca - nimmt sich Ed Falco gebührend Zeit.
Was also stört? Mich zumindest zweierlei: zum einen weicht der Autor immer wieder Mal von dem ab, was im Pate selbst von der Vorgeschichte verraten wird. Ich mag den Paten sehr gerne, und ich kenne ihn recht gut: entsprechend stört es mich gewaltig, wenn ohne Grund abgewichen wird. Wer den Paten nicht kennt, dem dürfte das ziemlich wurscht sein.
Zum anderen gibt es einen grossen stilistischen Unterschied: Mario Puzo hat es im Paten geschafft, mit wenigen, wohlplatzierten Worten eine dichte und ungemein spannende Geschichte zu erzählen: über Loyalität, Ehre und die Bereitschaft, für die Familie alles zu geben und anderen alles zu nehmen.
Ed Falco hat einen normalen Krimi geschrieben, mehr nicht. Das Buch scheint nie zu seinem Tempo, seiner Geschichte zu finden: mal ist es sehr ausführlich, um dann wieder seltsam straff zu werden. Es brilliert nicht, es fasziniert nicht, aber es ist recht solide.
Die Lesung ist routiniert und gut, die Tonqualität passt. Ein Buch für eine lange Autofahrt; zuhause würde ich es nicht zu Ende hören.
6 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.









