Effi Briest
| Autor: | Theodor Fontane |
|---|---|
| Sprecher: | Udo Samel |
| Spieldauer: | 10 Std. 56 Min. (ungekürzt) |
| Bewertung: | 4.2 (136) |
| Audioinhalt: | Hörbuch |
| Anbieter: | Argon Verlag |
| Veröffentlicht: | 2005 |
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Hörbuch-Rezensionen zu Effi Briest (15)
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Voller Lebensweisheit
von justusw aus Alling-Biburg, Deutschland am 20.08.2006
Die wahre Qualität dieses Buches kann man erst erkennen, wenn man selbst etwas Lebenserfahrung hat. Als junger Mensch nimmt man in dem Buch vor allem die Zeitschilderung wahr. Inwieweit auch immer gültig Menschliches beschrieben wird, merkt man erst später. Was ich so wunderbar (übrigens in allen Büchern von Fontane) finde, ist seine liebevolle Schilderung der Menschen. Zu allen Zeiten versucht eine überwältigende Mehrheit der Menschen ihre eigene Art auch denen aufzudrängen, die eigentlich nicht so sind wie sie. Fontane vertritt engagiert die Gegenposition: Gerade in den Eigenheiten, die den einen vom anderen unterscheiden, sind die Mitmenschen liebenswert. Wenn man diesen Impuls für sich selber aufnimmt, ist es eine echte Bereicherung und macht das Leben schöner.
Die Lesung ist gut und lebendig, aber die stimmliche Charakterisierung der Effi vor allem als fast dreißigjährige Frau ist nicht überzeugend. Für die 17-jährige mag das piepsig naive noch eine gewisse Berechtigung haben, obwohl man auch hier der hochintelligenten und schlagfertigen Effi mehr Ernsthaftigkeit zugestehen könnte. Der schwer geprüften Mutter wird es aber endgültig nicht mehr gerecht.1 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Eintauchen in preußisches Denken durch Effi (manchmal:) BIEST
von casspeia aus Schermbeck, Deutschland am 18.01.2010
Diese Geschichte hören heißt in eine ganz andere, für uns heute fremde, Welt eintauchen. Die Sprache Fontantes ist manchmal schon sehr verschroben. Und trotzdem: je mehr ich mich darauf einließ, desto mehr konnte sich die Spannung dieses Buches entfalten und ich über die Moralvorstellungen des 19. Jhd staunen.
Effi, eine junge Adelige, legt Wert auf Konventionen, leidet aber auch unter der Einengung, die damit verbunden ist. Die Verlobung mit Geert von Instetten ist innerhalb von 1-2 Std beschlossene Sache, Monate später findet die Hochzeit statt (einziger Kontakt dazwischen: Briefe!) und sie zieht als junge Herrin in sein Haus ein. Der Kreis der Adeligen in Kessin ist sehr beschränkt (im doppelten Sinne - Fontane liebt Andeutungen dieser Art), sodaß sie dort sehr einsam ist und sich zu Tode langweilt. Da kann der Galan Crampas ihre Sehnsucht wecken - selbst wenn sie diese Leidenschaft auch als Gefängnis betrachtet. Sie ist erleichtert, als diese Liason durch einen Umzug nach Berlin ein Ende findet. Trotzdem kommt die Affäre Jahre später ans Licht.
Erzählt wird meist aus Effis Perspektive - und da sie sich ihren Fehltritt kaum eingestehen mag, sind die heißen Küsse, mit denen Crampas ihre Hände überschüttet" schon der Gipfel der Initmität, an dem wir teilhaben dürfen. Das mutet uns heute - um mit Effi (die ich manchmal recht nervig finde) zu sprechen fast dalbrig" (albern) - an. Dafür gibt es Andeutungen und Vorausdeutungen ohne Ende. Daß ein Huhn ohne Kikeriki" nicht in der Lage sei Eier zu legen, ist schon eine sehr direkte, ja fast obszöne Aussage! Nach dem ersten Durchlauf habe ich zur eigenen Klärung einige Passagen nachgelesen.
Udo Samel hat mir als Sprecher gut gefallen. Er liest ruhig und humorvoll - nicht mit übertriebenen Betonungen. So bleibt Raum für eigene Interpretationen.
Auch ich bedauere die sog. Kapiteleinteilung - dazu gibt es ja bereits eine Stellungnahme! Trotzdem 5 Sterne.0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Effi Briest
von Jutta aus Köln, Deutschland am 05.01.2007
Die Geschichte von Effi Briest muß man einmal in seinem Leben gelesen oder gehört haben. Und es ist insgesamt eine kurzweilige Geschichte. Leider ist aber der Sprecher auf Dauer doch ermüdend, denn er nutzt nicht die Vielfalt seiner Stimmlage, um die Tragödie wirklich deutlich zu machen. Schade. Aber dennoch: dieses Buch von Theodor Fontane sollte man lesen.
0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Schöner Klassiker
von Martina aus Oberpframmern, Deutschland am 12.05.2006
Ein Hörgenuss. Ich kannte das Buch noch nicht, und konnte mich so dem Lauf der Geschichte voll hingeben. Von dem Tag, wo alles anfing bis zu ihrem Tod - ein schöner Spannungsbogen.
Der Geschichte ist leicht zu folgen, auch bei häufiger Unterbrechung. Der Erzähler hat eine schöne Stimme, sehr angenehm.0 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
Klassische Literatur des 19. Jahrhunderts
von tischiengfer aus Schwelm, Deutschland am 07.01.2006
Eine zeitgeschichtliche, gut umgesetzte Erzählung eines schon jung verherateten Mädchens aus gut bürgerlichem Hause, geschrieben, in einer Sprache, die man heute belächeln muss.
Darüber hinaus wurde dieser Roman Fontanes von einer wahren Begebenheit inspiriert, wenn auch stark verändert. Es geht im Grunde um eine kleine Romanze, die, als Geerd von Innstetten, der Mann Effis, davon zufällig erfährt, in ein Duell ausartet, was der ursprünglichen Geschichte wohl am ehesten nachempfunden ist (außer der grausamen Tatsache des Kindesenzugs). Duelle waren nicht etwa der Regelfall, blieben zu damaliger Zeit eher die Ausnahme. Was die moralischen Grundsätze betrifft und gerade die bürgerlichen Vorstellugen von Anstand und Sitte sowie Zucht und Ordnung auf der Anderen, so ist dieser Roman beispielhaft. Das man der Person Effi mitfühlt ist selbstversändlich.
Fazit: gut gelesen, hörenswert, tragisch.0 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.
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