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Roadtrip mit Guru Hörbuch

Roadtrip mit Guru: Wie ich auf der Suche nach Erleuchtung zum Chauffeur eines Gurus wurde

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Inhaltsangabe

Mit 38 Jahren trifft Timm Kruse bei einem Festival auf einen indischen Guru und lauscht gebannt seinen Worten. Die Begegnung verändert etwas in ihm - von heute auf morgen lässt er seine Familie und sein altes Leben hinter sich und begibt sich auf die Suche nach Erleuchtung. Ehe er sich versieht, lebt er im Ashram des Gurus in Indien, geht als sein Chauffeur mit ihm auf Weltreise durch Kanada, die USA und Europa. Doch je länger er mit dem Guru unterwegs ist, desto mehr beginnt das Bild des Erleuchteten zu bröckeln. Ist er am Ende etwa auch nur ein ganz normaler Mensch?

Authentisch und mit viel Witz erzählt Timm Kruse von seiner spirituellen Reise und gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben eines waschechten Gurus.

©2014 Edel Germany GmbH (P)2014 Edel Germany GmbH

Hörerrezensionen

Bewertung

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    Tobias Hamburg, Deutschland 09.12.2014
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    Geschichte
    "Erleuchtung für Einsteiger"

    Manchmal ist es erstaunlich, wie weit Selbstwahrnehmung und Außeneindruck auseinandergehen. Timm Kruse ist ein großer, gut aussehender Mann. Sein Auftritt wirkt – auf den ersten Blick - selbstbewusst und locker, sein Lächeln ansteckend. Er ist schlagfertig und forsch, manchmal sehr direkt und beinahe schroff, wenn er spricht. Er denkt schnell, und wenn er hinschaut, blickt er tief. Kurz: Auf den ersten Blick denkbar schlechte Beute für einen Seelenfischer.

    Wieso ist er ihm an die Angel gegangen? Was muss ihn bewogen haben, sich einem Guru anzuschließen? Und wie sah es – damals – wohl hinter der - vordergründig souveränen - Fassade aus? Woher wurzelte die verzweifelte innere Leere, die Kruse mit Sinn zu füllen versuchte?

    Es sind erstaunliche Abgründe, die sich auftun, wenn man Timm Kruses Erzählung folgt. Der Geschichte eines Suchenden, der „versucht“ wird. Eines Enttäuschten, der sich täuschen lässt? Eines Schnelldenkers, der hinter jede Fassade zu schauen scheint und doch nicht erkennen will, was er sieht. Eines Ostwestfalen, der auf der Suche nach sich selbst im weißen, wallenden Erleuchtungs-Habit bis nach Indien und quer durch ganz Europa reist.

    Von seinem Roadtrip mit Guru, der am Ende nicht halb so spaßig ist, wie der Titel vermuten lässt, schreibt Timm Kruse schonungslos offen und geht auch mit sich selbst durchaus hart ins Gericht. Seine Schilderung ist packend, beinahe unwirklich in ihrer stellenweisen Absurdität und sicherlich für jene, die „nicht dabei“ waren, zwar zu „verstehen“, aber nicht immer nachzuvollziehen. Wie kann ein intelligenter Mensch aus eigenen Stücken das Geld seiner Eltern, welches er schließlich gar nicht selbst besitzt, einem ihm noch beinahe unbekannten Guru anvertrauen wollen? Wie kann ein Mensch sich bis zur Unkenntlichkeit der eigenen Persönlichkeit manipulieren lassen, es im Moment des Geschehens "erkennen" aber doch nicht „sehen“? Fragen, die sich auch Timm Kruse rückblickend stellt. Vielleicht ist seine Schilderung selbst die Erkenntnisfindung, die ihn zu seinem Ausbruch aus den gewohnten Bahnen seines Lebens erst bewogen hat.

    Stilistisch erkennt man Kruses journalistische Wurzeln. Seine Sprache ist pointiert, direkt, nie banal, gespickt mit viel Wortwitz, auch wenn der ein oder andere humoristische „Rohrkrepierer“ dabei ist. Die Spitznamen, die er seinen Ashram-Mitbewohnern, dem engsten Kreis um den pakistanischen Guru Sri What, gibt, sind stellenweise nicht ganz nachvollziehbar und im Einzelfall störend. Auch wünscht man sich stellenweise den noch etwas tieferen Blick in die beschriebenen Situationen. Die Einblicke, die Timm Kruse in den nach wie vor blühenden Ashram-Tourismus bietet, wiegen diese (kleinen) Schwächen jedoch gänzlich auf.

    Beeindruckend, erschütternd und intensiv: Ein Intermezzo des Buches: Der Briefwechsel Kruses mit seinem besorgten Vater, der mit Argumenten, Verstand, Strenge und durchaus scharfen Worten versucht, seinen Sohn zur Umkehr zu bewegen, gelesen von Vater und Sohn selbst.

    Mich hat dieses Buch bewegt, berührt, beeindruckt, aber auch verwirrt und manches Mal voller Unverständnis zurückgelassen. Einige Male standen mir Tränen in den Augen. Etwas, dass nur wenige (Hör)bücher schaffen…

    7 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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